Zeitzeugen im Deutschlandfunk

Veröffentlicht von dominikus am 6. January 2012
Zeitzeugen im Deutschlandfunk

Quelle: @Deutschlandradio (01.04.09)

Die Interviews der Zeitzeugen im Deutschlandfunk stellen eine angenehme, auditive Möglichkeit dar, gelebte Geschichte nachzuvollziehen und persönliche Einblicke zu erleben. Bereits seit einigen Jahren bietet der Deutschlandfunk mit “Zeitzeugen im Gespräch” diese besonders interessante Interviewreihe seinen Hörern an.
Im Deutschlandfunk stehen Zeitzeugen u.a. aus Politik, Wirtschaft und Literatur vor dem Mikrophon. Als DDR-Zeitzeugen sind bereits Freya Klier, Rainer Eppelmann und Hans Modrow im Gespräch gewesen. Jeden letzten Donnerstag im Monat wird die neuste Folge um 19.15 Uhr vom Deutschlandfunk bundesweit gesendet. “Zeitzeugen im Gespräch” des Deutschlandfunks ist auf der Homepage im Archiv sowohl als Audiodatei als auch als schriftliche Version verfügbar.

Aktuelles Zeitzeugen-Interview mit Christa Luft im Deutschlandfunk

Deutschlandradio - Ü-Wagen

Quelle: @Deutschlandradio (01.04.09)

Im aktuellen Zeitzeugen-Interview steht die frühere DDR-Wirtschaftsministerin und PDS-Bundestagsabgeordnete Christa Luft zur Verfügung. 1971 habilitierte sie als ordentliche Professorin für sozialistische Außenwirtschaft an der Hochschule für Ökonomie zu Berlin. 1958 in die SED eingetreten, ist sie 1989 als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Teil der Übergangsregierung von Hans Modrow geworden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gewann sie 1994 und 1998 ein PDS-Mandat bei der Bundestagswahl.

Als Zeitzeugin beschreibt sie im Deutschlandfunk sehr eingehend ihre Erfahrungen als Professorin für sozialistische Außenwirtschaft an der Hochschule für Ökonomie und aus ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin der DDR. Besonders interessant sind ihre Schilderungen im Zusammenhang mit dem Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) während ihrer Promotion an der Hochschule für Ökonomie.

Weitere Zeitzeugen-Interviews

Deutschlandradio-Studioszene

Quelle: @Deutschlandfunk-Bettina Straub (03.04.09)

Das Gespräch mit Christa Luft ist nur ein Beispiel für ein Zeitzeugnis und schildert die Geschichte aus ihrer Perspektive. Gerade für die jüngere Generation bieten die Gespräche mit den Zeitzeugen im Deutschlandfunk jedoch eine wunderbare Möglichkeit, Geschichte zu erleben und nicht nur aus dem Lehrbuch zu erfahren. Besonders empfehlenswert ist das Online-Archiv, wo die Beiträge aufbewahrt und verfügbar sind.

Wir freuen uns auf die kommenden Folgen der Interviewreihe “Zeitzeugen im Gespräch” im Deutschlandfunk und sind gespannt auf die neuen Einblicke in das Zeitgeschehen.

Mehr Informationen unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/zeitzeugen

Alliierten-Museum Berlin

Veröffentlicht von dominikus am 22. December 2011

Das Alliierten-Museum bietet spannende Veranstaltungen mit Zeitzeugen und stellt wichtige Zeitdokumente aus.

Alliierten-Museum BerlinIn der Spannung zwischen Westmächten und Sowjetunion präsentiert sich das Alliierten-Museum als interessanter Ort der kulturellen Erinnerung. Das Ende des zweiten Weltkrieges, die Nachkriegszeit (ab 1948/1949 kann die Sowjetunion nicht mehr zu den Allierten gezählt werden) und die Zeit des Kalten Krieges sind hier ständige Themen, die das Alliierten-Museum mit Veranstaltungen und Ausstellungen würdigt.

