Veröffentlicht von dominikus am 9. April 2012
Homosexualität in der DDR war damals natürlich genau so wie in der Bundesrepublik ein kritisches Thema. Doch wurde dir Homosexualität in der DDR juristisch erstaunlicherweise viel eher emanzipiert als im Westen des Landes.
Im Dezember 1957 bestimmte das Strafrechtsergänzungsgesetz StEG die Nichtverfolgung von geringfügigen Straftaten. Dies betraf auch Homosexualität in der DDR. Ca. 10 Jahre später ersetzte der neue § 151 den 175er, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Durch die gegen Homosexualität in der DDR gerichtete Sondergesetzgebung (§ 151) lag das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Handlungen nun bei 18 Jahren. Im Westen hingegen existiere noch § 175 in seiner extremen Ausprägung. 1988 strich die Volkskammer der DDR § 151 StGB ersatzlos. Nun lag das Schutzalter von Homosexualität in der DDR wie bei Heterosexuellen bei 14 Jahren.
Staatliche Toleranz gegenüber Homosexualität in der DDR?
Die juristischen Lockerungen gegenüber Homosexualität in der DDR sollten darauf schließen lassen, dass die DDR Homosexuellen gegenüber sehr tolerant zu sein schien aber in der Realität misstraute man offensichtlich homosexuellen Frauen und Männer. Toleranz von Homosexualität in der DDR schien eine reine Heuchelei zu sein, denn mit Hilfe einer Studie vom Magdeburger Theologe Eduard Stapel belegte der “Schwulenverband in Deutschland e. V.”, dass die Stasi Tausende auf “Rosa Listen” setzte und insbesondere Schwule schikanierte und kriminalisierte. Die Verfolgung der Personen auf der besagten Liste reichten von Berufsverboten bis zu Zwangseinweisungen in psychiatrischen Kliniken. Die Dokumentation “DDR unterm Regenbogen2 zeigt diese unmenschliche Behandlung von Homosexuellen der DDR auf. Hier kommen vier Zeitzeugen zu Wort und berichten mit unterschiedlichsten Lebensläufen über ihr Leben mit der Homosexualität in der DDR.
Der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität in der DDR
Homosexuelle der DDR waren genauso wie die der Bundesrepublik alltäglichen Diskriminierungen ausgesetzt. Jedoch gab es in der DDR schon einige Cafés, Restaurants und Diskotheken, die sich inoffiziell als Homosexuellen-Treffpunkte etabliert haben. Viele Schwule trafen sich auch regelmäßig ins Parks wie zum Beispiel in Friedrichshain. Besonders die Künstlerszene in Ost-Berlin zog viele Schwulen und Lesben an. So wuchs allmählich die Akzeptanz von Homosexualität in der DDR.
Veröffentlicht von dominikus am 6. April 2012
Der Berliner Mauerfall 1989 war für die Menschen in DDR und BRD gleichermaßen ein großes Ereignis. Der Berliner Mauerfall 1989 stellte den ersten Schritt zur Wiedervereinigung von DDR und BRD dar. Mit dem Berliner Mauerfall 1989 konnten DDR-Bürger erstmals nach über 28 Jahren wieder ohne Ausreisegenehmigung und langen Kontrollen in den Westen reisen. Im Folgenden stehen die Ursachen vom Berliner Mauerfall 1989 im Vordergrund der Ausführungen.
