Das letzte Jahr der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 18. January 2013

Das letzte Jahr der DDR brach am 9. November 1989 an. Das war der Tag an dem die Mauer zu Fall gebracht wurde. Doch was veränderte sich ab diesem Zeitpunkt? Wie empfanden die Bürger beider Seiten dieses Ereignis und wie wurden die Ost- Deutschen im Westen empfangen? Dieser Artikel beschäftigt sich mit allen diesen Fragen und beschreibt das letzte Jahr der DDR.

Das letzte Jahr der DDR /Fall der Mauer

Den Fall der Mauer konnte zu Beginn wahrscheinlich niemand so recht wahr haben und, dass das letzte Jahr der DDR nun begann erst recht nicht. Fast 30 Jahre lang durchzog der eiserne Vorhang, der angeblich vor dem Faschismus schützen sollte, Deutschland und trennte Ost und West Berlin. Am 9. November 1989 fiel die Mauer am Grenzübergang Bornholmer Straße. In dieser Nacht war es friedlich. Es fiel nicht ein Schuss und jeder der wollte, konnte die Grenze vom Osten in den Westen übertreten. Die West-Berliner empfingen die Ost-Berliner sehr höflich. Sie begrüßten sie freundlich und schenkten ihnen Dinge, wie Babystrampler oder Blumen. In der Nacht des Mauerfalls konnte diejenigen die zwischen Ost und West Berlin hin und her pendelten das Verkehrsnetz umsonst benutzen. So tümmelten sich riesige Menschenmassen in S- und U- Bahnen. Der erste Weg führte zum Kufürstendamm. Dort wurde der Fall der Mauer besonders groß gefeiert. Es gab reichlich zu essen und zu trinken. Es prasselten so viele verschiedene Eindrücke auf die Menschen ein, dass sie wahrscheinlich gar nicht realisierten, dass das letzte Jahr der DDR begonnen hatte und die Mauer für immer der Vergangenheit angehören würde.

Das letzte Jahr der DDR/ Stasi

Auch die Stasi-Zeit war nun zu Ende. Am 15. Januar 1990 wurden endlich auch die Tore der Geheimdienstzentrale in der Normannenstraße in Berlin geöffnet. Die Demonstranten stürmten die Zentrale in der Hoffnung die Männer von der Sicherheit anzutreffen oder noch einige geheime Akten zu finden. Gegen jegliche Hoffnungen der Demonstranten befanden sich jedoch weder Mitarbeiter der Stasi noch geheime ‘Stasilektüre’ in der Zentrale des Geheimdienstes. Das letzte Jahr der DDR hatte schon seit über zwei Monaten begonnen und so hatten sie Zeit, ihre geheimen Akten und sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Demokratie Jetzt

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. November 2012

Demokratie Jetzt war eine Bürgerbewegung, die in der Wendezeit der DDR entstanden ist und durch die Ansichten der Mitbegründer geprägt wurde. Offiziell wurde Demokratie Jetzt am 12. September 1989 gegründet. Ursprünglich war Demokratie Jetzt ein Arbeitskreis „Initiative für Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“ der Berliner Evangelischen Bartholomäusgemeinde, der sich ab dem Jahr 1987 für unterschiedliche politische Forderungen, wie z.B. die Reisefreiheit einsetzte. Das Motto von Demokratie Jetzt war vor allem „Aufruf zur Einmischung in eigener Sache“ und die „Thesen für eine demokratische Umgestaltung der DDR“. Zu den Mitgliedern gehören mitunter der Dozent für Kirchengeschichte Wolfgang Ullmann, der Regisseur Konrad Weiß, sowie Ulrike Poppe, die Mitbegründerin der Initiative “Frauen für den Frieden”.

Bedeutung und Geschichte von Demokratie Jetzt

Demokratie Jetzt durfte nicht als Partei verstanden werden. Es war vielmehr eine informelle Gruppierung, deren Position es war, die Macht nur dann auszuüben, wenn sie dazu legitimiert war. Aus dieser Gruppe kam auch die Idee des vierseitigen Tisches, wobei es hier wichtig war ein Gremium zu schaffen, das die mangelnde Legitimierung der Volkskammer ausgleichen würde. Hier trafen zwei Gruppen aufeinander, die alten Blockgruppen und die Neuengruppen. Im November versuchte Demokratie Jetzt den Vorschlag eines „Vierseitigen Tisches“ umzusetzen, der letzten Endes im Dezember in Form des Runden Tisches stattgefunden hatte. Am Runden Tisch saßen dann nur zwei Vertreter der Demokratie Jetzt.

