Todesopfer an der Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 2. April 2012

Die Todesopfer an der Berliner Mauer werden auch als Mauertote bezeichnet. Die Todesopfer an der Berliner Mauer sind all die Menschen, die zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 ihr Leben an der Grenze verloren. Zu der Anzahl der Todesopfer an der Berliner Mauer gibt es unterschiedliche Schätzungen.

Todesopfer an der Berliner Mauer: Geschichte

Das erste Todesopfer an der Berliner Mauer wurde bereits neun Tage nach dem Mauerbau registriert. Bei dem Opfer handelt es sich um Ida Siekmann. Sie erlag ihren Verletzungen, die sie sich bei ihrem Sprung in den Westen aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Bernauer Straße zuzog. Der Transportpolizist Günter Litfin war das erste Todesopfer an der Berliner Mauer, dass durch den Schuss eines Grenzsoldaten getötet wurde. Er starb elf Tage nach dem Mauerbau. Fünf Tage danach gab es bereits das nächste Todesopfer, welches durch Waffengewalt umkam. Insgesamt gab es mindestens 106 Todesopfer an der Berliner Mauer, davon verloren mehr als die Hälfte in den ersten fünf Jahren nach dem Mauerbau ihr Leben.

Todesopfer an der Berliner Mauer: Wer waren die Opfer?

98 Todesopfer an der Berliner Mauer stammten aus der DDR. Sie unternahmen den Fluchtversuch oft spontan und standen dabei unter Alkoholeinfluss. Hinzu kommen Westdeutsche und ein Österreicher, die sich zu dicht an die Grenze begaben. Die meisten Personen waren männlich und gehörten mit rund 30 Jahren mehrheitlich zur jüngeren Generation in der DDR. Auch Kinder und Jugendliche kamen an der Grenze ums Leben. Ebenso wurden einige Grenzsoldaten von flüchtenden Kameraden oder von anderen Flüchtigen erschossen.Als Todesopfer an der Berliner Mauer werden manchmal auch die Personen bezeichnet, die während der Grenzkontrollen eines natürlichen Todes verstarben. Die Zahl dieser Personen beläuft sich auf rund 250. Durch den erhöhten Stress während der Grenzkontrollen erlitten die meisten von ihnen einen Herzinfarkt. Die Todesursache ist bei den meisten Personen geklärt, jedoch konnten bei einigen der Todesopfer an der Berliner Mauer die genauen Umstände ihres Todes bis heute nicht ermittelt werden.

Berliner Mauer App

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 29. March 2012

Berliner Mauer AppDie Berliner Mauer App ist eine praktische Anwendung für alle Besucher der Hauptstadt und für Menschen, die an der Geschichte ihrer Stadt interessiert sind. Anlässlich des 50. Jahrestages am 13. August 2011 entwickelte die Bundeszentrale für politische Bildung die Berliner Mauer App. Die Berliner Mauer App soll ihren Nutzern den Verlauf und die Geschichte des Bauwerks multimedial näher bringen.

Wo ist die Berliner Mauer App erhältlich?

Die Berliner Mauer App ist unter dem Titel “Die Berliner Mauer” im Apples iTunes-Store erhältlich. Dort kann sie ganz einfach auf das eigene iPhone, den iPod touch oder das iPad heruntergeladen werden. Auch für andere Betriebssysteme, wie Android OS, ist die Berliner Mauer App erhältlich.

Was kann die Berliner Mauer App?

Die Berliner Mauer App verfügt über eine Vielzahl an Funktionen. Sie kann als interaktiver Reiseführer unterwegs und ebenso als umfangreiches Informationsangebot genutzt werden. Anhand einer interaktiven Karte kann der ehemalige Grenzverlauf von Pankow bis Neukölln nachverfolgt Berliner Mauer App Reiseführerwerden. An 40 Orten, die auf der Karte mit einem Tab markiert sind, hält die Berliner Mauer App jede Menge zusätzliches Material bereit. 200 Fotos, 20 Filme, 40 Audioclips und viele Texte lassen die Geschichte erlebbar werden.

