Berliner Mauer besichtigen

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. June 2013

Auch wenn es keines unserer erfreulichen Denkmäler ist, so wollen doch zehntausende Menschen jährlich die Überreste der Berliner Mauer besichtigen. Heute wirkt der Gedanke eines geteilten Berlins für den Besucher geradezu surreal, aber auch heute noch lässt sich an manchen Orten das Ausmaß dieses Eingriffs in die Berliner Gesellschaft erahnen. Wer die Berliner Mauer besichtigen möchte sollte sich dafür entweder einen vollständigen Tag Zeit nehmen oder besser noch die einzelnen Ziele mit anderen Aktivitäten kombinieren, denn sie erstrecken sich selbstverständlich einmal quer durch Berlin.

Berliner Mauer besichtigen; Die wichtigsten Denkmäler

Ein fast schon standardisierter und wohl auch der bekannteste Anlaufpunkt für Mauerinteressenten ist der Checkpoint Charlie. Bereits 1963 direkt vor der Grenze eröffnet bietet es einen Überblick über das Grenzsicherungssystem und eine große Fülle an dokumentierten Fluchtversuchen. Allerdings gibt es hier kein wirkliches Stück Berliner Mauer zu besichtigen. Der nächste Abstecher könnte also in die Bernauerstraße führen. Hier wurde ein original erhaltenes Stück der Grenze zum Teil gestalterisch erweitert. An diesem Punkt lassen sich die Ausmaße des Mauerbaus und seine drastischen Auswirkungen zumindest erahnen und auch hier gibt es viele Informationen sowie Bilder und Geschichten im Gedenken an die Betroffenen. Wer im Anschluss ein wenig freundlichere Stimmung benötigt, der sollte sich auf den Weg zur East Side Gallery machen. Auf einem original erhaltenen Stück Mauer stellt diese die weltweit längste Open-Air Ausstellung dar. Nachdem Sie bereits mehrfach restauriert und erneuert werden musste, fällt sie nun erneuert Bauprojekten zum Opfer und einige Abschnitte werden umgesetzt. Trotzdem ist sie weiterhin ein lohnenswertes Ziel.

Der Berliner Mauerweg

Es gibt noch viele weitere Denkstätten deren vollständige Aufzählung den Rahmen sprengen würde. Wer allerdings die Berliner Mauer besichtigen und dabei alle Einzelheiten mitnehmen möchte, für den ist der Berliner Mauerweg zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um einen fast vollständig asphaltierten Weg welcher sich über rund 160km entlang der ehemaligen Grenzanlagen erstreckt. Eine Fahrt entlang des Mauerwegs durch die Innenstadt Berlins beinhaltet allerdings die interessantesten Sehenswürdigkeiten.

Berliner Mauer 1961

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. June 2013

Der Bau der Berliner Mauer 1961 trennte Ost- und Westdeutschland vollständig voneinander. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man noch mit einer relativ zeitnahen Wiedervereinigung gerechnet. Die Pläne zum Bau der Berliner Mauer 1961 waren ein DDR-Staatsgeheimnis und drangen erst wenige Tage vor dem Beginn des Baus bis zum Bundesnachrichtendienst durch. Bereits seit Mitte der 1950er Jahre hatte die DDR-Regierung ein solches Vorhaben geplant, das Vorhaben wurde bis dato allerdings immer von der sowjetischen Führung abgelehnt. Nach einer Besprechung zwischen Chruschtschow und Ulbricht am 3. August, fiel schließlich der Entschluss zum Bau der Berliner Mauer 1961. Auf einer internationalen Pressekonferenz am 15. Juni hatte Ulbricht noch beteuert, das niemand vorhabe eine Mauer zu errichten. Die westlichen Alliierten wurden zwar im Vorfeld über die Planung drastischer Maßnahmen zur Abriegelung der DDR informiert, gaben sich öffentlich jedoch schockiert über das Ausmaß des Projekts. Aufgrund der Tatsache, dass ihre Zugangsrechte nach West-Berlin nicht eingeschränkt wurden, griffen sie in den Bau der Berliner Mauer 1961 nicht ein. Allerdings wurden bei einer Konferenz am 7. August in Paris Maßnahmen beschlossen die bei einer Eskalation der Situation angewandt werden.