Weitere Entwicklung:

Nach der Volkskammerwahl 1990, bei der Demokratie Jetzt 2,9 % der Stimmen erreichte, verband sie sich mit den acht Abgeordneten der Grünen Partei und bildete zusammen die Fraktion Bündnis 90/Grüne. Die Partei versuchte sich vor allem für eine soziale und ökologische Marktwirtschaft durchzusetzen als auch für Rechtsstaatlichkeit und die Einheit Deutschland. Die wichtigsten Mitglieder von Demokratie Jetzt waren: Almuth Berger; Stephan Bickhardt; Hans-Jürgen Fischbeck, Katrin Göring-Eckardt, Regine Hildebrandt, Ludwig Mehlhorn, Ulrike Poppe, Wolfgang Tiefensee, Wolfgang Ullmann und Konrad Weiß.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0209-022 / CC-BY-SA, Wikipedia

Mauerfall – 23. Jahrestag

Veröffentlicht von dominikus am 9. November 2012

Der Berliner Mauerfall jährt sich in diesem Jahr zum 23. Mal.

Zeitzeugenberlin widmet sich in einem kleinen Beitrag dem großen Ereignis. Es sind zahlreiche Elemente, die an die Berliner Mauer und vor allem an den Bau der Berliner Mauer erinnern und somit auch den Fall im Jahre 1989 als eine Erlangung der Freiheit aufzeigen. Denn die Freiheit stand immer im Vordergrund, was auch der gefürchtete Berliner Mauer Todesstreifen nicht besänftigen konnte. Die Erinnerung an diese Tage ist vor allem der Stiftung Berliner Mauer zu verdanken, die 2008 gegründet wurde. Kurz vor diesem bedeutenden Tag hat die Stiftung eine neue mobile Internetseite freigeschaltet, die den Besuchern nicht nur drei Touren vorschlägt, sondern auch u.a. die Vorgeschichte der Berliner Mauer und die Berliner Mauer Flucht näher bringt. Denn die Berliner Mauer heute sollte nicht nur zu einer weiteren touristischen Attraktion, sondern immer als ein Teil der Erinnerungskultur in Deutschland angesehen werden. Diese wird vor allem durch die Zeitzeugen des Mauerbaus und die damit verbundene Oral History ermöglicht. Denn es sollte nicht vergessen werden, dass es in den Jahren vor dem Berliner Mauerfall zahlreiche Berliner Mauer Opfer gab. Zu diesem Tag würde ich persönlich folgende Berliner Mauer Tour vorschlagen:

Angefangen vom Checkpoint Charlie über das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer bis zum Brandenburger Tor, dem Symbol der Teilung Deutschlands.

Nach solch einer Tour, die ich auch als Berliner Mauerradweg im Winter besonders empfehle, sollte sich jeder persönlich über die Folgen der Berliner Mauer Gedanken machen, um auch den 23. Jahrestag und dessen Bedeutung in seiner Vollkommenheit verstehen zu können.

 

 

 

Es gibt zudem zahlreiche Veranstaltungen, die an den Mauerfall erinnern sollen. Meistens sind es jedoch politische Ereignisse, welche durch ihre Form nochmals die Wichtigkeit dieses Tages unterstreichen. Zum einen gibt es eine Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße, an welcher auch der Regierende Bürgermeister Wowereit teilnimmt. Zum anderen gab es heute morgen in der Kapelle der Versöhnung eine “Gedenkandacht 23. Jahrestag des Mauerfalls”, bei welcher an die Opfer des DDR-Grenzregimes erinnert wurde.

Ein weiteres Highlight ist die Online-Ausstellungen über das Ende des Kalten Krieges, die das Google Cultural Institute u.a. mit dem DDR Museum und der Robert-Havemann-Gesellschaft zum 23. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer veröffentlicht hat.

Bildquelle: Dieter Brügmann; Wikimedia Commons

Christa Wolf

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. November 2012

Christa Wolf war eine Deutsche Schriftstellern, deren Werke unter die Kategorie DDR Literatur gezählt werden. Sie wurde im Jahre 1929 geboren und verstarb am 1. Dezember 2011, im Alter von 82 Jahren.


