Berlin 1989 – Wie sah es kurz vor dem Fall der Berliner Mauer aus?

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. April 2013

Noch vor dem Mauerfall sah es in Berlin recht düster aus. Familien, Freunde und Bekannte wurden durch den Bau der Mauer getrennt. Zur Zeit der DDR vergaß man diese oder trug eine große Sehnsucht in sich, versuchte die Mauern der DDR zu umgehen oder in diese zu gelangen, um sich wiederzusehen. Kein Wunder also, dass viele Fluchtversuche unternommen wurden. An den Grenzübergängen herrschte allerdings eine strenge Überwachung. Wer auf seiner Flucht erwischt wurde, musste mit dem Schlimmsten rechnen. Schließlich wurde auf Flüchtlinge sogar geschossen, wodurch eine Flucht ein heikles Unterfangen war. So flossen Träume meist dahin, da nicht jeder sein Leben aufs Spiel setzen wollte.
Cover von "Und morgen am Meer" © Ueberreuter Verlag

“Und morgen am Meer”- Flucht aus Berlin 1989

Corina Bomann erzählt in Ihrem Buch „Und morgen am Meer“ die Geschichte zweier mutiger Flüchtlinge, die mehr von der Welt sehen wollten. Milena, eine Ostberlinerin, hatte einen Traum. Sie wollte zumindest einmal in ihrem Leben das Mittelmeer sehen. Eine schier unglaubliche und unmögliche Vorstellung im Sommer 1989. Später lernte sie den Westberliner und Musiker Claudius kennen, in den sie sich verliebte. Claudius wollte ebenfalls das Meer sehen. Gemeinsam starteten sie eine Flucht ins Ungewisse. Sie riskierten ihr Leben, ungeahnt dessen, dass die Mauer am 09. November 1989 fallen würde. Ein dramatischer Ausbruch in die Freiheit, der nicht ohne Hindernisse verläuft. Haben sie es tatsächlich beide lebend geschafft?

Siebentägige Berlin-Rallye

Auf ihrer Flucht passierten die beiden verschiedene Stationen Berlins. In der am Dienstag gestarteten siebentägigen Berlin-Rallye zum Buch „Und morgen am Meer“ werden diese vorgestellt. Es gilt, die Namen von verschiedenen Orten und Gebäuden Berlins herauszufinden, die die beiden Flüchtlinge passiert haben. Mitmachen kann jeder Ratelustige und Geschichtsinteressierte auf pinterest.com. Zu gewinnen gibt es ein Exemplar des Buches „Und morgen am Meer“.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß beim Rätseln und Lesen. 

 

Bildrechte: © Ueberreuter Verlag

Bertolt Brecht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 3. December 2012

Bertolt Brecht, der auch Bert Brecht oder Eugen Bertolt Friedrich Brecht genannt wurde, wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und verstarb am 14. August 1956 in der DDR. Er war einer der einflussreichsten deutschen Lyriker und Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Weil er in der DDR lebte, werden die Werke Bertolt Brechts ebenfalls zu der DDR Literatur gezählt.

 Bertolt Brechts Werdegang

Nachdem Bertolt Brecht die Volkshochschule besuchte, ging er von 1908 bis 1917 auf das Königliche Realgymnasium in Augsburg. Dort absolvierte Bertolt Brecht das sogenannte ‘Notabitur’, worunter man zu Kriegszeiten ein Abitur unter erleichterten Umständen verstand. Dass er ein poetisches Talent hatte, machte sich bereits in sehr frühen Jahren bemerkbar. Bertolt Brecht liebte es Tagebuch zu schreiben, in dem er im Jahre 1913 vermerkte: „Ich muß immer dichten“. Noch im selben Jahr veröffentlichte Brecht sein erstes selbst geschriebenes Drama in der Schülerzeitschrift ‘Die Ernte’, zu dessen Idee es zu schreiben, ihn der Religionsunterrecht inspiriert hatte. In der Schülerzeitschrift ‘Die Ernte’ wurden auch die ersten Gedichte, Erzählungen und Rezensionen Bertolt Brechts publiziert, die übrigens größtenteils patriotischer Art waren.

