Warschauer Pakt

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 16. October 2012

Warschauer Pakt ist ein Begriff, den die westlichen Staaten prägten. Offiziell hieß der Warschauer Pakt Warschauer Vertragsorganisation (WVO). Der Warschauer Pakt existierte zwischen 1955 und 1991. Der Warschauer Pakt beinhaltete das Versprechen, sich militärisch zu unterstützen und wurde von den Staaten des Ostblockes unter Führung der UdSSR gegründet. Der Warschauer Pakt entstand gemeinsam mit dem Warschauer Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand. Der Vertrag war während des Ost-West-Konfliktes das Pendant zur NATO unter Vorsitz der USA. Bezüglich ihrer Ökonomien hatten sich die Ostblockländer schon 1949 im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe vereinigt. Der Warschauer Pakt war somit der zweitwichtigste Zusammenschluss der Ostblockstaaten.

Aufbau des Warschauer Paktes

Der Pakt wurde am 14. Mai 1955 ins Leben gerufen. Mitglieder waren die Volksrepublik Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Ungarn, die UdSSR, sowie die DDR. Der Warschauer Pakt ermöglichte, dass die Truppen der Ostblockstaaten uniform untereinander und mit der Sowjetunion verknüpft waren. Die militärische Leitung oblag dabei dem Vereinten Oberkommando der Streitkräfte, welches in Moskau stationiert war. Dieses wurde stets von einem sowjetischen Offizier befehligt. Beinahe in allen Mitgliederstaaten des Paktes hatte die UdSSR Truppen stationiert. Politisch wurde der Pakt durch den Politisch Beratenden Ausschuss geleitet, welcher jeweils ein Mitglied aus den Regierungen der Mitglieder beinhaltete. Der Ausschuss legte die Grundbausteine und Zielsetzungen der Politik der Mitglieder auf lange Sicht fest. Er traf nur einstimmige Entscheidungen und sollte die Visionen der UdSSR bezüglich der Außen- und Militärpolitik untermauern. Tatsächlich entschied somit die UdSSR das, was im Warschauer Pakt zu entscheiden war.

Ziele des Warschauer Paktes Warschauer Pakt

Die Organisation war dazu da, die Politik der UdSSR mit Hilfe der Bündnispartner zu untermauern. Durch die UdSSR-Truppen in allen Mitgliedsstaaten und die Tatsache, dass die UdSSR das Oberkommando kontrollierte, war es schwer möglich, Kritik an der Herrschaft der Kommunistischen Partei zu üben und die Loyalität zur UdSSR aufzugeben. Dachten Mitgliederstaaten daran, von Moskaus Linie abzuweichen, sah die UdSSR dies als Attacke des sozialistischen Staatensystems und reagierte mit einem Militäreinsatz in dem jeweiligen Staat des Warschauer Pakts.

Bildquelle: Rainer Mittelstädt, Bundesarchiv, Bild 183-1989-0707-020; Wikimedia Commons

Berliner Mauer Grenze

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. June 2012

Die Berliner Mauer Grenze umfasst einen Umkreis von mehr als 160 km rund um Ostberlin. Anfangs trennte es die sowjetische Besatzungszone von den anderen Besatzungszonen. Mit der Entstehung der BRD und DDR wurde aus der Berliner Mauer Grenze 1949 die deutsch-deutsche Grenze. 1952 wurde die Berliner Mauer Grenze seitens der DDR verschärfter abgeriegelt. 1961 begann letztlich der Bau der Berliner Mauer Grenze, nicht zuletzt, um den bis dahin stark angestiegenen Flüchtlingsstrom aus der DDR in die BRD zu stoppen.

Der Aufbau der Berliner Mauer GrenzeBerliner Mauer Grenze

Die Berliner Mauer bestand letztlich nicht nur aus einer einzigen Berliner Mauer Grenze. Sie war in mehrere Etappen bzw. Schichten aufgeteilt. So setzte sich das Sperrgebiet zum Westen aus einer „5km-Sperrzone“, einem 500Meter breiten „Schutzstreifen“ und dem „10m-Kontrollstreifen“ unmittelbar am Grenzzaun zusammen. Dahinter lag bis zur eigentlichen Berliner Mauer Grenze ein „Niemandsland“, das von Republikflüchtlingen oft als westdeutsches Gebiet falsch gedeutet wurde.