Christa Wolf /Werdegang

In ihrer Kindheit wächst Christa Wolf zusammen mit ihrem Bruder in Landsberg an der Warthe auf, welches heute zu Polen gehört. Ihre Eltern Otto und Herta waren Eigentümer eines Lebensmittelgeschäftes.

Am Ende des Krieges flieht die Familie nach Mecklenburg. Ihr Abitur macht Christa Wolf 1949 in Thüringen und tritt im selben Jahr in die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) ein. Dort bleibt sie bis 1989 Mitglied.

Von 1949 bis 1953 studierte Christa Wolf Germanistik in Jena und Leipzig. Noch während ihres Studiums heiratet sie den Schriftsteller Gerhard Wolf und bringt ihre erste Tochter zur Welt, vier Jahre später bekommt sie ihre zweite.

Nach ihrem Studium, von 1953 bis 1959 arbeitet Christa Wolf als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband. Bereits 1958 wird sie zudem Cheflektorin im ‘Verlag Neues Leben’ und von 1958 bis 1959 ist die außerdem noch Redakteurin der Zeitschrift ‘Neue Deutsche Literatur’. Währenddessen wird sie auch erstmals von Ministerium für Staatssicherheit (MfS) kontaktiert, woraufhin sie bis 1962 als geheime Informantin des Staates beschäftigt ist.

Christa Wolf/ Werke

Im Jahre 1961 veröffentlicht Christa Wolf erstmalig ihr Schriftstück ‘Moskauer Novelle’. Dafür bekommt sie in der DDR die Auszeichnung des Kunstpreises der Stadt Halle, in der BRD jedoch, wird ihr Prosawerk nicht veröffentlicht. Ein Jahr später, im Jahr 1962, zieht Christa Wolf in die Nähe von Berlin (Kleinmachnow) und ein Jahr darauf erscheint ihr erster Roman ‘Der geteilte Himmel’. Auch hierfür wird Wolf ausgezeichnet. Im selben Jahr erhält sie den Heinrich-Mann-Preis und Nationalpreis III. Klasse für Kunst und Literatur. Ein Jahr später wird ihr Buch sogar verfilmt, wodurch sie auch in der BRD bekannt wird.


Christa Wolfs Schicksal

Als später an die Öffentlichkeit kam, dass Chista Wolf bei der Stasi war, wurde sie sehr hart kritisiert. Eine Folge dessen war, dass sie sehr stark erkrankte. Am 1. Dezember 2011 starb Wolf an den Folgen ihrer Krankheit.

Bildquelle: BArchBot; Wikimedia Commons

Alliierte in Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 1. November 2012

Im Londoner Abkommen vom 19. bis zum 30. Oktober 1943 wurde die Dreiteilung Berlins festgelegt. Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges (USA, Großbritannien und die Sowjetunion) sollten jeweils einen Teil der Stadt erhalten. Am 1. Mai 1945 wurde das Protokoll jedoch ergänzt, denn auch Frankreich sollte nun einen Teil erhalten. Obwohl Frankreich nicht zu den Siegermächten zählte, weil es im Krieg gegen Deutschland kapitulieren musste, bekam das Land den vierten Teil Berlins. So unterzeichneten die vier Länder am 5. Juni 1954 die Berliner Erklärung. Dass Frankreich am Ende doch noch eine Besatzungszone Berlins erhielt, hatte sozusagen freundschaftliche Motive, denn das Land baute im Ausland die Forces Françaises Libres auf, die auf Seiten der Alliierten, für die Befreiung Frankreichs kämpfte. Welches Land welche Besatzungszone erhielt, ist in folgendem Abschnitt aufgeführt.

