Der Mauerfall

Veröffentlicht von dominikus am 26. November 2011

Am 9. November jährte sich zum 22. mal der Mauerfall. Die Berliner Mauer wurde im Jahr 1961 errichtet und diente als Grenzbefestigungssystem, das alle drei Westsektoren Berlins umschloss und diese von Ostberlin und der gesamten DDR abriegelte.

MauerfallDer Mauerfall im Jahre 1989

In der Nacht vom Donnerstag den 9. November bis Freitag, den 10. November 1989 fand der Mauerfall statt. Bereits im Oktober fanden die Vorbereitungen zu einer Art kontrolliertem Mauerfall von Seiten der DDR Regierung statt. Es gab am 29. Oktober ein Gespräch zwischen dem damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin Walter Momper, Ost-Berlins SED-Chef Günter Schabowski und dem Oberbürgermeister von Ost-Berlin, Erhard Krack. Es wurden Vorbereitungen für einen Mauerfall im Dezember 1989 getroffen. Massenkundgebungen in der Wendezeit und die Forderung nach Reisefreiheit in der DDR führten zum Mauerfall. Ein weiterer Grund war die anhaltende Republikflucht großer Bevölkerungsteile der DDR über das Ausland in die BRD. Dies geschah teils über die Botschaften verschiedener osteuropäischer Hauptstädte, wie Prag und Warschau und teilweise über Ungarn, das seit dem 11. September 1989 seine Grenzen zu Österreich geöffnet hatte.

Vor dem Mauerfall

Die Berliner Mauer ergänzte im Jahr 1961 die 1378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze zwischen der DDR und BRD. Die innerdeutsche Grenze wurde bereits mehr als neun Jahre vorher befestigt, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Sie wurde als “antifaschistischer Schutzwalle” bezeichnet. Dieser Begriff wurde von Horst Sindermann geprägt. Bis zum Mauerfall sollte sie die Flucht aus der DDR, die als ungesetzlicher Grenzübertritt unter Strafe stand, verhindern. Die Berliner Mauer stellte außerdem ein Symbol des Kalten Kriegs zwischen den Westmächten unter der Leitung der USA und dem Ostblock unter der Leitung der Sowjetunion dar. Sie trennte vom 13. August 1961 bis zum Mauerfall 1989 das Stadtgebiet Groß-Berlin in die zwei Hälften West-Berlin und Ost-Berlin. Vor dem Mauerfall war Ost-Berlin die Hauptstadt der DDR.

Nach dem Mauerfall durften West-Berliner und Bundesbürger am 24.Dezember 1989 ab 0:00 Uhr zum ersten mal ohne Visa in die DDR reisen.

Foto: flickr, zumpe

Erich Honecker

Veröffentlicht von dominikus am 28. October 2011

Erich Honecker war ein deutscher Politiker. Er war Kommunist und bis kurz vor dem Zusammenbruch der DDR Staatsratsvorsitzender.

Die frühen Jahre des Erich Honecker

Erich HoneckerErich Honecker wurde 1912 in Neunkirchen an der Saar geboren. Er wurde schon im Alter von 10 Jahren Mitglied er Kommunistischen Kindergruppe in Wiebelskirchen. Nach der Schulzeit fand Erich Honecker nicht sofort einen Ausbildungsplatz und arbeitete zwei Jahre lang bei einem Bauern in Pommern. Seine anschließend begonnene Lehre als Dachdecker brach er aber, als er vom KJVD zum Studium an der Internationalen Lenin-Schule der Kommunistischen Jugendinternationale nach Moskau gerufen wurde.

Erich Honecker und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Als das Saargebiet 1935 dem Deutschen Reich angeschlossen wurde, floh der Anschlussgegner Erich Honecker zunächst nach Frankreich. Er kam jedoch kurz darauf unter dem Decknamen ‘Marten Tjaden’ wieder nach Berlin zurück. Er arbeitete im Widerstand mit dem KPD-Funktionär Herbert Wehner zusammen. Erich Honecker wurde im Dezember 1935 von der Gestapo verhaftet, im Gefängnis Moabit in Untersuchungshaft festgehalten und 1937 zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 6. März 1945 gelang Erich Honecker bei einem Bombenangriff die Flucht.

