DDR Schauspieler

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. April 2013

Mit der Erfindung des Fernsehens bildeten sich nach und nach auf  öffentlichen sowie privaten Sendern das Unterhaltungssprektrum aus. Schauspieler wurden nun für die Realisierung von Filmen gebraucht. Somit gab es auch in der DDR Schauspieler. Einige DDR Schauspieler haben es sogar nach der Wende zu schauspielerischem Erfolg in der Bundesrepublik Deutschland gebracht und sind zu Stars und Sternchen herangewachsen.

Bekannte DDR Schauspieler sind zum Beispiel:

  1. Ursula Karusseit spielte über 50 DFF (Deutscher Fernsehrundfunk) und DEFA(Deutsche Film AG) Filmen mit und war neben ihrer Tätigkeit als DDR Schauspielerin auch eine große Persönlichkeit des DDR Theaters.

  2. Manfred Krug war auch nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik ein beliebter DDR Schauspieler. Er erzielte vor allem als Serienschauspieler nach der Wende in Serien wie Tatort Erfolge.

  3. Der DDR Schauspieler Rolf Hoppe spielte in den DDR Indianerfilmen den Bösewicht Bashan. Hoppe bekam 1981 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film für die Rolle des Hermann Göring in Mephisto.

  4. Armin Mueller-Stahl hat es für einen ehemaligen DDR Schauspieler weit gebracht. Er hat es nach Hollywood geschafft und wurde 1997 für seine Rolle des David Helfgott in „Shine-der Weg ins Licht“ sogar für den Oscar nominiert.

  5. Der DDR Schauspieler Dieter Bellmann hat in vielen Folgen der Serie „Polizeiruf 110“ mitgespielt.

  6. Angelica Domröse wurde durch ihre Rolle bei „die Legende von Paul und Paula“ zu einer der berühmtesten DDR Schauspielerinnen.

  7. Der Ulrich Mühe war vor allem durch das Theater bekannt. Sein erfolgreichster Film nach der Wende war “Das Leben der Anderen”.

  8. Corinna Harfouch: Die DDR Schauspielerin trat nach der Wende vermehrt in großen Produktionen wie “Der Untergang” und “Das Parfüm” auf.

  9. Katrin Saß erlebte 2003 mit „Goodbye Lenin“ ihr Comeback. Seitdem spielt die Schauspielerin wieder mehrere Rollen in Film und Fernsehen.

  10. Als „Winnetou des Ostens“ wurde Gojok Mitic als DDR Pendant zu Pierre Briece gesehen, dessen Rolle Mitic bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg 1992 übernahm.

Die staatliche Filmgesellschaft der DDR „DEFA“ drehte insgesamt zwischen 1946 und 1990 mehr als 700 Spielfilme, 600 Fernsehfilme für den „Deutschen Fernsehfunk“ und 150 Kinderfilme, bei denen viele DDR Schauspieler zurecht zu ihrer Berühmtheit gekommen sind.

DDR Feuerwehr

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 2. April 2013

Die DDR Feuerwehr setzte sich aus den kommunal verwalteten Feuerwehren der einzelnen Länder der sowjetischen Besatzungszone zusammen. Nachdem 1956 das Brandschutzwesen in den Tätigkeitsbereich der Deutschen Volkspolizei fiel, wurde die DDR Feuerwehr zentral verwaltet.

Die DDR Feuerwehr umfasste, wie die heutige Feuerwehr, mehrere Tätigkeitsbereiche. 1956 erlies die SED das erste Brandschutzgesetz der DDR: Das „Gesetz zum Schutze gegen Brandgefahren“, worin unter anderem die DDR Feuerwehr in sogenannten Brandschutzorgane unterteilt wurde.

Zentrale Brandschutzorgane

Zum zentralen Brandschutzorgan der DDR Feuerwehr gehörte die Hauptabteilung Feuerwehr der Deutschen Volkspolizei und alle Abteilungen der DDR Feuerwehr in den Volkspolizeikreisämtern. Die den unterstellten Feuerlöschkommandos und Brandinspektoren der DDR Feuerwehr gehören ebenso zum zentralen Brandschutzorgan.

Örtliche Brandschutzorgane

Die örtlichen Brandschutzorgane schließen die DDR Feuerwehr in Städten und Gemeinden mit ein. Brandschutzverantwortliche und Brandschutzbeauftragte von Einrichtungen zählen genauso zum örtlichen Brandschutzorgan wie die freiwillige und die Berufsfeuerwehr .