Ein Jahr später, im Jahre 1914 nach Kriegsbeginn, veröffentlichte er seine ‘Augsburger- Kriegsbriefe’ erstmalig in der Zeitung München- Augsburger Abendzeitung, die zu Beginn noch anonym waren. Erst 1916 signierte er die Texte mit seinem Namen.

Am 2. Oktober 1917 begann Bertolt Brecht ein Studium der Literatur, Philosophie und Medizin an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Das Studium brachte er jedoch nicht zu Ende.

 Bertolt Brecht kam nach Berlin

Nachdem er in den Jahren ab1920 häufig zwischen Berlin und München hin und her gependelt war, um neue literarische Bekanntschaften zu schließen, zog Bertolt Brecht 1924 endgültig nach Berlin. Mittlerweile war Bertolt Brecht mit der Schauspielerin und Opernsängerin Marianne Zoff verheiratet, mit der er zwei Kinder gezeugt hatte. Noch während dieser Ehe lernte er jedoch seine nächste Ehefrau Helene Weigel kennen. Sie war Schauspielerin und zusammen mit ihr bekam Brecht seinen zweiten Sohn Stefan und seine zweite Tochter Barbara.

 Bertolt Brechts Berliner Ensemble

Im November 1949 gründete Bertolt Brecht zusammen mit seiner Frau das Berliner Ensemble, dass durch die Aufführungen Brechts einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte. Später gehörte das Berliner Ensemble zu der prestigeträchtigen Kulturszene der DDR.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA; Wikimedia Commons

DDR Literatur

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 15. November 2012

Die DDR Literatur bezeichnet alle schriftlichen Werke, die zu Zeiten der Sowjetischen Besatzungszone (ab 1945) und der DDR entstanden sind. Die DDR Literatur verfolgte zu Beginn den Zweck eine Antifaschistische Grundhaltung zu vermitteln. Um den Faschismus ein für alle Mal auszulöschen, wandten sich viele junge Autoren gutgläubig dem Sozialismus zu und so entstand die Idee, die DDR Literatur zu benutzen. Sie sollte die Menschen von Anfang an in die Richtung des Sozialismus lenken, indem man den Autoren vorschrieb was sie zu schreiben hatten und den Lesern, was sie zu lesen hatten.

DDR Literatur/ das Konzept

Um die Menschen in die Richtung des Sozialismus zu lenken, waren bestimmte positive Romanhelden ein charakteristisches Stilmittel der DDR Literatur. Zu Beginn steht dieser junge Held meist im Konflikt mit den sozialistischen Lebensverhältnissen, um nach und nach die Vorteile dessen zu erfahren. Am Ende stellt er dann den Prototypen einer sozialistischen Idealgesellschaft dar. Dieses charakteristische Merkmal der DDR Literatur sollte den Menschen eine große Identifikationsfläche schaffen, die sie und den Helden verbindet. Denn auch sie standen dem Sozialismus zu Beginn vielleicht kritisch gegenüber. Nach und nach lässt sich der Held jedoch vom Sozialismus überzeugen und somit in vielen Fällen wahrscheinlich auch der Leser, denn er lebt seine Geschichten mit, man identifiziert sich mit ihm, und kann ihn am Ende vielleicht sogar verstehen.

Bekannteste Vertreter der DDR Literatur

Welche Literatur in der DDR zu den bekanntesten gehörte, kann man nicht pauschal sagen. Aber auch welche Autoren zu den bekanntesten Vertretern der DDR Literatur gezählt werden können, lässt sich nicht leicht zusammenfassen. Wahrscheinlich gehören wohl Bertolt Brecht, Christa Wolf, Heiner Müller, Günter de Bruyn, Wolf Biermann, Johannes Bobrowski dazu und selbstverständlich noch viele weitere. Bertolt Brecht gehört zu den bekanntesten Vertretern der Literatur aus der DDR, denn seine Werke sind oftmals auch Inhalt des Literaturstudiums. Auch das Brecht- Denkmal am Schiffbauerdamm in Berlin erinnert an den, im Jahre 1956 in der DDR verstorbenen, Schriftsteller.