Berliner Mauerfall 1989: Ursachen
Der Berliner Mauerfall 1989 zeichnete sich bereits zu Beginn des Jahres langsam ab. Die DDR hatte zunehmend wirtschaftliche Schwierigkeiten. Ihr großer Bruder, die Sowjetunion steckte bereits wirtschaftlich und gesellschaftlich in der Krise. Die hier eingeleiteten Reformen beeinflussten die Entwicklungen in der DDR, welche letztendlich zum Berliner Mauerfall 1989 führten. Glasnost, Perestroika und schließlich die Unterzeichnung des Wiener KSZE-Abkommens im Januar 1989 sollten der Sowjetunion und ihren Verbündeten wieder wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität bringen. Im Wiener KSZE-Abkommen verpflichtete sich auch die DDR ihren Bürgern eine Ausreise und anschließend auch eine Wiedereinreise zu erlauben. Im Sommer des Jahres vom Berliner Mauerfall 1989 versuchten tausende DDR-Bürger über die Botschaften der Bundesrepublik in Ostberlin und osteuropäischen Hauptstädten, wie Prag und Warschau, in die BRD auszureisen. Die Öffnungen der Grenzen von Ungarn und der Tschechoslowakei zu Österreich zogen ebenso einen großen Strom an Ausreisewilligen an. Die Bürger stimmten über die DDR mit ihren Füßen ab. Der Berliner Mauerfall 1989 war eine Konsequenz dieser anhaltenden Fluchtbewegung.
Der Druck der Bevölkerung auf die DDR-Regierung wuchs durch Massenkundgebungen und Proteste beständig. Längst ging es ihr nicht mehr nur um Reisefreiheit, sondern auch um freie Wahlen und die Zulassung einer Opposition. Am 6. November vor dem Berliner Mauerfall 1989 wurde ein Entwurf über das Reisegesetz vorgelegt, der allerdings nur wenig Anklang fand. Am 9. November erfolgte daher der Entwurf eines neuen Reisegesetzes, welches noch am gleichen Abend veröffentlicht werden sollte.
Berliner Mauerfall 1989: Ereignisse
Am Abend des 9. Novembers 1989 verkündete Gänter Schabowski auf einer Pressekonferenz,dass alle Grenzübergange der DDR zur BRD zur ständigen Ausreise geöffnet seien. Ein Journalist fragte nach, ab wann diese Regelung in Kraft treten würde. Schabowski antwortete daraufhin, dass die Regelung ab sofort gültig sei. Da die Pressekonferenz im Fernsehen und Radio übertragen wurde, verbreitete sich die Nachricht von der offenen Grenze sehr schnell. Tausende Menschen strömten kurz darauf an die Mauer und forderten eine unverzügliche Öffnung der Übergänge. Der Grenzübergang Bornholmer Straße wurde um 21:20 als erstes geöffnet. Bereits um Mitternacht waren alle Grenzübergänge in Berlin zum freien Passieren freigegeben. Die Öffnung aller Grenzübergänge wurde symbolisch zum Berliner Mauerfall 1989.
Veröffentlicht von dominikus am 2. April 2012
Die Todesopfer an der Berliner Mauer werden auch als Mauertote bezeichnet. Die Todesopfer an der Berliner Mauer sind alle die Menschen, die zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 ihr Leben an der Grenze verloren. Zu der Anzahl der Todesopfer an der Berliner Mauer gibt es unterschiedliche Schätzungen.
Todesopfer an der Berliner Mauer: Geschichte
Das erste Todesopfer an der Berliner Mauer wurde bereits neun Tage nach dem Mauerbau registriert. Bei dem Opfer handelt es sich um Ida Siekmann. Sie erlag ihren Verletzungen, die sie sich bei ihrem Sprung in den Westen aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Bernauer Straße zuzog. Der Transportpolizist Günter Litfin war das erste Todesopfer an der Berliner Mauer, dass durch den Schuss eines Grenzsoldaten getötet wurde. Er starb elf Tage nach dem Mauerbau. Fünf Tage danach gab es bereits das nächste Todesopfer, welches durch Waffengewalt umkam. Insgesamt gab es mindestens 106 Todesopfer an der Berliner Mauer, davon verloren mehr als die Hälfte in den ersten fünf Jahren nach dem Mauerbau ihr Leben.
Todesopfer an der Berliner Mauer: Wer waren die Opfer?