Betriebliche Brandschutzorgane

Unter dem Begriff des betrieblichen Brandschutzorgans versteht man alle Angestellten und Helfer der DDR Feuerwehr, die in der Verwaltungen und im Industrie- oder Landwirtschaftsbereich eingesetzt sind. Im Allgemeinen spricht man in diesem Kontext auch von der Werks- und Betriebsfeuerwehr.

Die kommunalen Berufsfeuerwehren der einzelnen Länder der sowjetischen Besatzungszone wurden mit „Gesetz zum Schutze gegen Brandgefahren“ verstaatlicht. Da das erlassene Gesetz undeutlich formuliert wurde, war es beliebig auslegbar. Somit konnte die SED die DDR Feuerwehr zu diversen Aufgaben einsetzen, die nichts mit dem Aufgabenfeld einer Feuerwehr zu tun haben. Dadurch dass die Feuerwehr bei „inneren Notständen“ gesetzlich eingesetzt werden konnte, wurde die DDR Feuerwehr am 13. August 1961 beim Bau der Berliner Mauer eingesetzt werden, um Hindernisse am Grenzstreifen aus dem Weg zu räumen.
Die Löschwagen, Tanklöschwagen und Feuerwehrfahrzeuge der DDR Feuerwehr wurden ausschließlich von sogenannten volkseigenen Betrieben (VEB), wie dem Werk „Robus“ oder „IFA“ hergestellt. Diese Werke stellten auch einen großen Anteil der Fahrzeuge der Deutschen Volkspolizei her.
Nach der Wende ging die Verwaltung der Feuerwehr wieder an die Kommunen. Das führte zu einem Umrüsten der vorhandenen Feuerwehrfahrzeuge, da die Drehleitern und Körbe der Feuerwehrfahrzeuge der DDR Feuerwehr nicht den Sicherheitsbestimmungen der Bundesrepublik Deutschland entsprachen.

Die Volkspolizei

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 18. March 2013

Mit der Gründung der DDR 1949 wurden die Polzeien der Länder der sowjetischen Besatzungszone zur „Deutschen Volkspolizei“ (DVP) vereinheitlicht. Es wurden hauptsächlich Antifaschisten, vorzugsweise Kommunisten, in leitenden Positionen der Volkspolizei eingesetzt. Die Volkspolizei unterstand dem Minister des Inneren der DDR. Die Volkspolizei verfügte über diverse Ausbildungsstellen für die jeweiligen Dienstzweige. Diese Ausbildungsstellen waren über die ganze DDR verteilt. Ab 1962 hatte die Volkspolizei ihre eigene Hochschule in Berlin-Biesdorf. Der Fuhrpark der DVP umfasste hauptsächlich Autos von Marken aus der DDR oder aus der Sowjetunion, aber auch einige importierte Modelle. Beispielsweise importierte die DDR Ende der siebziger Jahre 10.000 VW Golf 1 für den Einsatz als Streifenwagen. Neben der DVP gab es den kasernierten Verband der Volkspolizei: Die Volkspolizei-Bereitschaft (VPB). Dieser Verband gehört nicht zu den Dienstzweigen der Volkspolizei, unterstand jedoch genau wie die DVP dem Ministerium des Inneren.

 Die Volkspolizei untergliederte sich in fünf Zweige. Die Kriminalpolizei, die Wasserschutzpolizei, die Verkehrspolizei, die Schutzpolizei und die Transportpolizei. Die Tätigkeitsbereiche der ersten vier Zweige der Volkspolizei gleichen den gleichnamigen Bereichen der heutigen Polizei. Die Transportpolizei war für die Bewachung des Vehrkehrswesens und dem Schienennetz der Deutschen Reichsbahn zuständig. Die Transportpolizei war an allen großen Bahnhöfen der DDR stationiert. Dieser Zweig der DVP überwachte bis zum Mauerbau auch die Berliner Ringbahn, die der Deutschen Reichsbahn gehörte.

Die Volkspolizei führte 1952 den sogenannten Abschnittsbevollmächtigten (ABV) ein. Dieser war nach sowjetischem Vorbild der erste Ansprechpartner für Bürger, die in Not waren oder eine Aussage machen wollten. Der ABV hatte eine Schlüsselrolle, da er der SED dabei half die DVP als „Polizei des Volkes“ zu präsentieren. Der Abschnittsbevollmächtigte hatte, wie das Ministerium für Staatssicherheit, über die Personenkennzahl (PKZ) Einsicht in diverse gesammelte Daten der Bürger, unter anderem die Hausbücher der Familien.