 Bau der Berliner Mauer 1961

In der Nacht vom 12. auf den 13. August wurde mit der Abriegelung der Straßen und Gleiswege nach Westberlin begonnen. Die NVA, 5000 Angehörige der Deutschen Grenzpolizei, 5000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4500 Angehörige der Betriebskampfgruppen waren am Beginn des Baus der Berliner Mauer 1961 beteiligt. Sowjetische Truppen waren als Schutz der Arbeiter entlang der Grenze pBerliner Mauer 1961ositioniert. Obwohl am 13. August nur die Sektorengrenze abgeriegelt wurde, gilt der Tag als Beginn des Mauerbaus. Vereinzelt wurden bereits kleine Mauern errichtet, der größte Teil wurde jedoch mit Stacheldraht und Zäunen abgesperrt. Mit zunehmenden Fluchtversuchen wurde die Abriegelung verstärkt und bei Häusern die auf der Grenze standen wurden die Türen zugemauert. Bis zum September desertieren allein 85 der eingesetzen Sicherheitskräfte nach Westberlin. Weiterhin gelang 400 Bürgern erfolgreich die Flucht. Trotz der Ablehnung der Alliierten gegen den Mauerbau verhielten sich selbige relativ ruhig, besonnen und kompromissbereit, denn niemand wollte aufgrund der angespannten Situation einen Weltkrieg provozieren.

Bundesarchiv, Bild 183-88574-0004 / Stöhr / CC-BY-SA

Deutsche Film AG

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 31. May 2013

Die Deutsche Film AG (DEFA) war ein volkseigenes Unternehmen, welches seinen Sitz in Potsdam-Babelsberg hatte. In relativ enger Zusammenarbeit mit der SED wurden hier vor allem Filme mit meinungsbildender Propaganda gedreht. Nach dem Anliegen Ihrer Gründer sollte die Deutsche Film AG helfen, die Demokratie in Deutschland wiederherzustellen und gleichzeitig faschistisches Gedankengut eliminieren, um die Deutschen zu sozialistischen Bürgern zu erziehen. Mit der Einführung des Fernsehens in der DDR erhielt die Deutsche Film AG ein zusätzliches Aufgabengebiet. Insgesamt entstanden durch die Deutsche Film AG etwa 3900 Filme in den Bereichen Spielfilm, Animationsfilm sowie Dokumentar- und Kurzfilm. Weiterhin wurden etwa 8000 Filme synchronisiert.

Gründung und Anfänge der Deutschen Film AG

Nachdem der zweite Weltkrieg beendet war, versuchten die sowjetischen Besatzer die Filmindustrie im Osten Deutschlands möglichst schnell wieder einsatzfähig zu machen. Bereits drei Wochen nach der Kapitulation der Wehrmacht wurden Lichtspielhäuser und Theater in Berlin wieder geöffnet. Ob die Deutsche Film AG zu diesem Zeitpunkt bereits geplant war, ist nicht bekannt. Unter dem Vorwand, der Bevölkerung eine angenehme Ablenkung und Freizeitbeschäftigung zu bieten, wurden hier nun verschiedenste, aus dem Russischen synchronisierte Filme mit Propagandahintergrund ausgestrahlt.

Der sowjetische Filmverleih Sojusintorgkino übernahm am 4. Juli 1945 alle Kinos der Universum Film AG, welche zuletzt unter der Regierung Hitlers eine ähnliche Aufgabe wie die zukünftige Deutsche Film AG innehatte und sorgte dafür, dass diese wieder nutzbar waren. Anschließend wurde von der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) die gesamte Filmproduktion in der sowjetischen Besatzungszone reorganisiert. Darauf folgend beschlagnahmte die SMAD am 30. Oktober alle Vermögenswerte der Filmproduktion innerhalb ihres Besatzungsgebietes, um die alleinige Kontrolle über die Produktion zu haben. Am 17. Mai 1946 wurde die Deutsche Film AG als Deutsche Film GmbH i. Gr. in Potsdam-Babelsberg gegründet. Oberst Sergei Tjulpanow überreichte die Lizenz für die „Herstellung von Filmen aller Kategorien“ allerdings nicht für deren Vertrieb. Am 13. August 1946 erfolgte die Eintragung ins Handelsregister mit einem Stammkapital von 20.000RM. Am 11. November 1947 wurde sie schließlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und somit zur Deutschen Film AG. Das Stammkapital wurde nun von der VOB Zentrag übernommen und auf 10.000.000RM erhöht. Am selben Tag wurde von der SED die DEFA-Kommission gebildet, welche sowohl Rohschnitt als auch Endfassung der von der Deutschen Film AG gedrehten Filme zur Genehmigung vorgelegt werden mussten.

