DDR Stasi

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 30. May 2012

Die DDR Stasi oder das Ministerium für Staatssicherheit diente insbesondere als Überwachungs- und Unterdrückungsinstrument der SED. Bei der DDR Stasi handelte es sich um den Inlands-, aber auch Auslandsgeheimdienst und ein Instrument zur Verfolgung politischer Straftaten. Die Mittel der DDR Stasi zum Machterhalt waren Überwachung, Einschüchterung, Terror und die sogenannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker. Das MfS als die DDR Stasi wurde am 8. Februar 1950 gegründet.

Mitarbeiter der DDR Stasi

DDR Stasi - WappenDie Mitarbeiterzahl der DDR Stasi wurde kontinuierlich ausgebaut. Zu Beginn waren es insgesamt nur 1.150 feste Mitarbeiter und bis zum Schluss der DDR waren es tatsächlich 91.015. Zuletzt kam ein hauptamtlicher Mitarbeiter auf eine Einwohnerzahl von 180. Somit stellt die DDR Stasi bis heute den größten geheimdienstlichen Apparat der Weltgeschichte dar. Das MfS wurde als „Schild und Schwert der Partei“ bezeichnet. So waren die Mitarbeiter der DDR Stasi fast ausnahmslos Mitglieder der SED. Andere waren zumindest noch in der „Kandidatenphase“ zur SED-Mitgliedschaft. Personen mit NS-Vergangenheit war das Arbeiten bei der Stasi nicht gestattet. Mitarbeitern, die dies verschwiegen, wurde sofortig gekündigt.

Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern der DDR Stasi gab es zudem inoffizielle Mitarbeiter, deren größte Ausdehnung ca. 200.000 Menschen umfasste. Die genaue Anzahl der inoffiziellen Mitarbeiter kann nur den noch vorhandenen Akten entnommen werden. Da viele Akten jedoch bereits vernichtet wurden, kann keine genaue Angabe mehr gemacht werden.

Einsicht in die Akten der DDR Stasi

Viele Zeitzeugen der DDR haben noch großes Interesse an den Akten der Stasi. Schließlich enthalten die Schriftstücke teilweise ziemlich private Details über die beschatteten Personen. Leider ist die Einsicht der Stasi Akten mit persönlichem finanziellem Aufwand verbunden. Dazu muss ein Antragsformular ausgefüllt werden, das unter anderem im Internet erhältlich ist. Einzureichen ist es beim Bundesbeauftragten direkt in Berlin. Es kann sehr hilfreich sein, den Beamten zu erläutern, durch welche besonderen Ereignisse man interessant für die Stasi gewesen sein könnte, sodass diese gezielter nach Informationen in dem riesigen DDR Stasi Archiv nachsehen können.

Bild 1: Wikipedia;  jgaray

Zeitzeugen Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. May 2012

Die Zeitzeugen Berlin haben unter Anderem den gesamten Mauerbau und Mauerfall erlebt, können davon erzählen, wie sie von ihrer Familie im Westen getrennt wurden oder vertraute Menschen durch Fluchtversuche verloren haben. Einige Zeitzeugen Berlin können von ihrer erfolgreichen Flucht berichten oder kennen welche, denen dieses gefährliche Unterfangen gelang. Andere Zeitzeugen Berlin haben die Geschichte von der Westseite erlebt. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Zeitzeugen Berlin sind und teilweise ihre Erlebnisse an Andere weitergeben können.

Zeitzeugencafé – Direktes Gespräch mit Zeitzeugen Berlin

Zeitzeugen BerlinDas Zeitzeugencafé im Restaurant Grenzfall in der Ackerstraße von Berlin ist ein Projekt, bei dem an sechs Sonntagen im Frühjahr und Herbst Zeitzeugen Berlin bei Kaffee und Kuchen von Erinnerungen an die damalige Zeit berichten. Klaus Abraham und Dietrich Webner waren beide Mitarbeiter der West-Feuerwehr und waren so unmittelbar Zeugen von diversen Fluchtversuchen aus der DDR. Besucher haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Zeitzeugen Berlin ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung mit den Zeitzeugen Berlin gestaltet sich kostenfrei, sowie barrierefrei und richtet sich an alle Interessierten, unabhängig vom Alter, an Touristen oder an direkte Bewohner Berlins. Das ganze wird in einer Dokumentation festgehalten, die man sich online als Podcast anschauen kann.