98 Todesopfer an der Berliner Mauer stammten aus der DDR. Sie unternahmen den Fluchtversuch oft spontan und standen dabei unter Alkoholeinfluss. Hinzu kommen Westdeutsche und ein österreicher, die sich zu dicht an die Grenze begaben. Die meisten Personen waren männlich und gehörten mit rund 30 Jahren mehrheitlich zur jüngeren Generation in der DDR. Auch Kinder und Jugendliche kamen an der Grenze ums Leben. Ebenso wurden einige Grenzsoldaten von flüchtenden Kameraden oder von anderen Flüchtigen erschossen.Als Todesopfer an der Berliner Mauer werden manchmal auch die Personen bezeichnet, die während der Grenzkontrollen eines natürlichen Todes verstarben. Die Zahl dieser Personen beläuft sich auf rund 250. Durch den erhöhten Stress während der Grenzkontrollen erlitten die meisten von ihnen einen Herzinfarkt. Die Todesursache ist bei den meisten Personen geklärt, jedoch konnten bei einigen der Todesopfer an der Berliner Mauer die genauen Umstände ihres Todes bis heute nicht ermittelt werden.
Veröffentlicht von dominikus am 23. November 2011
Peter Keup sprach im Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Herne vor 80 Schülern über sein Leben und seine DDR Flucht. Die Schüler hören gebannt dem Zeitzeugen zu, der Stasi-Gefangener war und dessen DDR Flucht scheiterte.
Die DDR Flucht von Peter Keup
Das Interesse an der Teilnahme des Zeitzeugen-Gesprächs war enorm. Es mussten 80 Schüler ausgelost werden, weil das Interesse so gross war und der Unterrichtsraum zu klein. Peter Keup bereitete seine DDR Flucht vor, indem er sich 80 D-Mark in die Kleidung einnähte, um dann über die Tschechoslowakei und Ungarn nach Österreich zu reisen. Auf Fragen der Schüler, wie vielen Leuten er in seinem DDR Flucht Plan eingeweiht hätte, gab Herr Keup zurück, dass es nur seine Mutter und seine Freundin wussten. Er konnte es sonst niemanden sagen, weil sie alle wegen Mitwisserschaft an einer DDR Flucht dran gewesen wären.
Wie es zur DDR Flucht von Peter Keup kam
Heute ist Peter Keup 53 Jahre alt. Vom Mauerbau hatte er als Kind wenig wahrgenommen, aber er hat viel von seiner Jugend in der DDR in Radebeul bei Dresden zu berichten. Er sprach von seinem Schulalltag und dem Jeans-Verbot. Vor allem schilderte er, wie er das ganze System immer weniger aushalten konnte und von einer DDR Flucht träumte, zu der er sich letztendlich entschloss. Peter Keup war damals Profitänzer in der Nationalmannschaft der DDR. Der Staat ließ ihn nicht dort tanzen, wo er wollte. Als ihm eine Teilnahme an einem Turnier in Österreich untersagt wurde, war für ihn die DDR Flucht eine unumgängliche Sache.
Das Scheitern der DDR Flucht
Peter Keup wurde an der Grenze zur Tschechoslowakei festgenommen. Zwei Tage lang wurde er von der Stasi verhört. Die Vernehmung wurde so unerträglich, dass Keup schließlich die DDR Flucht gestand. Er saß neun Monate in Haft, teilweise auch isoliert. Letztlich kaufte ihn die Bundesrepublik Deutschland für 40 000 Mark frei. Peter Keup wurde 1982 aus dem Gefängnis entlassen und konnte in die BRD nach Essen ausreisen. Das Ende einer DDR Flucht, die eine interessante Geschichte für einen Film hätte sein können.
Foto: flickr, mueritz
Veröffentlicht von dominikus am 5. November 2011
Die Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen galt als eines der gefürchtetsten Gefängnisse in der DDR. Heute werden in der Gedenkstätte Führungen von Zeitzeugen angeboten. Dieses Zeitzeugen Projekt wird nicht überall wohlwollend aufgenommen.
Reichen die Schilderungen von Zeitzeugen?
Ein wissenschaftlich fundiertes DDR-Bild kann man von den Schilderungen von Zeitzeugen nicht erwarten, meint der Potsdamer DDR-Historiker Jürgen Angelow. Dies ist ein Grundproblem der Oral-History. Der Leiter der Gedenkstätte Hubertus Knabe gibt zu Verstehen, dass die Schilderungen von Zeitzeugen nicht ausreichen. Deshalb gibt es in der Gedenkstätte eine ständige Dokumentation, die wissenschaftliche Basisinformationen liefert. Das Konzept des Einbeziehens von Zeitzeugen in die Gedenkstätte zahlt sich aus, was die jährlich wachsenden Besucherzahlen zeigen.
