Berliner Mauer besichtigen

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. June 2013

Auch wenn es keines unserer erfreulichen Denkmäler ist, so wollen doch zehntausende Menschen jährlich die Überreste der Berliner Mauer besichtigen. Heute wirkt der Gedanke eines geteilten Berlins für den Besucher geradezu surreal, aber auch heute noch lässt sich an manchen Orten das Ausmaß dieses Eingriffs in die Berliner Gesellschaft erahnen. Wer die Berliner Mauer besichtigen möchte sollte sich dafür entweder einen vollständigen Tag Zeit nehmen oder besser noch die einzelnen Ziele mit anderen Aktivitäten kombinieren, denn sie erstrecken sich selbstverständlich einmal quer durch Berlin.

Berliner Mauer besichtigen; Die wichtigsten Denkmäler

Ein fast schon standardisierter und wohl auch der bekannteste Anlaufpunkt für Mauerinteressenten ist der Checkpoint Charlie. Bereits 1963 direkt vor der Grenze eröffnet bietet es einen Überblick über das Grenzsicherungssystem und eine große Fülle an dokumentierten Fluchtversuchen. Allerdings gibt es hier kein wirkliches Stück Berliner Mauer zu besichtigen. Der nächste Abstecher könnte also in die Bernauerstraße führen. Hier wurde ein original erhaltenes Stück der Grenze zum Teil gestalterisch erweitert. An diesem Punkt lassen sich die Ausmaße des Mauerbaus und seine drastischen Auswirkungen zumindest erahnen und auch hier gibt es viele Informationen sowie Bilder und Geschichten im Gedenken an die Betroffenen. Wer im Anschluss ein wenig freundlichere Stimmung benötigt, der sollte sich auf den Weg zur East Side Gallery machen. Auf einem original erhaltenen Stück Mauer stellt diese die weltweit längste Open-Air Ausstellung dar. Nachdem Sie bereits mehrfach restauriert und erneuert werden musste, fällt sie nun erneuert Bauprojekten zum Opfer und einige Abschnitte werden umgesetzt. Trotzdem ist sie weiterhin ein lohnenswertes Ziel.

Der Berliner Mauerweg

Es gibt noch viele weitere Denkstätten deren vollständige Aufzählung den Rahmen sprengen würde. Wer allerdings die Berliner Mauer besichtigen und dabei alle Einzelheiten mitnehmen möchte, für den ist der Berliner Mauerweg zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um einen fast vollständig asphaltierten Weg welcher sich über rund 160km entlang der ehemaligen Grenzanlagen erstreckt. Eine Fahrt entlang des Mauerwegs durch die Innenstadt Berlins beinhaltet allerdings die interessantesten Sehenswürdigkeiten.

Berlin 1989 – Wie sah es kurz vor dem Fall der Berliner Mauer aus?

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. April 2013

Noch vor dem Mauerfall sah es in Berlin recht düster aus. Familien, Freunde und Bekannte wurden durch den Bau der Mauer getrennt. Zur Zeit der DDR vergaß man diese oder trug eine große Sehnsucht in sich, versuchte die Mauern der DDR zu umgehen oder in diese zu gelangen, um sich wiederzusehen. Kein Wunder also, dass viele Fluchtversuche unternommen wurden. An den Grenzübergängen herrschte allerdings eine strenge Überwachung. Wer auf seiner Flucht erwischt wurde, musste mit dem Schlimmsten rechnen. Schließlich wurde auf Flüchtlinge sogar geschossen, wodurch eine Flucht ein heikles Unterfangen war. So flossen Träume meist dahin, da nicht jeder sein Leben aufs Spiel setzen wollte.
Cover von "Und morgen am Meer" © Ueberreuter Verlag