 Die Grenztruppen der DDR und ihr Vorläufer, die Deutsche Grenzpolizei, gehörten nicht zur Volkspolizei und unterstanden dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Zuletzt arbeiteten bei der DVP mehr als 80.000 hauptamtliche Polizisten. Mit der deutschen Wiedervereinigung am 03.10.1990 wurden ungefähr 40 Prozent der DVP entlassen, da die Polizeihoheit an die neuen Bundesländer ging.

DDR Punk

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 14. March 2013

DDR PunkBeginn der 80er Jahre begann auch in der DDR Punk populär zu werden. In Städten wie Berlin, Leipzig, Erfurt und Halle fand die DDR-Punk-Szene am meisten Anklang. Viele Mitglieder der Bewegung des DDR-Punks wurden bis zur Wende staatlich verfolgt. Im Gegensatz dazu steht, dass gegen Mitte der achtziger Jahre Bands bereits offiziell DDR-Punk Platten veröffentlichten konnten.

Dadurch, dass bereits Ende der Siebziger die Punk-Musik über Großbritannien in die Bundesrepublik Deutschland kam, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bürger der DDR Punk-Musik über Sender wie den RIAS oder die BBC zu hören bekamen. Infolgedessen wuchs die Szene des DDR-Punks Anfang der achtziger Jahre sehr stark an, was eine erste Verfolgungswelle zur Folge hatte. Allein in Berlin wurden in dieser Zeit Maßnahmen gegen rund 250 DDR-Punks eingeleitet. Das schloss Maßnahmen wie Aufenthaltsverbote, Verhaftungen und Hausdurchsuchungen mit ein. Das sollte die DDR-Punks verunsichern. Während die evangelische Kirche vielen Bands zu Auftrittsgelegenheiten verhalf, stieg die Anzahl der Mitglieder dieser Bewegung Mitte der Achtziger weiter an. Gerade junge und neue Mitglieder der DDR-Punk-Bewegung konnten vom Ministerium für Staatssicherheit dazu gewonnen werden, für sie als inoffizieller Mitarbeiter (IM) zu arbeiten, wodurch die Szene in der DDR immer weiter unterwandert wurde. 1986 begann man von staatlicher Seite aus die Musik in der DDR zu dulden. Die FDJ organisierte eigene DDR-Punk-Konzerte. „Die anderen Bands“, worunter einige alternative Bands zusammengefasst worden sind, veröffentlichten Platten auf dem Staatslabel Amiga. Diese neue Bewegung wurde von vielen abgelehnt und abwertend als „FDJ-Punk“ bezeichnet. Während schon zu Mauerzeiten die Größe dieser Bewegung sank, lösten sich nach der Wende viele Bands auf, denn es gab keinen Bedarf mehr an DDR-Punk-Bands, da die Szene einerseits Mitglieder verlor, andererseits man nun auch internationale Bands hören konnte. Während sich die DDR-Punk-Szene in den Bundesländern der ehemaligen DDR auflöste, erhielt die rechtsextreme Neonaziszene immer mehr Zulauf.

Diese Tendenz ist heutzutage noch zu erkennen, wenn man sich die Wahlergebnisse der neuen Bundesländer ansieht. Rechte Parteien erzielen deutlich höhere Wahlergebnisse in den neuen Bundesländern, als im Rest der Bundesrepublik.

Einige DDR-Punk-Bands wie „Schleim-Keim“ und „Slime“ haben jedoch den Mauerfall überstanden und existierten noch bis zur Mitte der Neunziger Jahre.

Quellen:

Bild: commons.wikimedia.org  Urheber: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0313-318 / Oberst, Klaus / CC-BY-SA

2012 wäre Dr. Oskar Pohl 85 geworden

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 26. February 2013

Am 17.Juni 1953 wurde ein Südtiroler von Vopos ermordet

Die Biographien der meisten Toten des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 und die Umstände, unter denen sie ums Leben kamen, sind bis heute wenig bekannt. Die Darstellung ihres persönlichen Schicksals ist ein Versuch, die Toten vor dem Vergessen zu bewahren und ihnen und ihren Angehörigen und Freunden auf diese Weise eine späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

34 Demonstranten, Passanten und Zuschauer wurden einer Studie zufolge am 17. Juni und den kommenden sechs Tagen von DDR-Volkspolizisten und sowjetischen Besatzungs-Soldaten erschossen oder starben an den Folgen von Schussverletzungen. Instanzen der sowjetischen Besatzungstruppen verurteilten fünf Menschen zum Tode und ließen sie hinrichten. DDR-Gerichte verhängten zwei Todesurteile.
Es ist am 17.Juni gegen 19.30 Uhr.