Zudem werden im Berliner AlliertenMuseum Zeitdokumente aufbewahrt wie Akten, amtliche Drucksachen, Ausweise, Fotos – meist amerikanischer Herkunft der 70er-90er Jahre – Tagebücher und Briefe sowie Dias und Fotos, Mützen, Uniformen, Orden und Abzeichen (Militaria).

Als einmaliges Zeitzeugnis ist im Alliierten-Museum die Mitschrift eines politischen Seminars zu besichtigen. Dieses Zeitzeugnis bietet Einblick in die Köpfe hochrangiger politischer Akteure der damaligen Zeit. Die Zeitzeugen sind gleichzeitig historische Persönlichkeiten.

Wer sich für die Zeit des Mauerbaus interessiert, dem sei die Veranstaltung “Wie ein Pulverfass! Berlin-Krise und Mauerbau” nahegelgt, welche das Alliierten-Museum am Sonntag, den 8.01.2012 in Berlin Zehlendorf stattfinden lässt. Diese Sonderausstellung des Alliierten-Museums (Eintritt frei – Anmeldung nicht erforderlich) befasst sich auch mit den Strategien, die für den militärischen Ernstfall vorgesehen waren. Raketenköpfe, Teile des früheren Wachhauses am Checkpoint Charlie und sowjetische Propaganda-Plakate geben einen Eindruck von der Zeit und veranschaulichen die Vergangenheit.

Die Kuratorenführung des Allierten-Museums wird geleitet von Florian Weiß.

Foto: Magan2002 (Wikipedia)

Zeitzeugen-Roman über DDR

Veröffentlicht von dominikus am 15. December 2011

Zeitzeugen Roman T. SchmidtIm Auftrag des Großen Bruders

Gründe des Niedergangs der DDR, ihre militärische Stellung im Warschauer Pakt (Warschauer Vertrag), die Hegemonie der ehemaligen Sowjetunion und damit verbundene Probleme in der Wirtschaft.

Die Auswirkungen sind heute noch erkennbar. Die DDR war mit militärischen Standorten übersät und das MfS arbeitete auf Hochtouren. Wie kam es zur flächendeckenden Überwachung?
Verantwortlich für Vorbereitung und den Bau von Militärobjekten mit geringerer Geheimhaltung waren Dienststellen in 13 DDR-Bezirken (Kasernenobjekte, Unteroffiziersschulen, Lager etc.).
In diesem Roman ist auch die ehemalige Unterkunftsabteilung oder UKA Leipzig, Richterstraße 3, als mein ehemaliger Arbeitgeber genannt (Bauvorhaben nur im Bezirk Leipzig).
Atomare Schutzbauwerke wuchsen während des sogenannten Wettrüstens wie Trüffel. Sie waren Führungsobjekte im Kalten Krieg und wären es nach Beginn eines Kernwaffenschlages gewesen. Handlungsorte oder Gebiete mit diesen Bauvorhaben – genannt werden hier nur einige, sind: Tessin, Straußberg/Harnekop, Calau, Fürstenwalde oder Bunker Kossa. Investionen wurden noch 1990 getätigt. Dies war wohl der empfindlichste Schlag ins Kontor der DDR-Wirtschaft.
Zeitzeugen RomanKaum einer wusste von den verbauten Milliarden, zumal militärische Baumaßnahmen zum Teil unter die geheime Verschlusssache fielen und somit nur ein sehr kleiner Personenkreis informiert war. Aus Gründen der Geheimhaltung wurde die Anzahl der verantwortlichen Bearbeiter solcher Vorhaben so gering wie möglich gehalten. Auch Mauer und innerdeutsche Grenze dienten der Geheimhaltung. Die NVA-Dienststelle UKA-2 in Leipzig, mein letzter Arbeitgeber Militärbauwesen, war für die Vorbereitung von Schutzbauwerken bzw. deren Projektierung und Bau als Auftraggeber verantwortlich. Die Gruppe für die Vorbereitung bestand aus sechs Ingenieuren.
Auch volkseigene Betriebe waren in großem Umfang an NVA-Vorhaben bis 1990 eingesetzt. Industrieobjekte oder Sanierungen wurde zu deren Gunsten zurückgestellt.