Nachkriegszeit und Karriere in der DDR

Nach dem Krieg folgte Erich Honecker der Gruppe Ulbricht und wurde im Jahr 1946 nach dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD Mitglied der SED. Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen in Verbindung mit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 schlug sich Erich Honecker offen auf die Seite von Walter Ulbricht, den die Mehr heit des Politbüros zu stürzen versuchte. Er wurde Sicherheitssekretär und war maßgeblich am Bau der Berliner Mauer beteiligt. Als Walter Ulbricht von Leonid Brechnew zum Rücktritt gezwungen wurde, trat Erich Honecker am 3. Mai 1971 dessen Nachfolge an. Als die größten außenpolitischen und diplomatischen Erfolge Erich Honeckers gelten die Aufnahme der DDR als Vollmitglied in die UNO und der Grundlagenvertrag mit der BRD. Obwohl die DDR in den 80er Jahren mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, genoss Erich Honecker vermehrt internationale Anerkennung, insbesondere durch seinen Besuch in der BRD am 7. September 1987.

Krankheit und Rücktritt Erich Honeckers

Erich Honecker war mit der Perestroika Politik Gorbatschows und der Öffnung zum Westen hin nicht einverstanden. Außerdem plagte ihn ein vermeindliches Krebsleiden. Das Politbüro versuchte ihn zum Rücktritt zu bewegen. Im Oktober 1989 wurde dann öffentlich der Rücktritt Erich Honeckers aus gesundheitlichen Gründen verkündet.

Erich Honecker starb 1994 im Exil in Chile, wohin er floh, nachdem er mit Haftbefehl wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze gesucht wurde.

Foto: flickr, Abode of Chaos

 

Der Aufstand des 17. Juni 1953

Veröffentlicht von dominikus am 12. October 2011

In den Tagen um den 17. Juni 1953 kam es in der DDR an über 400 Orten und ca. 600 Betrieben zu einem Aufstand, an dem sich über eine halbe Million Menschen beteiligten.

Die Ursachen des Volksaufstands am 17. Juni 1953

17. Juni 1953Unter der Führung des SED-Generalsekretärs Walter Ulbricht wurde auf der zweiten Parteikonferenz der SED im Jahr vor dem 17. Juni 1953 unter großem Applaus der Delegierten der Aufbau des Sozialismus verkündet. Nach sowjetischem Vorbild wurden die Industrie und schließlich die ganze Gesellschaft verstaatlicht. Dies hatte dramatische Folgen, die letztlich zum Aufstand vom 17. Juni 1953 führten. Dies stürzte die DDR in eine schwierige Ernährungskrise und die industrielle Produktion ging zurück. Die Bevölkerung reagierte mit Protesten und Republikflucht, wie es die SED Regierung betitelte. Einen Monat vor dem 17. Juni 1953 verabschiedete die SED-Führung ein Gesetz zur Erhöhung der Arbeitsnormen um 10,3 Prozent.

Moskau und der 17. Juni 1953

In Moskau nahm man die Krise in der DDR vor dem 17. Juni 1953 mit Besorgnis wahr und reagierte damit, das Politbüro der SED zu einem neuen Kurs zu zwingen. Noch eine Woche vor dem 17. Juni 1953 versprach die SED Regierung enteignete Betriebe zurückzugeben und die Versorgung zu verbessern. Die Erhöhung der Arbeitsnormen wurde jedoch beibehalten.

Die Tage um den 17. Juni 1953

Die Arbeiterschaft war erbost und fühlte sich bestraft. Zwei Tage vor dem 17. Juni 1953 kam es auf Ostberliner Großbaustellen zu Protesten. Abgesehen von der Rücknahme der Normenerhöhung ging es bald auch um eine Wiedervereinigung Deutschlands, die Absetzung Ulbrichts und freie Wahlen. Die Proteste griffen bis zum 17. Juni 1953 auf die gesamte DDR über. Die Erhebung wurde vom sowjetischen Militär und der Volkspolizei blutig niedergeschlagen. Genauer Zahlen über die Opfer sind nicht bekannt. Im Westen wurde der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als Freiheitswillen der DDR Bevölkerung angesehen und am 4. August 1953 wurde der 17. Juni per Gesetz in der BRD als ‘Tag der Deutschen Einheit‘ zum nationalen Gedenktag erhoben.

 

 

Bild: flickr, swarve

Die Erinnerungskultur

Veröffentlicht von dominikus am 5. October 2011

Als Erinnerungskultur bezeichnet man die Umgangsformen einer Gesellschaft oder Gruppe damit, Teile der Vergangenheit im Bewusstsein zu halten.. Es wird zwischen einer privaten und öffentlichen Erinnerungskultur unterschieden.