Zeitzeugen in der Aufarbeitung der DDR Geschichte
Der Stasi-Unterlagen-Beauftragte der Bundesregierung und Zeitzeuge Roland Jahn war in der DDR als Oppositioneller in Hohenschönhausen inhaftiert. Die Haftanstalt wurde in den 90er Jahren in eine Gedenkstätte umgewandelt. Das Besondere ist, dass ehemalige Häftlinge die Besucher durch die Räume führen. Sie erzählen den Besuchern ihre Geschichte der Inhaftierung. Roland Jahn findet das gut. Er hält die Verfolgung in der DDR für noch noch nicht aufgearbeitet. Wichtig ist außerdem, dass die Zeitzeugen, indem sie von Ihren Erlebnissen erzählen, ihre eigene Geschichte aufarbeiten und sie sich von der Seele reden können.
Der Zeitzeuge Jürgen Litfin
Der Zeitzeuge Jürgen Litfin ist der Bruder des ersten Maueropfers Günter Litfin an der deutsch-deutschen Grenze 1961. Er hat ein Buch über die Verfolgung durch die Kommunisten geschrieben und es wird ihm vorgeworfen, eine sehr subjektive und ungenaue Darstellung der Geschehnisse von sich zu geben. Die Geschichte seines Bruders kann man auch im Mauerparkmuseum in einer wissenschaftlich aufgearbeiteten Version nachlesen. Zeitzeugen, die Opfer der Verfolgung durch die Staatssicherheit in der DDR wurden, werden immer älter und immer weniger. Es stellt sich die Frage nach der Wichtigkeit von Zeitzeugen in der Aufarbeitung der DDR-Geschichte.
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Foto: flickr, LucidLama
Veröffentlicht von dominikus am 28. October 2011
Erich Honecker war ein deutscher Politiker. Er war Kommunist und bis kurz vor dem Zusammenbruch der DDR Staatsratsvorsitzender.
Die frühen Jahre des Erich Honecker
Erich Honecker wurde 1912 in Neunkirchen an der Saar geboren. Er wurde schon im Alter von 10 Jahren Mitglied er Kommunistischen Kindergruppe in Wiebelskirchen. Nach der Schulzeit fand Erich Honecker nicht sofort einen Ausbildungsplatz und arbeitete zwei Jahre lang bei einem Bauern in Pommern. Seine anschließend begonnene Lehre als Dachdecker brach er aber, als er vom KJVD zum Studium an der Internationalen Lenin-Schule der Kommunistischen Jugendinternationale nach Moskau gerufen wurde.
Erich Honecker und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Als das Saargebiet 1935 dem Deutschen Reich angeschlossen wurde, floh der Anschlussgegner Erich Honecker zunächst nach Frankreich. Er kam jedoch kurz darauf unter dem Decknamen ‘Marten Tjaden’ wieder nach Berlin zurück. Er arbeitete im Widerstand mit dem KPD-Funktionär Herbert Wehner zusammen. Erich Honecker wurde im Dezember 1935 von der Gestapo verhaftet, im Gefängnis Moabit in Untersuchungshaft festgehalten und 1937 zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 6. März 1945 gelang Erich Honecker bei einem Bombenangriff die Flucht.
Nachkriegszeit und Karriere in der DDR
Nach dem Krieg folgte Erich Honecker der Gruppe Ulbricht und wurde im Jahr 1946 nach dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD Mitglied der SED. Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen in Verbindung mit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 schlug sich Erich Honecker offen auf die Seite von Walter Ulbricht, den die Mehr heit des Politbüros zu stürzen versuchte. Er wurde Sicherheitssekretär und war maßgeblich am Bau der Berliner Mauer beteiligt. Als Walter Ulbricht von Leonid Brechnew zum Rücktritt gezwungen wurde, trat Erich Honecker am 3. Mai 1971 dessen Nachfolge an. Als die größten außenpolitischen und diplomatischen Erfolge Erich Honeckers gelten die Aufnahme der DDR als Vollmitglied in die UNO und der Grundlagenvertrag mit der BRD. Obwohl die DDR in den 80er Jahren mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, genoss Erich Honecker vermehrt internationale Anerkennung, insbesondere durch seinen Besuch in der BRD am 7. September 1987.