Der zehn Meter breite Kontrollstreifen wurde auch „Todesstreifen“ genannt. Dieser Abschnitt wurde teilweise vermint und mit Selbstschussanlagen ausgerüstet. Alle möglichen Sichthindernisse des mit Stacheldraht gesicherten Schutzstreifens wurden aus dem Weg geschafft. Flusspassagen und -übergänge wurden durch tiefreichende Sperrgitter gesichert. Das Betreten des sogenannten „Todesstreifen“ der Berliner Mauer Grenze war nur mit besonderer Genehmigung zulässig. So konnten zum Beispiel Techniker und Monteure, die etwas reparieren mussten oder Stromleitungen zu legen hatten, nur mit einem Wachkommando in die jeweiligen Grenzabschnitte gelangen. Grenzsoldaten der Berliner Mauer Grenze, die in den Wachtürmen und Bunkern etwas Auffälliges bzw. Verdächtiges gesichtet hatten, waren verpflichtet, dies sofort zu melden.

Der eigentliche Grenzzaun war zunächst ein herkömmlicher, hüfthoher Stacheldrahtzaun, nach 1961 ein schwer überwindbarer, doppelter Stacheldrahtzaun bzw. ein Streckmetallgitterzaun mit Selbstschussanlagen.

Berliner Mauerweg – Karte zeigt die Berliner Mauer Grenze

Die Stadt Berlin stellt auf ihrer Webseite eine Karte zum Berliner Mauerweg zur Verfügung. Diese Karte in digitaler Form zeigt den Grenzverlauf mit Außen- und Innengrenze der damaligen DDR in Berlin auf. So kann man den Mauerweg auf eigene Verantwortung gut besichtigen und sich auf die Spurensuche nach Resten der Berliner Mauer Grenze machen.

Gedächtnis der Nation – Filmmaterial

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. June 2012

Das Gedächtnis der Nation – Filmmaterial zeigt Zeitzeugen, die aus 100 Jahren Geschichte einiges an Erfahrung aus vergangener Zeit weiterzugeben haben. Durch das Gedächtnis der Nation – Filmmaterial wird Geschichtsunterricht erlebbar gemacht. Insbesondere junge Menschen, die keinen großen Bezug zu manchen Teilen deutscher Geschichte haben, werden durch das Gedächtnis der Nation – Filmmaterial näher an die Themen herangeführt. Das Gedächtnis der Nation – Filmmaterial umfasst mittlerweile ein recht großes Archiv.

Das Archiv vom Gedächtnis der Nation – Filmmaterial

Das Archiv beinhaltet Zeitzeugenberichte von 100 Jahren deutscher Geschichte und anderen einschneidenden Ereignissen aus der Welt, wie zum Beispiel die des 11. Septembers. Das Gedächtnis der Nation – Filmmaterial ist an einer Zeitleiste entlang chronologisch geordnet. Oben in der Navigationsleiste hat man zudem die Möglichkeit, zwischen bestimmten Ereignissen, wichtigen deutschen Geschichtsthemen und Jahrhundertzeitzeugen zu wählen. Die einzelnen Videos vom Gedächtnis der Nation – Filmmaterial sind mit einer eindeutigen Überschrift und einer erklärenden Unterüberschrift versehen. Wenn einem ein Thema aus dem Gedächtnis der Nation – Filmmaterial zusagt, muss man nur auf den Play-Knopf drücken und schon geht das Video los. Darunter ist nochmal in kurzen Worten eine Beschreibung zu lesen.

Youtube Channel zum Gedächtnis der Nation – Filmmaterial

Über den Youtube Channel hat man ebenfalls die Möglichkeit, sich das vorhandene Filmmaterial anzuschauen. Es genießt hier einfach nur nicht eine solch geordnete Struktur wie auf der Mutterseite. Jedoch bietet sich hier die Möglichkeit, selber als Zeitzeuge tätig zu werden, sich selbst zu filmen und das fertige Video hochzuladen. Damit das ganze auch inhaltlich seriös bleibt, überprüfen Experten alle Videos auf korrekte geschichtliche und ethische Inhalte. Besonders schön am Gedächtnis der Nation – Youtube Channel ist natürlich die Kommentarfunktion, dass man also in den direkten Diskurs gehen kann. Außerdem wird diese Plattform von vielen jungen Menschen besucht, sodass sie das Gedächtnis der Nation – Filmmaterial hier auch viel besser erreichen können.