“Und morgen am Meer”- Flucht aus Berlin 1989

Corina Bomann erzählt in Ihrem Buch „Und morgen am Meer“ die Geschichte zweier mutiger Flüchtlinge, die mehr von der Welt sehen wollten. Milena, eine Ostberlinerin, hatte einen Traum. Sie wollte zumindest einmal in ihrem Leben das Mittelmeer sehen. Eine schier unglaubliche und unmögliche Vorstellung im Sommer 1989. Später lernte sie den Westberliner und Musiker Claudius kennen, in den sie sich verliebte. Claudius wollte ebenfalls das Meer sehen. Gemeinsam starteten sie eine Flucht ins Ungewisse. Sie riskierten ihr Leben, ungeahnt dessen, dass die Mauer am 09. November 1989 fallen würde. Ein dramatischer Ausbruch in die Freiheit, der nicht ohne Hindernisse verläuft. Haben sie es tatsächlich beide lebend geschafft?

Siebentägige Berlin-Rallye

Auf ihrer Flucht passierten die beiden verschiedene Stationen Berlins. In der am Dienstag gestarteten siebentägigen Berlin-Rallye zum Buch „Und morgen am Meer“ werden diese vorgestellt. Es gilt, die Namen von verschiedenen Orten und Gebäuden Berlins herauszufinden, die die beiden Flüchtlinge passiert haben. Mitmachen kann jeder Ratelustige und Geschichtsinteressierte auf pinterest.com. Zu gewinnen gibt es ein Exemplar des Buches „Und morgen am Meer“.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß beim Rätseln und Lesen. 

 

Bildrechte: © Ueberreuter Verlag

Zeitzeugen Biographien

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 29. July 2012

Zeitzeugen Biographien von Widerstandskämpfern

Zeitzeugen Biographien, wie die von Margarete Hänel, sind besonders im Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus sehr interessant. Hänel kam 1902 in Hamborn zur Welt, wo sie sich bereits vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gegen die ersten Keime des Nationalsozialismus engagierte. Zeitzeugen Biographien beschreiben, wie diese Frau 1942-43 auch half, die KPD in Moers rechtswidrig wieder ins Leben zu rufen. Auch stand sie in Verbindung mit dem Widerstandszentrum in Du-Neudorf. Zeitzeugen Biographien beschreiben auch, wie sie 1945 in Ravensbrück getötet wurde.

Andere Zeitzeugen Biographien, wie die von Elfriede Kruse, drehen sich um die Inhaftierung eines Familienmitglieds, hier der Schwester Martha Hadinsky. 1960 verfasste Kruse einen Brief, um die Ungerechtigkeit dieser Maßnahme anzuprangern. Sie kritisierte, dass derartige Gerichtsprozesse komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet stattfanden. Am 27.8.1959 war ihre Schwester zu einer 14-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Zeitzeugen Biographien wie ihre zeigen, dass viele es aufgrund ihrer kommunistischen Einstellung als ihre Verpflichtung ansahen, sich gegen die Aufstockung der Atomwaffen, die Fortführung des Kalten Krieges zu engagieren und stattdessen globale Abrüstung und friedliche Diskussion zu fordern. Diese Meinung teilten viele Professoren und wichtige Leute im öffentlichen Leben ebenfalls und brachten es durch mahnende Ansprachen oder Proteste zum Ausdruck.

Die Zeitzeugen Biographie von Gertrud Lemnitz beschreibt, wie sie zwischen 1930 und 33 Sekretariatsdienste für die KPD Duisburg-Hamborn erledigte. 1933 half sie bei den Widerstandsbemühungen des KJVD Jugendverbandes gegen den Faschismus. Neben ihrer Tätigkeit als Kassenwart war sie Teilnehmer verdeckter Zeltausflüge und Treffen mit politischer Agenda. Auch unterstützte sie Inhaftierte und verfasste rechtswidrige Dokumente. Bemerkenswert ist bei Zeitzeugen Biographien wie dieser, dass Lemnitz trotz Inhaftierung durch die Gestapo von September bis November 1933 ihre Widerstandstätigkeiten nicht aufgab.