Heiner Müller wird ebenfalls, sowie Brecht, zu einem der wichtigsten Dramatikern und Lyrikern der DDR gezählt. Christa Wolf hingegen erlangte ihren Bekanntheitsgrad unter anderem durch einen Roman. ‘Der geteilte Himmel’ zählt zu den bekannten Romanen der DDR Literatur, denn dieser wurde ein Jahr nach dessen Veröffentlichung sogar verfilmt und gelangte dadurch auch zu Bekanntheit in der BRD.

Bildquellen: Bertolt Brecht, Christa Wolf; BArchBot; Wikipedia

Christa Wolf

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. November 2012

Christa Wolf war eine Deutsche Schriftstellern, deren Werke unter die Kategorie DDR Literatur gezählt werden. Sie wurde im Jahre 1929 geboren und verstarb am 1. Dezember 2011, im Alter von 82 Jahren.


Christa Wolf /Werdegang

In ihrer Kindheit wächst Christa Wolf zusammen mit ihrem Bruder in Landsberg an der Warthe auf, welches heute zu Polen gehört. Ihre Eltern Otto und Herta waren Eigentümer eines Lebensmittelgeschäftes.

Am Ende des Krieges flieht die Familie nach Mecklenburg. Ihr Abitur macht Christa Wolf 1949 in Thüringen und tritt im selben Jahr in die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) ein. Dort bleibt sie bis 1989 Mitglied.

Von 1949 bis 1953 studierte Christa Wolf Germanistik in Jena und Leipzig. Noch während ihres Studiums heiratet sie den Schriftsteller Gerhard Wolf und bringt ihre erste Tochter zur Welt, vier Jahre später bekommt sie ihre zweite.

Nach ihrem Studium, von 1953 bis 1959 arbeitet Christa Wolf als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband. Bereits 1958 wird sie zudem Cheflektorin im ‘Verlag Neues Leben’ und von 1958 bis 1959 ist die außerdem noch Redakteurin der Zeitschrift ‘Neue Deutsche Literatur’. Währenddessen wird sie auch erstmals von Ministerium für Staatssicherheit (MfS) kontaktiert, woraufhin sie bis 1962 als geheime Informantin des Staates beschäftigt ist.

Christa Wolf/ Werke

Im Jahre 1961 veröffentlicht Christa Wolf erstmalig ihr Schriftstück ‘Moskauer Novelle’. Dafür bekommt sie in der DDR die Auszeichnung des Kunstpreises der Stadt Halle, in der BRD jedoch, wird ihr Prosawerk nicht veröffentlicht. Ein Jahr später, im Jahr 1962, zieht Christa Wolf in die Nähe von Berlin (Kleinmachnow) und ein Jahr darauf erscheint ihr erster Roman ‘Der geteilte Himmel’. Auch hierfür wird Wolf ausgezeichnet. Im selben Jahr erhält sie den Heinrich-Mann-Preis und Nationalpreis III. Klasse für Kunst und Literatur. Ein Jahr später wird ihr Buch sogar verfilmt, wodurch sie auch in der BRD bekannt wird.


Christa Wolfs Schicksal

Als später an die Öffentlichkeit kam, dass Chista Wolf bei der Stasi war, wurde sie sehr hart kritisiert. Eine Folge dessen war, dass sie sehr stark erkrankte. Am 1. Dezember 2011 starb Wolf an den Folgen ihrer Krankheit.

Bildquelle: BArchBot; Wikimedia Commons

Zeitzeugen Biographien

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 29. July 2012

Zeitzeugen Biographien von Widerstandskämpfern

Zeitzeugen Biographien, wie die von Margarete Hänel, sind besonders im Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus sehr interessant. Hänel kam 1902 in Hamborn zur Welt, wo sie sich bereits vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gegen die ersten Keime des Nationalsozialismus engagierte. Zeitzeugen Biographien beschreiben, wie diese Frau 1942-43 auch half, die KPD in Moers rechtswidrig wieder ins Leben zu rufen. Auch stand sie in Verbindung mit dem Widerstandszentrum in Du-Neudorf. Zeitzeugen Biographien beschreiben auch, wie sie 1945 in Ravensbrück getötet wurde.