Der Nutzer kann sich von der Berliner Mauer App über zwei vorgeschlagene Routen unterschiedlicher Länge entlang der ehemaligen Grenze führen lassen. Oder er lässt sich bei einer eigenen Erkundungstour von dem integrierten Entdeckermodus auf bedeutsame historische Orte in der Nähe aufmerksam machen und direkt dorthin navigieren. Daneben bietet die Berliner Mauer App auch die Möglichkeit, eigene Touren je nach Interessenschwerpunkten und verfügbarer Zeit zusammenzustellen. Ebenso nützlich sind die abrufbaren Abfahrtspläne der öffentlichen Verkehrsmittel, die gerade für Neulinge in der Stadt eine große Hilfe sind. Die Anwendung ist in Deutsch und Englisch erhältlich. Man sollte sie auf jeden Fall einmal ausprobieren, da die Berliner Mauer App kostenlos ist.

Foto 1: Jacob Poul Skoubo von flickr
Foto 2: T100Timlen von flickr

Zeitzeugen berichten

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. February 2012

Zeitzeugen berichten aus der Vergangenheit und helfen dabei, die Vergangenheit aufzuarbeiten und neue Perspektiven einzunehmen. Ihre Sichtweisen sind überaus wichtig für die Geschichtsforschung, denn Zeitzeugen berichten aus ihren persönlichen Erinnerungen und Zeitzeugen berichten insbesondere über ihre persönlichen Erlebnisse.

Zeitzeugen berichten – Oral History

Zeitzeugen berichtenZeitzeugen berichten innerhalb der so genannten Oral History. Diese Methode wird etwa seit den 60er Jahren vermehrt in der Geschichtsforschung angewendet und ist der Mehrheit der Bevölkerung mittlerweile auch im Zusammenhang mit Fernseh-Dokumentationen bekannt. Natürlich lassen sich historische Aufarbeitung und filmische Arbeit nur bedingt vergleichen. Die Zeitzeugen berichten in den Interviews von ihren Erfahrungen. Meist verwenden die Interviewer spezielle Fragetechniken, um zu den Informationen zu gelangen. Dennoch müssen alle Informationen, von denen die Zeitzeugen berichten, kritisch hinterfragt werden. Besonders wichtig ist es, andere Quellenarten hinzuzuziehen, um die Aussagen zu vergleichen und eventuell zu relativieren. Die Erlebnisse, von denen die Zeitzeugen berichten, können nur bis zu einem bestimmten Grad als vertrauenswürdig und unverfälscht angenommen werden. Oft unterliegen sie Manipulationen, sind unvollständig oder entsprechen einfach nicht den realen historischen Ereignissen.

Zeitzeugen berichten im Internet

Zeitzeugen berichten alter MannMittlerweile existieren eine Reihe von Portalen und Archiven, in denen die Zeitzeugen berichten. Auf diesem Blog finden Sie ebenfalls eine Sammlung von Zeitzeugenberichten. Das Projekt “Gedächtnis der Nation” bietet derweil schon eine riesige Auswahl an Erzählungen von Zeitzeugen als Videos. Die Interviews beziehen sich auf die Zeit vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Ein Großteil der Filmaufnahmen ist vom ZDF gestiftet worden und wird jährlich durch weitere Videos im Jahrhundertbus, der durch ganz Deutschland führt, ergänzt. Jeder, der seiner Nachwelt seine persönlichen Erfahrungen hinterlassen möchte, ist eingeladen, bei diesem Projekt mitzumachen und seine subjektiv erlebten Geschichten zu erzählen. Interessierte können mit dem Projektverantwortlichen in Kontakt treten und zu den unterschiedlichsten Themen, ob Kindheit im Nationalsozialismus, Leben in der DDR oder auch jüngere Historie, vor laufender Kamera berichten.

Die Erinnerungen der Oral History an die Geschehnisse sind mitunter verklärt und keineswegs objektiv, da Zeitzeugen unter dem Einfluss ihrer Zeit berichten.

Foto 1: h.koppdelaney von flickr
Foto 2: born.to.be.mild von flickr

Die Reichskristallnacht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. November 2011

Die Reichskristallnacht

Als Reichskristallnacht werden die Novemberpogrome vom 8./9. 11. 1938 bezeichnet. Man spricht auch von der (Reichs-)Pogromnacht. “Reichskristallnacht” wurde ursprünglich vom Berliner Volksmund verwendet (so auch Zeitzeuge Adolf Arndt (SPD)) – in Bezug auf das viele zerbrochene Glas und Kristall in Synagogen und jüdischen Geschäften. Dieses Wort, eigentlich in sich distanzierender und kritisierender Bewertung verwendet, wurde später (Wilhelm Börger) von den Nationalsozialisten propagandistisch entfremdet. Man versteht darunter vom nationalsozialistischen Regime organisierte und durchgeführte Gewaltmaßnahmen im November 1938 gegen Juden im Deutschen Reich. In den Tagen zwischen dem 7. und 13. November 1938 wurden ca. 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Dabei wurden mehr als 1400 Synagogen, Versammlungsräume, Wohnungen, Geschäfte und jüdische Friedhöfe zerstört. Der nationalsozialistische Terror breitete sich immer weiter aus.