„An der Sektorengrenze Stresemann-/Ecke Prinz-Albrecht-Straße, im Terrain des Potsdamer Platzes, fallen wieder Schüsse. Der fünfundzwanzigjährige Dr. Oskar Pohl ein West-Berliner stirbt an einem Kopfschuss. Vopos nehmen den Rot-Kreuz-Wagen unter Beschuss, als sie ihm in den Westteil der Stadt brachten. Hier erlag er im Elisabeth-Krankenhaus bald seiner Verletzung.“

Der Journalist Dr. Pohl war Austauschhörer an der Freien Universität und durch das Evangelische Hilfswerk in den Westteil der geteilten Hauptstadt gekommen.
Oskar Pohl wird am 3.November 1927 in Kastelbell/Südtirol geboren. Er war promovierter Philosoph und wohnte in Berlin Grunewald.
Dr. Oskar Pohl wird nach der Trauerfeier des West-Berliner Senats auf dem Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus Schöneberg am 23.Juni 1953 auf Wunsch der Familienangehörigen nach Südtirol (zu Italien gehörend) überführt, wo er in Kastelbell/ Provinz Bozen beigesetzt wurde. Auf dem Friedhof Seestraße wurde zur Erinnerung ein Gedenkstein gesetzt.
Unliebsam fällt dort das Fernbleiben eines Vertreters des deutschen Generalkonsulats in Mailand auf.
Auf dem Friedhof Seestraße, Westteil Berlins, wird zur Erinnerung ein Gedenkstein für Oskar Pohl gesetzt.

Die Heimat von Oskar Pohl

Auf 600 m Meereshöhe, an den Steilhängen des Vinschgauer Sonnenberges und somit in den besten Lagen der westlichen Landeshälfte, befindet sich das Weingut Köfelgut, welches seit anno 1786 im Besitz der Familie Pohl ist. Das Hauptziel ist, naturbelassene, gebietstypische Qualitätsweine zu erzeugen. Das inneralpine Trockenklima und der warme, durchlässige Urgesteinsschieferboden erweisen sich als optimale Voraussetzungen dafür. Neben dem Weinkeller befindet sich zudem eine Schnapsbrennerei am Hof, die der Herstellung erlesener Tropfen dient. Auf einer kleineren Fläche werden auch Spargeln angebaut.

Höhepunkt die Reifeprüfung in Brixen

Oskar Pohl kam als zweites von fünf Kindern des Landwirtes Franz Xaver und seiner Ehefrau Elvira geborene Wind, in Kastelbell (Südtirol) Italien zur Welt.
Nach dem Besuch der italienischen Volksschule kam er mit elf Jahren an das humanistische Gymnasium in Meran. Dieser Ort wird auch als Schulstadt bezeichnet.
Im Jahre 1940 musste er dort den Unterricht unterbrechen, nachdem sich sein Vater bei der Option (1939) für Deutschland entschieden hatte. Im gleichen Jahr kam er noch in eine Schule für Volksdeutsche nach Rufach im Elsaß.
Rouffach ist heute eine französische Gemeinde im Elsaß. Dort besuchte Oskar Pohl eine sogenannte Oberschule (3. bis 6.Klasse). 1944 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und 1945 zur Wehrmacht einberufen. Nach kurzer russischer Kriegsgefangenschaft konnte er Ende 1945 wieder heim nach Südtirol.
Dort trat er sofort in das deutschsprachige wissenschaftliche Lyzeum in Brixen ein. Im Sommer 1946 bestand er die Reifeprüfung. Im Herbst 1946 begann Oskar Pohl das Studium der Neuphilologie (Sprach- und Literaturwissenschaft) in Venedig. 1951 schloss er die Promotion zum Doktor ab.

England, Frankreich und Deutschland

Während und nach dem Studium kam Dr. Oskar Pohl nach England, Frankreich und im Frühjahr 1952 nach Deutschland. Hier war er einige Monate als Volontär in einem Stuttgarter Verlag tätig. Im Herbst 1952 begann er als Stipendiat des Evangelischen Hilfswerkes das Studium in Deutschland. Das 1.Semester besuchte er an der Universität Köln.
Hier wohnte er in der Kerpenerstraße 57.

