2012 wäre Dr. Oskar Pohl 85 geworden

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 26. February 2013

Am 17.Juni 1953 wurde ein Südtiroler von Vopos ermordet

Die Biographien der meisten Toten des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 und die Umstände, unter denen sie ums Leben kamen, sind bis heute wenig bekannt. Die Darstellung ihres persönlichen Schicksals ist ein Versuch, die Toten vor dem Vergessen zu bewahren und ihnen und ihren Angehörigen und Freunden auf diese Weise eine späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

34 Demonstranten, Passanten und Zuschauer wurden einer Studie zufolge am 17. Juni und den kommenden sechs Tagen von DDR-Volkspolizisten und sowjetischen Besatzungs-Soldaten erschossen oder starben an den Folgen von Schussverletzungen. Instanzen der sowjetischen Besatzungstruppen verurteilten fünf Menschen zum Tode und ließen sie hinrichten. DDR-Gerichte verhängten zwei Todesurteile.
Es ist am 17.Juni gegen 19.30 Uhr.

„An der Sektorengrenze Stresemann-/Ecke Prinz-Albrecht-Straße, im Terrain des Potsdamer Platzes, fallen wieder Schüsse. Der fünfundzwanzigjährige Dr. Oskar Pohl ein West-Berliner stirbt an einem Kopfschuss. Vopos nehmen den Rot-Kreuz-Wagen unter Beschuss, als sie ihm in den Westteil der Stadt brachten. Hier erlag er im Elisabeth-Krankenhaus bald seiner Verletzung.“

Der Journalist Dr. Pohl war Austauschhörer an der Freien Universität und durch das Evangelische Hilfswerk in den Westteil der geteilten Hauptstadt gekommen.
Oskar Pohl wird am 3.November 1927 in Kastelbell/Südtirol geboren. Er war promovierter Philosoph und wohnte in Berlin Grunewald.
Dr. Oskar Pohl wird nach der Trauerfeier des West-Berliner Senats auf dem Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus Schöneberg am 23.Juni 1953 auf Wunsch der Familienangehörigen nach Südtirol (zu Italien gehörend) überführt, wo er in Kastelbell/ Provinz Bozen beigesetzt wurde. Auf dem Friedhof Seestraße wurde zur Erinnerung ein Gedenkstein gesetzt.
Unliebsam fällt dort das Fernbleiben eines Vertreters des deutschen Generalkonsulats in Mailand auf.
Auf dem Friedhof Seestraße, Westteil Berlins, wird zur Erinnerung ein Gedenkstein für Oskar Pohl gesetzt.

Die Heimat von Oskar Pohl

Auf 600 m Meereshöhe, an den Steilhängen des Vinschgauer Sonnenberges und somit in den besten Lagen der westlichen Landeshälfte, befindet sich das Weingut Köfelgut, welches seit anno 1786 im Besitz der Familie Pohl ist. Das Hauptziel ist, naturbelassene, gebietstypische Qualitätsweine zu erzeugen. Das inneralpine Trockenklima und der warme, durchlässige Urgesteinsschieferboden erweisen sich als optimale Voraussetzungen dafür. Neben dem Weinkeller befindet sich zudem eine Schnapsbrennerei am Hof, die der Herstellung erlesener Tropfen dient. Auf einer kleineren Fläche werden auch Spargeln angebaut.