Was führte zur Reichskristallnacht?

Die Reichskristallnacht wurde von der NS-Propaganda als eine Reaktion spontanen Volkszorns auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten durch einen Juden dargestellt. Doch tatsächlich war es der Beginn der Zwangsenteignung jüdischen Besitztums zur Finanzierung der deutschen Aufrüstung. Der Zeitpunkt der Reichskristallnacht hing eng mit Hitlers Kriegsplänen zusammen.

Vorzeichen für die Reichskristallnacht

Der Leiter des Zentralbüros für die Ansiedlung der Juden aus Deutschland in Jerusalem, Georg Landauer, erwähnte in einem Brief vom 8. Februar 1938 an einen anderen zionistischen Funktionär, dass es in Deutschland in naher Zukunft Pläne für ein dramatisches Pogrom gäbe. Er berief sich dabei auf eine private, verlässliche Quelle. Im Juni 1938 wurden jüdische Geschäftsinhaber in Berlin angewiesen, ihre Namen in weißen Buchstaben am Schaufenster anzubringen. Dies erleichterte die Zerstörung in der Reichskristallnacht. Ab dem Sommer 1938 mussten Juden Kennkarten mit den Zweitnamen “Sara” (Frauen) und “Israel” (Männer) bei sich tragen und ab dem 5. Oktober ein rotes “J” in ihre Sonderausweise stempeln lassen. Dies erleichterte eine schnelle Deportation. Bis zum Oktober wurden die drei größten deutschen Konzentrationslager in Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen als Vorbereitung für die Reichskristallnacht ausgebaut.

Die Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938

Bei einem Essen im Alten Rathaus in München erfuhr Hitler vom Attentat auf den Diplomaten in Paris, ein willkommener Vorwand für die Reichskristallnacht. Er besprach sich sofort mit Goebbels, der beim Essen anwesend war. Dieser gab um 22 Uhr die Nachricht den versammelten Partei- und SA-Führern bekannt. Er bezeichnete das Attentat als jüdische Weltverschwörung und lobte die “spontanen” judenfeindlichen Aktionen im Reich, bei denen auch Synagogen in Brand gesteckt wurden. Dies wurde von den anwesenden SA-Führern und Gauleitern als Aufforderung zum organisierten Handeln gegen jüdische Einrichtungen verstanden und leitete die Reichskristallnacht ein.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 102-14468 / CC-BY-SA, Wikipedia

Der Aufstand des 17. Juni 1953

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 12. October 2011

In den Tagen um den 17. Juni 1953 kam es in der DDR an über 400 Orten und ca. 600 Betrieben zu einem Aufstand, an dem sich über eine halbe Million Menschen beteiligten.

Die Ursachen des Volksaufstandes am 17. Juni 1953

Unter der Führung des SED-Generalsekretärs Walter Ulbricht wurde auf der zweiten Parteikonferenz der SED im Jahr vor dem 17. Juni 1953 unter großem Applaus der Delegierten der Aufbau des Sozialismus verkündet. Nach sowjetischem Vorbild wurde die Industrie und schließlich die ganze Gesellschaft verstaatlicht. Dies hatte dramatische Folgen, die letztlich zum Aufstand vom 17. Juni 1953 führten. Dies stürzte die DDR in eine schwierige Ernährungskrise und die industrielle Produktion ging zurück. Die Bevölkerung reagierte mit Protesten und “Republikflucht”, wie es die SED Regierung betitelte. Einen Monat vor dem 17. Juni 1953 verabschiedete die SED-Führung ein Gesetz zur Erhöhung der Arbeitsnormen um 10,3 Prozent.

Moskau und der Aufstand des 17. Juni 1953

In Moskau nahm man die Krise in der DDR vor dem 17. Juni 1953 mit Besorgnis wahr und reagierte damit, das Politbüro der SED zu einem neuen Kurs zu zwingen. Noch eine Woche vor dem 17. Juni 1953 versprach die SED Regierung enteignete Betriebe zurückzugeben und die Versorgung zu verbessern. Die Erhöhung der Arbeitsnormen wurde jedoch beibehalten.