Klappentext des Buches:
“Thomas Schmidt wird neben der Industrie auch auf militärischen Vorhaben der DDR eingesetzt. Bedingung ist, dass keine Kontakte in die Bundesrepublik Deutschland bestehen. Von Abenteuerlust getrieben plant Schmidt, in die BRD auszuwandern. Er gerät in das Blickfeld der Staatssicherheit, doch sein häufiger Arbeitsstellenwechsel als hausgemachte Freiheit macht das Observieren fast unmöglich. Schmidt leistet seinen Grundwehrdienst und studiert Bauwesen. Die Marschrichtung für seine Tätigkeit als Bauleiter legt der Staat fest. Das erste Objekt ist eines der Landesverteidigung. NVA NeidenIrgendwann erfolgt der Einsatz auf Vorhaben mit besonderer Geheimhaltung. Es handelt sich um die Führungs- und Atombunker der Nationalen Volksarmee. Was die Finanzierung dieser so bedeutsamen Spezialobjekte betrifft, ist sie für das Ende der DDR-Wirtschaft mitbestimmend – die vorhandenen Baukapazitäten werden zum großen Teil für militärische Vorhaben “verheizt”. Schmidt, Geheimnisträger, hängt seinen Job erneut an den Nagel. Somit greift die Staatssicherheit aktiv in sein Leben ein und der Wettlauf mit der Macht beginnt.

Ziel des Romans war es, die Grenze zur erzählerischen Fiktion nicht zu überschreiten. Um das Leben der Menschen in der DDR zu veranschaulichen, werden Fakten in Handlungen und Dialogen aufgezeigt.

Im Auftrag des Großen Bruders, ISBN 9783862545513, Autobiografie, AAVAA-Verlag, Berlin

Der Text stammt vom Autor und wurde nur geringfügig geändert.
Die Fotos stammen von Zeitzeuge Thomas Schmidt. Die Rechte am Buch-Cover liegen beim AAVAA-Verlag Berlin – es zeigt den Autor im Alter von etwas über 20 Jahren.

Zeitzeugen-Anthologie

Veröffentlicht von dominikus am 9. December 2011

Zeitzeugen-Anthologien sind eine gute Möglichkeit, Zeitzeugnisse einer breiten öffentlich zu präsentieren.

Zeitzeugen AnthologieEine Zeitzeugen-Anthologie ist ein Sammelwerk, das die Beiträge mehrerer verschiedener Zeitzeugen in einem Buch oder in einem anderen Medium zusammenfasst.

Das Sammelwerk “Kapitulation und Neubeginn in Deutschland” Persönliche Erinnerungen an die Jahre 1945 bis 1949" ist eine solche Zeitzeugen-Anthologie, welche die Themen Kriegsende, Beginn des Kalten Kriegs und die Teilung Deutschlands fokussiert. Es werden Beiträge von 15 Zeitzeugen vorgestellt,
die ihre eigenen Eindrücke aus dieser Zeit und ihr persönliches Erleben der allgemeinen Umstände dieser Zeit mitteilen und durch die Veröffentlichung in einer Zeitzeugen-Anthologie konservieren.

Aufgrund der historischen Umwälzungen – Ende der Nazi-Diktatur, der “verlorene” Krieg, Demokratisierung des einen und Sowjetisierung des anderen Teils Deutschlands und der Wiederaufbau – können diese Zeitzeugen die stattfindenden Entwicklungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und sie erlebbar machen. Es wird nicht immer Zeitzeugen aus dieser Epoche geben, weshalb es wichtig ist, ihre Erinnerungen und Erlebnisse, ihre Empfindungen und Erfahrungen aus jener Zeit festzuhalten und sie der Nachwelt zugänglich zu machen, um sich ein eindringlicheres Bild bestimmter Epochen zu bilden. Da häufig “große Männer” oder “Nationen” und “Institutionen” ein eingeschränktes Bild historischer Wirklichkeit vermitteln, kann eine Zeitzeugen-Anthologie, gerade auch wegen der Vielfalt der Zeugnisse und ihrer Subjektivität, das Bild ergänzen und Sachverhalte und Strukturen veranschaulichen und teilweise erfahrbar machen.

