Geschichte einer DDR-Flucht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 23. November 2011

Peter Keup sprach im Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Herne vor 80 Schülern über sein Leben und seine DDR Flucht. Die Schüler hören dem Zeitzeugen gebannt zu, der Stasi-Gefangener war und dessen DDR Flucht scheiterte.

Geschichte einer DDR-Flucht

Die DDR Flucht von Peter Keup

Das Interesse an der Teilnahme des Zeitzeugen-Gesprächs war enorm. Es mussten 80 Schüler ausgelost werden, weil das Interesse so groß war und der Unterrichtsraum zu klein. Peter Keup bereitete seine DDR Flucht vor, indem er sich 80 D-Mark in die Kleidung einnähte, um dann über die Tschechoslowakei und Ungarn nach Österreich zu reisen. Auf Fragen der Schüler, wie viele Leuten er in seinen DDR Flucht Plan eingeweiht hätte, gab Herr Keup an, dass es nur seine Mutter und seine Freundin wussten. Er konnte es sonst niemanden sagen, weil sie alle wegen Mitwisserschaft an einer DDR Flucht dran gewesen wären.

Wie es zur DDR Flucht von Peter Keup kam

Heute ist Peter Keup 53 Jahre alt. Vom Mauerbau hatte er als Kind wenig wahrgenommen, aber er hat viel von seiner Jugend in der DDR in Radebeul bei Dresden zu berichten. Er sprach von seinem Schulalltag und dem Jeans-Verbot. Vor allem schilderte er, wie er das ganze System immer weniger aushalten konnte und von einer DDR Flucht träumte, zu der er sich letztendlich entschloss. Peter Keup war damals Profitänzer in der Nationalmannschaft der DDR. Der Staat ließ ihn nicht dort tanzen, wo er wollte. Als ihm eine Teilnahme an einem Turnier in Österreich untersagt wurde, war für ihn die DDR Flucht eine unumgängliche Sache.

Das Scheitern der DDR Flucht

Peter Keup wurde an der Grenze zur Tschechoslowakei festgenommen. Zwei Tage lang wurde er von der Stasi verhört. Die Vernehmung wurde so unerträglich, dass Keup schließlich die DDR Flucht gestand. Er saß neun Monate in Haft, teilweise auch isoliert. Letztlich kaufte ihn die Bundesrepublik Deutschland für 40 000 Mark frei. Peter Keup wurde 1982 aus dem Gefängnis entlassen und konnte in die BRD nach Essen ausreisen. Das war das Ende einer DDR Flucht, die eine interessante Geschichte für einen Film hätte bieten können.

Die Wiedervereinigung Deutschlands

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 8. October 2011

Durch Veränderungen in der Sowjetunion seit Mitte der 80er Jahre vorangetrieben kam es zum Zusammenbruch der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands in den Jahren 1989/90.

Gorbatschow und die Wiedervereinigung

Mitte der 80er Jahre begann der neue sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow mit umfassenden Reformen, um die UdSSR vor dem Verfall zu retten. Er verzichtete auf die sowjetische Vormachtstellung in den Ostblockstaaten und suchte die Kooperation mit dem Westen. Die Deutsche Wiedervereinigung ist das Ergebnis einer allmählichen Demokratisierung der östlichen Staaten, Ungarn begann im Frühjahr 1989 mit dem schrittweisen Abbau der Grenzzäune zu Österreich und schließlich einer vollständigen Öffnung der Grenze zum Westen am 11. September 1989. Dem folgte eine Fluchtwelle aus der DDR über Ungarn in die Bundesrepublik. Ein kleiner Schritt in Richtung Wiedervereinigung.

Die Krise in der DDR und die Wiedervereinigung

Die Führung der DDR geriet immer mehr in einen Zustand der Stagnation und Krise, je mehr sie sich innerhalb der Ostblockstaaten isolierte. Man weigerte sich, auf die Reformen Gorbatschows einzugehen und unterwarf nun sogar sowjetische Publikationen einer Zensur. Auch wirtschaftlich war die DDR am Boden. Eine Wiedervereinigung konnte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemand vorstellen.

