Zeitzeugen Biographien

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 29. July 2012

Zeitzeugen Biographien von Widerstandskämpfern

Zeitzeugen Biographien, wie die von Margarete Hänel, sind besonders im Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus sehr interessant. Hänel kam 1902 in Hamborn zur Welt, wo sie sich bereits vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gegen die ersten Keime des Nationalsozialismus engagierte. Zeitzeugen Biographien beschreiben, wie diese Frau 1942-43 auch half, die KPD in Moers rechtswidrig wieder ins Leben zu rufen. Auch stand sie in Verbindung mit dem Widerstandszentrum in Du-Neudorf. Zeitzeugen Biographien beschreiben auch, wie sie 1945 in Ravensbrück getötet wurde.

Andere Zeitzeugen Biographien, wie die von Elfriede Kruse, drehen sich um die Inhaftierung eines Familienmitglieds, hier der Schwester Martha Hadinsky. 1960 verfasste Kruse einen Brief, um die Ungerechtigkeit dieser Maßnahme anzuprangern. Sie kritisierte, dass derartige Gerichtsprozesse komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet stattfanden. Am 27.8.1959 war ihre Schwester zu einer 14-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Zeitzeugen Biographien wie ihre zeigen, dass viele es aufgrund ihrer kommunistischen Einstellung als ihre Verpflichtung ansahen, sich gegen die Aufstockung der Atomwaffen, die Fortführung des Kalten Krieges zu engagieren und stattdessen globale Abrüstung und friedliche Diskussion zu fordern. Diese Meinung teilten viele Professoren und wichtige Leute im öffentlichen Leben ebenfalls und brachten es durch mahnende Ansprachen oder Proteste zum Ausdruck.

Die Zeitzeugen Biographie von Gertrud Lemnitz beschreibt, wie sie zwischen 1930 und 33 Sekretariatsdienste für die KPD Duisburg-Hamborn erledigte. 1933 half sie bei den Widerstandsbemühungen des KJVD Jugendverbandes gegen den Faschismus. Neben ihrer Tätigkeit als Kassenwart war sie Teilnehmer verdeckter Zeltausflüge und Treffen mit politischer Agenda. Auch unterstützte sie Inhaftierte und verfasste rechtswidrige Dokumente. Bemerkenswert ist bei Zeitzeugen Biographien wie dieser, dass Lemnitz trotz Inhaftierung durch die Gestapo von September bis November 1933 ihre Widerstandstätigkeiten nicht aufgab.

Zeitzeugen BiographienHerta Niederhellmann war SAP-Anhängerin, ihre Brüder waren Nationalsozialisten. Die Duisburger Büroangestellte wurde zusammen mit ihrem Freund Eberhard Brünen Mitglied der 1931 ins Leben gerufenen SAP. 1933 entließ die Stadt Herta aufgrund ihrer politischen Gesinnung. Zudem wurde sie nach dem Vorwurf, sie habe ihrem Verlobten zur Flucht verholfen, als Geisel der Gestapo inhaftiert und in das KZ Brauweiler gebracht. Zeitzeugen Biographien wie die ihrige erstaunen den Leser damit, dass Menschen wie Herta sich dennoch daraufhin wieder im Untergrund betätigten.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-H1215-503-009 / CC-BY-SA, Wikipedia

Charles de Gaulle

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. November 2011

Charles de Gaulle

Charles de Gaulle war ein französischer Staatsmann, der im Zweiten Weltkrieg den Widerstand des ‘Freien Frankreich’ gegen die deutsche Besatzung führte. Die französische Politik wurde durch die, auf Charles de Gaulle zurückgehende, Ideologie des Gaullismus beeinflusst.