Die wichtigen Funktionsträger der Deutschen Film AG wurden genau von der SED überwacht und bereits bei geringem Verdacht wurden Inhaber von Führungspositionen kurzerhand ersetzt. Am 1. November 1948 erhielt die Deutsche Film AG die Rechte zum Verleihen eigener Filme zurück und der DEFA-Filmverleih wurde gegründet. Ab dem 1. Oktober des Folgejahres erschien die Betriebszeitung „DEFA-Blende“.

Christoph Wonneberger

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. May 2013

Christoph Wonneberger wurde am 5. März 1944 in Wiesa im Erzgebirge als Sohn einer Pfarrersfamilie geboren. Nachdem er ein Theologiestudium absolviert hat und 1973 in Leipzig ordiniert wurde, arbeitete er bis 1977 als Pfarrer in Leipzig-Möckern und Taucha. Anschließend wechselte Christoph Wonneberger bis 1984 in die Dresdner Weinbergskirchgemeinde und fing an, sich sozialpolitisch zu engagieren. So gründet er zum Beispiel die Initiative „Sozialer Friedensdienst“, welche sich für einen Zivildienst in der sonst immer mehr vom Militär durchdrungenen Gesellschaft einsetzt. Zusätzlich berät er junge Männer, die den Wehrdienst verweigern. Zu dieser Zeit stand er bereits unter Stasi-Beobachtung und sollte durch offizielle sowie inoffizielle staatliche Einflussnahmen diszipliniert werden. Diese Maßnahmen fielen nicht auf fruchtbaren Boden und so wurde Christoph Wonneberger ab 1981 vom DDR-Geheimdienst als feindlich-negativ erfasst und ein Operativer Vorgang wurde eröffnet.

Christoph Wonnebergers Initiierung der Montagsdemonstrationen

1982 schlug Wonneberger im Rahmen seiner Initiative vor, in Kirchen regelmäßige Friedensgebete abzuhalten. So wollte er für Regierungsgegner eine langfristige Anlaufstelle des friedlichen Widerstandes schaffen. Durch eine effektive Verbreitung dieser Idee über Flugblätter und Kettenbriefe finden die Friedensgebete schon bald DDR-weit statt. 1985 wird Christoph Wonneberger Pfarrer in der evangelischen Lukasgemeinde des Leipziger Stadtteils Volkmarsdorf. Nachdem er 1987 die Arbeitsgruppe Menschenrechte gegründet hat, gerät er wieder in heftige Auseinandersetzungen mit staatlichen sowie inzwischen auch kirchlichen Stellen. Bereits ein Jahr zuvor hatte er die Organisation der wöchentlichen Friedensgebete in der Nikolaikirche in Leipzig übernommen, in welcher er verschiedensten Oppositionsgruppen die Möglichkeit gab, ihre Ansichten zu zu zeigen. Im September 1988 wurde Christoph Wonneberger von der Aufgabe als Koordinator der Friedensgebete enthoben. Daraufhin folgten Protestaktionen der von Wonneberger unterstützen Gruppen, welche nach zwei Monaten Wirkung zeigten und einen Kompromiss erreichten, durch welchen die Wiederaufnahme der Friedensgebete unter der Verantwortung von Christoph Wonneberger und 3 weiteren Pfarrern durchgesetzt werden konnte. Zusätzlich wurde unter seiner Leitung ab 1988 in der Lukaskirchgemeinde ein Zentrum des oppositionellen Wiederstandes aufgebaut. Durch eingehende Kooperation mit der Bundesrepublik erhielt er Zugriff auf illegale Bücher und Geräte zur Vervielfältigung ihrer Texte. Im Gegenzug unterhielt er ein Demotelefon, über welches er jeden Montag im Anschluss an das Montagsgebet die westlichen Journalisten über die Geschehnisse unterrichtete. Im Vorfeld der Montagsdemonstration am 9. Oktober druckte und verteilte Christoph Wonneberger in Zusammenarbeit mit Thomas Rudolph, Frank Richter und Kathrin Walther das Flugblatt „Wir sind ein Volk“ in einer Auflage von 25.000 Stück. Noch an diesem Abend tritt Christoph Wonneberger live im ARD auf und berichtet von der friedlichen Demonstation in Leipzig mit ungefähr 70.000 Teilnehmern. 21 Tage später, am 30. Oktober 1989 und somit nur wenige Tage vor dem Mauerfall, erleidet er einen Schlaganfall und tritt, bis ihm 2009 der Bambi für „Stille Helden“ verliehen wird, nicht mehr öffentlich auf. Außerdem erhielt er 1995 für seinen gesellschaftlichen Einsatz das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Volkseigentum