Alliierte in Berlin /Besatzungszonen

Zu den Alliierten in Berlin zählten also nicht nur die USA, Großbritannien und die Sowjetunion, sondern auch Frankreich. Die westlichen Staaten erhielten West- Berlin und die Sowjetunion bekam Ost- Berlin und damit die Bezirke: Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Treptow, Pankow, Weißensee, Lichtenberg, Köpenick, Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf. Um das zu verdeutlichen und um die Flucht der Bürger der DDR zu verhindern, baute die Sowjetunion 1961 die Mauer, die Ost- und West- Berlin trennte. Die USA erhielt die südlichen Bezirke West-Berlins (Kreuzberg, Schönberg, Zehlendorf, Tempelhof und Neukölln), Großbritannien die Mitte (Tiergarten, Charlottenburg, Wilmersdorf und Spandau), und Frankreich bekam die nördlichen Bezirke des westlichen Teils der heutigen Hauptstadt, nämlich Wedding und Reinickendorf. Berlin war somit sorgfältig unter den Alliierten aufgeteilt und bildete ein zerstückeltes Ganzes.

Alliierte in Berlin/ Ende der Besatzungszeit

Mehr als 28 Jahre teilte die Mauer Berlin.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 wurde die Mauer wieder zu Fall gebracht. Ein Jahr darauf, am 12. September 1990 wurde das Ende der Besatzungszeit durch die Alliierten in Berlin in dem Zwei-Plus-Vier– Vertrag in Moskau dann endgültig besiegelt. Die Wiedervereinigung Deutschlands war vollzogen.

Bildquelle: Incnis Mrsi; Wikipedia

DDR Reisefreiheit

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 21. June 2012

Die DDR Reisefreiheit, die es schlichtweg einfach nicht gab, war nicht zuletzt einer der großen Gründe, warum so viele Flüchtlinge aus der DDR kamen. Doch wie genau sah die eingeschränkte DDR Reisefreiheit aus? Welche Restriktionen der DDR Reisefreiheit gab es? Und welche Rolle spielte die DDR Reisefreiheit für die Öffnung der Grenzen?

Fakten zur DDR Reisefreiheit

DDR ReisefreiheitGenerell gilt die Reisefreiheit als eines der international verbrieften Rechte der Menschen. Dies berechtigt, beliebig oft und lang sein eigenes Land zu verlassen und zu einem beliebigen Zeitpunkt zurückzukehren. Das galt jedoch nicht für die DDR Reisefreiheit. Bis zum 09. November 1989 war die DDR Reisefreiheit stark eingeschränkt. Zwar hatte die DDR den internationalen Brief unterzeichnet, er wurde jedoch nicht ins nationale Recht einbezogen. So stellte der § 213 des StGB den nicht-genehmigten Versuch, das Land zu verlassen, unter Strafe.

Die DDR Reisefreiheit sah vor, dass Personen unter 65 Jahren das Land nur auf Antrag und zu bestimmten Anlässen verlassen konnten. Die Rückreise musste auch sehr wahrscheinlich sein, zum Beispiel durch Kinder oder Ehepartner im Osten und keine Familie im Westen. Ab 1964 durften Rentner laut DDR Reisefreiheit einmal im Jahr Besuchsreisen zu Verwandten im Westen machen.

Es gab sogenannte erlaubte Reisekader, wie Sportler, die zu internationalen Wettkämpfen fuhren, ausgewählte Facharbeiter, die im Westen arbeiteten oder Wissenschaftler, die zu Fachkongressen ausreisten.

Aber auch für die Einreise in die DDR galt eine eingeschränkte DDR Reisefreiheit. So war das Reisen in sozialistische Länder auch problematisch. So durfte von 1972 bis 1980 nicht ohne spezielle Genehmigung nach Polen eingereist werden. Ausschließlich in die Tschechoslowakei konnte man spontan reisen. Alle anderen sozialistischen Länder konnten nur mit einer Reiseanlage für den visumfreien Reiseverkehr bereist werden, sofern dies bei der Volkspolizei beantragt wurde.

Der 09. November 1989 und die DDR Reisefreiheit

DDR Reisefreiheit - MontagsdemonstrationDas neue Ausreisegesetz, dass den DDR Bürgern uneingeschränkte Reisefreiheit gewähren sollte, wurde am 9. November erarbeitet. Auf deren Inkrafttreten wurde jedoch eine Sperrfrist bis 4 Uhr morgens gelegt. Herr Günther Schabowski war darüber jedoch nicht informiert. So ging dieser ahnungslos zu einer internationalen Pressekonferenz, die bundesweit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ein Bild-Journalist stellte ihm um 18:53 Uhr die entscheidende Frage: So fragte er, wann das neue Gesetz in Kraft treten würde. Schabowskis Worte: “sofort, unverzüglich”. So strömten tausende Ostberliner zu den Grenzübergängen, um die uneingeschränkte Reisefreiheit sofort in Anspruch zu nehmen. Um 00:00 Uhr waren alle Grenzanlagen geöffnet. So ergab sich aus der eingeschränkten DDR Reisefreiheit die uneingeschränkte “Reisefreiheit” als Wort des Jahres 1989.