Die Herkunft Charles de Gaulles

Charles de Gaulle wuchs in Lille auf. Er wurde am 22. November 1890 dort geboren. Sein Elternhaus war katholisch-konservativ, jedoch gleichzeitig sozial fortschrittlich und intellektuell. Sein Vater war Lehrer an verschiedenen Privatschulen. Die Familie unterstützte den, aus antisemitischen Gründen verurteilten, Alfred Dreyfus und distanzierte sich von reaktionär-nationalistischen Kreisen. Ab 1908 besuche Charles de Gaulle die Militärschule Saint-Cyr, die er 1912 mit Diplom und Ernennung zum Leutnant verließ. Er trat der französischen Armee bei.

Charles de Gaulle im Ersten Weltkrieg

Charles de Gaulle wurde im Ersten Weltkrieg zweimal verwundet und in der Schlacht um Verdun in deutsche Kriegsgefangenschaft genommen. Charles de Gaulles fünf Fluchtversuche scheiterten aufgrund seiner, für damalige Verhältnisse außergewöhnlichen, Körpergröße von 1,95 Metern und er wurde nach Waffenstillstand im November 1918 entlassen.

Charles de Gaulle im Zweiten Weltkrieg

Als Oberst im Zweiten Weltkrieg war Charles de Gaulle der erste und einzige befehlshabende Offizier, dem es gelang, bei der deutschen Invasion die Deutschen zu einem Rückzug zu zwingen. Von den meisten Franzosen wurde die Vichy-Regierung akzeptiert. Charles de Gaulles ‘Freies Frankreich’ eroberte jedoch das Vichy-Regime erfolgreich und bildete einen Freiwilligenverband von 20.000 Mann. Dies machte damals einen erheblichen Teil des Truppenkontingents aus. De Gaulle fasste 1943 in Algier Fuß und schuf das französische Komitee für die nationale Befreiung (CFLN). 1944 nahm das CFLN den Namen Gouvernement provisoire de la République Francaise (GPRF) an. Am 25. August 1944 zog das GPRF in das befreite Paris ein.

Charles de Gaulle als Präsident der Republik

Am 21. Dezember 1958 wurde Charles de Gaulle mit 78 % der Stimmen in indirekter Wahl zum Präsidenten der Republik gewählt. Er übernahm das Amt am 8. Januar 1959 und ergriff einschneidende Maßnahmen, das Land zu revitalisieren, nicht zu Letzt mit der Einführung des neuen Franc, der 100 alten Francs entsprach. Charles de Gaulle trat am 28. April 1969 von seinem Amt zurück und starb am 9. November 1970 in Colombey-les-Deux-Eglises.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F015892-0010 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA, Wikipedia

Winston Churchill

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. November 2011

Winston Churchill

Sir Winston Churchill wurde am 30. November 1874 in Woodstock (England) geboren. Er war zweimal Premierminister von Großbritannien und führte das Land durch den Zweiten Weltkrieg. Er gilt als der bedeutendste britische Politiker des 20. Jahrhunderts.

Die frühen Jahre Winston Churchills

Winston Churchill wurde im Schloss seines Großvaters, Blenheim Palace, geboren. Seine Eltern waren ein britischer Politiker und eine amerikanische Militärstochter. Winston Churchill besuchte von 1881 bis 1892 die englischen Eliteschulen in Ascot, Harrow und Brighton. Nach der Schulzeit ging er zur Armee, wo er sich jedoch nicht wohlfühlte. Er erwarb ohne besondere Schulbildung profunde literarische Bildung und sollte Zeit seines Lebens als Buchautor und Journalist tätig sein, was Winston Churchill letztendlich den Nobelpreis für Literatur einbrachte.

Die politische Karriere von Winston Churchill

Nach seiner Rückkehr aus dem Burenkrieg im Jahr 1899 zog Winston Churchill als Konservativer (Tory) ins britische Parlament ein und trat 1904 zu den Liberalen über. Im Ersten Weltkrieg bestimmte Winston Churchill als Marineminister die Politik Großbritanniens entscheidend mit.