Zeitzeugen BiographienHerta Niederhellmann war SAP-Anhängerin, ihre Brüder waren Nationalsozialisten. Die Duisburger Büroangestellte wurde zusammen mit ihrem Freund Eberhard Brünen Mitglied der 1931 ins Leben gerufenen SAP. 1933 entließ die Stadt Herta aufgrund ihrer politischen Gesinnung. Zudem wurde sie nach dem Vorwurf, sie habe ihrem Verlobten zur Flucht verholfen, als Geisel der Gestapo inhaftiert und in das KZ Brauweiler gebracht. Zeitzeugen Biographien wie die ihrige erstaunen den Leser damit, dass Menschen wie Herta sich dennoch daraufhin wieder im Untergrund betätigten.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-H1215-503-009 / CC-BY-SA, Wikipedia

Zeitzeugen Autobiographien

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 28. July 2012

Zeitzeugen Autobiographien bieten eine gute Möglichkeit, sich über geschichtliche Ereignisse aus erster Hand zu informieren. Es gibt viele Wege, sich über die strukturellen Ereignisse zu informieren, doch wie diese Geschehnisse auf die Menschen wirkten, können Zeitzeugen Autobiographien am Besten vermitteln. Häufig sind sie sehr spannend und interessant oder auch lustig geschrieben und lassen sich wie ein Roman lesen. Im Vergleich zu Biographien bieten Zeitzeugen Autobiographien authentischere Eindrücke und Beschreibungen, da eine Fremdrecherche von Ereignissen an einem gewissen Punkt immer an ihre Grenzen stößt. Heutzutage sind diese Zeitzeugen Autobiographien nicht nur als gebundenes Buch oder Taschenbuch, sondern auch als PDF, E-Book-Reader-Dokument oder als Hörbuch zu finden.

Zeitzeugen Autobiographien sind sehr persönliche Werke. Zeitzeugen erzählen dort nicht-fiktive Ereignisse aus der Erinnerung oder mit Hilfe von Dokumenten, Aufzeichnungen, Filmen und Fotos zur Unterstützung nach. Je nach Schreibstil des Autors ähneZeitzeugen Autobiographienln die Zeitzeugen Autobiographien eher einem Bericht oder einer ausformulierten Erinnerung. Dabei decken die Zeitzeugen Autobiographien meist nicht nur bestimmte Vorkommnisse, sondern oft das komplette Leben ab. Der Autor tritt als Zeuge seiner Generation auf. Nach eigenem Ermessen kann er dabei natürlich auch Ereignisse auslassen und manche mehr, manche weniger erläutern. Manche Autoren bauen auch Briefe und Tagebuchaufzeichnungen mit ein und lassen so auch andere Stimmen zu Wort kommen. Für manche Zeitzeugen kann das Verfassen einer solchen Autobiographie kathartisch sein, andere wollen die folgenden Generationen informieren, sodass sich schreckliche Ereignisse nicht wiederholen. Manche freut auch einfach das Verfassen einer Zeitzeugen Autobiographie, das Gefühl, wichtig zu sein. Besonders die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, aber auch andere Museen arbeiten mit Zeitzeugen, sei es durch das Anbieten von moderierten Gesprächen oder durch Verwendung von deren Erzählungen in Ausstellungen. Dies zeigt, wie wichtig Zeitzeugen gerade in dem heutigen, technologischen Zeitalter sind und dass es zwingend nötig ist, Zeitzeugenberichte vor deren Tode in irgendeiner Form für die Nachwelt festzuhalten, wenn sie nicht selbst Zeitzeugen Autobiographien verfassen.

Bildquelle: Tom Murphy VII, Wikipedia

Stiftung Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 24. July 2012

Stiftung Berliner MauerDie Stiftung Berliner Mauer wurde 2008 per Gesetz zu einer Stiftung des öffentlichen Rechts ernannt. Die Stiftung Berliner Mauer umfasst die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, sowie die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Die Stiftung wurde gegründet, um die Geschichte der Mauer und der Fluchtversuche aus der DDR im Kontext der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges festzuhalten und weiterzugeben. Die Stiftung Berliner Mauer will zudem die Originalschauplätze und -spuren erhalten, um so angemessen den Opfern des kommunistischen Regimes zu gedenken. Sowohl die Stiftung Berliner Mauer als auch die Gedenkstättenvergrößerung sind wichtiger Teil der Umsetzung des bundesweiten Planes für Gedenkstätten.