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 21. May 2013

Das Volkseigentum in der DDR war Teil der kommunistischen Grundidee und eine inhaltlich umgestaltete Form des Staatseigentums und demnach Teil des Sozialstaats. Das Volkseigentum der DDR beinhaltete in den 80er Jahren etwa 98% des Produktionsvermögens. Zusammen mit dem Eigentum gesellschaftlicher Organisationen und dem genossenschaftlichen Eigentum bildete es das sozialistische Eigentum. Unter das Volkseigentum der DDR fielen so gut wie alle Naturreichtümer wie Bodenschätze und Landflächen sowie jegliches Gewerbe über Banken bis hin zur Industrie. Dem Wortlaut nach war das Volkseigentum in der DDR das Eigentum jedes einzelnen Bürgers. Rechtlich gab es hier jedoch harte Grenzen, die so weit gingen, dass das Volkseigentum der DDR nur nach staatlichen Plänen genutzt werden durfte. So konnte es nicht verliehen oder veräußert werden, jeglicher geschaffene Mehrwert ging automatisch ins Staatseigentum über und es war in besonderem Maße strafrechtlich geschützt. Durch das „Gesetz zum Schutz des Volkseigentums und anderen gesellschaftlichen Eigentums“ (VESchG) wurde jegliches entwenden von Volkseigentum der DDR mit Strafen von bis zu 25 Jahren Zuchthaus geahndet. Als Abschreckung bestrafte man sogar Kleinstdelikte mit einem Jahr Zuchthaus.

Entstehung des Volkseigentums der DDR

  1. Durch Enteignung von Faschisten, Kriegsverbrechern und Großgrundbesitzern während der Zeit der sowjetischen Besatzung.

  2. Öffentlicher Besitz von Gemeinden und Landkreisen wird in das Volkseigentum der DDR überführt.

  3. Naturreichtümer gelten als Volkseigentum (Gewässer, Bodenschätze, Wälder und Landflächen).

  4. Die Besitztümer von Republikflüchtlingen wurden entweder an Dritte veräußert oder ebenfalls in das Volkseigentum integriert.

  5. Enteignung durch staatliche Zwangsbeteiligung und andere unlautere Machenschaften, welche die Eigentümer dazu zwangen, ihren Besitz in das Volkseigentum der DDR zu übergeben.

Kritik am Volkseigentum der DDR

Das Volkseigentum wird oftmals als andere Form des Staatseigentums bezeichnet. Dies ist insoweit richtig, dass der Staat allein, jegliche Kontrolle über dieses Eigentum besaß. Zwar gehörte das Volkseigentum der DDR nach seiner Definition jedem Bürger, wer allerdings was genau damit machen durfte, wurde vom staatlichen Plan festgehalten. Die Idee, das Eigentum einzelner zum Eigentum aller zu machen, um damit dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen, entwickelte sich zu einem weiteren Werkzeug absoluter staatlicher Kontrolle.