Eine friedliche Revolution auf dem Weg zur Wiedervereinigung

Nachdem die Massenflucht in Gang kam, wagte man sich auch auf die Straße und es formierte sich eine Oppositionsbewegung in der DDR. Unter dem Schutz der Kirche begannen die Montagsdemonstrationen in Leipzig. Man wollte auf friedliche Weise eine Wiedervereinigung erzwingen. Schließlich endeten die Feierlichkeiten zum 40sten Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 in einem Fiasko. Während der offiziellen Feierlichkeiten fanden in vielen Städten Demonstrationen gegen die SED-Führung und für eine Wiedervereinigung mit der BRD statt. Schließlich sah man sich dem zweifachen Druck aus Massenflucht und Massendemonstration nicht mehr gewachsen und der Rücktritt Erich Honeckers am 18. Oktober 1989 leitete den Zerfall der DDR ein.

Der Fall der Berliner Mauer und die Deutsche Wiedervereinigung

Nach der Öffnung der Berliner Mauer wird eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten immer wahrscheinlicher. Der neue Ministerpräsident Lothar de Maiziere ebnete den Weg zur Wiedervereinigung und nach den sogenannten Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs kommt es zur Wiedervereinigung und Deutschland erhält seine volle Souveränität zurück.
Die Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung Deutschlands finden bis heute jährlich am 3. Oktober statt.


                

Chronik der Berliner Mauer – Der Fall

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 15. August 2011

Der Fall der Berliner Mauer

Nach 28 Jahren war das Ende der Berliner Mauer gekommen. Am Donnerstag, den 9. November 1989, in der Nacht zum Freitag, fiel die Berliner Mauer und entließ die Menschen in die Freiheit. Schon im Oktober wurde die Öffnung der Berliner Mauer diskutiert und vorbereitet, jedoch war die eigentliche Maueröffnung erst für Dezember angedacht.
Doch am Vormittag des 9. November gab es einen verhängnisvollen Hinweis: Staatsmänner aus Ost- und West-Berlin meinten von einem verfrühten Fall der Berliner Mauer, von der jeweils anderen Seite, informiert worden zu sein und trafen eilig Vorbereitungen, um der anderen Seite in nichts nachzustehen. Dies begünstigte sicherlich, dass die Berliner Mauer schon vor ihrer offiziell geplanten Auflösung zu Fall gebracht werden konnte.

Die letzten Stunden der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer stand seit jeher unter großer Kritik der westlichen Staaten. Sie verkörperte auch symbolisch die Trennung zwischen freiheitlichen Demokratien und sozialistischen Diktaturen. Es gab Forderungen nach Reisefreiheit und den Wunsch nach einem neuen Reisegesetz. Als dieses schließlich veröffentlicht wurde, löste es eine Welle des Unbehagens aus. Ebenso war die anhaltende Flucht aus der DDR ein Zeichen dafür, dass das Ende der Mauer nahen sollte.
Letztendlich war es eine, über den West-Berliner-Rundfunk ausgestrahlte, Falschmeldung über die Öffnung der Berliner Mauer, welche tausende Ost-Berliner zu den Grenzübergängen zog. Aus Not durch den großen Andrang wurde einigen die Durchreise gewährt, was schließlich den Schein offener Grenzübergänge nur noch vergrößerte und noch mehr DDR-Bürger zur Berliner Mauer strömen ließ.
Bis Mitternacht wurden so alle Grenzübergänge geöffnet.

Die Berliner Mauer verschwand in den folgenden Monaten gänzlich und die politische Wiedervereinigung Deutschlands rückte in greifbare Nähe.

 

50 Jahre Mauerbau

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. August 2011

50. Jahrestag des Mauerbaus
Heute, vor genau 50 Jahren, am 13. August 1961, begann der offizielle Mauerbau. Die Teilung Deutschlands wurde mit dem Mauerbau endgültig besiegelt.
Die Mauer spaltete die Stadt mit ihren über 160 Kilometern. Der militärisch gesicherte Todesstreifen erlaubte keinen Durchlass mehr. Es wurden Straßen beendet, Wasserläufe abgeschnitten und Familien getrennt. Anfangs noch niedrige Stacheldrahtzäune wurden mit dem Mauerbau zu einer so gut wie unüberwindbaren Grenze.
Die Berliner Mauer zerriss die Stadt für 28 Jahre. Jetzt, ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauer, wirkt der Mauerbau schon beinahe unrealistisch.

Zum Jahrestag des Mauerbaus gibt es rund um den 13. August verschiedene Veranstaltungen, die sich mit den Hoffnungen, Wünschen und Vorstellungen der Bewohner beider Seiten befassen. Die Aufarbeitung der Zeit des getrennten Deutschlands steht in diesen Tagen im Mittelpunkt. Wer sich auch darüber hinaus mit dem Thema auseinander setzen möchte, kann sich z.B. mit dem Buch “Mauerjahre, Leben im geteilten Berlin” von J.-A. Bösenberg und J.-F. Huffmann als guter Lektüre, bezüglich des Mauerbaus und den Jahren danach, beschäftigen. Es ist mit zahlreichen Fotos illustriert.