Die Stiftung Berliner Mauer kümmert sich zum einen um die Gedenkstätte Berliner Mauer. Diese Stätte im Zentrum Berlins stellt den Hauptort da, der an die deutsche Teilung erinnert. In der Bernauer Straße nimmt diese in Zukunft 1,4 Kilometer des früheren Grenzstreifens ein. Das von der Stiftung Berliner Mauer unterhaltene Areal schließt zudem das letzte Mauerstück mit ein, welches noch die übliche „Tiefenstaffelung“ aufweist und somit einen Einblick gibt, wie die Grenzvorrichtungen vor Fall der Mauer aufgebaut waren. Die ebenfalls zur Stiftung Berliner Mauer gehörenden Überreste der Grenzeinrichtungen und die Geschehnisse dort vermitteln einen Eindruck über die Auswirkungen der Teilung.

Die Stiftung Berliner Mauer umfasst auch die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Etwa vier Millionen Menschen emigrierten aus der DDR in die BRD von 1949 bis 1990. 1,35 Millionen davon fanden sich im 1953 erbauten Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde wieder. Dort gewährte man ihnen Unterkunft und gab ihnen Essen. Zudem konnte hier der Prozess für eine Aufenthaltsgenehmigung in der Bundesrepublik oder West-Berlin durchlaufen werden. Heutzutage findet sich direkt am Ort des Geschehens eine Ausstellung zu Gründen, Art und Nachwirkungen der Fluchtbewegung. Ebenso gibt es dort auch Sonderausstellungen wie „Freigekauft – Wege aus DDR Haft“. Jene Ausstellung behandelt beispielsweise das Thema des Freikaufens. Bei dieser Praxis wurde politischen Gefangenen der DDR durch Geldzahlung von der BRD zur Freiheit verholfen. Diese, in der Ausstellung der Stiftung Berliner Mauer dokumentierte, Praxis steht bis zum heutigen Tage in der Kritik, da sie sowohl menschlicher Hilfe, als auch dem Menschenhandel zugeordnet werden kann.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F005835-0004 / Müller, Simon / CC-BY-SA, Wikipedia

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 17. July 2012

Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße ist vielfältig. Die Bernauer Straße stellte zwischen den Jahren 1961 und 1989 einen Brennpunkt im Rahmen der Ereignisse der deutschen Teilung dar. Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer setzt darauf, dass Schüler und nicht-schulische Gruppen die Geschichte der Berliner Mauer und der Teilung Deutschlands beispielhaft vor Ort erfahren können. Dies ist im Rahmen des Bildungsangebotes der Gedenkstätte Berliner Mauer zum Beispiel in Seminaren durch Analyse oder auch kreativ möglich.

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer für Kinder

Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer bietet zum Einen eine kostenfreie, einstündige Führung für KindeBildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer r an. Diese „Entdeckungstour“ soll den Kindern Antworten geben, wieso die Berliner Mauer mehr ist als nur eine Mauer und was für Auswirkungen ihre Errichtung auf den Alltag der Menschen hatte. Ein weiteres Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer ist der Projekttag für Kinder: Die Gründe des Mauerbaus und der Flucht vieler Ostberliner sowie Fluchtverläufe sind Thema. Auf eigene Faust können die Kinder sich das Wissen durch Filmausschnitte, Fotos und Objekte aneignen. Der kostenlose Projekttag dauert viereinhalb bis fünf Stunden und ist auf mindestens zehn Teilnehmer ausgelegt. Des Weiteren bietet die Gedenkstätte kostenlos einen Audioguide an, der eineinhalb Stunden auf kindgerechte Weise erklärt, was die Mauer ist und die Gründe für ihre Errichtung erläutert. Für Kinder interessante „Mauergeschichten“ bringen ihnen Fluchtversuche näher.