Oral History Schule

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 18. June 2012

Die Oral History Schule ist eine wichtige Methode zur Rekonstruktion von Geschichte durch Zeitzeugenberichte. Damit dieser Bericht zu einer repräsentativen Quelle der Oral History Schule zählen kann, muss das Interview mit den Zeitzeugen durchaus gut geplant sein. So gibt es feste Regeln für die Oral History Schule, die es einzuhalten gilt. Das Gespräch mit dem Zeitzeugen soll ihn und seine Erzählungen möglichst nicht beeinflussen. Daher muss der Interviewer laut der Oral History Schule zum Beispiel die Balance zwischen neutraler Nüchternheit und natürlichem Mitgefühl meistern.

Die Oral History Schule in der Schule

Oral History SchuleDas Interesse der Jugendlichen für geschichtliche Themen kann durch die Oral History Schule geweckt werden. Denn insbesondere junge Menschen haben keinen direkten Bezug zur Geschichte, fühlen sich davon nicht betroffen und sind demnach häufig stark desinteressiert. Indem Zeitzeugen von ihren Erfahrungen berichten, wird Geschichte etwas Greifbares, fast erlebbares. Außerdem lernen die Schüler durch die Oral History Schule, Respekt und Achtung vor den Älteren zu haben und gewissen Vorurteile ihnen gegenüber abzubauen. Zudem bietet es den großen Vorteil, dass die Schüler direkte Fragen stellen können und ebenso direkte Antworten erwarten dürfen. So werden die Jugendlichen auch aktiv in den Prozess der Oral History Schule einbezogen und sind nicht nur Rezipienten von Quellenmaterial. Dazu gehört natürlich, wie bei allen Zeitzeugeninterviews, das Vorbereiten eines Fragenkatalogs dazu. Im Anschluss muss das Material verschriftlicht und mit Hilfe von fundierten Quellen ausgewertet werden.

Was Schüler durch die Oral History Schule lernen können

Die Schüler lernen, im Hinblick auf eine historische Frage Zeitzeugen zu suchen und auszuwählen. Sie erlernen, wie man Interview-Leitfäden baut und in sachgemäße, sowie personenbezogene Unterfragen gliedert. Sie erfahren, wie man Erzähltes richtig dokumentiert, ordnet, zusammenfasst und systematisiert. Letztlich lernen sie, wie man das Material analysiert und auf Schlüssigkeit und Wahrscheinlichkeit hin prüft. Dazu lernen sie, Zeitzeugenberichte zu vergleichen und Übereinstimmungen, sowie Widersprüche zu erkennen. Im Grunde lernen sie den gesamten Prozess der Oral History Schule einmal kennen.

Bild: flickr, herr.g

DDR Stasi

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 30. May 2012

Die DDR Stasi oder das Ministerium für Staatssicherheit diente insbesondere als Überwachungs- und Unterdrückungsinstrument der SED. Bei der DDR Stasi handelte es sich um den Inlands-, aber auch Auslandsgeheimdienst und ein Instrument zur Verfolgung politischer Straftaten. Die Mittel der DDR Stasi zum Machterhalt waren Überwachung, Einschüchterung, Terror und die sogenannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker. Das MfS als die DDR Stasi wurde am 8. Februar 1950 gegründet.

Mitarbeiter der DDR Stasi

DDR Stasi - WappenDie Mitarbeiterzahl der DDR Stasi wurde kontinuierlich ausgebaut. Zu Beginn waren es insgesamt nur 1.150 feste Mitarbeiter und bis zum Schluss der DDR waren es tatsächlich 91.015. Zuletzt kam ein hauptamtlicher Mitarbeiter auf eine Einwohnerzahl von 180. Somit stellt die DDR Stasi bis heute den größten geheimdienstlichen Apparat der Weltgeschichte dar. Das MfS wurde als „Schild und Schwert der Partei“ bezeichnet. So waren die Mitarbeiter der DDR Stasi fast ausnahmslos Mitglieder der SED. Andere waren zumindest noch in der „Kandidatenphase“ zur SED-Mitgliedschaft. Personen mit NS-Vergangenheit war das Arbeiten bei der Stasi nicht gestattet. Mitarbeitern, die dies verschwiegen, wurde sofortig gekündigt.

Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern der DDR Stasi gab es zudem inoffizielle Mitarbeiter, deren größte Ausdehnung ca. 200.000 Menschen umfasste. Die genaue Anzahl der inoffiziellen Mitarbeiter kann nur den noch vorhandenen Akten entnommen werden. Da viele Akten jedoch bereits vernichtet wurden, kann keine genaue Angabe mehr gemacht werden.

Einsicht in die Akten der DDR Stasi

Viele Zeitzeugen der DDR haben noch großes Interesse an den Akten der Stasi. Schließlich enthalten die Schriftstücke teilweise ziemlich private Details über die beschatteten Personen. Leider ist die Einsicht der Stasi Akten mit persönlichem finanziellem Aufwand verbunden. Dazu muss ein Antragsformular ausgefüllt werden, das unter anderem im Internet erhältlich ist. Einzureichen ist es beim Bundesbeauftragten direkt in Berlin. Es kann sehr hilfreich sein, den Beamten zu erläutern, durch welche besonderen Ereignisse man interessant für die Stasi gewesen sein könnte, sodass diese gezielter nach Informationen in dem riesigen DDR Stasi Archiv nachsehen können.

Bild 1: Wikipedia;  jgaray

Berliner Mauer Flucht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. May 2012

Die Berliner Mauer Flucht war ein sehr gefährliches Unterfangen. Schließlich sind bei dem Versuch der Berliner Mauer Flucht viele Menschen ums Leben gekommen. Das erste Todesopfer der Berliner Mauer Flucht war die junge Frau Ida Siekmann, die aus einem Fenster in der Bernauer Straße am 22. August 1961 sprang und ihren Verletzungen erlag. Wenige Tage später wurde am 24. August 1961 der erste Flüchtling, Günter Liftin, erschossen. Etliche Weitere, die auf ihrer Berliner Mauer Flucht gescheitert sind, wurden verhaftet.

Berliner Mauer FluchtDas StGB von 1975 und die Berliner Mauer Flucht

Um Fluchtversuche strafrechtlich verfolgen zu können, gab es die passenden Paragrafen, die sich mit der Berliner Mauer Flucht auseinandersetzten:

§ 105 – Staatsfeindlicher Menschenhandel

Fluchthelfer der Berliner Mauer Flucht, die DDR-Bürgern dazu verhalfen, in außerhalb des Staates liegende Gebiete zu gelangen, ihre Rückkehr verhinderten oder sie verschleppten, machten sich ebenfalls strafbar. Das Verhelfen zur Berliner Mauer Flucht wurde mit 2 Jahren Haft bis lebenslänglich, bei schwerwiegenderen Fällen, bestraft.

§ 213 – Ungesetzlicher Grenzübertritt

Wer die Staatsgrenze widerrechtlich passierte oder verspätet zurückkehrte, wurde mit 1 bis 8 Jahren Haft bestraft, da in jenem Fall die Straftat der Berliner Mauer Flucht vorlag.

§ 254 – Fahnenflucht

Angehörige des Militärs begingen dann Fahnenflucht, wenn sie ihre Dienststelle oder Truppe verließen oder ihr fernblieben und sich dem Wehrdienst entzogen. Es drohten 1 bis 6 Jahre Haft.