Wie drückt sich eine Erinnerungskultur aus?

Die Erinnerungskultur drückt sich weniger in der Darstellung objektiven historischen Wissens, als vielmehr durch kollektive und subjektive Wahrnehmungen historischer Zusammenhänge aus. Gesellschaftliche Zusammenhänge und Probleme haben einen Einfluss auf die Erinnerungskultur. Familienalben und Ahnenforschung sind ein Beispiel für eine private Erinnerungskultur. Von der Politik wir sie oft instrumentalisiert. Hier wird zum Beispiel bei einem Regimewechsel die Deutung historischer Ereignisse verändert.
Eine weiterer Bereich sind die Rekonstruktion, Konservierung und Restaurierung von Gebäuden und historischen Objekten. Internationale Förderung wird hier vom Welterbe der UNESCO betrieben.

Beispiele der Erinnerungskultur

In vielen Ländern, wie Österreich und Deutschland stellen Völkermorde einen zentralen Aspekt der Erinnerungskultur dar.
Die Erinnerungen an die Kulturrevolution, der Sino-Japanische Krieg und die Neuerfindung des Konfuzianismus sind drei Beispiele Chinesischer Erinnerungskultur. Die Revolution 1789 in Frankreich ist ein weiteres Beispiel.
Für Deutschland ist die Zeit der Deutschen Teilung sehr wichtig, weshalb an diese Zeit auch immer wieder erinnert werden soll.

Zusammenhang zwischen Zeitzeugen und Erinnerungskultur

Zur Formung eines kollektiven Gedächtnisses und zur Identitätsbildung kommt den Zeitzeugen in der Erinnerungskultur eine große Bedeutung zu. Die Frage ist, wie werden Bildungseinrichtungen vorgehen, wenn die Zeitzeugen nicht mehr zur Verfügung stehen. Wie wird man der dritten Generation von Nachgeborenen eine angemessene Erinnerungskultur bieten? Die Aufzeichnung von Zeitzeugeninterviews hilft hier. Auch das Internet und die fortschreitende Digitalisierung kann Geschichte in neuer Form begreifbar machen. Zeitzeugen wurde in den letzten Jahren ein beachtliches mediales Interesse entgegengebracht.

Erinnerungskultur auf internationaler Ebene

Der Politisierung kann durch den Aufbau einer gemeinsamen internationalen Erinnerungskultur entgegengewirkt werden. Die Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland stellt hier ein gutes Beispiel dar. In beiden Ländern muss eine schmerzhafte gemeinsame Vergangenheit aufgearbeitet werden, um die heutigen Beziehungen zu festigen.

Foto: flickr ShemuelLevi

Zeitzeugenpreis 2011 †“ Preisverleihung am Mittwoch, den 22. Juni

Veröffentlicht von dominikus am 20. June 2011

In zwei Tagen ist es soweit!                                                                                                                                                                                                                                                  Dann werden die Gewinner des Zeitzeugenpreises 2011 bekannt gegeben.

Im Jahr 2005 vom Verleger des Frieling Verlags Berlin, Dr. Johann-Friedrich Huffmann, initiiert und in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft Klaus Wowereits und Matthias Platzecks stehend, gab es auch in diesem Jahr wieder eine bunte Fülle von Einsendungen.

An dem Schreibwettbewerb  zum Thema "Ich bin (k)ein Berliner/Brandenburger" haben sich mehr als 100 Autoren beteiligt, von denen die besten am kommenden Mittwoch zu Preisträgern gekürt werden sollen.

Die Intention des Frieling Verlages ist es, mit dem Zeitzeugenpreis der Erinnerungskultur in Berlin und Brandenburg zu neuen Impulsen zu verhelfen und so die kulturelle Vielfalt der Region zu bewahren und aufrechtzuerhalten.

Dabei wurden die Autoren nicht in ein enges Kostüm von Vorgaben gezwängt, sondern konnten in jeglicher Stilform von eigenen Eindrücken und Erfahrungen berichten, die sie in Berlin und Brandenburg erlebt haben und denen sie Ausdruck verleihen mochten. Die eingesandten Beiträge können als Gedächtnisstütze und als Zeugnis vom Leben in Berlin und Brandenburg gelten.