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer für Jugendliche und Erwachsene

Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer richtet sich auch an Jugendliche und Erwachsene. Für jenes Publikum werden Führungen, Seminare und Fahrradtouren entlang der Mauer angeboten. Die Teilnehmerzahl beträgt zwischen zehn und dreißig Teilnehmern; Schulgruppen zahlen keinen Eintritt. Schüler können außerdem Hilfe für das Erstellen der schulischen Präsentationsprüfung oder Vorbereitung auf die Abiturprüfung in Anspruch nehmen. Auch gibt es Workshops zu Fotos und Dokumentarfilmen, sowie zur Quellenarbeit und Zeitzeugengesprächen. Für Erwachsene werden diverse Fachvorträge zu unterschiedlichen Themen für einen Beitrag von 5€ offeriert.

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer zur Individualbildung

Neben Fortbildungen und Schülerarbeitsblättern gibt es auch ein Informationspaket für Lehrkräfte. Für Schüler und Studenten dagegen gibt es eine ausführliche Literaturliste zur Weiterbildung und Recherche.

Bildquelle: N-Lange.de, Wikipedia

Oral History Schule

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 18. June 2012

Die Oral History Schule ist eine wichtige Methode zur Rekonstruktion von Geschichte durch Zeitzeugenberichte. Damit dieser Bericht zu einer repräsentativen Quelle der Oral History Schule zählen kann, muss das Interview mit den Zeitzeugen durchaus gut geplant sein. So gibt es feste Regeln für die Oral History Schule, die es einzuhalten gilt. Das Gespräch mit dem Zeitzeugen soll ihn und seine Erzählungen möglichst nicht beeinflussen. Daher muss der Interviewer laut der Oral History Schule zum Beispiel die Balance zwischen neutraler Nüchternheit und natürlichem Mitgefühl meistern.

Die Oral History Schule in der Schule

Oral History SchuleDas Interesse der Jugendlichen für geschichtliche Themen kann durch die Oral History Schule geweckt werden. Denn insbesondere junge Menschen haben keinen direkten Bezug zur Geschichte, fühlen sich davon nicht betroffen und sind demnach häufig stark desinteressiert. Indem Zeitzeugen von ihren Erfahrungen berichten, wird Geschichte etwas Greifbares, fast erlebbares. Außerdem lernen die Schüler durch die Oral History Schule, Respekt und Achtung vor den Älteren zu haben und gewissen Vorurteile ihnen gegenüber abzubauen. Zudem bietet es den großen Vorteil, dass die Schüler direkte Fragen stellen können und ebenso direkte Antworten erwarten dürfen. So werden die Jugendlichen auch aktiv in den Prozess der Oral History Schule einbezogen und sind nicht nur Rezipienten von Quellenmaterial. Dazu gehört natürlich, wie bei allen Zeitzeugeninterviews, das Vorbereiten eines Fragenkatalogs dazu. Im Anschluss muss das Material verschriftlicht und mit Hilfe von fundierten Quellen ausgewertet werden.

Was Schüler durch die Oral History Schule lernen können

Die Schüler lernen, im Hinblick auf eine historische Frage Zeitzeugen zu suchen und auszuwählen. Sie erlernen, wie man Interview-Leitfäden baut und in sachgemäße, sowie personenbezogene Unterfragen gliedert. Sie erfahren, wie man Erzähltes richtig dokumentiert, ordnet, zusammenfasst und systematisiert. Letztlich lernen sie, wie man das Material analysiert und auf Schlüssigkeit und Wahrscheinlichkeit hin prüft. Dazu lernen sie, Zeitzeugenberichte zu vergleichen und Übereinstimmungen, sowie Widersprüche zu erkennen. Im Grunde lernen sie den gesamten Prozess der Oral History Schule einmal kennen.