Besatzungszonen Deutschland

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 14. May 2013

Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, welche das Ende des 2. Weltkrieges einläutete, wurden Besatzungszonen in Deutschland eingerichtet. Durch die Besatzungszonen wurde Deutschland gevierteilt, wobei jeweils eine Zone an Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion viel. Die Ostgebiete (rund ein Drittel des Staatsgebietes) wurden dabei vor der Teilung bereits direkt an Polen übergeben. Am 5. Juli 1945 wurde der Alliierte Kontrollrat in Berlin zur obersten Regierungsgewalt über alle Zonen erklärt. Obwohl Berlin in der sowjetischen der Besatzungszonen Deutschlands lag, wurde die Stadt gemeinsam von den Alliierten besetzt. Jede der Parteien organisierte ihre Zone in einer eigenen Besatzungspolitik, obwohl die verschiedenen Strategien bereits ab 1943 in der Atlantik-Charta, der Casablanca-Konferenz, der Konferenz von Teheran und der Erklärung von Jalta festgelegt wurden. Nach dem Sieg wurde sich bei der Potsdamer Konferenz am 2. August 1945 über das weitere Vorgehen innerhalb der Besatzungszonen Deutschlands beraten. Die Ziele waren die Demokratisierung, Demilitarisierung und Entnazifizierung des Landes sowie die Einrichtung eines Kontrollrates und eines Militärtribunals (Nürnberger Prozesse). Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Besatzungszonen Deutschlands aber sowohl von den Besatzern als auch den Besetzten als Provisorien gesehen. Erst später, zu Beginn des Kalten Krieges, wurde die Teilung als endgültig erachtet.

Die Wirtschaft in den Besatzungszonen Deutschlands

Die Lebensmittelversorgung war besonders in den Anfängen katastrophal. Viele Tausend Menschen starben in den ersten Wochen nach der Kapitulation an Hunger und Durst. Zwar wurden ausländische Hilfspakete geschickt, deren Einfuhr war allerdings bis zum 5. Juni 1946 verboten. Die jeweiligen Verwalter der Besatzungszonen Deutschlands verteilten Lebensmittelkarten der Kategorien I bis V abhängig von der Schwere der Arbeit, welcher man nachging. Die Rationen waren jedoch viel zu gering. Zu Beginn der Besatzungszeit fielen ebenfalls die Demontagen in den Besatzungszonen Deutschlands. Während die Sowjets die demontierten Fabriken als Reparationszahlung beschlagnahmten – die meisten Maschinen kamen ohne die wichtigsten Teile in der UdSSR an, weswegen man die Demontage frühzeitig beendete – wollen die westlichen Besatzer das Produktionsniveau auf rund 50% der Produktion des Jahres 1938 zurückschrauben. Die Demontage zur wirtschaftlichen Entmachtung des Landes ging in jeder der vier Besatzungszonen Deutschlands gleichermaßen radikal vonstatten, wodurch mit dem Ende der Demontage im Januar 1951 der Gesamtwert der demontierten Anlagen auf ca. 10,4Mrd. DM geschätzt wird. Anstelle eines wirklichen Wiederaufbaus wurde die deutsche Wirtschaft also um Jahre zurückgeworfen und mit der Direktive JCS 1067 ein wirtschaftlicher Aufschwung sogar verboten. Zwar investierten die USA im Zuge des Marshall-Plans einiges an Geld in den Wiederaufbau der westlichen Besatzungszonen Deutschlands, allerdings mussten diese Geldmengen bis zum Dreifachen zurückgezahlt werden. Dennoch wurde im Westen bereits 1950 wieder das Bruttosozialprodukt von 1936 erreicht.

Zeitzeugen der Besatzungszeit:

Karl-Heinz Piehler über den Einzug der Siegermächte in Rheinhessen:

Herrmann Glaser, ehemaliger Schul- und Kulturdezernent aus Nürnburg beschreibt die grauenvolle Nachkriegszeit:

 

 

Bildquelle: glglgl, Wikimedia Commons

Die Deutsche Frage

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 7. May 2013

Die Deutsche Frage resultierte aus immer wieder auftretenden Problemen zwischen 1806 und 1990 bezüglich der deutschen Einheit. Durch verlorene Kriege wurde Deutschland aufgeteilt bzw. schrumpfte, wodurch die Deutsche Frage durchaus berechtigt war, da niemand zu den entsprechenden Zeitpunkten wusste, wie mit Deutschland weiter verfahren werden sollte und ob es überhaupt weiter in dieser Form existieren wird. Die Zweifel an Deutschlands Bestehen waren mit der Deutschen Frage besonders während der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges sehr groß, da durch die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen (französische, sowjetische, britische und amerikanische) Unsicherheiten herrschten. Durch die allmähliche Wiedervereinigung der französischen, britischen und amerikanischen Besatzungszone zur Bundesrepublik und der Bildung der DDR im Osten schien eine vereintes Deutschland unmöglich.