Krankheit und Rücktritt Erich Honeckers
Erich Honecker war mit der Perestroika Politik Gorbatschows und der Öffnung zum Westen hin nicht einverstanden. Außerdem plagte ihn ein vermeindliches Krebsleiden. Das Politbüro versuchte ihn zum Rücktritt zu bewegen. Im Oktober 1989 wurde dann öffentlich der Rücktritt Erich Honeckers aus gesundheitlichen Gründen verkündet.
Erich Honecker starb 1994 im Exil in Chile, wohin er floh, nachdem er mit Haftbefehl wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze gesucht wurde.
Foto: flickr, Abode of Chaos
Veröffentlicht von dominikus am 21. October 2011
In der Sendung Heimatjournal vom rrb werden regelmäßig Kieze in Berlin, Landschaften in Brandenburg und deren Bewohner und Zeitzeugen vorgestellt. In nächsten Sendung besuchen die rbb-Journalisten die Frieling-Autorin und Zeitzeugin Brigitte Marquardt.
Zeitzeugen-Spurensuche in der Meisenstraße in Berlin-Dahlem
"Berlin-Dahlem, Meisenstraße, Leute hier und nebenan" wird die Sendung am 22. Oktober 2011 heißen und diesen Berliner Bezirk in Augenschein nehmen. Es werden in der Sendung besondere Orte und interessante Persönlichkeiten vorgestellt. Die Jounalistin Carla Kniestedt wird mit der Kunsthistorikerin, Zeitzeugin und Autorin Dr. Brigitte Marquardt sprechen. Der Zeitzeugenbericht von Frau Marquardt, welcher im Frieling-Verlag Berlin erschien, heißt "Berlin-Dahlem Meisenstraße". Er gab der Sendung ihren Namen.
Ein Zeitzeugen-Bericht aus dem vornehmen Bezirk Dahlem
Als Zeitzeuge verbrachte Brigitte Marquardt eine glückliche Kindheit im großbürgerlichen Elternhaus in der Meisenstraße in Dahlem. In der Nazizeit wird diese Idylle abrupt beendet. Wegen ihrer Äußerungen zum versuchten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wird ihr ein Hochverratsverfahren gemacht. Nach der entscheidenden Schlacht um Berlin wurde das elterliche Haus erst von russischen und danach von der amerikanischen Militärverwaltung in Beschlag genommen. In dem spannenden Zeitzeugenbericht beschreibt sie das Zusammenleben mit der Familie und amerikanischen Besatzungsoffizieren. Brigitte Maquardt gründete selbst eine Familie. Ihr Mann arbeitete sich zu einer bedeutenden Position in einem deutschen Unternehmen empor. Die Memoiren Brigitte Marquardts sind eine bewegendes Zeitzeugen-Dokument einer starken jungen Berlinerin.
Prof. Ingo von Münch über den interessanten Zeitzeugen-Bericht
"Was das Buch zu etwas Besonderem macht, ist †“ abgesehen von dem originalen Tagebuch vom Frühjahr 1945, das die Besetzung Dahlems durch die Russen schildert †“ der Bericht von dem Hochverratsverfahren, das sich das junge Mädchen durch unbedachte Äußerungen nach dem Attentat auf Hitler zuzieht. Durch Bestechung gelingt es den Eltern, den zuständigen Gestapo-Beamten zur Niederschlagung des Verfahrens zu veranlassen. Auch die Requirierung des elterlichen Hauses durch die Amerikaner sowie das jahrelange Zusammenleben mit fünf amerikanischen Offizieren sind farbig und interessant dargestellt."