Bild: flickr, herr.g

Gedächtnis der Nation – Oral History

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 12. June 2012

Gedächtnis der Nation – Oral History bedeutet, Zeitzeugen von ihren dramatischen, aufregenden und alltäglichen Erlebnissen aus geschichtsträchtigen Momenten erzählen zu lassen. Die Gedächtnis der Nation – Oral History möchte durch Zeitzeugenberichte Geschichte greifbar und erfahrbar machen. Dabei möchte die Gedächtnis der Nation – Oral History insbesondere junge Menschen näher an die Geschichte heranführen, die gewisse Ereignisse gar nicht erfahren haben und demnach kein Bezug zu bedeutenden Themen haben.

Gedächtnis der Nation – Oral History Interviews

Gedächtnis der Nation - Oral HistoryDas Projekt Gedächtnis der Nation – Oral History setzt sich mit bestimmten Geschichtsthemen auseinander, wie die DDR-Zeit, der 3. Weltkrieg, die Währungsreform oder das Leben von Migranten in Deutschland. Die Gedächtnis der Nation – Oral History thematisiert auch andere wichtige Ereignisse, wie den 11. September. Zuletzt gibt es noch sogenannte „Jahrhundertzeugen“. Hier berichten wichtige Politiker und Prominente von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Die Interviews von den Zeitzeugen werden in der Gedächtnis der Nation – Oral History auf einem Videoband festgehalten und in einer großen Datenbank auf der Webseite chronologisch und thematisch archiviert. Die Interviews der Gedächtnis der Nation – Oral History werden unter anderem während der jährlichen Jahrhundertbus Tour durch ein eingebautes Aufnahmestudio im Bus in ganz Deutschland eingefangen. Zudem hat jeder Interessent die Möglichkeit, selbst ein Video zu drehen und es beim Youtube Channel von Gedächtnis der Nation einzustellen. Ein Fachteam der Gedächtnis der Nation – Oral History untersucht das jeweilige Material auf Richtigkeit von Fakten, sodass das Material glaubwürdig bleibt und eine fundierte Quelle zu geschichtlichen Ereignissen darstellen kann.

Rechte bei Gedächtnis der Nation – Oral History

Etwas problematisch ist, dass die Zeitzeugen jedes Recht an den Interviews bzw. dem Filmmaterial abtreten. So überträgt der Nutzer seine Rechte nämlich unentgeltlich, sowie zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt dem Betreiberverein. Es ist davon auszugehen, dass das Filmmaterial nicht nur im Archiv aufbewahrt werden soll, sondern beliebig auch in den ZDF History Dokumentationen eingebunden werden sollen. Im Fuß der Startseite befindet sich die Datenschutzerklärung, in der steht, dass der Zeitzeuge alle Rechte an die Gedächtnis der Nation – Oral History abtritt.

Bild: flickr, Foto´s Frans Peeters

Berliner Mauerradweg im Sommer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 8. June 2012

Den Berliner Mauerradweg im Sommer zu nutzen ist eine wunderbare Sache, um sich das historische Denkmal der Berliner Mauer mal genauer anzusehen. Der Berliner Mauerradweg im Sommer ist besonders schön, weil sich Berlin von seiner grünsten Seite zeigt. Die Strecken vom Berliner Mauerradweg im Sommer sind wesentlich angenehmer zu befahren, als im Winter. Heute ist der Berliner Mauerradweg im Sommer ein noch schönerer Genuss, weil sich seit 2001, nach dem Beschluss von Senat und Abgeordnetenhaus, eine Menge getan hat. Besonders auffallend ist der ökonomische Effekt des Fahrradtourismus durch den Berliner Mauerradweg im Sommer.

Die Tour auf dem Berliner Mauerradweg im Sommer

Der Mauerweg ist insgesamt 160 km lang, genau so lang, wie die ehemalige Grenze innerhalb Berlins. Die Tour vom Berliner Mauerradweg im Sommer startet man am besten in der Mitte Berlins – vom Potsdamer Platz aus. Dann geht es weiter durch die Innenstadt in südöstlicher Richtung nach Schönefeld. Anschließend führt der Weg auf der ehemaligen Grenze in westliche Richtung bis nach Potsdam. Von hier aus geht der Berliner Mauerradweg im Sommer weiter über Spandau bis in den hohen Nordens Berlins nach Frohnau. Wenn man sich Richtung Pankow und Wedding begibt, kommt man wieder zurück nach Berlin-Mitte. Die 18 Kilometer mitten durch die City stellen den wohl interessantesten Teil der Strecke des Mauerradweges dar.