Höhepunkt die Reifeprüfung in Brixen

Oskar Pohl kam als zweites von fünf Kindern des Landwirtes Franz Xaver und seiner Ehefrau Elvira geborene Wind, in Kastelbell (Südtirol) Italien zur Welt.
Nach dem Besuch der italienischen Volksschule kam er mit elf Jahren an das humanistische Gymnasium in Meran. Dieser Ort wird auch als Schulstadt bezeichnet.
Im Jahre 1940 musste er dort den Unterricht unterbrechen, nachdem sich sein Vater bei der Option (1939) für Deutschland entschieden hatte. Im gleichen Jahr kam er noch in eine Schule für Volksdeutsche nach Rufach im Elsaß.
Rouffach ist heute eine französische Gemeinde im Elsaß. Dort besuchte Oskar Pohl eine sogenannte Oberschule (3. bis 6.Klasse). 1944 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und 1945 zur Wehrmacht einberufen. Nach kurzer russischer Kriegsgefangenschaft konnte er Ende 1945 wieder heim nach Südtirol.
Dort trat er sofort in das deutschsprachige wissenschaftliche Lyzeum in Brixen ein. Im Sommer 1946 bestand er die Reifeprüfung. Im Herbst 1946 begann Oskar Pohl das Studium der Neuphilologie (Sprach- und Literaturwissenschaft) in Venedig. 1951 schloss er die Promotion zum Doktor ab.

England, Frankreich und Deutschland

Während und nach dem Studium kam Dr. Oskar Pohl nach England, Frankreich und im Frühjahr 1952 nach Deutschland. Hier war er einige Monate als Volontär in einem Stuttgarter Verlag tätig. Im Herbst 1952 begann er als Stipendiat des Evangelischen Hilfswerkes das Studium in Deutschland. Das 1.Semester besuchte er an der Universität Köln.
Hier wohnte er in der Kerpenerstraße 57.

Von Vopo mit gezieltem Kopfschuss ermordet

Am 5.5.1953 hat sich Dr. Oskar Pohl für die Fachrichtung Publizistik an der Freien Universität Berlin eingeschrieben. In Westberlin lebte er in Grunewald, Seebergsteig 24.
Im Jahre 2003 wurde der Seebergsteig in Toni – Lessler -Straße umbenannt. Hier wohnte er leider nur einen Monat und zwölf Tage.
Dr. Oskar Pohl hat sich am Vormittag des 17.Juni nach dem Brennpunkt der Ereignisse, dem Potsdamer Platz begeben, weil er für Südtiroler Zeitungen über die Ereignisse als Journalist berichten wollte. Er ist dort, als sowjetische Panzer und ostsektorale Volkspolizei das Feuer eröffnen.
Dann wurde er von einem Vopo mit einem gezieltem Kopfschuss ermordet. Dieses Verbrechen geschah vor dem „Haus Vaterland“ am Potsdamer Platz.
Es war eines der letzten Schüsse, die am 17. Juni fallen. Es trifft Ihn gegen 19.30 Uhr in der Stresemann-/Ecke Prinz-Albrecht-Straße in der Umgebung des Potsdamer Platzes. Mit einem Kopfschuss wird er vom Roten Kreuz geborgen und in den Westteil der Stadt gebracht, wo er im Elisabeth-Krankenhaus bald seiner Verletzung erliegt. Im Elisabeth-Diakonissen-Hospital hat Dr. Pohl nach Mitteilung des Leiters der Poliklinik (Dr. med. Schostadt noch einige Minuten geatmet. Die Art seiner Verwundung – die Hälfte der Schädeldecke war fortgerissen – berechtigt zu der Annahme, dass die tödliche Verwundung durch ein Explosivgeschoss verursacht worden ist. Auf die erste Nachricht von dem Geschehen wurde sich mit dem italienischen Generalkonsulat, der Studentenvertretung der Freien Universität, dem Herrn katholischen Studentenpfarrer v. Hülsen, der Staatsanwaltschaft ist die Leiche beschlagnahmt und in das Leichenschauhaus in Berlin Moabit gebracht worden. Sie ist dann dem Bruder Dr. Pohls, der nach Berlin geeilt war, zur Überführung freigegeben worden. An der Abschiedsfeier vor dem Schöneberger Rathaus nahm auch ein Vertreter des Hilfswerkes aus Berlin teil und hat einen Kranz am Sarg Dr Pohls niedergelegt.
In der Mitte der acht Särge stand der Sarg Dr. Pohls, der mit einem großen Gebinde roter und weißer Nelken bedeckt war, während die anderen Särge in die Berliner Flagge gehüllt waren. Nach der Beendigung der Trauerfeier wurden die Särge im feierlichen Zuge durch die von einem dichten Menschenspalier umsäumten Straßen zum Friedhofe in der Müllerstraße überführt und dort in den Gottesacker gesenkt. Der allein stehengebliebene Sarg Dr. Pohls ist dann von Pfarrer von Hülsen eigesegnet worden. Beim Abschiednehmen von dem Heimgegangenen hat der Pfarrer dem Bruder Dr. Pohls im Auftrag von Herrn Pfarrer Berg und im eigenen Namen das herzlichste Beileid des Hilfswerkes ausgesprochen und gebeten, es auch an seine Eltern weiterzuleiten.
Die Predigt bei der Bestattung ging von der Seligpreisung der Bergpredigt aus:

„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit“.

In diesem Zusammenhang sollte noch erwähnt werden, dass auch der Schweizer Gaststudent an der FU, Georg Stucky, am 17.Juni am Potsdamer Platz verwundet worden ist, vermutlich durch einen Querschläger, der ihn am Knie gestreift hat.

Oskar Pohl wird nach der Trauerfeier des West-Berliner Senats auf dem Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus Schöneberg am 23. Juni 1953 auf Wunsch der Familienangehörigen nach Italien überführt, wo er in Kastelbell in der Provinz Bozen beigesetzt wird. Unliebsam fällt dort das Fernbleiben eines Vertreters des deutschen Generalkonsulats in Mailand auf.
Auf dem Friedhof fand er in der Familiengrabstätte Pohl die letzte Ruhe

Freier Journalist
Peter Benz

Die Zeitzeugen-Redaktion Berlin bedankt sich herzlich bei Herrn Peter Benz für die freundliche Bereitstellung dieses Berichtes. Das Urheberrecht verbleibt bei Herrn Peter Benz und es gelten hierbei die üblichen Bestimmungen. Auf Anfrage vermitteln wir aber gerne den Kontakt.

DDR Grenzsoldaten

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. September 2012

Die DDR Grenzsoldaten, die schon die Außengrenzen der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 die der DDR bewachten, waren für die ersten 12 Jahre ihres Bestehens keine Soldaten, sondern eine Art paramilitärische Einheit. Da Deutschland aufgrund der Vorgaben der Alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkrieges kein stehendes Heer und somit auch keine DDR Grenzsoldaten besitzen durfte, bezeichnete man diese Einheit als Grenzpolizei der DDR. Grenzsoldaten der NVA übernahmen erst mit dem Mauerbau 1961 die Bewachung der Außengrenzen zu Land, Wasser und Luft und der Berliner Mauer. Am Vorbild der sowjetischen Schutzmacht orientiert, wurden die DDR Grenzsoldaten in Grenzregimenter gegliedert und dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt.

Aufgaben der DDR Grenzsoldaten DDR Grenzsoldaten

Zu den Aufgaben der DDR Grenzsoldaten gehörten natürlich die Sicherung der territorialen Integrität des „Arbeiter- und Bauernstaates“ nach außen und die Verhinderung und Vorbeugung von Grenzdurchbrüchen nach innen. Zur Realisierung der zweiten Hauptaufgabe der DDR Grenzsoldaten diente ein, vom Ministerium für Staatssicherheit erteilter Schießbefehl, der bei allen Grenzdurchbrüchen zum Tragen kommen sollte und somit auch nicht vor dem Feuern auf Frauen und Kinder halt machte. Des Weiteren zählte die Funkaufklärung zum Tätigkeitsbereich der DDR Grenzsoldaten. Bei dieser Aufgabe handelte es sich tatsächlich allerdings hauptsächlich um das Abhören von Funksprüchen des Bundesgrenzschutzes der BRD und von Nato-Truppen. Auch die Instandhaltung der Grenzanlagen, sowie die Kontrolle an Grenzübergängen gehörte zu den Aufgaben der Grenztruppen, wobei diese Aufgabe mit dem Zoll und Zivilkräften gemeinsam bewältigt wurde.