Zeitzeugen im rrb-Heimatjournal
Die Sendung ‘Berlin-Dahlem, Meisenstraße, Leute hier und nebenan’ wird wird am Samstag, den 22. Oktober 2011 um 19:00 Uhr ausgestrahlt.
Bild: flickr, Thomas Lautenschlag
Veröffentlicht von dominikus am 19. October 2011
Zum Leben Walter Ulbrichts
Walter Ulbricht wurde am 30. Juni 1893 in Leipzig geboren. Er war von Beruf Tischler und trat schon im Jahr 1908 dem Arbeiterjugendbildungsverein Alt-Leipzig bei. 1912 wurde er Mitglied der SPD. Er war Soldat im Ersten Weltkrieg und diente an der Ost- und Westfront. Nach dem Ende des Krieges kehrte Walter Ulbricht nach Leipzig zurück und nahm 1919 an der Gründung der KPD teil. Für diese Partei saß er in den Jahren 1926 bis 1929 im sächsischen Landtag. Ab 1929 war er politischer Leiter des KPD-Bezirks Berlin-Brandenburg-Lausitz-Grenzmark. Während des Dritten Reichs führte Walter Ulbricht die Arbeit in der KPD in der Illegalität weiter, weswegen er nach Paris flüchten musste, da er steckbrieflich gesucht wurde. Er unterstützte jedoch nicht den Widerstand. Statt dem ‘englischen Imperialismus’, wie er es nannte, zum Sieg zu verhelfen, verteidigte er den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt. Nach einer Station in Paris zog Walter Ulbricht 1938 nach Moskau, wo er ab 1941 für das deutschsprachige Programm bei Radio Moskau arbeitete. Bei seiner Betreuung im Kriegsgefangenenlager versuchte er Deutsche Soldaten für den Aufbau eines Deutschen Staates im Sinne der KPD zu gewinnen. In Stalingrad forderte Walter Ulbricht deutsche Soldaten über ein Megaphon zur Kapitulation auf.
Walter Ulbricht und der Aufbau der DDR
Walter Ulbricht kehrte Ende April 1945 ins zerstörte Deutschland zurück. Er war nun Chef der Gruppe ‘Ulbricht’ und organisierte die Gründung der KPD neu. Außerdem organisierte er den
‘Vereinigungsparteitag’ von KPD und SPD in der Sowjetischen Besatzungszone. Im Jahr 1950 wurde Walter Ulbricht zum Generalsekretär des ZK der SED ernannt und wurde in dieser Position 1953 als Erster Sekretär des ZK der SED umbenannt. Walter Ulbricht galt als der Prototyp des Stalinisten. Nach dem Tode Stalins war seine Position jedoch zeitweise stark gefährdet. Nichtsdestotrotz festigte sich seine Position und er wurde im Jahr 1960 nach dem Tode Wilhelm Piecks Präsident der DDR. Dem Historiker Stefan Alisch zufolge besaß Walter Ulbricht die Machtfülle eines Diktators.
Die Entmachtung Walter Ulbrichts
Walter Ulbricht erhoffte sich von einer Entspannungspolitik mit der BRD wirtschaftliche Vorteile für die DDR. Die Mehrheit der Mitglieder des Politbüros teilte diese Meinung nicht und daher wurde Ulbrichts Position geschwächt. Da er die DDR als ein Vorbild für die Verwirklichung des Sozialismus für andere Ostblockstaaten sah, wurde er von der Sowjetführung stark kritisiert. Bei einem letzten Besuch in Moskau zum 24. Parteitag der KpdSU machte ihm Brechnew klar, dass er mit keiner Unterstützung von Sowjetischer Seite mehr rechnen könne. Er legte einen Rücktritt nahe. Die tat Walter Ulbricht dann auch am 3. Mai 1971 aus ‘gesundheitlichen Gründen’. Sein Nachfolger wurde Erich Honecker. Walter Ulbricht starb 1973 während der 10. Weltfestspiele der Jugend im Gästehaus der Regierung der DDR am Döllnsee.