Mit ihren Beiträgen, seien es Erinnerungen, Erlebnisberichte, Betrachtungen, Reflexionen oder der Auszug aus einer Erzählung, haben die Autorinnen und Autoren dieses Bandes dazu beigetragen, ein lebendiges, vielfältiges und zugleich individuelles Mosaik dieser Zeit zu schaffen.

Johann-Friedrich Huffmann (Hrsg.):
Kapitulation und Neubeginn in Deutschland
Persönliche Erinnerungen an die Jahre 1945 bis 1949
Reihe: Anthologien
144 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
EUR 10,00 ISBN 978-3-8280-2989-7

Diese Zeitzeugen-Anthologie ist im Frieling-Verlag erschienen.

Roman zur Stasi und DDR

Veröffentlicht von dominikus am 4. December 2011

Stasi Roman1Die Stasi weiß, was ich nicht weiß – ist ein Buch von Felix Reid, welches auch das Thema Zeitzeugenschaft aufgreift. Der Autor hat hierzu  Zeitzeugeninterviews geführt und diese in seinem Roman festgehalten. Insbesondere die Erinnerungen eines Zeitzeugen sind hierbei die Grundlage dieses Romans zur DDR Zeit.

Ein solcher Zeitzeugenroman veranschaulicht sehr gut, weshalb Zeitzeugen und Ihre Zeugnisse so wichtig sind. Weil sie authentisch und aus einer persönlichen Sicht festhalten, wie es zu einer bestimmten Zeit war. Das persönliche Erleben bereichert dabei Fakten und Strukturen und hilft dem Leser, sich in eine bestimmte Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit hineinzuversetzen, wie es ohne die “Methode” der Zeitzeugnisse kaum möglich wäre:

Der wirtschaftskriegerisch motivierte Prozess vor dem Obersten Gericht der DDR gegen Herbert F. Latinsky, einem erfolgreichen Hamburger Kaufmann, hatte nicht viel mit einem Strafprozess im üblichen Sinn gemein. Das ganz besondere Interesse an dieser Art der Schauprozesse und ihrer politischen Instrumentalisierung wird bereits an der Tatsache deutlich, dass der Generalstaatsanwalt der DDR am 06.10.1967 unmittelbar an Erich Honnecker berichtete und die Urteile dann propagandistisch verwertet wurden.

So wird das Buch “Die Stasi weiß, was ich nicht weiß” vorgestellt. Die Fakten dienen dabei als Rahmen und dieser Prozess, der in den 60er Jahren Aufsehen erregte, ist der Kern dieses Buches, dessen Aufgabe nicht die juristische Nachlieferung von Antworten auf die Frage, was denn nun die Wahrheit gewesen sei, liefern soll. Vielmehr stehen die bemerkenswerten Erlebnisse eines Mannes im Vordergrund, der in das Räderwerk der Untersuchungsorgane der DDR geriet. Felix Reid schildert aus langen Gesprächen die Erinnerungen des 91jährigen an die Verhöre, die Behandlung in den verschiedenen Haftanstalten, die Auseinandersetzungen mit den Stasioffizieren. Dagegen setzt er ohne weitere Kommentierung Auszüge aus den Akten zu Gerichtsverfahren, aus den Stasiakten und weitere Dokumente.

Dieses Buch ist damit nicht nur ein einzigartiges Zeitzeugnis der Stasiverhöre, der politischen Justiz sowie der Haftbedingungen, sondern auch der deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen der 50iger und 60iger Jahre. Neben den menschlichen Aspekten solcher Verhöre und dem Zerstören jeglicher Perspektive des Opfers, wird auch der Aufstieg des Herbert Latinsky zu einem erfolgreichen Kaufmann im Rückblick geschildert, seine Vernetzung in die Hamburger Gesellschaft und seine Kontakte zu dem Kaffee-Unternehmer Darboven, dem Flugszeugproduzenten Bölkow und anderen Wirtschaftsgrößen der 50iger und 60iger Jahre.