Von Vopo mit gezieltem Kopfschuss ermordet

Am 5.5.1953 hat sich Dr. Oskar Pohl für die Fachrichtung Publizistik an der Freien Universität Berlin eingeschrieben. In Westberlin lebte er in Grunewald, Seebergsteig 24.
Im Jahre 2003 wurde der Seebergsteig in Toni – Lessler -Straße umbenannt. Hier wohnte er leider nur einen Monat und zwölf Tage.
Dr. Oskar Pohl hat sich am Vormittag des 17.Juni nach dem Brennpunkt der Ereignisse, dem Potsdamer Platz begeben, weil er für Südtiroler Zeitungen über die Ereignisse als Journalist berichten wollte. Er ist dort, als sowjetische Panzer und ostsektorale Volkspolizei das Feuer eröffnen.
Dann wurde er von einem Vopo mit einem gezieltem Kopfschuss ermordet. Dieses Verbrechen geschah vor dem „Haus Vaterland“ am Potsdamer Platz.
Es war eines der letzten Schüsse, die am 17. Juni fallen. Es trifft Ihn gegen 19.30 Uhr in der Stresemann-/Ecke Prinz-Albrecht-Straße in der Umgebung des Potsdamer Platzes. Mit einem Kopfschuss wird er vom Roten Kreuz geborgen und in den Westteil der Stadt gebracht, wo er im Elisabeth-Krankenhaus bald seiner Verletzung erliegt. Im Elisabeth-Diakonissen-Hospital hat Dr. Pohl nach Mitteilung des Leiters der Poliklinik (Dr. med. Schostadt noch einige Minuten geatmet. Die Art seiner Verwundung – die Hälfte der Schädeldecke war fortgerissen – berechtigt zu der Annahme, dass die tödliche Verwundung durch ein Explosivgeschoss verursacht worden ist. Auf die erste Nachricht von dem Geschehen wurde sich mit dem italienischen Generalkonsulat, der Studentenvertretung der Freien Universität, dem Herrn katholischen Studentenpfarrer v. Hülsen, der Staatsanwaltschaft ist die Leiche beschlagnahmt und in das Leichenschauhaus in Berlin Moabit gebracht worden. Sie ist dann dem Bruder Dr. Pohls, der nach Berlin geeilt war, zur Überführung freigegeben worden. An der Abschiedsfeier vor dem Schöneberger Rathaus nahm auch ein Vertreter des Hilfswerkes aus Berlin teil und hat einen Kranz am Sarg Dr Pohls niedergelegt.
In der Mitte der acht Särge stand der Sarg Dr. Pohls, der mit einem großen Gebinde roter und weißer Nelken bedeckt war, während die anderen Särge in die Berliner Flagge gehüllt waren. Nach der Beendigung der Trauerfeier wurden die Särge im feierlichen Zuge durch die von einem dichten Menschenspalier umsäumten Straßen zum Friedhofe in der Müllerstraße überführt und dort in den Gottesacker gesenkt. Der allein stehengebliebene Sarg Dr. Pohls ist dann von Pfarrer von Hülsen eigesegnet worden. Beim Abschiednehmen von dem Heimgegangenen hat der Pfarrer dem Bruder Dr. Pohls im Auftrag von Herrn Pfarrer Berg und im eigenen Namen das herzlichste Beileid des Hilfswerkes ausgesprochen und gebeten, es auch an seine Eltern weiterzuleiten.
Die Predigt bei der Bestattung ging von der Seligpreisung der Bergpredigt aus:

„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit“.

In diesem Zusammenhang sollte noch erwähnt werden, dass auch der Schweizer Gaststudent an der FU, Georg Stucky, am 17.Juni am Potsdamer Platz verwundet worden ist, vermutlich durch einen Querschläger, der ihn am Knie gestreift hat.

Oskar Pohl wird nach der Trauerfeier des West-Berliner Senats auf dem Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus Schöneberg am 23. Juni 1953 auf Wunsch der Familienangehörigen nach Italien überführt, wo er in Kastelbell in der Provinz Bozen beigesetzt wird. Unliebsam fällt dort das Fernbleiben eines Vertreters des deutschen Generalkonsulats in Mailand auf.
Auf dem Friedhof fand er in der Familiengrabstätte Pohl die letzte Ruhe

Freier Journalist
Peter Benz

Die Zeitzeugen-Redaktion Berlin bedankt sich herzlich bei Herrn Peter Benz für die freundliche Bereitstellung dieses Berichtes. Das Urheberrecht verbleibt bei Herrn Peter Benz und es gelten hierbei die üblichen Bestimmungen. Auf Anfrage vermitteln wir aber gerne den Kontakt.