Spektakuläre Verbesserungen für den Berliner Mauerradweg im Sommer

Berliner Mauerradweg im Sommer - KarteSeit 2001 wurden unter anderem die Heinrich-Heine-Straße, die Treptower Straße in Neukölln, der Radweg an der Oranienburger Chaussee und der Bernauer Sraße saniert. Auf der früheren „Schiebestrecke im Neuen Garten”, am Ufer vom Jungfernsee am Schloß Cecilienhof, ist das Radfahren nun erlaubt. Des Weiteren wurden Ausschilderungen für den gesamten Mauerweg realisiert, sowie Übersichtstafeln mit Luftbildern und Erinnerungsstellen integriert. Viele weitere Strecken wurden saniert und in den Mauerradweg integriert, sodass der Mauerradweg im Sommer angenehm, erlebnisreich und, je nach Belieben, weit genug zu befahren ist. Diese und andere wesentliche Verbesserungen der letzten Jahre haben den Berliner Mauerradweg im Sommer in vielen Facetten noch attraktiver gemacht.

Bild 1: flickr, Naalsogehtdoch
Bild 2: Wikipedia, Incnis Mrsi

Zeitzeugen Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. May 2012

Die Zeitzeugen Berlin haben unter Anderem den gesamten Mauerbau und Mauerfall erlebt, können davon erzählen, wie sie von ihrer Familie im Westen getrennt wurden oder vertraute Menschen durch Fluchtversuche verloren haben. Einige Zeitzeugen Berlin können von ihrer erfolgreichen Flucht berichten oder kennen welche, denen dieses gefährliche Unterfangen gelang. Andere Zeitzeugen Berlin haben die Geschichte von der Westseite erlebt. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Zeitzeugen Berlin sind und teilweise ihre Erlebnisse an Andere weitergeben können.

Zeitzeugencafé – Direktes Gespräch mit Zeitzeugen Berlin

Zeitzeugen BerlinDas Zeitzeugencafé im Restaurant Grenzfall in der Ackerstraße von Berlin ist ein Projekt, bei dem an sechs Sonntagen im Frühjahr und Herbst Zeitzeugen Berlin bei Kaffee und Kuchen von Erinnerungen an die damalige Zeit berichten. Klaus Abraham und Dietrich Webner waren beide Mitarbeiter der West-Feuerwehr und waren so unmittelbar Zeugen von diversen Fluchtversuchen aus der DDR. Besucher haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Zeitzeugen Berlin ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung mit den Zeitzeugen Berlin gestaltet sich kostenfrei, sowie barrierefrei und richtet sich an alle Interessierten, unabhängig vom Alter, an Touristen oder an direkte Bewohner Berlins. Das ganze wird in einer Dokumentation festgehalten, die man sich online als Podcast anschauen kann.

Die Zeitzeugenbörse findet Zeitzeugen Berlin

Ganz einfach kann man als Lehrer, Schüler, Journalist oder Ähnliches Zeitzeugen der DDR-Geschichte oder auch andere geschichtsträchtige Ereignisse der Vergangenheit für Projekte gewinnen. Dazu muss man lediglich eine eMail an das Team, mit dem gewünschten Themenschwerpunkt, schicken und die suchen letztlich aus 180 Zeitzeugen die passenden heraus. Das einzige an Kosten, was somit auf einen zukommt, sind lediglich Fahrtkosten für den jeweiligen Zeitzeugen. Am häufigsten wird der Dienst der Zeitzeugenbörse von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt, besonders um jüngeren Menschen den Zugang zur Geschichte Deutschlands durch Zeitzeugen Berlin zu erleichtern.

Bild: flickr, Wolf-Ulf Wulfrolf

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