Bild: Wikimedia Commons
Veröffentlicht von dominikus am 20. April 2011
Der Frieling-Verlag vermeldet als Initiator des Zeitzeugenpreises 2011 auch in diesem Jahr eine rege Beteiligung. Unter dem Motto “Ich bin (k)ein Berliner/Brandenburger – Geschichten vom Leben und Ankommen” rief der Verleger Dr. Johann-Friedrich Huffmann die Berliner und Brandenburger wiederholt zum Schreibwettbewerb auf. Der Berliner Verlag freut sich über den großen Zuspruch und die zahlreichen Einsendungen. Circa 100 Beiträge ganz unterschiedlicher Menschen und Geschichten erreichten die Redaktion des Frieling-Verlags und zeigen die vielseitigen Schicksale der Einwohner Berlins und Brandenburgs. Die Zahl der eingegangenen Wettbewerbsbeiträgen zeigt nicht nur die lebendige Kultur in der Region, sondern auch das Bedürfnis der Menschen Geschichte zu schreiben und ihre Erinnerungen schriftlich zu überliefern. So stellen die Einsendungen eindrückliche Dokumente der Lebensqualität sowie den Wandel in der Region dar.
Wie der Verlag auf der Homepage vermeldet, geht es in vielen Beiträgen um Lebensgeschichten, die einen ganz persönlichen Einblick in das Leben der Berliner und Brandenburger geben. Von der Kindheit im Berlin der Kriegs- und Nachkriegszeit oder kleinen brandenburgischen Dörfern, gehören Familiengeschichten und Schicksale zwischen Ost und West zu den Themen. Aber auch alltägliche Eindrücke gaben den Autoren und Autorinnen Anlass zur Reflektion, wie die Erlebnisse auf einer S-Bahn-Fahrt auf der Transitstrecke zwischen Ost- und West-Berlin oder ein Umzug von Jüterbog in den Ostteil der jetztigen Hauptstadt. Wie das Motto des Zeitzeugenpreises verlautete, berichten die Menschen von der Vielfalt im Leben und Ankommen in der Region Berlin und Brandenburg. Sie erzählen aus ihrer persönlichen Sicht im Kontext mit geschichtlichen Ereignissen, was das Besondere am Leben in dieser Region ausmacht. Ob Zugezogene, Berliner Urgestein oder Weggezogene, die aus der Distanz berichten – sie alle tragen mit ihrem Bericht unter verschiedenen historischen Aspekten zur Vielfalt der Zeitgeschichte bei und liefern wertvolle Zeitdokumente.
Wer den Zeitzeugenpreis 2011 erhalten wird, bleibt unter der Vielzahl an Einsendungen spannend und wird am 22. Juni bei der Preisverleihung im Roten Rathaus verkündet werden. Nach einem Festakt werden die besten Beiträge mit weiteren Arbeiten in einer Anthologie veröffentlicht, die im Frieling-Verlag erscheinen wird.
Veröffentlicht von dominikus am 21. February 2011
Seit Donnerstag, den 17. Februar 2011, zeigt die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauerstraße eine einzigartige Fotodokumentation des Fotografen Hans W. Mende. In seiner "Grenzbegehung" betitelten Ausstellung zeigt Mende seinen Blick auf ein Berlin, das heute aus dem Blickfeld und aus dem Stadtbild gänzlich verschwunden ist. Der Fotograf beging 1978 den Raum entlang der Grenze und hielt präzise und in großen Formaten die verschiedenen Eindrücke sowie die Lebenswelt an der Berliner Mauer fest. Diese damaligen Aufnahmen stellt er seinen Fotografien von 1989/1990 gegenüber, die bei seinem erneuten 160 km langen Rundgang den bei der Grenzöffnung neu entstandenen Stadtraum zwischen Ost- und West-Berlin dokumentieren. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel der früheren Motive entsteht ein einzigartiges und lebendiges Zeitdokument bewegter Stadtgeschichte.
Die Fotoausstellung "Grenzbegehung" kann bis zum 05. Juni 2011 im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer kostenfrei besichtigt werden. Die Öffnungszeiten der Gedenkstätte und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

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