Im letzten Jahr hatte der Beitrag von Monika Restetzki aus Berlin: "Mein Freitagsverhältnis (über die Begegnungen mit einer alten Dame im Seniorenheim)" die meiste Zustimmung bei der Jury gefunden, im Jahr zuvor war es Kira von Moers, die ebenfalls in Berlin beheimatet ist. Ihr Beitrag zum Zeitzeugenpreis 2009 trägt den Titel: "50 Meter vor und 49 zurück (Behutsame Annäherung einer Frau aus Berlin-West an die Menschen aus Berlin-Ost)".

Man darf gespannt sein, welches Werk in diesem Jahr mit dem Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet werden wird. Neben den Preisträgern werden noch weitere Beiträge in einer Anthologie des Frieling Verlags veröffentlicht werden.

Die Preisverleihung wird um 19:30h im großen Saal des Berliner Rathauses stattfinden.

Die Festveranstaltung des Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg 2011 mit einer Ansprache  von André Schmitz, Staatssekretär für Kultur beim Senat von Berlin, und den Lesungen der Autoren der Siegerbeiträge ist öffentlich und der Eintritt kostenlos.

Bildquelle: www.zeitzeugenpreis.de

Zeitzeugen führen durch Berliner Ausstellung über die Nachkriegszeit

Veröffentlicht von dominikus am 17. May 2011

Das International Forum For Visual Dialogues, C/O Berlin, zeigt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek Dresden vom 7. Mai bis 26. Juni 2011 eine beeindruckende Fotoausstellung mit 120 Fotos aus dem Gesamtwerk von Fritz Eschen. Die Ausstellung “Berlin unterm Notdach” zeigt detailliert, wie der Fotograf Fritz Eschen das zerstörte Berlin der Nachkriegszeit dokumentierte. Entrümmerung und Wiederaufbau, Kriegsversehrte und Arbeitende gehören ebenso zu seinen Motiven wie spielende Kinder – die eigentlichen Herren der Stadt. Ohne Pathos und Dogmatismus zeigt Fritz Eschen mit unspektakulären aber eindrücklichen Motiven ein Berlin, das wie Phönix aus der Asche wiederaufersteht. Seine Fotografien stellen als zeithistorische Dokumente ein Berlin dar, wie es heute fast vergessen ist. Er erkundet das öffentliche Berlin ohne einen Bereich auszulassen. Abgeholzter Tiergarten, zerbombte Gedächtniskirche und die Ruinenlandschaft des Nicolai-Viertels zählen zu seinen Motiven.

Eschen zeigt ein Nachkriegsberlin der Gegensätze – zwischen Arbeitslosigkeit und sozialem Elend, Handel und Schwarzmarkt, Besatzern und Besiegten, aber auch das Aufblühen des kulturellen Lebens mit seinen Flaneuren, Künstlern und Liebenden.

Die beeindruckende Fotoausstellung von Fritz Eschen ist im Postfuhramt, Oranienburger Straße 35/36 in Berlin-Mitte zu sehen. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog im Lehmstedt Verlag. Als weitere Besonderheit wird es in Zusammenarbeit mit CultureTouch eine App geben, die den heutigen Zustand der Orte mit weiteren historischen Hintergrundinformationen zeigen wird.

Die Ausstellung wird an bestimmten Tagen durch eine spezielle Führung durch Zeitzeugen begleitet, die Ihre ganz persönlichen Einblicke in das Berlin der Nachkriegsjahre geben können. Dabei sind z.B. der Regisseur und Publizist Wolfgang Kohlhaase, der Anwalt und Sohn von Fritz Eschen Klaus Eschen und der ehemalige Intendant von DeutschlandRadio Ernst Elitz. Die Termine der Führungen finden Sie auf der Homepage von C/O Berlin.