Felix Reid ist Kommunikationswissenschaftler und Autor aus Hamburg, der mit seinen 32 Jahren die Zeit nicht selbst erlebt aber den Fall gut recherchiert hat. Er schafft es durch die unaufdringliche Wiedergabe des Sprechstils von Herbert Latinsky mit seinen authentischen Reflexionen, Wiederholungen aber auch Ungereimtheiten und menschlichen Unzulänglichkeiten, ein eindrucksvolles Bild von Menschen, Situationen und dem System zu zeichnen – eine Kombination von Innensicht und Rahmenbedingungen. Ein Werk, das also sowohl wichtig ist, für die Aufarbeitung der Vergangenheit, als auch für die Information der jüngeren Generation, die diese Zeit nicht aus unmittelbarem Erleben kennt.

Biografie-Wettbewerb mit Zeitzeugen

Veröffentlicht von dominikus am 20. November 2011

Nicht nur die Lebensgeschichten von Berühmtheiten sind es wert, dokumentiert zu werden. Auch sogenannte Normalbürger sind Vorreiter oder Vorbilder. Sie sind Zeitzeugen und haben oft abenteuerliche und für die Geschichtsbücher wertvolle Ereignisse erlebt und es ist wichtig, dies festzuhalten.

Biografiewettbewerb"Was für ein Leben" – Der Biografie-Wettbewerb mit Zeitzeugen

Der bundesweite Biografie-Wettbewerb will Aufmerksamkeit für Zeitzeugen schaffen. Deshalb wird er vom Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin unterstützt. Außerdem wird das Zeitzeugen Projekt von ad.eo filmbiografien, dem MDR und von Generali Zukunftsfonds gefördert. Es werden vor allem engagierte und starke Zeitzeugen-Persönlichkeiten mit bemerkenswerten Biografien gesucht.

Wie können Zeitzeugen am Wettbewerb teilnehmen?

Im Internet kann man unter was-fuer-ein-leben.de die Teilnehmerbedingungen lesen und einen Teilnahmeantrag herunterladen. Auf Anfrage kann man sich auch per Post einen Teilnahmeantrag zuschicken lassen. Es gibt außer der Zeitzeugen Kategorie auch die Themen ‘Persönlichkeit’ und ‘Engagement’. In der Kategorie ‘Zeitzeuge’ soll die Biografie mit Entwicklungen und Ereignissen der Deutschen Geschichte verknüpft sein. Es wir darauf wert gelegt, dass die Biografie differenziert und authentisch erzählt und reflektiert wird. Am Sonntag, den 23. Oktober 2011 wurden im DHM die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs vorgestellt.

Ab sofort können sich Zeitzeugen aus ganz Deutschland bewerben!

Die Teilnehmer müssen ein Teilnahmeformular ausfüllen und eine maximal fünf-seitige Zusammenfassung ihrer Lebensgeschichte beilegen. Als Einsendeschluss ist der 29. Februar 2012 vorgesehen. Aus den Einsendungen wird ein Team aus Historikern und Biografie-Experten Lebensgeschichten auswählen, die dann dokumentarisch verfilmt werden. Die Filme werden dann im Oktober 2012 im Kino des DHM vorgestellt und anschließend an Zeitzeugenarchive weitergeleitet.

Zeitzeugen als Stars in ihrer verfilmten Biografie

Der Biografie-Wettbewerb fand auch in diesem Jahr statt und einige der spannenden Lebenswege, die verfilmt wurden sind die Biografien der Zeitzeugen Claus Fritzsche und Margot Kowaljowa. Ihr Leben war von einer lebenslangen Liebe zu russischen Menschen geprägt. In der DDR brachte ihnen das entgegen der offiziellen Propaganda viele Schikanen ein. Am Sonntag, den 23. Oktober 2011 wurden im DHM die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs vorgestellt.