Die Zeitzeugenbörse findet Zeitzeugen Berlin

Ganz einfach kann man als Lehrer, Schüler, Journalist oder Ähnliches Zeitzeugen der DDR-Geschichte oder auch andere geschichtsträchtige Ereignisse der Vergangenheit für Projekte gewinnen. Dazu muss man lediglich eine eMail an das Team, mit dem gewünschten Themenschwerpunkt, schicken und die suchen letztlich aus 180 Zeitzeugen die passenden heraus. Das einzige an Kosten, was somit auf einen zukommt, sind lediglich Fahrtkosten für den jeweiligen Zeitzeugen. Am häufigsten wird der Dienst der Zeitzeugenbörse von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt, besonders um jüngeren Menschen den Zugang zur Geschichte Deutschlands durch Zeitzeugen Berlin zu erleichtern.

Bild: flickr, Wolf-Ulf Wulfrolf

Gedächtnis der Nation

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 11. May 2012

Gedächtnis der Nation ist ein Verein, der 2006 von den Initiatoren Guido Knopp und Hans-Ulrich Jörges gegründet wurde. Gedächtnis der Nation soll Zeitzeugenberichte in Bezug auf die bedeutende Geschichte Deutschlands für zukünftige Generationen zugänglich machen. Gedächtnis der Nation sieht die filmische Aufbereitung von Zeitzeugenerinnerungen als durchaus bedeutsame, gesellschaftliche und kulturelle Aufgabe. Das Projektteam von Gedächtnis der Nation ist dafür zuständig, die Geschichten historisch einzuordnen und neue Geschichten hinzuzufügen. Mit dem Jahrhundertbus, einem mobilen Filmstudio, reist das Team von Gedächtnis der Nation durch Deutschland, um neue Zeitzeugenberichte einzufangen. Das Team besteht aus Historikern, Kommunikationswissenschaftlern und Journalisten.

 

Volles Maß an Interaktivität bei Gedächtnis der Nation

Gedächtnis der NationDa es sich bei Gedächtnis der Nation um Zeitzeugen handelt, die ihre persönlichen Erlebnisse aus der Zeit der Nachwelt bereitstellen und somit auch die Geschichte etwas greifbarer zu machen, steht der Verein natürlich auch für große Interaktivität. So bieten sich viele Möglichkeiten, sich dem Verein Gedächtnis der Nation zuzuwenden und vor allem, sich selbst Gehör zu verschaffen. So gibt es neben dem Jahrhundertbus einen eigenen Youtube Channel, der zum einen erlaubt, sich Zeitzeugenberichte anzusehen und zum anderen Bürger dazu anregen soll, eigene Zeitzeugeninterviews mit z.B. Familienmitgliedern zu produzieren. Zudem hat Gedächtnis der Nation ein digitales Museum geschaffen, wo sich jeder Interessierte umsonst ein großes und gut strukturiertes Archiv an Zeitzeugenberichten anschauen kann.

 

Bedeutende Ereignisse für das Gedächtnis der Nation

Ein geschichtliches und überaus wichtiges Ereignis, das der Verein mit einbringt, sind das Leben und der Völkermord im Dritten Reich. Das Thema DDR unter der Führung Honeckers, sowie der Mauerbau und Mauerfall sind ebenfalls sehr bedeutsam für die deutsche Geschichte und somit auch für den Verein. Die europäische Integration Deutschlands, die Währungsreform und das aktuelle Thema der Jahrhundertbus 2012 Tour „Leben in der neuen Heimat“ sind ebenfalls bedeutungsträchtige Geschichtsschreibungen Deutschlands und somit auch ein Teil von Gedächtnis der Nation.