Die Tage um den Aufstand  des 17. Juni 1953

Die Arbeiterschaft war erbost und fühlte sich bestraft. Zwei Tage vor dem 17. Juni 1953 kam es auf Ostberliner Großbaustellen zu Protesten. Abgesehen von der Rücknahme der Normenerhöhung ging es bald auch um eine Wiedervereinigung Deutschlands, die Absetzung Ulbrichts und freie Wahlen. Die Proteste griffen bis zum 17. Juni 1953 auf die gesamte DDR über. Die Erhebung wurde vom sowjetischen Militär und der Volkspolizei blutig niedergeschlagen. Genauere Zahlen bezüglich der Opfer sind nicht bekannt. Im Westen wurde der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als Freiheitswille der DDR Bevölkerung angesehen und am 4. August 1953 wurde der 17. Juni per Gesetz in der BRD als ‘Tag der Deutschen Einheit‘ zum nationalen Gedenktag erhoben.

 

Die Wiedervereinigung Deutschlands

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 8. October 2011

Durch Veränderungen in der Sowjetunion seit Mitte der 80er Jahre vorangetrieben kam es zum Zusammenbruch der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands in den Jahren 1989/90.

Gorbatschow und die Wiedervereinigung

Mitte der 80er Jahre begann der neue sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow mit umfassenden Reformen, um die UdSSR vor dem Verfall zu retten. Er verzichtete auf die sowjetische Vormachtstellung in den Ostblockstaaten und suchte die Kooperation mit dem Westen. Die Deutsche Wiedervereinigung ist das Ergebnis einer allmählichen Demokratisierung der östlichen Staaten, Ungarn begann im Frühjahr 1989 mit dem schrittweisen Abbau der Grenzzäune zu Österreich und schließlich einer vollständigen Öffnung der Grenze zum Westen am 11. September 1989. Dem folgte eine Fluchtwelle aus der DDR über Ungarn in die Bundesrepublik. Ein kleiner Schritt in Richtung Wiedervereinigung.

Die Krise in der DDR und die Wiedervereinigung

Die Führung der DDR geriet immer mehr in einen Zustand der Stagnation und Krise, je mehr sie sich innerhalb der Ostblockstaaten isolierte. Man weigerte sich, auf die Reformen Gorbatschows einzugehen und unterwarf nun sogar sowjetische Publikationen einer Zensur. Auch wirtschaftlich war die DDR am Boden. Eine Wiedervereinigung konnte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemand vorstellen.

Eine friedliche Revolution auf dem Weg zur Wiedervereinigung

Nachdem die Massenflucht in Gang kam, wagte man sich auch auf die Straße und es formierte sich eine Oppositionsbewegung in der DDR. Unter dem Schutz der Kirche begannen die Montagsdemonstrationen in Leipzig. Man wollte auf friedliche Weise eine Wiedervereinigung erzwingen. Schließlich endeten die Feierlichkeiten zum 40sten Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 in einem Fiasko. Während der offiziellen Feierlichkeiten fanden in vielen Städten Demonstrationen gegen die SED-Führung und für eine Wiedervereinigung mit der BRD statt. Schließlich sah man sich dem zweifachen Druck aus Massenflucht und Massendemonstration nicht mehr gewachsen und der Rücktritt Erich Honeckers am 18. Oktober 1989 leitete den Zerfall der DDR ein.

Der Fall der Berliner Mauer und die Deutsche Wiedervereinigung

Nach der Öffnung der Berliner Mauer wird eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten immer wahrscheinlicher. Der neue Ministerpräsident Lothar de Maiziere ebnete den Weg zur Wiedervereinigung und nach den sogenannten Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs kommt es zur Wiedervereinigung und Deutschland erhält seine volle Souveränität zurück.
Die Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung Deutschlands finden bis heute jährlich am 3. Oktober statt.


                

Die Erinnerungskultur

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 5. October 2011

Als Erinnerungskultur bezeichnet man die Umgangsformen einer Gesellschaft oder Gruppe damit, Teile der Vergangenheit im Bewusstsein zu halten. Es wird zwischen einer privaten und öffentlichen Erinnerungskultur unterschieden.

Wie drückt sich eine Erinnerungskultur aus?