Andere Zeitzeugen Biographien, wie die von Elfriede Kruse, drehen sich um die Inhaftierung eines Familienmitglieds, hier der Schwester Martha Hadinsky. 1960 verfasste Kruse einen Brief, um die Ungerechtigkeit dieser Maßnahme anzuprangern. Sie kritisierte, dass derartige Gerichtsprozesse komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet stattfanden. Am 27.8.1959 war ihre Schwester zu einer 14-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Zeitzeugen Biographien wie ihre zeigen, dass viele es aufgrund ihrer kommunistischen Einstellung als ihre Verpflichtung ansahen, sich gegen die Aufstockung der Atomwaffen, die Fortführung des Kalten Krieges zu engagieren und stattdessen globale Abrüstung und friedliche Diskussion zu fordern. Diese Meinung teilten viele Professoren und wichtige Leute im öffentlichen Leben ebenfalls und brachten es durch mahnende Ansprachen oder Proteste zum Ausdruck.

Die Zeitzeugen Biographie von Gertrud Lemnitz beschreibt, wie sie zwischen 1930 und 33 Sekretariatsdienste für die KPD Duisburg-Hamborn erledigte. 1933 half sie bei den Widerstandsbemühungen des KJVD Jugendverbandes gegen den Faschismus. Neben ihrer Tätigkeit als Kassenwart war sie Teilnehmer verdeckter Zeltausflüge und Treffen mit politischer Agenda. Auch unterstützte sie Inhaftierte und verfasste rechtswidrige Dokumente. Bemerkenswert ist bei Zeitzeugen Biographien wie dieser, dass Lemnitz trotz Inhaftierung durch die Gestapo von September bis November 1933 ihre Widerstandstätigkeiten nicht aufgab.

Zeitzeugen BiographienHerta Niederhellmann war SAP-Anhängerin, ihre Brüder waren Nationalsozialisten. Die Duisburger Büroangestellte wurde zusammen mit ihrem Freund Eberhard Brünen Mitglied der 1931 ins Leben gerufenen SAP. 1933 entließ die Stadt Herta aufgrund ihrer politischen Gesinnung. Zudem wurde sie nach dem Vorwurf, sie habe ihrem Verlobten zur Flucht verholfen, als Geisel der Gestapo inhaftiert und in das KZ Brauweiler gebracht. Zeitzeugen Biographien wie die ihrige erstaunen den Leser damit, dass Menschen wie Herta sich dennoch daraufhin wieder im Untergrund betätigten.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-H1215-503-009 / CC-BY-SA, Wikipedia

Zeitzeugen Autobiographien

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 28. July 2012

Zeitzeugen Autobiographien bieten eine gute Möglichkeit, sich über geschichtliche Ereignisse aus erster Hand zu informieren. Es gibt viele Wege, sich über die strukturellen Ereignisse zu informieren, doch wie diese Geschehnisse auf die Menschen wirkten, können Zeitzeugen Autobiographien am Besten vermitteln. Häufig sind sie sehr spannend und interessant oder auch lustig geschrieben und lassen sich wie ein Roman lesen. Im Vergleich zu Biographien bieten Zeitzeugen Autobiographien authentischere Eindrücke und Beschreibungen, da eine Fremdrecherche von Ereignissen an einem gewissen Punkt immer an ihre Grenzen stößt. Heutzutage sind diese Zeitzeugen Autobiographien nicht nur als gebundenes Buch oder Taschenbuch, sondern auch als PDF, E-Book-Reader-Dokument oder als Hörbuch zu finden.