Foto: flickr, wortmeer

Zeitzeugen befragen

Veröffentlicht von dominikus am 16. November 2011

Zeitzeugen sehen ein Ereignis aus ihrem subjektiven Blickwinkel. Viele wichtige Einzelheiten werden vergessen Deshalb sollte man nach einem Interview mit einem Zeitzeugen das Material immer mit dem von anderen Befragten und Informationen aus Büchern und dem Internet vergleichen. Das Befragen von Zeitzeugen ist eine anspruchsvolle Aufgabe und hier sind einige Tipps, wie man am besten dabei vorgeht. Es gibt nichts interessanteres als lebendig erzählte Geschichte von Zeitzeugen. Ein Mensch, der bei einem bestimmten Ereignis dabei war kann viel spannender berichten als das beste Buch es vermag.

ZeitzeugenTipps zur Befragung von Zeitzeugen

Das Gespräch mit einem Zeitzeugen sollte nach Möglichkeit in dessen Wohnung stattfinden, da es Menschen in ihrer vertrauten Umgebung leichter fällt, sich zu äußern. Man sollte im Thema fit sein und sich vorher gut informiert haben. Am Anfang des Treffens mit dem Zeitzeugen steht eine freundliche Begrüßung und die Frage ob es erlaubt sei, ein Foto zu machen und ein Aufnahmegerät mitlaufen zu lassen.

Auswertung des Zeitzeugen Interviews

Zunächst sollte man die Ereignisse sortieren und alles zusammenschreiben, was der Zeitzeuge zu einem bestimmten Punkt gesagt hat. Nun empfiehlt es sich, die Antworten mit Informationen aus Büchern und dem Internet zu vergleichen und auch mit den Antworten anderer Zeitzeugen. Das Ergebnis kann dann zum Beispiel in Form einer PDF Datei mit einem Foto aufbereitet und in Umlauf gebracht werden.

Mögliche Themenbereiche und Fragen für Zeitzeugen

  • Das Ende des Zweiten Weltkriegs: Wie wurde die Vertreibung aus dem Osten erlebt?
  • Die 1950er Jahre in der Schule: Wurde man wirklich von Lehrern geschlagen?
  • Der Bau der Berliner Mauer: Konnten Sie danach noch Kontakt zu Ihren Verwandten in der DDR halten?
  • Die Deutsche Wiedervereinigung: An welchem Ort hielten Sie sich am 9. November 1989 auf?

Dies sind Beispiele zur interessanten Fragen, die man an einem Zeitzeugen stellen kann. Es empfiehlt sich einen detaillierten Fragebogen zu entwerfen.

Foto: flickr, Robert Agthe

Neues Zeitzeugen-Projekt geht online

Veröffentlicht von dominikus am 1. November 2011

"Das Gedächtnis der Nation" ist ein neues Zeitzeugen-Projekt. Darin werden Erzählungen von Zeitzeugen zur wichtigen Momenten der deutschen Geschichte und Alltagserfahrungen aufgezeichnet. Junge und alte Zeitzeugen berichten vor der Kamera über ihre individuellen Erfahrungen und Erinnerungen an historische Ereignisse und Entwicklungen.

Ein Jahrhundert-Projekt, bei dem Zeitzeugen erzählen

Im Jahr 1942 flatterten die Flugblätter der "Weißen Rose" in den Hof der Münchener Universität. Wie war das? In Zukunft kann man viele solcher Geschichten frei zugänglich im Internet sehen. Das neue Zeitzeugen-Portal widmet sich der Aufgabe Interviews mit Zeitzeugen zu sammeln und zu ordnen. 1800 Archiv-Videos wurden bereits vom ZDF zur Verfügung gestellt. Es kommen prominente und weniger prominente Bürger zu Wort. Das Projekt "Gedächtnis der Nation" wurde vom ZDF-Journalist Guido Knopp und Stern-Chef Hans-Ulrich Jörges initiiert. Es wird ein mit Videotechnik ausgestatteter Interview-Bus in Berlin beginnend quer durchs Land geschickt. Zeitzeugen werden darin ihre Anekdoten aus der wechselvollen jüngeren Vergangenheit Deutschlands erzählen.