Öffentliche Wahrnehmung von DDR Grenzsoldaten

Die Wahrnehmung der Öffentlichkeit bezüglich der Ausübung der Tätigkeit der DDR Grenzsoldaten unterschied sich in Ost- und West-Deutschland natürlich extrem. So wurden die Grenztruppen in der DDR als tapfere junge Männer angesehen, die ihr Vaterland schützen und nur Befehle ausführen. In West-Berlin herrschte allerdings das Bild der „schießwütigen Verrückten an der Mauer“ vor. Besonders nach dem tragischen Tod von Peter Fechter, den die NVA angeschossen im Todesstreifen verbluten lies, gab es im Westteil Berlins Demonstrationen und vereinzelte Angriffe auf Grenztruppen der DDR an der Mauer. Nach der Wiedervereinigung kam es in der BRD zu mehreren Prozessen gegen die Hauptverantwortlichen für die Todesfälle an der Berliner Mauer. Heute sind ehemalige DDR Grenzsoldaten beispielsweise als Autoren darum bemüht, das Bild der Grenztruppen differenzierter darzustellen.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1982-0327-006 / CC-BY-SA, Wikipedia

Politiker der Nachkriegszeit in der DDR und der Sowjetunion

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 7. September 2012

WPolitiker der Nachkriegszeit in der DDR und der Sowjetunionichtige Politiker der Nachkriegszeit waren in der DDR und der Sowjetunion Joachim Gauck, Michail Gorbatschow, Erich Honecker, Lenin, Karl Marx, Stalin und Walter Ulbricht.

Joachim Gauck

Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Bis zum Mauerbau nutzte er die Möglichkeit, sich öfters in West-Berlin oder gar in Paris aufzuhalten. Er entschied sich für ein Theologiestudium, da er zum Einen um den philosophischen Erkenntnisgewinn bemüht war, zum Anderen da er nach Argumenten gegen den Marxismus-Leninismus suchte.

Michail Gorbatschow

Michail Gorbatschow wurde 1931 geboren. Er ist ein russischer Politiker, der von März 1985 bis August 1991 Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU war. Von März 1990 bis Dezember 1991 war er zudem Präsident der UdSSR. Mit seiner Politik namens Glasnost und Perestroika begann das Ende des Kalten Krieges, wofür er mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde.

Erich Honecker

Erich Honecker war ein deutscher Politiker. Er war Kommunist und bis kurz vor dem Zusammenbruch der DDR Staatsratsvorsitzender. Honecker lebte von 1912 bis 1994.

Lenin

Lenin lebte von1870 bis 1924. Er war zu Lebzeiten ein kommunistischer Politiker und Theoretiker des Marxismus. Er wird als Gründer der Sowjetunion betrachtet. Er arbeitete im Untergrund mit den marxistischen Sozialdemokraten auf eine kommunistische Revolution in Russland hin.

Karl Marx

Karl Marx lebte von 1818 bis 1883. Karl Marx war Philosoph, Nationalökonom, Gesellschaftstheoretiker, Politik-Journalist und Hauptakteur der Arbeiterbewegung. Zudem kritisierte er die bürgerliche Gesellschaft in seinen Schriften. Gemeinsam mit Friedrich Engels erlangte er Bekanntheit als der Theoretiker für Sozialismus und Kommunismus mit dem größten Einfluss. Die Marxschen Theorien sind auch heute noch der Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Stalin

Josef Stalin lebte von 1878 bis 1953. Stalin war ein Politiker der Sowjetunion und ein Diktator. Ab 1922 hatte er das Amt des Generalsekretärs des Zentralkomitees der KPdSU inne. 1941 wurde er Vorsitzender des Rates der Volkskommissare. Von 1946 an hatte der Politiker den Vorsitz des UdSSR-Ministerrates inne. Zwischen 1941 und 1945 besetzte er den Posten des Obersten Befehlshabers der Roten Armee.