Winston Churchill und der Zweite Weltkrieg

Am 10. Mai 1940 wurde Winston Churchill Premierminister von Großbritannien und bildete ein Allparteiensystem. Seine erste große Herausforderung bewältigte er, indem er das geschlagene britische Expeditionskorps aus Dünkirchen abzog und eine deutsche Invasion verhinderte. Im Januar 1943 traf sich Winston Churchill mit Roosevelt auf der Konferenz von Casablanca und legte mit dem amerikanischen Präsidenten eine gemeinsame Kriegsstrategie fest, in welcher die Niederwerfung Deutschlands Vorrang vor dem Krieg gegen Japan haben sollte.

Winston Churchills Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg

Auf der Potsdamer Konferenz am 17. Juli 1945 besprach Winston Churchill mit Harry S. Truman und Stalin das weitere Vorgehen in Deutschland und die noch andauernden Kämpfe gegen Japan. Während der Potsdamer Konferenz wurde Winston Churchill vom bisherigen Stellvertreter Clement Attlee als Premierminister abgelöst. Von 1951 bis 1955 wurde er noch einmal zum Premierminister gewählt, jedoch verlief diese zweite Amtszeit weitgehend unspektakulär. Nach seinem Rücktritt im Jahr 1955 lebte Winston Churchill noch zehn Jahre in Zurückgezogenheit. Er starb am 24. Januar 1965 im Alter von 91 Jahren.

Wannseekonferenz

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 12. November 2011

Wannseekonferenz

15 führende Vertreter des Nazi Regimes trafen sich am 20. Januar 1942 zur Wannseekonferenz. Es sollte unter dem Vorsitz des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich der begonnene Holocaust an den Juden im Detail organisiert werden. Es wurde nicht, wie allgemein vermutet, der Holocaust beschlossen, denn die schon seit Monaten ausgeführten Massenmorde an Juden waren schon lange eine beschlossene Sache. Vielmehr ging es darum, die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas in den Osten zu organisieren. Es wurden auf der Wannseekonferenz die Zeitpunkte weiterer Massenmorde geplant. Dafür wurden die vorgesehenen Opfergruppen genauer eingegrenzt.

Das Gebäude der Wannseekonferenz als Gedenkstätte

Schon im Jahr 1966 wurde die Idee, das Haus der Wannseekonferenz als Dokumentationszentrum zu nutzen, besprochen. Der Historiker Joseph Wulf gründete damals einen Verein zur Erforschung des Nationalsozialismus. Lange blieb der Plan für eine Gedenkstätte umstritten. Erst im Jahr 1988 begann die Rekonstruktion der Villa der Wannseekonferenz nach denkmalschützerischen Gesichtspunkten. Im Jahr 1992 wurde dann die Gedenkstätte “Haus der Wannseekonferenz” eröffnet.

Die Vorgeschichte der Wannseekonferenz

Adolf Hitler hatte schon in seinem Buch “Mein Kampf” Ideen, die auf die Ausrottung der Juden hinzielten. Zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie war Antisemitismus. In einer Rede im Reichstag drei Jahre vor der Wannseekonferenz kündigte Hitler zum ersten Mal die Vernichtung der jüdischen Rasse für den Kriegsfall an. Als die Deutschen 1941 Russland überfielen, wurden von mehreren NS-Funktionären Äußerungen laut, die auf einen geplanten Völkermord hinwiesen. Man geht davon aus, dass die Entscheidung zum Holocaust ca. drei Monate vor der Wannseekonferenz gefällt wurde.

Das Protokoll der Wannseekonferenz

Eichmann erstellte nach einer Stenografie ein Protokoll der Wannseekonferenz, das von Müller und Heydrich überarbeitet wurde und in 30 Kopien als “Geheime Reichssache” an die Teilnehmer der Wannseekonferenz bzw. ihre Dienststellen geschickt wurde. Es wurde bisher nur das 16. Exemplar vom Konferenzteilnehmer Martin Luther gefunden. Es wurde in Geheimakten des Auswärtigen Amtes während der Vorbereitungen für die Nürnberger Prozesse entdeckt. Das Protokoll der Wannseekonferenz gilt, obwohl hier noch kein Gesamtplan für die Endlösung vorlag, als das Schlüsseldokument für die Organisation des Völkermords.