Bild: flickr, LeonArts.at

Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. April 2012

Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel hat das Ziel, Geschichten von Zeitzeugen öffentlich zugänglich zu machen. Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel eignet sich besonders gut für junge Menschen, da viele von ihnen diese Plattform mehrmals täglich aufsuchen. Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel kommt durch die Zusammenarbeit von ZDF, Stern, Robert-Bosch-Stiftung, Google, Gruner+Jahr, Daimler und Bertelsmann zustande. Alle Zeitzeugeninterviews sind in dem Gedächtnis der Nation – Youtube Channel gesammelt. Um mehr Übersichtlichkeit im Archiv bieten zu können, hat die Mutterseite eine ergänzende Videothek bereitgestellt.

Der Jahrhundertbus sammelt Geschichten für Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Ein Bus in Sonderanfertigung reist einmal im Jahr quer durch Deutschland, um möglichst viele Interviews für den Gedächtnis der Nation – Youtube Channel einfangen zu können. Der Bus hat ein integriertes Aufnahmestudio, wo die Videos direkt abgedreht werden und im Anschluss auf den Gedächtnis der Nation – Youtube Channeln hochgeladen werden. Im April diesen Jahres startet der Bus mit dem Thema “Leben in der neuen Heimat” und will möglichst vielen Migranten die Möglichkeit geben, ihre Geschichte an Andere weitergeben zu können.

Mitmachen beim Gedächtnis der Nation – Youtube Channel                                         Gedächtnis der Nation - Youtube Channel                                            

Jeder, der seine spannenden Erfahrungen aus der deutschen Geschichte mit Anderen teilen möchte, hat die Möglichkeit, den GdN-Bus zu besuchen und sich dort interviewen zu lassen oder er filmt sich selbst und lädt das Video im Anschluss hoch. Die besonders jungen Leute können gerne auch Oma oder Opa interviewen und deren Zeitzeugenberichte mit Anderen teilen, sofern beide dazu einwilligen. Aus Schutz vor Geschichtsfälschungen werden die eingestellten Videos täglich von einer Redaktion überprüft. Durch das Projekt wird eine multiperspektivische Darstellung der Geschichte geschaffen. Um gerade jüngeren Menschen, die immer weniger Bezug zu der deutschen Geschichte haben, an die Vergangenheit heranzuführen, eignet sich der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel geradezu perfekt.

 

 

Bild: flickr, Foto´s Frans Peeters

Zeitzeugen Erlebnisse

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 24. April 2012

Zeitzeugen Erlebnisse können für die nachfolgenden Generationen sehr lehrreich sein. Denn Zeitzeugen Erlebnisse berichten vom ganz persönlichen Alltag der Betroffenen. Während in Geschichtsbücher nur Fakten geschildert werden, schildern Zeitzeugen Erlebnisse authentisches Leben. Das Aufzeichnen der Zeitzeugen Erlebnisse hat in den letzten Jahren stark zugenommen, weshalb es schon eine beachtliche Anzahl gibt.

Zeitzeugen Erlebnisse sind lebendige Geschichten

Zeitzeugen Erlebnisse berühren durch ihre hohe Emotionalität. Dank der modernen Medien sind Zeitzeugen Erlebnisse einfach zugänglich und finden so eine weite Verbreitung. Es gibt mittlerweile ganz viele Projekte, die sich der Dokumentation von solchen Erfahrungsberichten verschrieben haben. Es gibt Projekte, die sich auf die Aufzeichnung regionaler Erlebnisgeschichte konzentrieren, aber auch solche, die sich mit bestimmten Themen, wie Gefangenschaft im KZ oder DDR Geschichte, beschäftigen. Zeitzeugen Erlebnisse fungieren als kollektives Gedächtnis und stellen in den Mittelpunkt, was die Geschichte sonst ausblendet: Ganz persönliche Erlebnisse und Sichtweisen. Sie geben der großen Masse eine Möglichkeit, an der Geschichtsschreibung teilzunehmen.