Walter Ulbricht

Walter Ulbricht lebte von 1893 bis 1973. Von 1949 bis er 1971 entmachtet wurde, war er der wichtigste Politiker in der DDR. Während er an der Macht war wurde die DDR zu einem sozialistischen Staat.

Karl Marx

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 28. August 2012

Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren und verstarb am 14. März 1883 in London. Karl Marx gehörte seit 1845 keinem Staat mehr an. Karl Marx war Philosoph, Nationalökonom, Gesellschaftstheoretiker, Politik-Journalist und Hauptakteur der Arbeiterbewegung. Zudem kritisierte er die bürgerliche Gesellschaft in seinen Schriften. Gemeinsam mit Friedrich Engels erlangte Karl Marx Bekanntheit als der Theoretiker für Sozialismus und Kommunismus mit dem größten Einfluss. Die Marxschen Theorien sind auch heute noch der Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Die Theorie des Karl MarxKarl Marx

Die Kommunismustheorien von Karl Marx hatten starken Einfluss auf die globalen Arbeiterbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert. Damit sind Ereignisse in Russland, Deutschland, Lateinamerika und Ostasien gemeint. Die Volkswirtschaft sieht ihn zudem als Nationalökonomen. Zusätzlich wirkte er aber auch in der Philosophie, den Geisteswissenschaften und den Sozialwissenschaften. Die Philosophie Hegels beeinflusste ihn sehr. Hegel war der Urheber einer idealistischen, teleologischen Geschichtsphilosophie. Marx entwickelte seine philosophische Position durch intensive Diskussionen innerhalb einer Strömung der Hegel-Schüler. Wie Hegel nimmt auch er an, dass die Geschichte einer gewissen Grundregel folgt. Für ihn entstammt diese den materiellen, sozialen Gegebenheiten und Disputen zwischen Gesellschaftsmitgliedern. Karl Marx probiert, Feuerbachs Materialismus mit Hegels Dialektik zu kombinieren: durch den Kampf des Menschen gegen die Natur und der Klassen untereinander wurde die Geschichte vorangetrieben.

Karl Marx in der DDR

Für die DDR wurde er zu einer Leitfigur in Sachen Politik und Weltbild. Mehrere Denkmäler wurden in seinem Andenken gebaut. Zwischen 1953 und 1990 trug Chemnitz sogar seinen Namen, heute noch gibt es dort ein bekanntes Monument von ihm. Auch in Berlin gibt es eine Statue des Philosophen. Sein Konterfei zierte sogar den 100-Mark-Schein der DDR. In der Deutschen Demokratischen Republik verkaufte die Deutsche Post zwischen 1949 und 1983 mehrere Briefmarken mit ihm als Motiv. Auch trug die Universität der Stadt Leipzig früher seinen Namen. 1983 feierte die DDR sogar als Jahr im Namen des Kommunismus-Theoretikers, was intensive Propaganda beinhaltete. Des Weiteren besaßen viele Städte eine Straße die nach ihm benannt war. Schließlich gab es noch den Orden mit dem Namen von Karl Marx, welcher die größte Ehrung der Deutschen Demokratischen Republik darstellte.

Lenin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. August 2012

Lenin hieß eigentlich Wladimir Iljitsch Uljanow. Lenin wurde am 22. April 1870 in Simbirsk geboren und verstarb am 21. Januar 1924 in der Nähe Moskaus. Lenin war zu Lebzeiten ein kommunistischer Politiker und Theoretiker des Marxismus. Er wird als Gründer der Sowjetunion betrachtet. Infolge der Ermordung seines Bruders im Zusammenhang mit der Planung eines Attentats auf den russischen Zar begLeninann Lenin, mit den marxistischen Sozialdemokraten zusammenzuarbeiten. Er arbeitete im Untergrund auf eine kommunistische Revolution in Russland hin. Dies hatte zur Folge, dass er wiederholte Male das Land verlassen musste; meist ging er in die Schweiz. 1903 rief Lenin die Bolschewiki ins Leben, eine Fraktion in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands. Die Bolschewiki sollten sich in der Zukunft zur Kommunistischen Partei Russlands entwickeln.