AlliiertenMuseum

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 21. February 2013

In der Spannung zwischen Westmächten und Sowjetunion präsentiert sich das AlliiertenMuseum als interessanter Ort der kulturellen Erinnerung. Das Ende des zweiten Weltkrieges, die Nachkriegszeit (ab 1948/1949 kann die Sowjetunion nicht mehr zu den Allierten gezählt werden) und die Zeit des Kalten Krieges sind hier ständige Themen, die das AlliiertenMuseum mit Veranstaltungen und Ausstellungen würdigt.

Schwerpunkte sind die Zeit der Luftbrücke und das Alltagsleben in den US-amerikanischen, britischen und französischen Garnisonen bis zum Abzug der Alliierten 1994. Zu den spannendsten Ausstellungsstücken gehören ein restauriertes Segment des berühmten Berliner Spionagetunnels, ein „Rosinenbomber“, der während der Luftbrücke eingesetzt wurde und das Original-Kontrollhäuschen vom Checkpoint Charlie.

Das AlliiertenMuseum zeigt außerdem wechselnde Sonderausstellungen. Noch bis zum 8. April 2013 ist „Fair Play. Die Alliierten und der Sport“ zusehen. Darin wird die Rolle des Sports in den alliierten Garnisonen, aber auch als Bindeglied zur Berliner Bevölkerung beleuchtet. Am 14. März 2013 eröffnet die Foyer-Ausstellung „Sieger, Befreier, Besatzer: Deutsche Juden im Dienst der Alliierten“, ein Beitrag zum Berliner Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“. Die Schau stellt Biographien jüdischer Emigranten in den Mittelpunkt, die auf der Seite der Anti-Hitler-Koalition gegen das nationalsozialistische Deutschland kämpften.

Im ehemaligen US-Soldatenkino Outpost Theater finden regelmäßig Lesungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen mit interessanten Zeitzeugen statt. Der Eintritt ins Museum und zu den Veranstaltungen ist frei. Nähere Informationen auf www.alliiertenmuseum.deAlliiertenMuseum Outpost
Copyright des Bildes: AlliiertenMuseum/Chodan

DDR Erziehung

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 23. January 2013

Die DDR Erziehung sollte die Kinder zu sozialistischen Persönlichkeiten formen. Es gehörte zur DDR Erziehung, dass die Geschichte der kommunistischen Parteien sowie Kenntnisse über die SED vermittelt werden sollten. Die sozialistische Ideologie sollte durch die DDR Erziehung in die Gesellschaft getragen werden. Im Erziehungsgesetz von 1974 wird als vorrangig angesehen, alle jungen Menschen zu Staatsbürgern zu erziehen, die den Ideen des Sozialismus treu ergeben sind, als Patrioten und Internationalisten denken und handeln, den Sozialismus stärken und gegen alle Feinde zuverlässig schützen. Die Jugend sollte die revolutionären Traditionen der Arbeiterklasse und die Errungenschaften des Sozialismus achten und verteidigen,Völkerfreundschaft anstreben und antiimperialistische Solidarität üben. In der DDR Erziehung wurde das Streben, sich den Marxismus-Leninismus und die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse anzueignen, stark gefördert.

 DDR Erziehung Schule

Der DDR Erziehung wurde vor allem im Kindes- und Jugendalter große Bedeutung beigemessen. Besonders in der Oberschule legte man großen Wert auf die Entwicklung der sozialistischen Persönlichkeit. Die Werte in der DDR Erziehung wurden immer im Gegensatz zur „kapitalistischen Gesellschaft“ gesehen. Die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit brachte allerdings keine selbständig handelnden Persönlichkeiten hervor. Gefragt waren angepasste Mitläufer.

 DDR Erziehung im Heim

Wenn die Erziehung im Elternhaus nicht im Sinne des Staates war, d.h. wenn Jugendliche nach der Wertevorstellung der DDR nicht funktionierten, da genügte schon eine nicht gewünschte politische Äußerung, so wurden sie in sogenannte Jugendwerkhöfe gebracht. Dort sollten sie zu „vollwertigen Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft“ erzogen werden. Hier wurde die Erziehung mit Hilfe von schwerer Arbeit und Drill durchgesetzt. Es gab Jugendwerkhöfe, die einem Gefängnis glichen. Diese waren mit meterhohen Mauern und Stacheldraht gesichert. Wer als Jugendlicher in der DDR in die Mühlen des sozialistischen Erziehungssystems geriet und sich nicht anpassen wollte, hat keine Chance, einen Schulabschluss zu erlangen bzw. ein Studium zu beginnen. Die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben gab es in der DDR Erziehung nicht mehr.