Wo gibt es Zeitzeugen Erlebnisse? Zeitzeugen Erlebnisse

Zeitzeugen Erlebnisse kann jeder erzählen, denn jeder ist ein kleiner Teil in der Geschichte. Doch natürlich interessieren nicht die kleinen Widrigkeiten des Alltags von vorgestern, sondern jene Erzählungen von Menschen, die unter den schwierigen Verhältnissen des Krieges oder der DDR leben mussten. Wer also denkt, dass er seine Zeitzeugen Erlebnisse gerne mit anderen teilen möchte, der sollte an einem der vielen Projekte teilnehmen, die es derzeit zum Thema “persönliche Erfahrungsberichte” gibt. Diese Projekte stellen ihre Dokumentationen ins Internet, wo sie jeder Interessierte abrufen kann. Dort sind sie in Textform, als Audiodateien oder als Video abrufbar. Es ist sehr interessant, sich mit diesen Berichten zu beschäftigen, denn auf diese Weise erfährt man persönliche Erfahrungen, Meinungen und Strategien von Menschen, die in ihrem Leben schon einiges hinter sich haben. Wie gingen die Menschen mit den Entbehrungen und Verlusten des Krieges um, wie erlebten sie das Leben in zwei getrennten Ländern? Wer sich für Geschichte interessiert, der sollte sich unbedingt mit Zeitzeugen Erlebnissen beschäftigen.

 

Bildquelle: flickr, Malik_Braun

Zeitzeugenforschung

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. April 2012

Zeitzeugenforschung

Zeitzeugenforschung meint in der Fachsprache Oral History. Die Zeitzeugenforschung steht für eine Erarbeitung   der Geschichte durch Zeitzeugen. Somit stehen in der Zeitzeugenforschung insbesondere ältere Menschen im    Fokus, die sich an geschichtsträchtige Ereignisse der Vergangenheit erinnern können, weil sie diese direkt   miterlebt haben. In der Zeitzeugenforschung tritt der Zeitzeuge mit einem Interviewer in den Dialog. Dieser bereitet sich professionell auf das Gespräch vor, zeichnet während des Interviews die gesprochenen Worte auf und interpretiert im Anschluss die Erlebnisse mit Hilfe von ergänzenden Quellen.

 Fortwährende Problemfelder der Zeitzeugenforschung

Insbesondere durch die Medien und einer Vielzahl von Zeitzeugenberichten besteht für die Zeitzeugenforschung die       Gefahr eines “kollektiven Gedächtnisses”. Dabei vermischen sich Erlebnisse und Erinnerungen von Zeitzeugen mit anderen Zeitzeugenberichten. Das kann die Aussagekraft dieser Quellen für die Zeitzeugenforschung stark gefährden. Zudem wird das Erlebte auch durch den Dialog mit dem Interviewer geformt. Zeigt der Interviewer der Zeitzeugenforschung zum Beispiel zu viel oder zu wenig Mitgefühl, so kann es dazu führen, dass der Zeitzeuge noch emotionaler von seinen Erlebnis berichtet, Fakten hinzu dichtet oder Wichtiges weg lässt. Generell ist diese Forschungsmethode vielen Kritiken unterworfen, zum Beispiel, dass Zeitzeugenberichte keine richtigen Quellen seien. Dennoch stellen Zeitzeugen nach wie vor wichtige Quellen zur Rekonstruktion historischer Ereignisse dar.