Buchempfehlungen zum Thema Mauerbau

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. August 2011

Anlässlich des nahenden 50. Jahrestages des Mauerbaus sind hier einige Buchempfehlungen, die schon auf die kommenden Tage, und insbesondere auf den 13. August, einstimmen sollen. Alle vorgestellten Bücher thematisieren den Mauerbau auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Veröffentlichte Zeitzeugenberichte zum Mauerbau

Das Thema Mauerbau hat viele Zeitzeugen veranlasst, etwas über ihr Leben und ihre Erfahrungen auf Papier zu bringen.
Mit Sorgfalt zusammengestellt sind Berichte rund um den Mauerbau in dem Buch “Geteilte Stadt. Die Berliner Mauer”. Das bebilderte Werk bietet neben Zeitzeugenberichten interessante Fakten und die Möglichkeit zur Spurensuche heute.
In der Anthologie “Glücksuche im Schatten der Mauer” sind die besten Beiträge des Zeitzeugenpreises 2007/2008 gebündelt. Die Erfahrungen zum Mauerbau reichen in diesem Buch von Stasi-Erlebnissen in der DDR über Studentenunruhen in West-Berlin, bis zum Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik. Doch auch der Zeitzeugenpreis der vorherigen Jahre brachte ergreifende Geschichten mit sich, welche uns in die Zeit des Mauerbaus zurückversetzen können. Viele Anthologien und einige tiefergehende Zeitzeugenberichte sind im Frieling-Verlag erschienen:

Zeitzeugenberichte ansehen

Nicht zuletzt enthält auch das Buch “Mauerjahre – Leben im geteilten Berlin” von Dr. Jost-Arend Bösenberg und Dr. Johann-Friedrich Huffmann  erwähnenswerte Literatur. Entstanden in Folge einer 30-teiligen Reihe im rbb, berichtet auch dieses Buch über die Schicksale der Menschen in Berlin nach dem Mauerbau.

Zeitzeugenvorträge zum Jahrestag des Mauerbaus

In den nächsten Wochen und Monaten wird der Mauerbau in Lesungen thematisiert. Bekannte und unbekannte Autoren stellen ihre ganz persönlichen Geschichten vor.
Auch die Autorin und Herausgeberin Jenny Schon liest am 14. August aus ihrem Buch “Wo sich Gott und die Welt traf”. Das Buch beschäftigt sich mit Erinnerungen an die ersten Jahre nach dem Mauerbau. Durch einen Aufruf Jenny Schons im Tagesspiegel haben sich zahlreiche Zeitzeugen zusammengefunden und die Möglichkeit genutzt, um von all dem zu berichten, was ihnen widerfahren ist.

Mit guter Lektüre und vielen wissenswerten Informationen über die Zeit vor, beim und nach dem Mauerbau kann man sich auf den 50. Jahrestag des Mauerbaus gebührend einstimmen.

Chronik der Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 10. August 2011

Die Geschichte der Berliner Mauer umfasst eine Zeit von 28 Jahren. Die wichtigsten Ereignisse um die Berliner Mauer sollen hier in einer Übersicht dargestellt sein.
Ausführlichere Darstellungen sind jeweils verlinkt.

Die Geschichte der Berliner Mauer

8. Mai 1945:  Das Ende des 2. Weltkriegs

  • Berlin wird in vier Sektoren aufgeteilt (Viermächte-Status)
    • amerikanischer Sektor
    • britischer Sektor
    • französischer Sektor
    • sowjetischer Sektor

26. Mai 1952

  • Die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland wird geschlossen, die so genannte innerdeutsche Grenze lässt nur noch in Berlin einen Sektorenwechsel zu

13. August 1961

14. August 1961

  • Schließung des Brandenburger Tors

26. August 1961

  • Für West-Berliner werden alle Grenzübergänge geschlossen

26. Juni 1963

17. Dezember 1963

  • West-Berliner dürfen nach über zwei Jahren zum ersten Mal Ost-Berlin besuchen

3. September 1971

12. Juni 1987

  • Vor dem Brandenburger Tor fordert Ronald Reagan: “Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!”

9. November 1989

3. Oktober 1990

 

 

Bild:  Bundesarchiv, Bild 183-88574-0004 / Stöhr / CC-BY-SA, Wikipedia


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