Bild 1: wikipedia, Appaloosa
Bild 2: wikipedia, Friedrich Gahlbeck

Berliner Mauerfall

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 23. April 2012

Der Berliner Mauerfall ereignete sich in der Nacht von Donnerstag, den 9. November 1989 auf Freitag, den 10. November 1989. Bis zum Berliner Mauerfall existierte sie über 28 Jahre. Ein Journalist der Bild-Zeitung lieferte am 9. November einen entschiedenen Hinweis für den Berliner Mauerfall am selbigen Tag. West-Berlin traf darauf hin in hoher Geschwindigkeit bestimmte Vorkehrungsmaßnahmen. Gründe für den Berliner Mauerfall waren unter anderem Forderungen nach Reisefreiheit in der DDR und die anhaltende “Republikflucht” von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik Deutschland.

Der Countdown – Berliner Mauerfall

Am 9. November wurde ein neues Ausreisegesetz erarbeitet, das die Reisebeschränkung der DDR Bürger aufheben sollte. Allerdings wurde eine Sperrfrist bis 4 Uhr morgens ausgesprochen, worüber Günther Schabowski jedoch nicht informiert war und somit den Berliner Mauerfall unbewusst vorzeitig auslöste. Dieser ging nämlich zu einer internationale Pressekonferenz, die bundesweit für alle Bürger im Fernsehen live zu sehen war. Dort fragte ihn ein Journalist um 18:53 Uhr die entscheidende Frage zum Berliner Mauerfall, nämlich wann das neue Gesetz in Kraft treten würde. Schabowski antwortete: “sofort, unverzüglich”

Tausende Ostberliner strömten direkt zu den Grenzübergängen und verlangten den sofortigen Berliner Mauerfall. Um 21:20 Uhr konnten die ersten Ostbürger an der Bornholmer Straße ausreisen. Bei manchen wurde der Personalausweis als ungültig gestempelt, wodurch sie als Inhaber ausgebürgert wurden. Weitere Grenzübergänge folgten später. Radiosender fingen an, über offene Grenzen zu berichten. Um 23:30 Uhr befahl der Oberstleutnant Harald Jäger schließlich eigenmächtig, die Grenzübergangsstelle zu öffnen und die Passkontrollen einzustellen. So passierten von 23:30 Uhr bis 00:15 Uhr über 20.000 Menschen diese Grenze. Bereits um 00:00 Uhr waren alle Grenzanlagen offen.

Nach dem Berliner Mauerfall

Nach dem Mauerfall wurden die Grenzübergänge zunächst weiter überwacht. Es wurden sogar Versuche angestellt, eingeschlagene Stellen der Mauer zu reparieren. Für das Wochenende nach dem Fall der Berliner Mauer wurde jedoch das Öffnen weiterer Grenzübergänge angekündigt. Am 22. November wurde letztlich auch das Brandenburger Tor geöffnet, zu welchem Ereignis sich große Menschenmengen versammelten. Ab dem 24. November durften nun auch West-Bürger visumsfrei in die DDR einreisen. Am 1. Juni 1990 wurden mit Inkrafttreten der Währungsunion sämtliche Grenzkontrollen eingestellt. Der Berliner Mauerfall war nun endgültig vollzogen.

Berliner Mauerfall

Berliner Mauerfall 1989

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 6. April 2012

Der Berliner Mauerfall 1989 war für die Menschen in DDR und BRD gleichermaßen ein großes Ereignis. Der Berliner Mauerfall 1989 stellte den ersten Schritt zur Wiedervereinigung von DDR und BRD dar. Mit dem Berliner Mauerfall 1989 konnten DDR-Bürger erstmals nach über 28 Jahren wieder ohne Ausreisegenehmigung und lange Kontrollen in den Westen reisen. Im Folgenden stehen die Ursachen vom Berliner Mauerfall 1989 im Vordergrund der Ausführungen.