Sturz des Zars

1917 entthronte eine bürgerliche Revolution den Zar in Russland. Die darauf folgende Regierung befürwortete Russlands Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Daraufhin gelangten die Bolschewiki unter Uljanows Leitung durch die Oktoberrevolution an die Regierung. Die Bolschewiki erzwangen die Auflösung der verfassungsgebenden Versammlung und limitierten die Freiheit der Meinung. Im anschließenden Bürgerkrieg eroberten sie das Gros der Landmassen des ehemaligen Russischen Reiches. Mit Hilfe des Roten Terrors konnten sie die Weißen Armeen und andere gegnerische Gruppierungen besiegen. Kurz vor Kriegsende 1922 fand die Gründung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken durch die Partei von Lenin statt. Als dies geschah, war sein Gesundheitszustand bereits sehr schlecht. Als er dann 1924 starb, balsamierte man seine Leiche ein und bahrte sie in einem Mausoleum nahe des Kremls auf. Danach hoben Stalinisten hervor, wie wichtig er für die Sowjetunion und den Kommunismus in Moskau war. Für die Linken ist seine Rolle jedoch bis heute nicht klar umrissen. Manche betrachten ihn als begabten Theoretiker, der den Marxismus durch seine eigenen Überlegungen, den Leninismus, bedeutend veränderte. Infolge seines Ablebens erstellte man die neue Ideologie des Marxismus-Leninismus. Auf der anderen Seite finden sich in Lenins Wirken Missachtungen der Menschenrechte, dogmatische Tendenzen und Strömungen gegen die Demokratie, welche heutigen Sozialismuskonzepten entgegenstehen.

Helmut Kohl

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. August 2012

Helmut Kohl, mit vollem Namen Helmut Josef Michael Kohl, wurde am 3. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein geboren. Helmut Kohl ist ein früherer CDU-Politiker. Zwischen 1969 und 1976 hatte Helmut Kohl das Amt des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz inne. Helmut Kohl war zudem von 1982 bis 1998 der sechste Bundeskanzler Deutschlands. Zwischen 1973 und 1998 hatte Helmut Kohl den Bundesvorsitz seiner Partei inne, bis 2000 den Ehrenvorsitz.

Gescheiterte Kanzlerkandidatur

Im Rahmen seiner Funktion als CDU-Vorsitzender strukturierte Helmut Kohl seine, in der Opposition agierende, Partei neu. 1976 erzielte Helmut Kohl bei seiner Kanzlerkandidatur ein hervorragendes Wahlergebnis, unterlag jedoch dem Kabinett von Helmut Schmidt. Er legte danach das Amt als Rheinland-pfälzischer Ministerpräsident nieder und führte die Opposition im Deutschen Bundestag an. Dort lieferte er sich lebhafte Diskussionen mit dem CSU-Vorsitzenden und bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß. Beide wollten die Union in der Opposition anführen. 1980 kandidierte Helmut Kohl nicht erneut, dafür aber Strauß, nachdem Kohl erfolglos versucht hatte, einen anderen Kandidaten durchzusetzen. Obwohl er nicht glaubte, dass Strauß die Wahl gewinnen könnte, half er ihm beim Wahlkampf mit großem Einsatz. 1980 fuhr Strauß dann allerdings nur wenige Stimmen ein und beschränkte sich danach auf seine Ministerpräsidentschaft.