Projekte der Zeitzeugenforschung

Die Shoah Foundation entstammt der Feder Steven Spielbergs. Sie dient der Erinnerung an die Shoah – im Deutschen auch als Holocaust bekannt – durch eine Sammlung von möglichst vielen Zeitzeugenberichten. Das Projekt ist somit als Archivierung der Erlebnisse von Zeitzeugen zu betrachten.
Das Projekt Archimob (Archives de la mobilisation) ist ebenfalls ein Projekt in Bezug auf den zweiten Weltkrieg. Der gleichnamige Verein sammelte zwischen 1991-2001 Zeugnisse über die Schweiz während des Krieges. Insgesamt wurden es 555 Videointerviews. In der Schweiz stellt es das größte Projekt der Zeitzeugenforschung dar.

Bildquelle: flickr, architekt2

Oral History Methode

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 12. April 2012

Die Oral History Methode stellt eine Wissenschaft dar, die auf der Befragung von Zeitzeugen beruht. Bei der Methode geht es letztlich darum, Menschen dazu aufzufordern, ihre Geschichte systematisch an bestimmte Personen weiterzugeben. Mit der Oral History Methode Geschichte zu erforschen besteht im Grunde aus einem Dialog der Zeitzeugen und ihrem Interviewer. Die Oral History Methode wird seit 1960 praktiziert und von Historikern, Ethologen, Soziologen und anderen Fachleuten genutzt.

Die Oral History Methode in der Praxis

Die Voraussetzungen der Oral History Methode:

  • möglichst genaue Festlegung des Oberthemas
  • Umfangreiches Vorwissen
  • Klarheit über den Zweck des Interviews

 

Die Oral History Methode und die Kontaktgestaltung: Aufrufe in lokaler Presse

  • Anfragen bei Vereinen, politischen Organisationen u. anderen Institutionen
  • Anfragen bei Zeitzeugenbörsen
  • Kontakt durch Mittler oder direkt per Brief/Telefon
  • eventuelle Vorgespräche, um Vertrauen und erste Informationen zu gewinnen

 

Hilfsmittel und Medien der Oral History Methode:

  • Professionelles Aufnahmegerät
  • Fotoapparat oder Videokamera
  • vorab notierte Leitfragen
  • evtl. Werkstatt-Tagebuch, um unmittelbar nach Gespräch Eindrücke festzuhalten

 

Durchführung des Interviews in der Oral History Methode:

  • Rücksicht auf Alltagsgewohnheiten nehmen
  • Auf Aufnahmegerät hinweisen und über Zweck informieren
  • mit Eisbrecherfragen bzw. möglichst unkomplizierteren Fragen anfangen
  • Leitfaden als Erinnerungsstütze, aber Fragen spontan einfließen lassen
  • bei emotionalen Themen Anteilnahme selbstverständlich
  • Fotos und andere Materialien als Erinnerungshilfen
  • eigene Meinung zurücknehmen

 

Auswertung bei der Oral History Methode:

  • Text sichern und transkribieren
  • Abgleichen der strittigen Fakten aus dem Gespräch mit anderen Quellen
  • evtl. Mehrfachinterview, da Fragen beim Transkribieren aufkommen können
  • erhobenes Material für Forschung nutzen und gegebenenfalls publizieren
  • Rückmeldung an Zeitzeugen über Stand des Projektes

 

Kritik an der Oral History Methode

Der Methode wird nachgesagt, dass sie eine linke Forschungsmethode sei, die dafür stände, Partei für die “kleinen Leute” zu ergreifen und aus keinen echten Quellen bestände. Es seien viel mehr Rekonstruktionen aus heutiger Sicht und weniger Erinnerungen aus der damaligen Zeit. So werden die Kommunikationsprodukte durch beide Kommunikationspartner geformt. Daher ist es besonders wichtig, dass der Interviewer bei der Oral History Methode sehr aufmerksam vorgeht und das gesprochene Wort kritisch überprüft.

Homosexualität in der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. April 2012

Homosexualität in der DDR

Homosexualität in der DDR war damals natürlich genau so wie in der Bundesrepublik ein kritisches Thema. Doch wurde die Homosexualität in der DDR juristisch erstaunlicherweise viel eher emanzipiert als im Westen des Landes.