 

Die Deutsche Frage in wirtschaftlicher Hinsicht

Die Deutsche Frage richtete sich ebenfalls stark auf die wirtschaftliche Stellung Deutschlands aus. Das in Besatzungszonen geteilte Deutschland war nämlich aus wirtschaftlicher Sicht stark angeschlagen. Die jeweilige Besatzungsmacht, also Frankreich, Großbritannien, USA oder Sowjetunion, musste ihre Gebiete selbst versorgen ohne mit einer benachbarten Zone kooperieren zu können. Erst am 1. Januar 1947 kam es zu der Gründung der Bizone und somit zu einem wirtschaftlichen Zusammenschluss der amerikanischen und britischen Besatzungszone. Im März 1948 schloss sich zudem die französische Besatzungszone dem Wirtschaftssystem der Bizone an, wodurch sich die Trizone bildete. Die sowjetischen Besatzer weigerten sich hingegen, dem – aus ihrer Sicht – scheinbar grauenvollen und kapitalistischen System der Nachbarzonen beizutreten und führte die Planwirtschaft fort. Dadurch entstanden zwei verschiedene Wirtschafts- und Währungssysteme in Deutschland, wodurch die Deutsche Frage abermals laut hervorschlug.

 

Besteht die Deutsche Frage immer noch?

Nein, durch die vollständige Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 gilt Die Deutsche Frage als geklärt. Deutschland erhielt mit dem Mauerfall und der Gleichstellung mit anderen Staaten in Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Europäischen Union seine Souveränität zurück. Das bedeutet, dass Deutschland ab diesem Zeitpunkt sowohl politisch als auch wirtschaftlich unabhängig von den ehemaligen Besatzungsmächten agieren kann.

Bildquelle: 52 Pickup, Wikipedia Commons

Deutscher Fernsehfunk

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 23. April 2013

Vom Fernsehzentrum zum deutschen Fernsehfunk

Am 11. Juli 1950 erfolgte der ersten Spatenstich für den Bau des Fernsehzentrums in Berlin-Adlershof. Am 20. Dezember 1951 begannen die ersten Sendeversuche, jedoch nicht für die Öffentlichkeit, da die ersten öffentlichen Fernsehgeräte erst ab Juli 1952 aufgestellt wurden. Am 21. Dezember 1952 startete das „öffentliche Versuchsprogramm“ mit zwei Sendestunden täglich nach 20:00 Uhr und gab damit den Startschuss für den deutschen Fernsehfunk. Ausgestrahlt wurde ein Grußwort und die Nachrichtensendung „Die Aktuelle Kamera“. Empfangen konnten dies in der DDR allerdings lediglich 60 Geräte. Bis 1955 wurde das Sendenetz des deutschen Fernsehfunks großflächig ausgebaut. Es gab drei Sendestudios und einen Übertragungswagen. Am 2. Januar 1956 beendet das Berliner Fernsehzentrum sein Versuchsprogramm und ab dem 3. Januar begann der deutsche Fernsehfunk (DFF) sein Programm.

Vom deutschen Fernsehfunk zum DDR-Fernsehen

Aus politischen Gründen hieß der Sender zu Beginn deutscher Fernsehfunk und nicht DDR-Fernsehen, da er das Fernsehen für ganz Deutschland sein wollte. Dieses Vorhaben schlug jedoch trotz grenznaher Sender fehl. Ende 1958 waren in der DDR über 300.000 Fernsehgeräte angemeldet, welche den deutschen Fernsehfunk empfangen konnten. Am 7. Oktober 1958 wurde das Vormittagsprogramm als Wiederholung für Spätarbeiter eingeführt und einen Tag später hatte der Abendgruß des Sandmännchens sein Debüt. Am 3. Oktober 1969 ging das 2. Programm des deutschen Fernsehfunks (DFF 2) auf Sendung. Dieses war erstmals in Farbe und leitete damit das Farbfernsehzeitalter beim deutschen Fernsehfunk ein. Durch das zweite Programm nahmen auch die Sendestunden sprunghaft zu. Produziert wurde in SECAM in bewusster Abweichung von westdeutschen PAL-System.

