Deutscher Fernsehfunk

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 23. April 2013

Vom Fernsehzentrum zum deutschen Fernsehfunk

Am 11. Juli 1950 erfolgte der ersten Spatenstich für den Bau des Fernsehzentrums in Berlin-Adlershof. Am 20. Dezember 1951 begannen die ersten Sendeversuche, jedoch nicht für die Öffentlichkeit, da die ersten öffentlichen Fernsehgeräte erst ab Juli 1952 aufgestellt wurden. Am 21. Dezember 1952 startete das „öffentliche Versuchsprogramm“ mit zwei Sendestunden täglich nach 20:00 Uhr und gab damit den Startschuss für den deutschen Fernsehfunk. Ausgestrahlt wurde ein Grußwort und die Nachrichtensendung „Die Aktuelle Kamera“. Empfangen konnten dies in der DDR allerdings lediglich 60 Geräte. Bis 1955 wurde das Sendenetz des deutschen Fernsehfunks großflächig ausgebaut. Es gab drei Sendestudios und einen Übertragungswagen. Am 2. Januar 1956 beendet das Berliner Fernsehzentrum sein Versuchsprogramm und ab dem 3. Januar begann der deutsche Fernsehfunk (DFF) sein Programm.

Vom deutschen Fernsehfunk zum DDR-Fernsehen

Aus politischen Gründen hieß der Sender zu Beginn deutscher Fernsehfunk und nicht DDR-Fernsehen, da er das Fernsehen für ganz Deutschland sein wollte. Dieses Vorhaben schlug jedoch trotz grenznaher Sender fehl. Ende 1958 waren in der DDR über 300.000 Fernsehgeräte angemeldet, welche den deutschen Fernsehfunk empfangen konnten. Am 7. Oktober 1958 wurde das Vormittagsprogramm als Wiederholung für Spätarbeiter eingeführt und einen Tag später hatte der Abendgruß des Sandmännchens sein Debüt. Am 3. Oktober 1969 ging das 2. Programm des deutschen Fernsehfunks (DFF 2) auf Sendung. Dieses war erstmals in Farbe und leitete damit das Farbfernsehzeitalter beim deutschen Fernsehfunk ein. Durch das zweite Programm nahmen auch die Sendestunden sprunghaft zu. Produziert wurde in SECAM in bewusster Abweichung von westdeutschen PAL-System.

Jahr 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1988 1989
Sendestunden/Jahr 786 3007 3774 6.028 6.851 7.704 8.265 9.194 8.900
Durchschn. Sendestunden/Woche 15 58 73 116 132 148 159 177 171

Fernsehen der DDR

Am 11. Februar 1972 wurde der deutsche Fernsehfunk in „Fernsehen der DDR“ umbenannt. Quasi nach der Testphase mit dem deutschen Fernsehfunk entfaltete sich das Fernsehen nun endgültig zum vollwertigen politischen Werkzeug. Während dieser Zeit wurden einige neue Studios hinzugebaut und nach und nach die Abläufe optimiert. So gab es in den 70er noch eine Regie für zwei Studios, da man der Meinung war, dass nur in einem Studio produziert wird, während man im anderen die nächste Produktion vorbereitet. Auch die Technik entwickelte sich rasant weiter und wurde regelmäßig nachgerüstet. Zwar wurde bis 1989 immer noch in SECAM gesendet, allerdings war alles für einen Umstieg auf PAL ausgebaut.

Wendezeit und Abschaltung

Die politische Wende bedeutete für den deutschen Fernsehfunk erst einmal eine Entlastung. Vor allem über Politik konnte zunehmend freier berichtet werden und einige neue Programme gingen auf Sendung. Nach dem Rücktritt der SED-Parteispitze wurde der deutsche Fernsehfunk quasi komplett reformiert. Am 12. März 1990 wurde aus den Programmen DDR-F1 und DDR-F2 wieder DFF 1 und DFF 2. Nachdem bekannt wurde, dass Ost- und Westdeutschland wieder zusammengeführt werden, gestaltete sich das Fernsehprogramm regionaler und neue Korrespondentenbüros entstanden. Durch den Einigungsvertrag vom 3. Oktober 1990 verlor der deutsche Rundfunk seine Eigenständigkeit wieder und musste laut Artikel 36 bis zum 31. Dezember 1991 vollständig aufgelöst werden. Der erste Teil der Abschaltung erfolgte am 15. Dezember 1990, bei dem das Erste Deutsche Fernsehen die Senderkette des DFF 1 übernahm. Die endgültige Abschaltung erfolgte schließlich um Mitternacht des 31. Dezembers 1991.

Bericht über den Berliner Mauerfall am 9. November 1989:

 

 

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-G0301-0001-009 / CC-BY-SA, Wikimedia Commons

DDR Filme

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 1. August 2012

DDR Filme sind ein interessantes Thema, da die SED ja auch Filme zensierte und viele westliche Filme gar keine Chance hatten, es in der DDR ins Kino zu schaffen. DDR Filme wurden von zwei verschiedenen Stellen produziert. Zum einen gab es die staatliche Filmfirma DEFA, welche 1946 unter dem Namen Deutsche Film AG ins Leben gerufen wurde. Das DEFA-Studio für Spielfilme drehte verschiedene Spielfilme, teilweise auch in Zusammenarbeit mit dem Fernsehen der DDR oder mit anderen sozialistischen Staaten. Die DEFA produzierte auch Filme und Serien, die für den Deutschen Fernsehfunk gedreht wurden und nur im DDR Fernsehen gezeigt wurden. Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) war die andere Anstalt, die DDR Filme produzierte. Beide Firmen produzierten Spielfilme, die immer spannend und propagandistisch, manchmal aber auch lustig und unterhaltsam waren. Des Weiteren drehte die Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam, die HFF, eine kleine Anzahl DDR Filme.