Im Dezember 1957 bestimmte das Strafrechtsergänzungsgesetz StEG die Nichtverfolgung von geringfügigen Straftaten. Dies betraf auch Homosexualität in der DDR. Ca. 10 Jahre später ersetzte der neue § 151 den 175er, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Durch die gegen Homosexualität in der DDR gerichtete Sondergesetzgebung (§ 151) lag das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Handlungen nun bei 18 Jahren. Im Westen hingegen existierte noch § 175 in seiner extremen Ausprägung. 1988 strich die Volkskammer der DDR § 151 StGB ersatzlos. Nun lag das Schutzalter von Homosexualität in der DDR wie bei Heterosexuellen bei 14 Jahren.

Staatliche Toleranz gegenüber Homosexualität in der DDR?

Die juristischen Lockerungen gegenüber Homosexualität in der DDR sollten darauf schließen lassen, dass die DDR Homosexuellen gegenüber sehr tolerant zu sein schien, aber in der Realität misstraute man offen homosexuellen Frauen und Männern. Toleranz von Homosexualität in der DDR schien eine reine Heuchelei zu sein, denn mit Hilfe einer Studie vom Magdeburger Theologen Eduard Stapel belegte der “Schwulenverband in Deutschland e. V.”, dass die Stasi Tausende auf “Rosa Listen” setzte und insbesondere Schwule schikanierte und kriminalisierte. Die Verfolgung der Personen auf der besagten Liste reichte von Berufsverbot bis zu Zwangseinweisung in psychiatrische Kliniken. Die Dokumentation “DDR unterm Regenbogen” zeigt diese unmenschliche Behandlung von Homosexuellen der DDR auf. Hier kommen vier Zeitzeugen zu Wort und berichten mit den unterschiedlichsten Lebensläufen über ihr Leben mit der Homosexualität in der DDR.

Der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität in der DDR

Homosexuelle der DDR waren genauso wie die der Bundesrepublik alltäglichen Diskriminierungen ausgesetzt. Jedoch gab es in der DDR schon einige Cafés, Restaurants und Diskotheken, die sich inoffiziell als Homosexuellen-Treffpunkte etabliert hatten. Viele Schwule trafen sich auch regelmäßig in Parks, wie zum Beispiel in Friedrichshain. Besonders die Künstlerszene in Ost-Berlin zog viele Schwule und Lesben an. So wuchs allmählich die Akzeptanz von Homosexualität in der DDR.

Zeitzeugen Erfahrung

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 7. April 2012

Das Interesse an der Zeitzeugen Erfahrung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sich die Geschichtsforschung bis zu den 1990er Jahren eher der Recherche und Aufarbeitung von Fakten widmete, rückte in neuerer Zeit Zeitzeugen Erfahrung in das Interessenblickfeld. Die Masse an Zeitzeugen Erfahrung ist ein wertvoller Beitrag für die Geschichtsschreibung, denn durch sie wird Geschichte erlebbar.

Zeitzeugen Erfahrung: Eigene Erlebnisse berichten

Zeitzeugen Erfahrung erfährt in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Im TV gibt es viele Doku-Reihen, in denen Menschen von ihren persönlichen Erlebnissen berichten. Auch im Internet gibt es Portale, in denen Interessierte sich mit Zeitzeugen Erfahrung auseinander setzen können. Zeitzeugen Erfahrung spielt auch im Geschichtsunterricht eine immer wichtigere Rolle. Schulen laden zunehmend Zeitzeugen in ihren Unterricht ein, die den Schülern authentisch Geschichte schildern. Oftmals zeigen sich Schüler interessierter an geschichtlichen Themen, wenn sie ihnen anschaulich vermittelt werden. Die Arbeit mit Zeitzeugen Erfahrung kann da sehr hilfreich sein. Durch die persönlichen Erzählungen werden die Schüler emotional berührt und sind dann motivierter, sich mit den geschichtlichen Hintergründen zu beschäftigen. Auch im Internet wächst die Zahl der Portale, die sich mit Zeitzeugen Erfahrung beschäftigen.