Bildquellen: Bundesarchiv, Bild 183-G1023-0031-001 / CC-BY-SA; Bundesarchiv, Bild 183-76029-0001 / CC-BY-SA; Wikimedia Commons

Sozialistische Einheitspartei Deutschland

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 21. January 2013

SED ist die Abkürzung für Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Sie war die herrschende Staatspartei von 1949 – 1989 in der DDR und verstand sich als „marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse. Sie war eine Vereinigung der KPD und der SPD in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. Sämtliche Leitungsfunktionen wurden paritätisch mit ehemaligen KPD- und SPD-Mitgliedern besetzt. Viele Sozialdemokraten waren gegen diese Vereinigung. Sie mussten jedoch dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht nachgeben. Jeder Bürger, der in seinem Leben beruflich vorwärts kommen wollte, war gezwungen, Mitglied der Sozialistische Einheitspartei Deutschland zu werden. 1948 begann die Parteiführung jedoch aufgrund sowjetischer Weisung mit der Umwandlung der Sozialistische Einheitspartei Deutschland in eine leninistische Kaderpartei. Bei Gründung der DDR hielt die Sozialistische Einheitspartei Deutschland bereits alle staatlichen Machtpositionen besetzt. 1950 wurde das Programm von 1946 für überholt erklärt und W. Ulbricht wurde Generalsekretär des ZK. Er stand für den „Aufbau der Grundlagen des Sozialismus“. Von ihm stammt auch der berühmte Satz: „Kein Mensch hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.“

 Sozialistische Einheitspartei Deutschland Mitgliedschaft

Alle fünf Jahre trat der Parteitag der Sozialistische Einheitspartei Deutschland nach indirekten, von der DDR Führung gesteuerten Wahlen zusammen. Dieser war das formal höchste Organ. Durch ihn wurde das Zentralkomitee (ZK) gewählt. Dieses wiederum wählte das Politbüro und das Sekretariat mit dem Generalsekretär. Dieses beiden Gremien bildeten die eigentliche Parteiführung. Eine Aufnahme in die Sozialistische Einheitspartei Deutschland war erst nach einem Jahr Kandidatenzeit möglich und wurde durch die ständige Kreisleitung geprüft und bestätigt.

 Sozialistische Einheitspartei Deutschland Umwandlung

1989 kam es zu Protestdemonstrationen gegen das SED Regime, nachdem die revolutionären Veränderung im Ostblock auch die DDR erfasste. Die Bürger flüchteten in Massen. Honecker trat am 18.10.1989 zurück, Egon Krenz übernahm kurze Zeit den Posten des Generalsekretärs. Ende 1989 distanzierte sich ein Sonderparteitag von der bisherigen Politik und verzichtete auf den Führungsanspruch in Staat und Gesellschaft. Gregor Gysi wurde zum Vorsitzenden gewählt. Zunächst wurde der Parteiname Sozialistische Einheitspartei Deutschland mit dem Zusatz „Partei des demokratischen Sozialismus“ versehen. Seit 1990 besteht nur noch der Name PDS.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-08483-0003 / Köhler, Gustav / CC-BY-SA; Wikipedia

Das letzte Jahr der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 18. January 2013

Das letzte Jahr der DDR brach am 9. November 1989 an. Das war der Tag an dem die Mauer zu Fall gebracht wurde. Doch was veränderte sich ab diesem Zeitpunkt? Wie empfanden die Bürger beider Seiten dieses Ereignis und wie wurden die Ost- Deutschen im Westen empfangen? Dieser Artikel beschäftigt sich mit allen diesen Fragen und beschreibt das letzte Jahr der DDR.