Der erfolgreichste DDR Film

Es gab viele DDR Filme, doch „Die Geschichte vom kleinen Muck“ war der Erfolgreichste. Regisseur Wolfgang Staudte drehte diese Verfilmung eines Märchens 1953 in den Studios der DEFA. Die Handlung dieses DDR Films basiert auf dem Märchen „Der Kleine Muck“, welches von Willhelm Hauff geschrieben wurde. In dem Märchen geht es um einen kleinen Jungen der mit magischen Pantoffeln und Stock einen Kaufmann sucht, welcher Glück verkauft.
DDR Filme
DDR Filme satirischer Natur

Die DFA besaß eine Produktionsgruppe namens „Das Stacheltier“, welche zwischen 1953 und 1964 erst dem DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, dann dem Studio für Spielfilme angegliedert war. Dieses Kollektiv produzierte rund 275 satirisch-humoristische Spielfilme unterschiedlicher Länge, welche „Stacheltiere“ hießen. Die Filme zeigte die DDR in den 1950er Jahren zu festen Zeitpunkten vor der Wochenschau und vor den Hauptfilmen. Jede Episode begann mit dem „Stacheltier-Logo“, was dann untrennbar mit der Produktion verbunden war. Die einzige Produktion des Kollektivs in Spielfilmlänge war der Schwarzweißfilm „Der junge Engländer“ unter der Regie von Gottfried Kolditz, welcher 1958 als Stummfilm gedreht wurde. An den oft nur ein paar Minuten langen Episoden arbeiteten zahlreiche aus DDR Filmen bekannte Schauspieler und Regisseure mit, wie beispielsweise Rolf Ludwig oder Sabine Thalbach.

Bildquelle: Otto Normalverbraucher, Wikipedia

Zeitzeugen im Deutschlandfunk

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 6. January 2012
Zeitzeugen im Deutschlandfunk

Quelle: @Deutschlandradio (01.04.09)

Die Interviews der Zeitzeugen im Deutschlandfunk stellen eine angenehme, auditive Möglichkeit dar, gelebte Geschichte nachzuvollziehen und persönliche Einblicke zu erleben. Bereits seit einigen Jahren bietet der Deutschlandfunk mit “Zeitzeugen im Gespräch” diese besonders interessante Interview-Reihe seinen Hörern an.
Im Deutschlandfunk stehen Zeitzeugen u.a. aus Politik, Wirtschaft und Literatur vor dem Mikrophon. Als DDR-Zeitzeugen sind bereits Freya Klier, Rainer Eppelmann und Hans Modrow im Gespräch gewesen. Jeden letzten Donnerstag im Monat wird die neuste Folge um 19.15 Uhr vom Deutschlandfunk bundesweit gesendet. “Zeitzeugen im Gespräch” des Deutschlandfunks ist auf der Homepage im Archiv sowohl als Audiodatei, als auch als schriftliche Version verfügbar.

Aktuelles Zeitzeugen-Interview mit Christa Luft im Deutschlandfunk

Deutschlandradio - Ü-Wagen

Quelle: @Deutschlandradio (01.04.09)

Im aktuellen Zeitzeugen-Interview steht die frühere DDR-Wirtschaftsministerin und PDS-Bundestagsabgeordnete Christa Luft zur Verfügung. 1971 habilitierte sie als ordentliche Professorin für sozialistische Außenwirtschaft an der Hochschule für Ökonomie zu Berlin. 1958 in die SED eingetreten, ist sie 1989 als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Teil der Übergangsregierung von Hans Modrow geworden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gewann sie 1994 und 1998 ein PDS-Mandat bei der Bundestagswahl.

Als Zeitzeugin beschreibt sie im Deutschlandfunk sehr eingehend ihre Erfahrungen als Professorin für sozialistische Außenwirtschaft an der Hochschule für Ökonomie und aus ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin der DDR. Besonders interessant sind ihre Schilderungen im Zusammenhang mit dem Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) während ihrer Promotion an der Hochschule für Ökonomie.

Weitere Zeitzeugen-Interviews

Deutschlandradio-Studioszene

Quelle: @Deutschlandfunk-Bettina Straub (03.04.09)

Das Gespräch mit Christa Luft ist nur ein Beispiel für ein Zeitzeugnis und schildert die Geschichte aus ihrer Perspektive. Gerade für die jüngere Generation bieten die Gespräche mit den Zeitzeugen im Deutschlandfunk jedoch eine wunderbare Möglichkeit, Geschichte zu erleben und nicht nur aus dem Lehrbuch zu erfahren. Besonders empfehlenswert ist das Online-Archiv, wo die Beiträge aufbewahrt und verfügbar sind.

Wir freuen uns auf die kommenden Folgen der Interview-Reihe “Zeitzeugen im Gespräch” im Deutschlandfunk und sind gespannt auf die neuen Einblicke in das Zeitgeschehen.

Mehr Informationen unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/?select=z&


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