 

 

Rege Beteiligung beim Zeitzeugenpreis 2011

Veröffentlicht von dominikus am 20. April 2011

Der Frieling-Verlag vermeldet als Initiator des Zeitzeugenpreises 2011 auch in diesem Jahr eine rege Beteiligung. Unter dem Motto “Ich bin (k)ein Berliner/BrandenburgerGeschichten vom Leben und Ankommen” rief der Verleger Dr. Johann-Friedrich Huffmann die Berliner und Brandenburger wiederholt zum Schreibwettbewerb auf. Der Berliner Verlag freut sich über den großen Zuspruch und die zahlreichen Einsendungen. Circa 100 Beiträge ganz unterschiedlicher Menschen und Geschichten erreichten die Redaktion des Frieling-Verlags und zeigen die vielseitigen Schicksale der Einwohner Berlins und Brandenburgs. Die Zahl der eingegangenen Wettbewerbsbeiträgen zeigt nicht nur die lebendige Kultur in der Region, sondern auch das Bedürfnis der Menschen Geschichte zu schreiben und ihre Erinnerungen schriftlich zu überliefern. So stellen die Einsendungen eindrückliche Dokumente der Lebensqualität sowie den Wandel in der Region dar.

Frieling-VerlagWie der Verlag auf der Homepage vermeldet, geht es in vielen Beiträgen um Lebensgeschichten, die einen ganz persönlichen Einblick in das Leben der Berliner und Brandenburger geben. Von der Kindheit im Berlin der Kriegs- und Nachkriegszeit oder kleinen brandenburgischen Dörfern, gehören Familiengeschichten und Schicksale zwischen Ost und West zu den Themen. Aber auch alltägliche Eindrücke gaben den Autoren und Autorinnen Anlass zur Reflektion, wie die Erlebnisse auf einer S-Bahn-Fahrt auf der Transitstrecke zwischen Ost- und West-Berlin oder ein Umzug von Jüterbog in den Ostteil der jetztigen Hauptstadt. Wie das Motto des Zeitzeugenpreises verlautete, berichten die Menschen von der Vielfalt im Leben und Ankommen in der Region Berlin und Brandenburg. Sie erzählen aus ihrer persönlichen Sicht im Kontext mit geschichtlichen Ereignissen, was das Besondere am Leben in dieser Region ausmacht. Ob Zugezogene, Berliner Urgestein oder Weggezogene, die aus der Distanz berichten – sie alle tragen mit ihrem Bericht unter verschiedenen historischen Aspekten zur Vielfalt der Zeitgeschichte bei und liefern wertvolle Zeitdokumente.

Wer den Zeitzeugenpreis 2011 erhalten wird, bleibt unter der Vielzahl an Einsendungen spannend und wird am 22. Juni bei der Preisverleihung im Roten Rathaus verkündet werden. Nach einem Festakt werden die besten Beiträge mit weiteren Arbeiten in einer Anthologie veröffentlicht, die im Frieling-Verlag erscheinen wird.

 

 

Paar-Biografie als wertvolles Zeitzeugnis beim Frieling-Verlag erschienen

Veröffentlicht von dominikus am 9. March 2011

Der traditionsreiche Frieling-Verlag in Berlin ermöglicht Autoren in seiner Reihe Zeitzeugen beim Frieling-Verlag die eigene Autobiografie als wichtiges Zeitdokument und wertvolle Erinnerung in einem Buch festzuhalten.

Die Möglichkeit haben auch Hans und Helga Storck ergriffen, die auf ein langes ereignisreiches Leben als Zeitzeugen des geteilten Deutschlands zurückblicken können. Ihre Biografie "Die Straße unseres Lebens †“ Augenblicke und Chancen zwischen Industriegesellschaft, Kirche und Familie" ist jetzt im Frieling-Verlag erschienen. Darin schildern beide aus der jeweils eigenen Sicht in einer wechselseitigen Rückschau auf ihr Leben die Erinnerungen eines engagierten Pfarrers und seiner vielseitig aktiven Ehefrau.

Hans Storck setzte sich an der Sozialakademie Friedewald, als Landessozialpfarrer in Kurhessen-Waldeck und als Leiter der evangelischen Akademie Loccum für die Mitbestimmung der Fabrikarbeiter sowie angemessene Arbeitsbedingungen in Industrie und Wirtschaft ein. Seine Frau Helga Storck unterstütze ihn dabei mit wachem Geist und hielt die Familie zusammen.
Besonders durch die wilden Erlebnisse als Superintendent im geteilten Berlin gewinnt diese Biografie ihre Bedeutung als einzigartiges Zeitzeugnis und spannende Lebensrückschau eines Paares im geteilten Deutschland.

Weitere Informationen über die Zeitzeugen-Reihe finden Sie auf der Homepage vom Frieling-Verlag Berlin. Dort können Sie die Biografie sowie weitere Zeitzeugen-Literatur bestellen.