Das letzte Jahr der DDR /Fall der Mauer

Den Fall der Mauer konnte zu Beginn wahrscheinlich niemand so recht wahr haben und, dass das letzte Jahr der DDR nun begann erst recht nicht. Fast 30 Jahre lang durchzog der eiserne Vorhang, der angeblich vor dem Faschismus schützen sollte, Deutschland und trennte Ost und West Berlin. Am 9. November 1989 fiel die Mauer am Grenzübergang Bornholmer Straße. In dieser Nacht war es friedlich. Es fiel nicht ein Schuss und jeder der wollte, konnte die Grenze vom Osten in den Westen übertreten. Die West-Berliner empfingen die Ost-Berliner sehr höflich. Sie begrüßten sie freundlich und schenkten ihnen Dinge, wie Babystrampler oder Blumen. In der Nacht des Mauerfalls konnte diejenigen die zwischen Ost und West Berlin hin und her pendelten das Verkehrsnetz umsonst benutzen. So tümmelten sich riesige Menschenmassen in S- und U- Bahnen. Der erste Weg führte zum Kufürstendamm. Dort wurde der Fall der Mauer besonders groß gefeiert. Es gab reichlich zu essen und zu trinken. Es prasselten so viele verschiedene Eindrücke auf die Menschen ein, dass sie wahrscheinlich gar nicht realisierten, dass das letzte Jahr der DDR begonnen hatte und die Mauer für immer der Vergangenheit angehören würde.

Das letzte Jahr der DDR/ Stasi

Auch die Stasi-Zeit war nun zu Ende. Am 15. Januar 1990 wurden endlich auch die Tore der Geheimdienstzentrale in der Normannenstraße in Berlin geöffnet. Die Demonstranten stürmten die Zentrale in der Hoffnung die Männer von der Sicherheit anzutreffen oder noch einige geheime Akten zu finden. Gegen jegliche Hoffnungen der Demonstranten befanden sich jedoch weder Mitarbeiter der Stasi noch geheime ‘Stasilektüre’ in der Zentrale des Geheimdienstes. Das letzte Jahr der DDR hatte schon seit über zwei Monaten begonnen und so hatten sie Zeit, ihre geheimen Akten und sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Bankhaus Mendelssohn

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 16. January 2013

Das Bankhaus Mendelssohn zog 10 Jahre nach seiner Gründung im Jahre 1815 in die Jägerstraße im Zentrum von Berlin. Der Gendarmenmarkt mit dem französischen und dem deutschen Dom liegt in unmittelbarer Nähe zum Bankhaus Mendelssohn. Das Schauspielhaus steht im kulturellen Zentrum. Zu dieser Zeit trat auch der in Paris beim Bankhaus Fould & Co ausgebildete Bruder vom Gründer (Joseph Mendelssohn) Abraham Mendelssohn Bartholdy in das Bankhaus mit ein. Hier entstand damals das historische Bankenviertel Berlins mit dem Bankhaus Mendelssohn als dem in seiner Zeit wichtigsten Bankhaus in ganz Deutschland. Das Bankhaus Mendelssohn ging später im Nationalsozialismus zwangsweise komplett in die Deutsche Bank auf.

 Bankhaus Mendelssohn in der DDR

Nach dem Krieg machte die DDR aus dem ehemaligen Bankhaus Mendelssohn die Geld- und Devisenbank der DDR und ließ die Bank damit wieder aufleben. Das historische Bankhaus in der Jägerstraße 49-50 ließ die DDR weitestgehend ungenutzt. Durch die hohe Abhängigkeit der DDR von westlichem Geld – und Devisen kamen sehr gute wirtschaftliche Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland in der DDR-Zeit zustande. Die aus dieser Zeit involvierten westlichen Banken, worüber diese Geschäfte abgewickelt wurden, erwarben zügig nach dem Fall der Mauer die ehemalige Geld- und Devisenbank der DDR und damit auch das historische Gebäude – das Bankhaus Mendelssohn.

 Bankhaus Mendelssohn nach dem Fall der Mauer

Das Bankhaus wurde von der französischen Bankengruppe Credit Lyonnais mit erworben. In den Jahren 1991 bis 1994 wurde das historische Gebäude denkmalgeschützt aufwendig renoviert. Das jahrhunderte alte, vom Krieg unversehrte Gebäude wurde mit modernster Informationstechnik, die für den Betrieb einer modernen Deutschen Handelsbank notwendig war, ausgestattet. Der historische Tresorraum mit den Schließfächern und die ehemalige Goldkammer wurden zu Besprechungsräumen ausgebaut. Der ehemalige Kassenbereich wurde als Großraum-Arbeitsbereich umgestaltet. Absolut beeindruckend ist schon der Eingangsbereich vom Bankhaus Mendelssohn mit den riesigen Holzflügeltüren, wo früher die Goldkutschen mit ihren Pferden direkt bis zur Goldkammer durchfuhren.

Bildquellen: Beek 100; OTFW Berlin; Wikipedia


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