Gründe und Entwicklung der Berliner Mauer Flucht

Vom Ende des 2. Weltkrieges bis zur endgültigen Absperrung am 13.08.1961 flohen fast 3 Millionen Menschen in den Westen, da im Osten aufgrund der Abhängigkeit von der Sowjetunion eine Mangelwirtschaft herrschte. Es folgte eine Verschärfung der Grenzkontrollen und Bestrafungen von Flüchtlingen, sodass die Republikflucht zunächst wieder etwas abnahm. Da es sich unter den Bürgern herumsprach, dass es zu einer endgültigen Absperrung kommen sollte, stieg die Zahl der Flüchtlinge erneut an. Dass es am 24. August 1961 zur ersten Erschießung eines Flüchtlings kam und 1962 der erste Grenzsoldat, Reinhold Huhn, von einem westdeutschen Fluchthelfer erschossen wurde, nahm die SED als Vorwand für einen größeren Mauerausbau. Der sogenannte „Todesstreifen“ wurde gebaut. Durch Lockerung der Grenzanlagen zu Österreich und Ungarn erreichte die Berliner Mauer Flucht 1989 ihren Höhepunkt.

Bild: Wikipedia, Kontrollstellekundl

DDR Todesstreifen

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. May 2012

DDR TodesstreifenDer DDR Todesstreifen war ein wesentlicher Bestandteil der Berliner Mauer. Denn die Berliner Mauer bestand nicht nur aus Mauerwerk, sondern beinhaltete mehrere Ebenen, wie den DDR Todesstreifen. Das östliche Sperrgebiet setzte sich demnach aus einer „5 km-Sperrzone“, einem 500 Meter breiten „Schutzstreifen“ und dem „10 m-Kontrollstreifen“ unmittelbar am Grenzzaun zusammen. Dieser Kontrollstreifen oder DDR Todesstreifen war zeitweise vermint oder mit Selbstschussanlagen versehen. So wurde der DDR Todesstreifen von allen Sichthindernissen befreit. Der DDR Todesstreifen durfte nur mit ausdrücklicher Erlaubnis und in Sonderfällen betreten werden. Die in Wachtürmen und Bunkern positionierten Grenztruppen der DDR trugen die Pflicht, jede Auffälligkeit am DDR Todesstreifen zu melden.

Opfer am DDR Todesstreifen

Um mal einige Menschen zu nennen, die dem DDR Todesstreifen zum Opfer fielen, werden hier zwei bedeutende Namen mit kurzer Geschichte aufgeführt:

DDR Todesstreifen - Innerdeutsche GrenzePeter Fechter war gerade mal 18 Jahre jung und starb einen tragischen Tod am DDR Todesstreifen. Am Nachmittag des 17. August 1962 ereignete sich der schreckliche Vorfall. Der Mauergelehrte versuchte mit seinem Freund und Arbeitskollegen, die Mauer zu überklettern. Während es Helmut Kulbeik gelang, wurde Fechter mit drei Schüssen nieder gestreckt und fiel auf die Berliner Mauer Ostseite in den DDR Todesstreifen zurück. Dort blieb er über eine halbe Stunde liegen und verblutete vor den Augen Anderer, die ihn alle zu ignorieren versuchten.

Das letzte Opfer am DDR Todesstreifen war der 21 Jahre junge Mann Chris Gueffroy. Er sollte in den Grundwehrdienst gezogen werden, doch sein Wunsch, aus Ostberlin zu flüchten, wurde nicht zuletzt aufgrund seiner bereits geflohenen Freunde immer größer. Ein Grenzsoldat, der zugleich ein Freund von Gueffroy war, berichtete, dass der Schießbefehl am Grenzstreifen eingestellt worden sei. Darin sah Chris Gueffroy seine Chance. Am 6. Februar versuchte er nachts mit einem Freund von Treptow nach Neukölln zu fliehen. Dort wurden sie bei der Überwindung des letzten Metallgitterzauns von einem Grenzsoldaten entdeckt, der Chris Gueffroy mit zwei Schüssen tötete. Auch er erlag seinen Verletzungen im DDR Todesstreifen.

Bild 1: Wikipedia, Heinz-Josef Lücking
Bild 2: Wikipedia, Alexrk2

Zeitzeugen Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. May 2012

Die Zeitzeugen Berlin haben unter Anderem den gesamten Mauerbau und Mauerfall erlebt, können davon erzählen, wie sie von ihrer Familie im Westen getrennt wurden oder vertraute Menschen durch Fluchtversuche verloren haben. Einige Zeitzeugen Berlin können von ihrer erfolgreichen Flucht berichten oder kennen welche, denen dieses gefährliche Unterfangen gelang. Andere Zeitzeugen Berlin haben die Geschichte von der Westseite erlebt. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Zeitzeugen Berlin sind und teilweise ihre Erlebnisse an Andere weitergeben können.