Zeitzeugen Youtube-Kanal für die Jüngeren

Schirmherr des Vereins ist Christian Wulff, der in einer Videobotschaft auf der Website gedaechtnis-der-nation.de zum Ausdruck bringt, dass nichts Geschichte für nachfolgende Generationen so lebendig macht, wie die Erinnerungen von Zeitzeugen. Das Projekt will diese Erinnerungen für alle Zeit konservieren. Zunächst sollen die thematischen Schwerpunkte auf dem Holocaust und der Teilung Deutschlands liegen. Später sollen auch aktuellere Themen wie die Finanzkrise hinzukommen. Im Mittelpunkt des Internetauftritts steht eine interaktive Zeitleiste, die verschiedene Kurzfilme zu den einzelnen Geschehnissen anbietet. Wer aber etwas interessantes zur deutschen Geschichte zu berichten hat, muss nicht auf den Interview-Bus warten. Es gibt einen Youtube-Mitmachkanal auf dem vor allem jüngere Zuschauer Zeitzeugen-Videos hochladen können. Die Filme werden nach einer Prüfung durch die Redaktion auf der Website youtube.com/unseregeschichte online gestellt.

Zeitzeugen-Projekt nach Spielberg Vorbild

Das Projekt ist von der "Shoah Foundation" des US-Regisseurs Steven Spielberg inspiriert. Spielberg zeichnete die Erinnerungen von Holocaust Zeitzeugen auf. Das Projekt "Das Gedächtnis der Nation" soll zunächst mit einem Etat von zwei Millionen Euro für vier Jahre laufen.

 

Zeitzeugen des Widerstands

Veröffentlicht von dominikus am 25. October 2011

Der Deutsch-Französische Kulturkanal Arte startete am 12. Oktober die Zeitzeugen-Dokumentationsreihe “Schattenkamp”‘. Wie vielseitig die Ausdrucksformen des Widerstands waren zeigt der Autor Bernard George in dieser Reihe, in welcher letzte Zeitzeugen zu Wort kommen.

Zeitzeugen des WiderstandsVon Zeitzeugen erzählte Ausdrucksformen des Widerstands

Ein polnischer Zeitzeuge erinnert sich an seine Mutter, die sich weigert kurz nach der Besetzung durch die Deutschen, öffentlich verteiltes Brot anzunehmen, weil sie entdeckt, dass ein Wochenschaukamera auf sie gerichtet ist, die eine scheinbare Wohltat der Deutschen Besatzer festhalten soll. Widerstand ist hier eine Sensibilität für Symbolik und nicht eine Frage der Waffen. Ein Zeitzeuge berichtete: "Wir hatten keine Waffen." Hatten die Menschen überhaupt eine Chance zu schnellem Widerstand?

In Dänemark war das ganz anders, weiß der Zeitzeuge Jorgen Kieler. Die Deutschen marschierten ein und das schwache Militär der Dänen kapitulierte innerhalb von vier Stunden. Für diesen Zeitzeugen ist es unverständlich, dass man die Kapitulation einfach so ohne Widerstand hingenommen hat. Zeitzeugen berichten vom Beginn des Widerstands in Frankreich und Belgien als ein Eindruck öffentlicher Verunsicherung und privater Entschlossenheit. Ein französischer Zeitzeuge empfindet das nach der unter General Petain eingerichtete Vichy Regime als eine Schande. Eine ganz andere Form des Widerstand schildern zwei griechische Zeitzeugen, die nachts die Hakenkreuzfahne auf der Akropolis nieder rissen und statt gefürchteter Schelte von ihrer Mutter dafür umarmt wurden. Widerstand entsteht durch eine spontane und nicht durch eine philosophisch-politische Haltung. Dies ist die durchgängige Botschaft des Films.