Berliner Mauerfall 1989: Ursachen

Der Berliner Mauerfall 1989 zeichnete sich bereits zu Beginn des Jahres langsam ab. Die DDR hatte zunehmend wirtschaftliche Schwierigkeiten. Ihr großer Bruder, die Sowjetunion, steckte bereits wirtschaftlich und gesellschaftlich in der Krise. Die hier eingeleiteten Reformen beeinflussten die Entwicklungen in der DDR, welche letztendlich zum Berliner Mauerfall 1989 führten. Glasnost, Perestroika und schließlich die Unterzeichnung des Wiener KSZE-Abkommens im Januar 1989 sollten der Sowjetunion und ihren Verbündeten wieder wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität bringen. Im Wiener KSZE-Abkommen verpflichtete sich auch die DDR, ihren Bürgern eine Ausreise und anschließend auch eine Wiedereinreise zu erlauben. Im Sommer des Jahres vom Berliner Mauerfall 1989 versuchten tausende DDR-Bürger über die Botschaften der Bundesrepublik in Ostberlin und osteuropäischen Hauptstädten, wie Prag und Warschau, in die BRD auszureisen. Die Öffnungen der Grenzen von Ungarn und der Tschechoslowakei zu Österreich zogen ebenso einen großen Strom an Ausreisewilligen an. Die Bürger stimmten über die DDR mit ihren Füßen ab. Der Berliner Mauerfall 1989 war eine Konsequenz dieser anhaltenden Fluchtbewegung.

Der Druck der Bevölkerung auf die DDR-Regierung wuchs durch Massenkundgebungen und Proteste beständig. Längst ging es ihr nicht mehr nur um Reisefreiheit, sondern auch um freie Wahlen und die Zulassung einer Opposition. Am 6. November vor dem Berliner Mauerfall 1989 wurde ein Entwurf über das Reisegesetz vorgelegt, der allerdings nur wenig Anklang fand. Am 9. November erfolgte daher der Entwurf eines neuen Reisegesetzes, welches noch am gleichen Abend veröffentlicht werden sollte.

Berliner Mauerfall 1989: Ereignisse

Am Abend des 9. November 1989 verkündete Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz, dass alle Grenzübergänge der DDR zur BRD zur ständigen Ausreise geöffnet seien. Ein Journalist fragte nach, ab wann diese Regelung in Kraft treten würde. Schabowski antwortete daraufhin, dass die Regelung ab sofort gültig sei. Da die Pressekonferenz im Fernsehen und Radio übertragen wurde, verbreitete sich die Nachricht von der offenen Grenze sehr schnell. Tausende Menschen strömten kurz darauf an die Mauer und forderten eine unverzügliche Öffnung der Übergänge. Der Grenzübergang Bornholmer Straße wurde um 21:20 Uhr als Erstes geöffnet. Bereits um Mitternacht waren alle Grenzübergänge in Berlin zum freien Passieren freigegeben. Die Öffnung aller Grenzübergänge wurde symbolisch zum Berliner Mauerfall 1989.

Zeitzeugen vom Mauerfall

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 24. February 2012

Die Zeitzeugen vom Mauerfall sind überaus relevant, wenn die Vermittlung der jüngeren Geschichte im Zentrum der Aufarbeitung steht. Am 13.08.1961 begann der Bau der Grenzziehung. 30 Jahre später konnten die Zeitzeugen vom Mauerfall das Ende des DDR-Regimes ansehen. Die Jugendlichen von heute konnten keine Zeitzeugen vom Mauerfall werden. Daher ist es besonders wichtig, dass Zeitzeugen vom Mauerfall Kindern und Jugendlichen dieses weittragende Ereignis erklären und ihnen beschreiben.

Zeitzeugen vom MauerfallDie Zeitzeugen vom Mauerfall in Berlin

Besonders die Zeitzeugen vom Mauerfall in Berlin können von den eindrucksvollen Bildern berichten. Um 21:20 Uhr wurde der Grenzübergang Bornholmer Straße auf Druck der Menschenmassen ohne vorherigen Befehl geöffnet. Um 21:30 Uhr meldete der Radiosender RIAS den Zeitzeugen vom Mauerfall erste offene Grenzübergänge. Immer mehr Zeitzeugen vom Mauerfall drängten zu den Stellen, sodass um 23:30 Uhr die Passkontrollen ganz aufgehoben wurden. Über 20.000 Menschen gelangten bis um 0:15 Uhr nach West-Berlin. Bis Mitternacht waren alle Grenzübergänge in Berlin und die West-Berliner Außengrenze geöffnet. Viele DDR-Bürger hatten jedoch die Öffnung verschlafen und drängten erst am Vormittag in den Westen.