Zeitzeugencafé – Direktes Gespräch mit Zeitzeugen Berlin

Zeitzeugen BerlinDas Zeitzeugencafé im Restaurant Grenzfall in der Ackerstraße von Berlin ist ein Projekt, bei dem an sechs Sonntagen im Frühjahr und Herbst Zeitzeugen Berlin bei Kaffee und Kuchen von Erinnerungen an die damalige Zeit berichten. Klaus Abraham und Dietrich Webner waren beide Mitarbeiter der West-Feuerwehr und waren so unmittelbar Zeugen von diversen Fluchtversuchen aus der DDR. Besucher haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Zeitzeugen Berlin ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung mit den Zeitzeugen Berlin gestaltet sich kostenfrei, sowie barrierefrei und richtet sich an alle Interessierten, unabhängig vom Alter, an Touristen oder an direkte Bewohner Berlins. Das ganze wird in einer Dokumentation festgehalten, die man sich online als Podcast anschauen kann.

Die Zeitzeugenbörse findet Zeitzeugen Berlin

Ganz einfach kann man als Lehrer, Schüler, Journalist oder Ähnliches Zeitzeugen der DDR-Geschichte oder auch andere geschichtsträchtige Ereignisse der Vergangenheit für Projekte gewinnen. Dazu muss man lediglich eine eMail an das Team, mit dem gewünschten Themenschwerpunkt, schicken und die suchen letztlich aus 180 Zeitzeugen die passenden heraus. Das einzige an Kosten, was somit auf einen zukommt, sind lediglich Fahrtkosten für den jeweiligen Zeitzeugen. Am häufigsten wird der Dienst der Zeitzeugenbörse von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt, besonders um jüngeren Menschen den Zugang zur Geschichte Deutschlands durch Zeitzeugen Berlin zu erleichtern.

Bild: flickr, Wolf-Ulf Wulfrolf

Gedächtnis der Nation

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 11. May 2012

Gedächtnis der Nation ist ein Verein, der 2006 von den Initiatoren Guido Knopp und Hans-Ulrich Jörges gegründet wurde. Gedächtnis der Nation soll Zeitzeugenberichte in Bezug auf die bedeutende Geschichte Deutschlands für zukünftige Generationen zugänglich machen. Gedächtnis der Nation sieht die filmische Aufbereitung von Zeitzeugenerinnerungen als durchaus bedeutsame, gesellschaftliche und kulturelle Aufgabe. Das Projektteam von Gedächtnis der Nation ist dafür zuständig, die Geschichten historisch einzuordnen und neue Geschichten hinzuzufügen. Mit dem Jahrhundertbus, einem mobilen Filmstudio, reist das Team von Gedächtnis der Nation durch Deutschland, um neue Zeitzeugenberichte einzufangen. Das Team besteht aus Historikern, Kommunikationswissenschaftlern und Journalisten.

 

Volles Maß an Interaktivität bei Gedächtnis der Nation

Gedächtnis der NationDa es sich bei Gedächtnis der Nation um Zeitzeugen handelt, die ihre persönlichen Erlebnisse aus der Zeit der Nachwelt bereitstellen und somit auch die Geschichte etwas greifbarer zu machen, steht der Verein natürlich auch für große Interaktivität. So bieten sich viele Möglichkeiten, sich dem Verein Gedächtnis der Nation zuzuwenden und vor allem, sich selbst Gehör zu verschaffen. So gibt es neben dem Jahrhundertbus einen eigenen Youtube Channel, der zum einen erlaubt, sich Zeitzeugenberichte anzusehen und zum anderen Bürger dazu anregen soll, eigene Zeitzeugeninterviews mit z.B. Familienmitgliedern zu produzieren. Zudem hat Gedächtnis der Nation ein digitales Museum geschaffen, wo sich jeder Interessierte umsonst ein großes und gut strukturiertes Archiv an Zeitzeugenberichten anschauen kann.