Jahr 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1988 1989
Sendestunden/Jahr 786 3007 3774 6.028 6.851 7.704 8.265 9.194 8.900
Durchschn. Sendestunden/Woche 15 58 73 116 132 148 159 177 171

Fernsehen der DDR

Am 11. Februar 1972 wurde der deutsche Fernsehfunk in „Fernsehen der DDR“ umbenannt. Quasi nach der Testphase mit dem deutschen Fernsehfunk entfaltete sich das Fernsehen nun endgültig zum vollwertigen politischen Werkzeug. Während dieser Zeit wurden einige neue Studios hinzugebaut und nach und nach die Abläufe optimiert. So gab es in den 70er noch eine Regie für zwei Studios, da man der Meinung war, dass nur in einem Studio produziert wird, während man im anderen die nächste Produktion vorbereitet. Auch die Technik entwickelte sich rasant weiter und wurde regelmäßig nachgerüstet. Zwar wurde bis 1989 immer noch in SECAM gesendet, allerdings war alles für einen Umstieg auf PAL ausgebaut.

Wendezeit und Abschaltung

Die politische Wende bedeutete für den deutschen Fernsehfunk erst einmal eine Entlastung. Vor allem über Politik konnte zunehmend freier berichtet werden und einige neue Programme gingen auf Sendung. Nach dem Rücktritt der SED-Parteispitze wurde der deutsche Fernsehfunk quasi komplett reformiert. Am 12. März 1990 wurde aus den Programmen DDR-F1 und DDR-F2 wieder DFF 1 und DFF 2. Nachdem bekannt wurde, dass Ost- und Westdeutschland wieder zusammengeführt werden, gestaltete sich das Fernsehprogramm regionaler und neue Korrespondentenbüros entstanden. Durch den Einigungsvertrag vom 3. Oktober 1990 verlor der deutsche Rundfunk seine Eigenständigkeit wieder und musste laut Artikel 36 bis zum 31. Dezember 1991 vollständig aufgelöst werden. Der erste Teil der Abschaltung erfolgte am 15. Dezember 1990, bei dem das Erste Deutsche Fernsehen die Senderkette des DFF 1 übernahm. Die endgültige Abschaltung erfolgte schließlich um Mitternacht des 31. Dezembers 1991.

Bericht über den Berliner Mauerfall am 9. November 1989:

 

 

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-G0301-0001-009 / CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Berlin 1989 – Wie sah es kurz vor dem Fall der Berliner Mauer aus?

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. April 2013

Noch vor dem Mauerfall sah es in Berlin recht düster aus. Familien, Freunde und Bekannte wurden durch den Bau der Mauer getrennt. Zur Zeit der DDR vergaß man diese oder trug eine große Sehnsucht in sich, versuchte die Mauern der DDR zu umgehen oder in diese zu gelangen, um sich wiederzusehen. Kein Wunder also, dass viele Fluchtversuche unternommen wurden. An den Grenzübergängen herrschte allerdings eine strenge Überwachung. Wer auf seiner Flucht erwischt wurde, musste mit dem Schlimmsten rechnen. Schließlich wurde auf Flüchtlinge sogar geschossen, wodurch eine Flucht ein heikles Unterfangen war. So flossen Träume meist dahin, da nicht jeder sein Leben aufs Spiel setzen wollte.
Cover von "Und morgen am Meer" © Ueberreuter Verlag

“Und morgen am Meer”- Flucht aus Berlin 1989

Corina Bomann erzählt in Ihrem Buch „Und morgen am Meer“ die Geschichte zweier mutiger Flüchtlinge, die mehr von der Welt sehen wollten. Milena, eine Ostberlinerin, hatte einen Traum. Sie wollte zumindest einmal in ihrem Leben das Mittelmeer sehen. Eine schier unglaubliche und unmögliche Vorstellung im Sommer 1989. Später lernte sie den Westberliner und Musiker Claudius kennen, in den sie sich verliebte. Claudius wollte ebenfalls das Meer sehen. Gemeinsam starteten sie eine Flucht ins Ungewisse. Sie riskierten ihr Leben, ungeahnt dessen, dass die Mauer am 09. November 1989 fallen würde. Ein dramatischer Ausbruch in die Freiheit, der nicht ohne Hindernisse verläuft. Haben sie es tatsächlich beide lebend geschafft?