Zeitzeugen Erfahrung: Wer kann Zeitzeuge werden?

Es ist gar nicht schwer, seine Erfahrung weiterzugeben. Die zahlreichen Portale sind immer auf der Suche nach neuen Erzählungen. Dabei sind es nicht die großen tragischen Erlebnisse, die gesucht werden, sondern die kleinen Schilderungen des alltäglichen Lebens. Es kann also jeder, der Lust hat, seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen, an einem entsprechenden Projekt teilnehmen. Sollten Sie also daran Interesse haben, selbst einmal Ihre Zeitzeugen Erfahrung zu berichten, dann suchen Sie unter den vielen Angeboten der Dokumentation einfach ein für Sie passendes aus. Sollten Sie allerdings mit Ihren Berichten ins Fernsehen wollen, dann ist es sehr hilfreich, wenn Sie mit einer bekannten Persönlichkeit entfernt verwandt sind, denn das wertet Ihre Zeitzeugen Erfahrung auf.

Jahrhundertbus 2012

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 1. April 2012

Der Jahrhundertbus 2012 des Projektes “Gedächtnis der Nation” steht in den Startlöchern. Im April beginnt die Tour vom Jahrhundertbus 2012 quer durch Deutschland. Nach der erfolgreichen Tour 2011 zum Thema “Leben im geteilten Deutschland”, hat sich der Jahrhundertbus 2012 einem neuen und noch sehr aktuellen Thema angenommen. Der Jahrhundertbus 2012 steht ganz im Zeichen der Migration mit dem Titel “Leben in der Neuen Heimat”.

Jahrhundertbus 2012 – “Leben in der Neuen Heimat”

Das diesjährige Thema des Projektes betrifft eine Vielzahl an Migranten. Der Jahrhundertbus 2012 macht dabei keinen Unterschied zwischen politischen Flüchtlingen aus dem Kosovo oder italienischen Gastarbeitern, die bereits seit über 50 Jahren in Deutschland leben. Jeder von ihnen ist gleichermaßen von der Thematik betroffen und hat dem Jahrhundertbus 2012 eine Geschichte zu erzählen. Doch nur selten kommen diese 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort. Der Jahrhundertbus 2012 gibt ihnen nun die Möglichkeit dazu. Ihre Geschichte ist schließlich auch ein Teil unserer Geschichte. Durch den Jahrhundertbus 2012 sollen ihre Erinnerungen und Eindrücke festgehalten werden und dabei helfen zu vermitteln, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land positiv empfangen zu werden und sich nach und nach heimisch zu fühlen. Die Zeitzeugen zeigen aber auch die Schattenseiten des Migrantendaseins auf und wie man mit Vorurteilen und Anfeindungen lernen kann umzugehen.

 JahrhuJahrhundertbus 2012ndertbus 2012 – Die Tour

Der Startschuss ist am 16. April 2012 in Mainz. Dann geht es am 23. April für fünf Tage hoch nach Frankfurt am Main. Schließlich geht es am letzten Tag des Monats weiter nach Offenbach am Main. Voraussichtlich ab dem 07. Mai 2012 bewegt sich das mobile Aufnahmestudio nach Wiesbaden. Im Anschluss geht die Tour am 14. Mai runter nach Darmstadt. Die letzte Station, die der Bus anfahren wird, ist die Stadt Gießen am 21. Mai. All diejenigen, die das Projekt “Gedächtnis der Nation” durch ihre Erinnerungen unterstützen möchten, um so der jungen Generation ein Stück Geschichte greifbar zu machen, können sich gerne auf der Webseite von “Gedächtnis der Nation” melden und an der Jahrhundertbus 2012 Tour teilnehmen.

Bildquelle: pragenturhamburg.de


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