 

Bedeutende Ereignisse für das Gedächtnis der Nation

Ein geschichtliches und überaus wichtiges Ereignis, das der Verein mit einbringt, sind das Leben und der Völkermord im Dritten Reich. Das Thema DDR unter der Führung Honeckers, sowie der Mauerbau und Mauerfall sind ebenfalls sehr bedeutsam für die deutsche Geschichte und somit auch für den Verein. Die europäische Integration Deutschlands, die Währungsreform und das aktuelle Thema der Jahrhundertbus 2012 Tour „Leben in der neuen Heimat“ sind ebenfalls bedeutungsträchtige Geschichtsschreibungen Deutschlands und somit auch ein Teil von Gedächtnis der Nation.

Bild: flickr, LeonArts.at

Die Reichskristallnacht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. November 2011

Die Reichskristallnacht

Als Reichskristallnacht werden die Novemberpogrome vom 8./9. 11. 1938 bezeichnet. Man spricht auch von der (Reichs-)Pogromnacht. “Reichskristallnacht” wurde ursprünglich vom Berliner Volksmund verwendet (so auch Zeitzeuge Adolf Arndt (SPD)) – in Bezug auf das viele zerbrochene Glas und Kristall in Synagogen und jüdischen Geschäften. Dieses Wort, eigentlich in sich distanzierender und kritisierender Bewertung verwendet, wurde später (Wilhelm Börger) von den Nationalsozialisten propagandistisch entfremdet. Man versteht darunter vom nationalsozialistischen Regime organisierte und durchgeführte Gewaltmaßnahmen im November 1938 gegen Juden im Deutschen Reich. In den Tagen zwischen dem 7. und 13. November 1938 wurden ca. 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Dabei wurden mehr als 1400 Synagogen, Versammlungsräume, Wohnungen, Geschäfte und jüdische Friedhöfe zerstört. Der nationalsozialistische Terror breitete sich immer weiter aus.

Was führte zur Reichskristallnacht?

Die Reichskristallnacht wurde von der NS-Propaganda als eine Reaktion spontanen Volkszorns auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten durch einen Juden dargestellt. Doch tatsächlich war es der Beginn der Zwangsenteignung jüdischen Besitztums zur Finanzierung der deutschen Aufrüstung. Der Zeitpunkt der Reichskristallnacht hing eng mit Hitlers Kriegsplänen zusammen.

Vorzeichen für die Reichskristallnacht

Der Leiter des Zentralbüros für die Ansiedlung der Juden aus Deutschland in Jerusalem, Georg Landauer, erwähnte in einem Brief vom 8. Februar 1938 an einen anderen zionistischen Funktionär, dass es in Deutschland in naher Zukunft Pläne für ein dramatisches Pogrom gäbe. Er berief sich dabei auf eine private, verlässliche Quelle. Im Juni 1938 wurden jüdische Geschäftsinhaber in Berlin angewiesen, ihre Namen in weißen Buchstaben am Schaufenster anzubringen. Dies erleichterte die Zerstörung in der Reichskristallnacht. Ab dem Sommer 1938 mussten Juden Kennkarten mit den Zweitnamen “Sara” (Frauen) und “Israel” (Männer) bei sich tragen und ab dem 5. Oktober ein rotes “J” in ihre Sonderausweise stempeln lassen. Dies erleichterte eine schnelle Deportation. Bis zum Oktober wurden die drei größten deutschen Konzentrationslager in Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen als Vorbereitung für die Reichskristallnacht ausgebaut.

Die Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938

Bei einem Essen im Alten Rathaus in München erfuhr Hitler vom Attentat auf den Diplomaten in Paris, ein willkommener Vorwand für die Reichskristallnacht. Er besprach sich sofort mit Goebbels, der beim Essen anwesend war. Dieser gab um 22 Uhr die Nachricht den versammelten Partei- und SA-Führern bekannt. Er bezeichnete das Attentat als jüdische Weltverschwörung und lobte die “spontanen” judenfeindlichen Aktionen im Reich, bei denen auch Synagogen in Brand gesteckt wurden. Dies wurde von den anwesenden SA-Führern und Gauleitern als Aufforderung zum organisierten Handeln gegen jüdische Einrichtungen verstanden und leitete die Reichskristallnacht ein.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 102-14468 / CC-BY-SA, Wikipedia


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