Siebentägige Berlin-Rallye

Auf ihrer Flucht passierten die beiden verschiedene Stationen Berlins. In der am Dienstag gestarteten siebentägigen Berlin-Rallye zum Buch „Und morgen am Meer“ werden diese vorgestellt. Es gilt, die Namen von verschiedenen Orten und Gebäuden Berlins herauszufinden, die die beiden Flüchtlinge passiert haben. Mitmachen kann jeder Ratelustige und Geschichtsinteressierte auf pinterest.com. Zu gewinnen gibt es ein Exemplar des Buches „Und morgen am Meer“.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß beim Rätseln und Lesen. 

 

Bildrechte: © Ueberreuter Verlag

Der Untergang der DDR

Veröffentlicht von denise am 15. April 2013

Wirtschaftlicher Untergang der DDR

Vom Untergang der DDR spricht man, wenn man den wirtschaftlichen Untergang der DDR beschreiben will. Die starre Planwirtschaft führte zum Untergang der DDR, da die DDR es nicht geschafft hat sich im internationalen Markt als Exporteur zu etablieren. Der Untergang der DDR Wirtschaft hängt ebenso maßgeblich mit Produktionsstopps aufgrund von Ressourcenmangel und den hohen Importkosten zusammen.

Als ressourcenarmes Land war die DDR auf den Import von Lebensmitteln und Rohstoffen angewiesen. Um den Import zu finanzieren, wäre ein ebenbürtiger Export von Nöten gewesen, um den wirtschaftlichen Untergang der DDR zu verhindern. Da der Export von DDR Produkten aufgrund mangelnder Qualität schwierig war und nur geringe Gewinne erzielte, wurde der Import von Ressourcen auf ein Minimum reduziert. Das führte wiederum zu enormen Produktionsstopps, was den Untergang der DDR Wirtschaft beschleunigte, da die Produktionsstopps das Exportwarenangebot der DDR weiter einschränkten.
Die schwache Wirtschaft der DDR musste durch Beträge der Bundesrepublik Deutschland in Milliardenhöhe subventioniert werden.

 

Gesellschaftlicher Untergang der DDRDer Untergang der DDR

Zum Untergang der DDR führte jedoch hauptsächliche die Unzufriedenheit des Volkes die in den 80er Jahren stetig wuchs.Nicht nur weil sozialpolitisch nur die elementarsten Bedürfnisse erfüllt wurden und das System ökonomisch nur noch von der Substanz lebte, sondern auch durch Stellungnahmen der Regierung zu kritischen Themen. Die SED weigerte sich den Reformkurs der Sowjetunion unter Gorbatschow mitzumachen und sprach sich zu einem Weiterbestehen der Mauer für mindestens 100 Jahre aus. Das führte in der Bevölkerung zu großen Protesten wie den Leipziger „Montagsdemonstrationen“.

An der Feier des 40. Jahrestages der Republik leugnete die SED den Untergang der DDR indem sie die DDR ungeachtet der Proteste und des Widerstandes als funktionierenden Staat präsentierte. Die Proteste waren von der Staatssicherheit nicht weiter ohne Waffengewalt im Griff zu halten, wogegen sie sich weigerte. Die Proteste führten innerhalb weniger Tage zum Rücktritt der SED Parteispitze. Nach und nach fiel die Parteidiktatur der SED in sich zusammen, bis es am 9.11.1989 zum Mauerfall kam.

Den Untergang der DDR und vor allem die daraus resultierende politische Wende war eines der bedeutensten Ereignisse des letzten Jahrhunderts.

 

Bildquelle: commons.wikipedia.org Urheber: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1110-018 / Oberst Klaus


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