Fragen an die Zeitzeugen vom Mauerfall

Folgende Fragen richten sich insbesondere an Zeitzeugen vom Mauerfall aus der DDR. Es ist notwendig, der jungen Generation von den Ereignissen zu berichten, um das Geschichtsbewusstsein zu stärken. Wenn Sie möchten, können Sie hier Ihre Erfahrungen als Kommentar  veröffentlichen:

  • Zeitzeugen vom Mauerfall FamilieWo haben Sie sich zum damaligen Zeitpunkt befunden?
  • Wie alt waren Sie zum damaligen Zeitpunkt?
  • Haben Sie sich an den Demonstrationen beteiligt?
  • Haben Sie von den Ereignissen in Ungarn erfahren?
  • Was assoziieren Sie mit dem Begriff Fall der Berliner Mauer?
  • Welche besonderen Ereignisse sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
  • Wie haben Sie von der Grenzöffnung erfahren und welche Reaktionen hat diese bei Ihnen hervorgerufen?
  • Wann haben Sie den Westen Deutschlands das erste Mal besucht und warum?

Berliner Geschichte aus den Augen der Zeitzeugen vom Mauerfall zu betrachten ist besonders wichtig. Helfen Sie mit!

Foto 1 und 2: von VivaoPictures von flickr

Der Mauerfall

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 26. November 2011

Am 9. November jährte sich zum 22. Mal der Mauerfall. Die Berliner Mauer wurde im Jahr 1961 errichtet und diente als Grenzbefestigungssystem, das alle drei Westsektoren Berlins umschloss und diese von Ostberlin und der gesamten DDR abriegelte.

MauerfallDer Mauerfall im Jahre 1989

In der Nacht vom Donnerstag den 9. November auf Freitag, den 10. November 1989 fand der Mauerfall statt. Bereits im Oktober fanden die Vorbereitungen zu einer Art kontrolliertem Mauerfall von Seiten der DDR-Regierung statt. Es gab am 29. Oktober ein Gespräch zwischen dem damaligen regierenden Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, Ost-Berlins SED-Chef Günter Schabowski und dem Oberbürgermeister von Ost-Berlin, Erhard Krack. Es wurden Vorbereitungen für einen Mauerfall im Dezember 1989 getroffen. Massenkundgebungen in der Wendezeit und die Forderung nach Reisefreiheit in der DDR führten zum Mauerfall. Ein weiterer Grund war die anhaltende Republikflucht großer Bevölkerungsteile der DDR über das Ausland in die BRD. Dies geschah teils über die Botschaften verschiedener osteuropäischer Hauptstädte, wie Prag und Warschau und teilweise über Ungarn, das seit dem 11. September 1989 seine Grenzen zu Österreich geöffnet hatte.

Vor dem Mauerfall

Die Berliner Mauer ergänzte im Jahr 1961 die 1378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze zwischen der DDR und BRD. Die innerdeutsche Grenze wurde bereits mehr als neun Jahre vorher befestigt, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Sie wurde als “antifaschistischer Schutzwall” bezeichnet. Dieser Begriff wurde von Horst Sindermann geprägt. Bis zum Mauerfall sollte sie die Flucht aus der DDR, die als ungesetzlicher Grenzübertritt unter Strafe stand, verhindern. Die Berliner Mauer stellte außerdem ein Symbol des Kalten Kriegs zwischen den Westmächten unter der Leitung der USA und dem Ostblock unter der Leitung der Sowjetunion dar. Sie teilte vom 13. August 1961 bis zum Mauerfall 1989 das Stadtgebiet Groß-Berlin in die zwei Hälften West-Berlin und Ost-Berlin. Vor dem Mauerfall war Ost-Berlin die Hauptstadt der DDR.

Nach dem Mauerfall durften West-Berliner und Bundesbürger am 24.Dezember 1989 ab 0:00 Uhr zum ersten mal ohne Visum in die DDR reisen.

Foto: flickr, zumpe

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