Die Erinnerungskultur drückt sich weniger in der Darstellung objektiven historischen Wissens, als vielmehr durch kollektive und subjektive Wahrnehmungen historischer Zusammenhänge aus. Gesellschaftliche Zusammenhänge und Probleme haben einen Einfluss auf die Erinnerungskultur. Familienalben und Ahnenforschung sind ein Beispiel für eine private Erinnerungskultur. Von der Politik wird sie oft instrumentalisiert. Hier wird zum Beispiel bei einem Regimewechsel die Deutung historischer Ereignisse verändert.
Eine weiterer Bereich sind die Rekonstruktion, Konservierung und Restaurierung von Gebäuden und historischen Objekten. Internationale Förderung wird hier vom Weltkulturerbe der UNESCO betrieben.

Beispiele der Erinnerungskultur

In vielen Ländern, wie Österreich und Deutschland, stellen Völkermorde einen zentralen Aspekt der Erinnerungskultur dar.
Die Erinnerungen an die Kulturrevolution, der Sino-Japanische Krieg und die Neuerfindung des Konfuzianismus sind drei Beispiele Chinesischer Erinnerungskultur. Die Revolution 1789 in Frankreich ist ein weiteres Beispiel.
Für Deutschland ist die Zeit der Deutschen Teilung sehr wichtig, weshalb an diese Zeit auch immer wieder erinnert werden soll.

Zusammenhang zwischen Zeitzeugen und Erinnerungskultur

Zur Formung eines kollektiven Gedächtnisses und zur Identitätsbildung kommt den Zeitzeugen in der Erinnerungskultur eine große Bedeutung zu. Die Frage ist, wie werden Bildungseinrichtungen vorgehen, wenn die Zeitzeugen nicht mehr zur Verfügung stehen? Wie wird man der dritten Generation von Nachgeborenen eine angemessene Erinnerungskultur bieten? Die Aufzeichnung von Zeitzeugeninterviews hilft hier. Auch das Internet und die fortschreitende Digitalisierung kann Geschichte in neuer Form begreifbar machen. Zeitzeugen wurde in den letzten Jahren ein beachtliches mediales Interesse entgegengebracht.

Erinnerungskultur auf internationaler Ebene

Der Politisierung kann durch den Aufbau einer gemeinsamen internationalen Erinnerungskultur entgegengewirkt werden. Die Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland stellt hier ein gutes Beispiel dar. In beiden Ländern muss eine schmerzhafte gemeinsame Vergangenheit aufgearbeitet werden, um die heutigen Beziehungen zu festigen.

 

Was ist ein Zeitzeuge?

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 23. September 2011

Ein Zeitzeuge ist eine Person, die an einem bestimmten, meist historischen Ereignis persönlich teilgenommen hat.

Der Zeitzeuge aus der Sicht der Geschichtswissenschaft

Von der Geschichtswissenschaft wird der Zeitzeuge als wichtige historische Quelle angesehen.
Wie jede andere Quelle wird auch der Zeitzeuge, kritisch, nur im Zusammenhang mit anderen
Quellen ausgewertet.
Eine Methode, die auf dem Sprechen lassen von Zeitzeugen basiert, nennt sich Oral History.
Der Zeitzeuge soll hier möglichst wenig vom Historiker beeinflusst werden und Inhalte auf seine
Art und Weise wiedergeben. Gerade Personen aus unteren Gesellschaftsschichten, aber nicht nur diese
sollen so ihre Lebenswelt und Sichtweisen für die Nachwelt darstellen. Die Methode beinhaltet das freie Sprechen des Zeitzeugen und nicht, wie oft fälschlicherweise behauptet, das Gespräch mit ihm.

Die Glaubwürdigkeit des Zeitzeugen

Wie bei Zeugen allgemein, ist die Glaubwürdigkeit des Zeitzeugen von seiner zeitlichen und räumlichen Nähe zum Vorgang abhängig. Es stellt sich die Frage: War der Zeitzeuge unmittelbar am Tatort oder wurden ihm Kenntnisse nur vermittelt? Außerdem ist sein sachliches Verständnis und sein Interesse an einer bestimmten Interpretation des Ereignisses von Wichtigkeit.
Paradoxer Weise heißt es, Aussagen, die dem Interesse des Zeitzeugen widersprechen, sind eher glaubwürdig als solche, die das eigene Interesse legitimieren. So wären negative Aussagen des Zeitzeugen über einen Freund eher glaubwürdig, ebenso wie positive über einen Gegner.