Zeitzeugen Autobiographien sind sehr persönliche Werke. Zeitzeugen erzählen dort nicht-fiktive Ereignisse aus der Erinnerung oder mit Hilfe von Dokumenten, Aufzeichnungen, Filmen und Fotos zur Unterstützung nach. Je nach Schreibstil des Autors ähneZeitzeugen Autobiographienln die Zeitzeugen Autobiographien eher einem Bericht oder einer ausformulierten Erinnerung. Dabei decken die Zeitzeugen Autobiographien meist nicht nur bestimmte Vorkommnisse, sondern oft das komplette Leben ab. Der Autor tritt als Zeuge seiner Generation auf. Nach eigenem Ermessen kann er dabei natürlich auch Ereignisse auslassen und manche mehr, manche weniger erläutern. Manche Autoren bauen auch Briefe und Tagebuchaufzeichnungen mit ein und lassen so auch andere Stimmen zu Wort kommen. Für manche Zeitzeugen kann das Verfassen einer solchen Autobiographie kathartisch sein, andere wollen die folgenden Generationen informieren, sodass sich schreckliche Ereignisse nicht wiederholen. Manche freut auch einfach das Verfassen einer Zeitzeugen Autobiographie, das Gefühl, wichtig zu sein. Besonders die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, aber auch andere Museen arbeiten mit Zeitzeugen, sei es durch das Anbieten von moderierten Gesprächen oder durch Verwendung von deren Erzählungen in Ausstellungen. Dies zeigt, wie wichtig Zeitzeugen gerade in dem heutigen, technologischen Zeitalter sind und dass es zwingend nötig ist, Zeitzeugenberichte vor deren Tode in irgendeiner Form für die Nachwelt festzuhalten, wenn sie nicht selbst Zeitzeugen Autobiographien verfassen.

Bildquelle: Tom Murphy VII, Wikipedia

DDR Geschichten

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. July 2012

DDR Geschichten gibt es viele. Besonders in Bezug auf das tägliche Leben haben ehemalige DDR-Bürger viele DDR Geschichten über Unterschiede zum Westen zu erzählen. DDR Geschichten finden sich beispielsweise zu typischen Charakteristika der Ostdeutschen, welche auch heute noch von Nutzen sein können: Ostbürger versuchten nicht nur, möglichst vieles, wie zum Beispiel eine Renovierung, selbst zu erledigen, sie dämmten auch ihren Ressourcenverbrauch ein. Somit hielten sie ihren Geist fit und sparten Geld.

DDR Geschichten über die Stasi

DDR GeschichtenDDR Geschichten erzählen auch von der Arbeit der Staatssicherheit. Olaf Menzel stand bereits im Alter von 13 Jahren unter Beobachtung der Spionageabwehr Amerika in der DDR. Laut dieser DDR Geschichte hatte der Junge tatsächlich aber nur ein paar Mal für kurze Zeit die Bibliothek der US-Botschaft besucht. Beim Verlassen jener kontrollierte ihn die Volkspolizeit meist, nahm seine Daten auf und ermahnte den Jungen, nicht mehr zum „Klassenfeind“ zu gehen. Zudem wurde die Schule von diesen Besuchen unterrichtet. Es folgte ein Besuchsverbot seitens der Volkspolizei.

DDR Geschichten über die Kirche

Über den Umgang mit der Kirche gibt es auch viele DDR Geschichten. Renate Wolf erinnert sich, dass sie im Zuge ihrer Konfirmation zu einem Mitglied der Jungen Gemeinde in St. Pauli-Kreuz wurde. Dort gefiel es ihr sehr gut, da man sämtliche Themen ansprechen konnte. Auch achteten die Leute dort die Freiheit des Einzelnen, anders als in der Parteilinien-orientierten JP und FDJ. Renate entwickelte ihre Weltanschauung aus der christlichen Lehre, nicht aus dem Klassenkampf, da sie von der Brutalität des Stalinismus wusste. Als die Leitung ihrer Schule von ihrer Mitgliedschaft erfuhr, wurde sie gedemütigt. Letztlich wurde ihr angeboten, sich vor versammelter Schule zum Sozialismus zu bekennen, damit ihr Studium garantiert wurde. Nach der Mittleren Reife musste sie die Schule dann verlassen, da sie sich weigerte, dies zu tun. Über Umwege studierte sie dennoch, durfte aber nicht in der Firmenleitung arbeiten, da diese Erzählerin von DDR Geschichten kein Parteimitglied war.