Für den Zeitzeugen Wladyslaw Bartoszewski beginnt der Zweite Weltkrieg wie ein Schlag aus heiterem Himmel. Seine Stimme zittert heute noch, wenn er beschreibt, wie ihn seine Mutter weckte und er bei einem Blick aus dem Fenster Zeuge wird, wie der Warschauer Flughafen samt Umgebung von deutschen Sturzkampfbombern zerstört wird. Diese Szene eröffnete den ersten Teil der Zeitzeugen-Dokureihe ‘Schattenkampf’, die an drei Abenden in Doppelfolgen von je 52 Minuten ausgestrahlt wird. Zu finden ist diese Dokumentation in der Mediathek von arte.

Man darf auf die weiteren Folgen dieser Zeitzeugen-Dokumentation gespannt sein, wenn erörtert wird, wie der Widerstand aus spontanen Anfängen zu einer Macht heranwächst.

Foto: flickr, RAFIK BERLIN

 

Besuch bei Zeitzeuge Dr. Brigitte Marquardt

Veröffentlicht von dominikus am 21. October 2011

In der Sendung Heimatjournal vom rrb werden regelmäßig Kieze in Berlin, Landschaften in Brandenburg und deren Bewohner und Zeitzeugen vorgestellt. In nächsten Sendung besuchen die rbb-Journalisten die Frieling-Autorin und Zeitzeugin Brigitte Marquardt.

Zeitzeugen-Spurensuche in der Meisenstraße in Berlin-Dahlem

"Berlin-Dahlem, Meisenstraße, Leute hier und nebenan" wird die Sendung am 22. Oktober 2011 heißen und diesen Berliner Bezirk in Augenschein nehmen. Es werden in der Sendung besondere Orte und interessante Persönlichkeiten vorgestellt. Die Jounalistin Carla Kniestedt wird mit der Kunsthistorikerin, Zeitzeugin und Autorin Dr. Brigitte Marquardt sprechen. Der Zeitzeugenbericht von Frau Marquardt, welcher im Frieling-Verlag Berlin erschien, heißt "Berlin-Dahlem Meisenstraße". Er gab der Sendung ihren Namen.

Ein Zeitzeugen-Bericht aus dem vornehmen Bezirk Dahlem

Berlin DahlemAls Zeitzeuge verbrachte Brigitte Marquardt eine glückliche Kindheit im großbürgerlichen Elternhaus in der Meisenstraße in Dahlem. In der Nazizeit wird diese Idylle abrupt beendet. Wegen ihrer Äußerungen zum versuchten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wird ihr ein Hochverratsverfahren gemacht. Nach der entscheidenden Schlacht um Berlin wurde das elterliche Haus erst von russischen und danach von der amerikanischen Militärverwaltung in Beschlag genommen. In dem spannenden Zeitzeugenbericht beschreibt sie das Zusammenleben mit der Familie und amerikanischen Besatzungsoffizieren. Brigitte Maquardt gründete selbst eine Familie. Ihr Mann arbeitete sich zu einer bedeutenden Position in einem deutschen Unternehmen empor. Die Memoiren Brigitte Marquardts sind eine bewegendes Zeitzeugen-Dokument einer starken jungen Berlinerin.

Prof. Ingo von Münch über den interessanten Zeitzeugen-Bericht

"Was das Buch zu etwas Besonderem macht, ist †“ abgesehen von dem originalen Tagebuch vom Frühjahr 1945, das die Besetzung Dahlems durch die Russen schildert †“ der Bericht von dem Hochverratsverfahren, das sich das junge Mädchen durch unbedachte Äußerungen nach dem Attentat auf Hitler zuzieht. Durch Bestechung gelingt es den Eltern, den zuständigen Gestapo-Beamten zur Niederschlagung des Verfahrens zu veranlassen. Auch die Requirierung des elterlichen Hauses durch die Amerikaner sowie das jahrelange Zusammenleben mit fünf amerikanischen Offizieren sind farbig und interessant dargestellt."

Zeitzeugen im rrb-Heimatjournal

Die Sendung ‘Berlin-Dahlem, Meisenstraße, Leute hier und nebenan’ wird wird am Samstag, den 22. Oktober 2011 um 19:00 Uhr ausgestrahlt.

 

Bild: flickr, Thomas Lautenschlag

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