Der Zeitzeuge in der Kritik

Es muss auch auf die Schwierigkeiten der Methode mündlicher autobiographischer Erzählungen von Zeitzeugen für die historische Rekonstruktion hingewiesen werden. Oft beeinflusst das Selbstbild älterer Zeitzeugen die Erinnerung so stark, dass sie objektiv Falsches selbst glauben. Die Historiker Lutz Niethammer und Harald Welzer sind der Meinung, dass sowohl ehemalige KZ-Häftlinge, als auch Weltkriegsteilnehmer in dieser Hinsicht sehr kritisch wahrgenommen werden müssen.
Die Zeitzeugenschaft soll jedoch gar keine reine Faktenaufzählung sein, wie sie zum Beispiel in Geschichtsbüchern gewollt ist. Menschen sollen über Ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse berichten.

Es ist wichtig, Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen, um ein Stück Erinnerungskultur zu schaffen. Nur so bekommt unsere Geschichte die Möglichkeit, außerhalb der sachlichen Geschichtsbücher, lebendig und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet zu werden.

Chronik der Berliner Mauer – Der Fall

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 15. August 2011

Der Fall der Berliner Mauer

Nach 28 Jahren war das Ende der Berliner Mauer gekommen. Am Donnerstag, den 9. November 1989, in der Nacht zum Freitag, fiel die Berliner Mauer und entließ die Menschen in die Freiheit. Schon im Oktober wurde die Öffnung der Berliner Mauer diskutiert und vorbereitet, jedoch war die eigentliche Maueröffnung erst für Dezember angedacht.
Doch am Vormittag des 9. November gab es einen verhängnisvollen Hinweis: Staatsmänner aus Ost- und West-Berlin meinten von einem verfrühten Fall der Berliner Mauer, von der jeweils anderen Seite, informiert worden zu sein und trafen eilig Vorbereitungen, um der anderen Seite in nichts nachzustehen. Dies begünstigte sicherlich, dass die Berliner Mauer schon vor ihrer offiziell geplanten Auflösung zu Fall gebracht werden konnte.

Die letzten Stunden der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer stand seit jeher unter großer Kritik der westlichen Staaten. Sie verkörperte auch symbolisch die Trennung zwischen freiheitlichen Demokratien und sozialistischen Diktaturen. Es gab Forderungen nach Reisefreiheit und den Wunsch nach einem neuen Reisegesetz. Als dieses schließlich veröffentlicht wurde, löste es eine Welle des Unbehagens aus. Ebenso war die anhaltende Flucht aus der DDR ein Zeichen dafür, dass das Ende der Mauer nahen sollte.
Letztendlich war es eine, über den West-Berliner-Rundfunk ausgestrahlte, Falschmeldung über die Öffnung der Berliner Mauer, welche tausende Ost-Berliner zu den Grenzübergängen zog. Aus Not durch den großen Andrang wurde einigen die Durchreise gewährt, was schließlich den Schein offener Grenzübergänge nur noch vergrößerte und noch mehr DDR-Bürger zur Berliner Mauer strömen ließ.
Bis Mitternacht wurden so alle Grenzübergänge geöffnet.

Die Berliner Mauer verschwand in den folgenden Monaten gänzlich und die politische Wiedervereinigung Deutschlands rückte in greifbare Nähe.

 

Chronik der Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 10. August 2011

Die Geschichte der Berliner Mauer umfasst eine Zeit von 28 Jahren. Die wichtigsten Ereignisse um die Berliner Mauer sollen hier in einer Übersicht dargestellt sein.
Ausführlichere Darstellungen sind jeweils verlinkt.

Die Geschichte der Berliner Mauer

8. Mai 1945:  Das Ende des 2. Weltkriegs

  • Berlin wird in vier Sektoren aufgeteilt (Viermächte-Status)
    • amerikanischer Sektor
    • britischer Sektor
    • französischer Sektor
    • sowjetischer Sektor

26. Mai 1952

  • Die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland wird geschlossen, die so genannte innerdeutsche Grenze lässt nur noch in Berlin einen Sektorenwechsel zu

13. August 1961

14. August 1961

  • Schließung des Brandenburger Tors

26. August 1961

  • Für West-Berliner werden alle Grenzübergänge geschlossen

26. Juni 1963

17. Dezember 1963

  • West-Berliner dürfen nach über zwei Jahren zum ersten Mal Ost-Berlin besuchen

3. September 1971

12. Juni 1987

  • Vor dem Brandenburger Tor fordert Ronald Reagan: “Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!”

9. November 1989

3. Oktober 1990

 

 

Bild:  Bundesarchiv, Bild 183-88574-0004 / Stöhr / CC-BY-SA, Wikipedia


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