Bildquelle: Nickel Chromo, Wikipedia

Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu DDR Comics

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. February 2012

Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu DDR Comics

Das “Mosaik” ist das Älteste und bis heute erscheinende Comic und erfreut sich als Zeitzeugnis auch im Jahr 2012 noch großer Beliebtheit. Derzeit befindet sich in Leipzig eine Sonderausstellung zum Thema “Dig, Dag, Digedag DDR-Comic Mosaik”. Bis 1975 erschienen die Digedags unter der Verantwortung von Hannes Hegel. Es kam zum Streit mit dem Verlag. Von da an sollten die Abrafaxe die Abenteuer erleben. Doch erst nach dem Ende der SED-Diktatur konnten die Leser die Wahrheit über die Ursache der Veränderungen erfahren.

Sonderausstellung in Leipzig

Die Ausstellung veranschaulicht die Geschichte des”Mosaik” mit rund 750 Objekten. Darunter befinden sich ebenfalls 250 bisher unveröffentlichte Originalzeichnungen, Entwürfe, Vorlagen und Modelle. Diese stammen von Hannes Hegen, der sie 2009 der Stiftung Haus der Geschichte übergeben hat. Zur Ausstellungseröffnung ist Hannes Hegen nach Leipzig aus gesundheitlichen Gründen nicht angereist. Jedoch lässt sich auf der Ausstellung ein zweites Interview mit Hegen abrufen.

Im Zentrum der Ausstellung steht ein nachgebautes DDR-Kinderzimmer. Doch nicht nur die Comics an sich stehen im Zentrum der Ausstellung, sondern auch andere Zeitzeugnisse des Kindheitserlebens in der DDR werden präsentiert. Von den Ernst-Thälmann-Pionieren bis zu den Regeln vom Ritter Runkel aus dem Mosaik lässt sich alles in dieser Ausstellung finden.

Themen der Ausstellung zum “Mosaik”

Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu DDR Comics MosaikDie Sonderausstellung widmet sich unterschiedlichen Themen:

  • Entstehungsgeschichte der Digedags
  • Ende der Digedags
  • Einbettung der Comics in den politischen Rahmen der DDR
  • Arbeiten der Grafiker, Zeichner und Texter von Hannes Hegen
  • Produktion und Herstellung des “Mosaik”
  • anhaltende Fangemeinde
  • audiovisuelle Medien zur vertiefenden Information
  • Einbezug interaktiver Elemente

Die Ausstellung ist weiterhin bis zum 13.05.2012 im Haus der Geschichte in Leipzig zu sehen:

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Str. 6
04109 Leipzig

Di bis Fr 9.00-19.00 Uhr
Sa und So 10.00-18.00 Uhr
freier Eintritt

Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich!

Foto 1: Pressefoto, © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Foto 2: Pressefoto, © Tessloff-Verlag, Nürnberg

DDR Comics

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. February 2012

Die DDR Comics nahmen eine Sonderstellung in Ostdeutschland ein, da diese typisch bebilderten Geschichten vorerst als “Westprodukt” betrachtet wurden. Dann erschuf sich die SED-Regierung ihre eigenen DDR Comics.

Die Betrachtung der DDR Comics leistet ihren Beitrag zum Verständnis des DDR-Regimes. Aus einer alltäglichen Perspektive heraus stellen sie ein wichtiges Zeitzeugnis dar. Die DDR Comics wie z.B. “Mosaik” waren bei den Kindern in Ostdeutschland sehr beliebt, weswegen sie auch lange Schlangen an den Verkaufsständen nicht abschreckten.

Entwicklung der DDR Comics

DDR ComicsDDR Comics durften nicht an die amerikanischen Vorbilder erinnern. Mitte der 50iger Jahre beginnt Hannes Hegen auf Anfrage des DDR-Verlages “Neues Leben”, DDR Comics zu entwerfen. 1955 erschienen die ersten Hefte von “Atze” und “Mosaik”. In 223 Mosaik-Heften von Hannes Hegen konnte man die Figuren Dig, Dag und Digedag begleiten. Bis heute ist die Zeitschrift vor allem in Ost-Deutschland populär und sichert den Verlegern konstante Nachfragen.

In den ersten Jahren nach dem Mauerbau waren hingegen DDR Comics in Zeitungen völlig verschwunden. Selbst in den Heften von Hegen wurde auf handschriftliche Sprechblasen verzichtet.