Kurt Tucholsky: Kritischer Beobachter des faschistischen Deutschlands

Veröffentlicht von dominikus am 8. March 2011

“Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!”



Kurt Tucholsky in Paris, 1928 (Bildquelle: Sonja Thomassen via Wikimedia Commons)

Kurt Tucholsky

(09.01.1890, Berlin-Moabit †“ 21. 12. 1935, Hindas)

Zum Leben:

Kurt Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 als ältester Sohn des jüdischen Kaufmanns Alex Tucholsky und Doris Tucholsky in Berlin-Moabit geboren. Da der Vater 1905 früh stirbt, hinterließ er der Familie ein beträchliches Erbe. Das ermöglichte Tucholsky eine gute Schulausbildung ohne finanzielle Sorgen. Schön früh veröffentlichte er satirische Texte in der Satirezeitschrift Ulk. Nach dem Abitur begann er ein Jura-Studium in Berlin und vertiefte sein Interesse an der Schriftstellerei.

1912 veröffentlichte Kurt Tucholsky seine erste Erzählung "Rheinsberg †“ ein Bilderbuch für Verliebte", die er zusammen mit einem Freund auf dem Berliner Kudamm verkaufte. Zum Buch reichte er einen Schaps †“ das zeigte schon früh seinen besonderen Humor. Im Jahr 1913 brach er seine juristische Ausbildung ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sein Engagement bei der Theaterzeitschrift "Die Schaubühne" (später "Die Weltbühne") sollte ab diesem Zeitpunkt sein ganzes Leben andauern, obwohl er die Promotion später noch nachholte.

Seine Erfahrungen als Alarmierungsoldat an der Ostfront im Ersten Weltkrieg prägten sein journalistisches Engagement und machten ihn zum überzeugten Pazifisten und Militarismus-Gegner. In dieser Zeit trat er zum protestantischen Glauben über, nachdem er vorher aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten war.

Als politischer Autor veröffentlichte er nach der Rückkehr aus dem Krieg unter mehreren berühmten Pseudonymen zahlreiche Beiträge zu verschiedensten Themen als Chefredakteur der Satirezeitschrift “Ulk” sowie in der “Weltbühne”. In dieser Zeit heiratet er seine erste Ehefrau, die Ärztin Else Weil, von der er 1924 wieder geschieden wurde. Nach schwerer Depression und aus finanziellen Gründen wendete er sich von der Schriftstellerei ab und ging in die Wirtschaft. Wenige Monate nach seiner Scheidung heiratet er seine Kriegbekanntschaft Mary Gerold, mit der er einige Jahre im französischen Ausland lebt. Als kritischer Autor und Journalist bemüht er sich um das Verhältnis von Deutschland und Frankreichm während er besorgt von außen die Entwicklungen in seiner deutschen Heimat beobachtet und kommentiert.

1928 trennt er sich nach vielen Belastungen von seiner zweiten Frau und geht mit Lisa Matthias, die er vorher schon kennenlernte, nach Schweden. Hier verbringt er die letzten Jahre seines Lebens im Exil auf Gripsholm und wendet sich mehr und mehr von der Schriftstellerei ab. Er hatte versucht gegen das Hitler-Deutschland anzuschreiben, mit dem Ergebnis, dass 1933 seine Bücher in Deutschland verboten wurden und ihm die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Daher bemühte er sich am Ende seines Lebens um die schwedische Staatsbürgerschaft, die er nicht mehr erlangen sollte: Im Winter 1935 starb er an einer Überdosis Schlaftabletten in Hindas (Schweden).

Zum Werk:

Kurt Tucholsky widmete sich als politischer Schriftsteller und Zeitzeuge der Weimarer Republik folgenden Hauptthemen: einem wilhelminischen Ungeist und der Kriegsverherrlichung der meisten Offiziere, den politischen Morden an linken und linksliberalen Politikern und Publizisten wie Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Walther Rathenau sowie einer Unfähigkeit mancher demokratischer Politiker, die Weimarer Republik gegen ihre Feinde zu verteidigen. Er veröffentlichte unter den Pseudonymen Ignaz Wrobel, Peter Panter, Theobald Tiger und Kaspar Hauser zahlreiche regelmäßige Beiträge in der "Schaubühne" und dem "Ulk".