Bildquelle: Clemensfranz, Wikipedia

Die Reichskristallnacht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. November 2011

Die Reichskristallnacht

Als Reichskristallnacht werden die Novemberpogrome vom 8./9. 11. 1938 bezeichnet. Man spricht auch von der (Reichs-)Pogromnacht. “Reichskristallnacht” wurde ursprünglich vom Berliner Volksmund verwendet (so auch Zeitzeuge Adolf Arndt (SPD)) – in Bezug auf das viele zerbrochene Glas und Kristall in Synagogen und jüdischen Geschäften. Dieses Wort, eigentlich in sich distanzierender und kritisierender Bewertung verwendet, wurde später (Wilhelm Börger) von den Nationalsozialisten propagandistisch entfremdet. Man versteht darunter vom nationalsozialistischen Regime organisierte und durchgeführte Gewaltmaßnahmen im November 1938 gegen Juden im Deutschen Reich. In den Tagen zwischen dem 7. und 13. November 1938 wurden ca. 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Dabei wurden mehr als 1400 Synagogen, Versammlungsräume, Wohnungen, Geschäfte und jüdische Friedhöfe zerstört. Der nationalsozialistische Terror breitete sich immer weiter aus.

Was führte zur Reichskristallnacht?

Die Reichskristallnacht wurde von der NS-Propaganda als eine Reaktion spontanen Volkszorns auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten durch einen Juden dargestellt. Doch tatsächlich war es der Beginn der Zwangsenteignung jüdischen Besitztums zur Finanzierung der deutschen Aufrüstung. Der Zeitpunkt der Reichskristallnacht hing eng mit Hitlers Kriegsplänen zusammen.

Vorzeichen für die Reichskristallnacht

Der Leiter des Zentralbüros für die Ansiedlung der Juden aus Deutschland in Jerusalem, Georg Landauer, erwähnte in einem Brief vom 8. Februar 1938 an einen anderen zionistischen Funktionär, dass es in Deutschland in naher Zukunft Pläne für ein dramatisches Pogrom gäbe. Er berief sich dabei auf eine private, verlässliche Quelle. Im Juni 1938 wurden jüdische Geschäftsinhaber in Berlin angewiesen, ihre Namen in weißen Buchstaben am Schaufenster anzubringen. Dies erleichterte die Zerstörung in der Reichskristallnacht. Ab dem Sommer 1938 mussten Juden Kennkarten mit den Zweitnamen “Sara” (Frauen) und “Israel” (Männer) bei sich tragen und ab dem 5. Oktober ein rotes “J” in ihre Sonderausweise stempeln lassen. Dies erleichterte eine schnelle Deportation. Bis zum Oktober wurden die drei größten deutschen Konzentrationslager in Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen als Vorbereitung für die Reichskristallnacht ausgebaut.

Die Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938

Bei einem Essen im Alten Rathaus in München erfuhr Hitler vom Attentat auf den Diplomaten in Paris, ein willkommener Vorwand für die Reichskristallnacht. Er besprach sich sofort mit Goebbels, der beim Essen anwesend war. Dieser gab um 22 Uhr die Nachricht den versammelten Partei- und SA-Führern bekannt. Er bezeichnete das Attentat als jüdische Weltverschwörung und lobte die “spontanen” judenfeindlichen Aktionen im Reich, bei denen auch Synagogen in Brand gesteckt wurden. Dies wurde von den anwesenden SA-Führern und Gauleitern als Aufforderung zum organisierten Handeln gegen jüdische Einrichtungen verstanden und leitete die Reichskristallnacht ein.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 102-14468 / CC-BY-SA, Wikipedia


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