Kalter Krieg in den DDR Comics

Hegen konnte sich mehrfach gehen die propagandistische Instrumentalisierung der Comics wehren. Teilweise musste er jedoch Kompromisse eingehen. Der Herausgeber FDJ verlangte beispielsweise, dass die Fallschirme römischer Soldaten in einem Heft retuschiert wurden. Begründet wurde es damit, dass sie zu sehr dem Bundesadler ähneln würden. In einer weiteren Folge wurde die Welt zweier Systeme umschrieben, die nur allzu leicht auf den Ost-West-Konflikt zu übertragen sind.

DDR Comics MosaikWeitaus propagandistischer wurde das Magazin “Atze” geführt. Um die Jugend zu unterhalten und um wenigstens eine gewisse Stammleserschaft der DDR Comics zu sichern, wurde diese Zeitschrift durch unpolitische Geschichten ergänzt.

1974 wurde der Vertrag von Hegen nicht verlängert. So entstanden die Abrafaxe ohne ihn. Diese nahmen die Leser ebenfalls in Länder, die von den DDR-Bürgern nicht besucht werden durften: z.B. nach Indien (der vergangenen Jahrhunderte). Seine Plagiatsklagen sollte Hegels jedoch nie gewinnen.

Es ist äußerst spannend, sich die Geschichte der deutschen Teilung aus dieser Perspektive zu betrachten und sich auf die Spur des teilweise propagandistischen Materials zu begeben. Daher bieten sich DDR Comics besonders für den Schulunterricht an.

Foto 1: von ulrichkarljoho von flickr
Foto 2: notizn von flickr

Berliner Mauer auf Latein

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 30. January 2012

Die Berliner Mauer auf Latein? Murus Berolinensis heißt Berliner Mauer auf Latein. Obwohl Latein immer noch an einigen deutschen Gymnasien unterrichtet wird und auch wenn bei Wikipedia ein Eintrag zur Berliner Mauer auf Latein verfasst sein sollte, ist es doch keine Sprache, die heute im Alltag gesprochen wird. Allerdings wollen wir Ihnen ein außergewöhnliches Buch vorstellen: Das Vallum Berolinense beschreibt den Beginn der Berliner Mauer auf Latein!

Berliner Mauer auf LateinBerliner Mauer auf Latein – Vallum Berolinensis

Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus hat das Abgeordnetenhaus von Berlin diesen einzigartigen Rückblick herausgegeben. Der promovierte Altphilologe Harry C. Schnur hat diesen Text als Zeitzeugenbericht verfasst. Dr. Fritz Felgentreu hat nun den Text zur Berliner Mauer auf Latein ins Deutsche übersetzt und mit ergänzenden Anmerkungen versehen. Somit ist das Werk auch allen Nicht-Lateinern zugänglich.

Berliner Mauer auf Latein – der Autor

Harry C. Schnur ist in Berlin geboren. Mit jüdischer Herkunft schaffte er es 1932 gerade noch, vor den Nationalsozialisten zu fliehen. Am 13. August 1961 befand er sich zufällig in Berlin, um das Grab seiner Großmutter zu besuchen. Als Zeuge des Baubeginns beschloss er jedoch, einen Augenzeugenbericht über die Berliner Mauer auf Latein zu verfassen. Den späteren Fall derselben hat er nicht mehr erlebt. Vielleicht hätte er zu diesem Ereignis ebenfalls einen Bericht verfasst. Warum er sich entschloss, in einer “toten” Sprache zu schreiben, ist bis heute ungewiss.

Das “Vallum Berolinense” ist 52 Seiten lang und kostenlos erhältlich. Wenden Sie sich dazu einfach an:

AbgeordnetenhaBerliner Mauer auf-Latein Caesarus von Berlin
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Niederkirchnerstr. 5
10111 Berlin

Das Werk zur Berliner Mauer auf Latein ist sicherlich nicht nur für den Fremdsprachenunterricht interessant, sondern eignet sich als spannender Zeitzeugenbericht für die unterschiedlichsten Fächer, wie Geschichte, Politik oder Deutsch. Auch außerschulische Geschichtsinteressierte sollten sich von der alten Sprache nicht abschrecken lassen und einen neugierigen Blick in diese besondere Arbeit wagen. Denn wann liest man schon etwas über die Berliner Mauer auf Latein?


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