Neben diesen journalistischen und essayistischen Texten verfasste er Kabarett-, Liedtexte und 1919 die Gedichtesammlung "Fromme Gesänge".Während seiner Auslandsaufenthalte entstanden Reisebeschreibungen wie "Ein Pyrenäenbuch" und die Textesammlung "Mit 5 PS" sowie "Das Lächeln der Mona Lisa". Seine heiteren Erfahrungen während des Sommers 1929 auf Schloss Gripsholm spiegeln sich im gleichnamigen bekannten Kurzroman "Schloss Gripsholm" wieder. Im gleichen Jahr veröffentlichte er jedoch sein gesellschaftskritisches Werk "Deutschland, Deutschland über alles", worin er mit scharfer Zunge der Wut auf seine Heimat freien Lauf lässt.

Nach diesen beiden Veröffentlichungen zog sich Kurt Tucholsky resigniert und enttäuscht über die politischen Entwicklungen in Deutschland bis zu seinem Tode aus der Schriftstellerei zurück.

Weitere Links zu Kurt Tucholsky:

–> die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft

–> der Kurt-Tucholsky-Blog

–> das Kurt-Tucholsky-Museum

*Bild: Kurt Tucholsky in Paris, 1928 (Bildquelle: Sonja Thomassen via Wikimedia Commons)

Brigitte Marquardt – Vom Leben in einer großbürgerlichen Familie

Veröffentlicht von dominikus am 2. March 2011

“Wer nicht unter einem Terrorregime gelebt hat, kann sich kaum vorstellen, was meine Familie und ich in dieser Zeit an Ängsten ausstanden.”

 

Brigitte Marquardt

(* 15.03. 1927 Berlin-Dahlem)

Zum Leben:

Brigitte Marquardt wächst 1927 in einer großbürgerlichen Familie im vornehmen Berliner Bezirk Dahlem auf. In der ereignisreichen Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erlebt Sie in ihrem begüterten Elternhaus zunächst eine glückliche Kindheit. In den turbulenten Jahren während der Machtübernahme des Hitler-Regimes reift Brigitte Marquardt zu einer verantwortungsvollen jungen Frau heran, die mit ihrer Familie die Schrecken der Kriegsjahre übersteht.

Ihre Jugend gipfelt in einem Hochverratsverfahren, das aufgrund einer Denunziation gegen die junge Studentin angestrengt wird. Brigitte Marquardt traute sich, öffentlich ihr Bedauern über das gescheiterte Hitler-Attentat im Juli 1944 zu äußern. Aus diesem Ereignis entkam sie mit einem blauen Auge. Sie erlebt 1945 unmittelbar die Schlacht um Berlin sowie die Besatzungszeit aus nächster Nähe. Nach den Wirren des Krieges wird die Familienvilla zunächst durch die russische und danach durch die amerikanische Militärverwaltung beschlagnahmt. So lebt ihre Familie in der Nachkriegszeit jahrelang zusammen mit amerikanischen Besatzungsoffizieren auf engstem Raum.

Brigitte Marquardt lebt heute als promovierte Historikerin und Diplom-Wirtschaftsingenieurin in Bochum. Sie ist seit 1952 verheiratet und hat drei Töchter. Ihr Ehemann fing nach dem Krieg klein an und avancierte später zum Vorstandsvorsitzenden der Aral AG.

Zum Werk:

In ihrem bewegenden Zeitdokument "Berlin-Dahlem, Meisenstraße †“ Vom Leben in einer grossbürgerlichen Familie", erschienen im Frieling-Verlag Berlin, schildert Brigitte Marquardt freimütig ihr Leben als Entwicklungsgeschichte einer starken und jungen Berlinerin. Sie verknüpft in ihrer lebendigen Erzählung eine spannende und persönliche Familiengeschichte mit zeitgeschichtlichen Ereignissen und dem Schicksal der eigenen Eltern und Großeltern. Weiterhin veröffentlichte sie als Historikerin zwei Standard-Werke zur Geschichte des deutschen Schmucks – "Schmuck. Klassizismus und Biedermeier 1780-1850" und "Schmuck. Realismus und Historismus 1850-1895" erschienen im Deutschen Kunstverlag. Zu diesem Thema organisierte sie mehrere Ausstellungen im Schmuckmuseum Pforzheim.

Weitere Links zu Brigitte Marquardt:

- Ihre Memoiren im Frieling-Verlag Berlin: "Berlin-Dahlem, Meisenstraße”

- Ihre Schmuck-Bücher bei Amazon


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