Kohl als BundeskanzlerHelmut Kohl

Strauß fuhr danach einen rechten Kurs, während Helmut Kohl die Mitte erreichen wollte und die mit der SPD koalierende FDP für sich gewinnen wollte. 1982 verhalf ihm dann eine CDU/CSU-FDP-Koalition ins Bundeskanzleramt. Er ließ verlauten, er wolle Leistung mehr in das Zentrum rücken. Er investierte viel in die europäische Integration sowie die Wiedervereinigung Deutschlands. Abgesehen davon blieb er der Linie seiner Partei treu. Er modellierte die Wiedervereinigung 1989/90 prägend mit. Kontrovers diskutiert wurde er allerdings nach der CDU-Spendenaffäre, welche ihn den CDU-Ehrenvorsitz kostete. Helmut Kohl hatte für die CDU Spenden in großer Höhe entgegengenommen, deren Quellen jedoch gesetzeswidrig nicht veröffentlicht.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F074398-0021 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA,Wikipedia

Ronald Reagan

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. August 2012

Ronald Reagan als Präsident der USA

Ronald Reagan war von 1981 bis 1989 der 40. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ronald Reagan gehörte der Republikanischen Partei an und spielte auch in verschiedenen Filmen mit. Von 1967 bis 1975 hatte Ronald Reagan das Amt des kalifornischen GRonald Reaganouverneurs inne. 1981 gewann Ronald Reagan die Wahl zum amerikanischen Präsidenten gegen den Amtsinhaber aus der Demokratischen Partei, Jimmy Carter. Seit langem erhielten zudem die Republikaner erstmals wieder eine Mehrheit im Senat. Ronald Reagan senkte die Einkommenssteuer um 30 Prozent und setzte sich für die amerikanische Familie als Ideal, sowie für die Freiheit ein. Trotz seines Alters erfreute er sich besonders bei jungen Wählern großer Beliebtheit. Er lebte von 1911 bis 2004.

Ronald Reagans Außenpolitik

Seine Außenpolitik fußte auf dem Konzept des Antikommunismus. Er wollte die amerikanische Freiheit und Demokratie in die Welt tragen. Er suchte die Konfrontation mit der Sowjetunion, sowohl ideologisch als auch militärisch. Zudem engagierte sich Ronald Reagan sehr gegen den Einfluss von Sowjetunion und Kommunismus auf Entwicklungsländer. Er beendete die Entspannungspolitik mit dem Argument, die USA müsse mit dem Waffenarsenal der Sowjetunion gleichziehen. In der Folge suchte Ronald Reagan in den Entwicklungsländern die Kooperation mit Regierungen, die sich den Kampf gegen den Kommunismus auf die Fahnen schrieben, darunter fanden sich auch einige Militärdiktaturen. Dies geschah in El Salvador z.B. trotz Widerständen aus dem eigenen Land und dem Ausland. Der dortige Massenmord an Regierungsgegnern wurde von Ronald Reagan als weniger gravierend dargestellt. Unter dem Vorwand, den Kommunismus in Südamerika einzudämmen, bekämpften seine Leute während seiner Regierungszeit die Nicaraguanische Regierung, wofür sie sogar vom Internationalen Gerichtshof verurteilt wurden. Die USA weigerten sich jedoch, das Urteil zu akzeptieren. 1983 fand durch die USA eine Besetzung der Insel Grenada mit der Begründung statt, Kuba hätte eine Invasion der Insel geplant. Die UN verurteilte dies als schweren Verstoß gegen internationale Gesetze.

Die zweite Amtszeit

1984 wurde Ronald Reagan in seinem Amt klar bestätigt. 1986 führte er dann Verhandlungen zur Abrüstung mit dem sowjetischen Generalsekretär Gorbatschow. Diese waren jedoch erst 1987 von Erfolg gekrönt; es wurde der INF-Vertrag abgeschlossen, der das Abbauen der Mittelstreckenraketen beider Nationen in Europa festlegte. Im Juni des selben Jahres hielt Ronald Reagan Gorbatschow in einer Rede vor den Sperranlagen der Berliner Mauer am Brandenburger Tor dazu an, die Mauer abzureißen. Dies sicherte ihm 1992 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin. 1988 übernahm sein Vizepräsident, George Bush, nach dem Wahlsieg das Präsidentenamt von Ronald Reagan.

Gedächtnis der Nation – Oral History

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 12. June 2012

Gedächtnis der Nation – Oral History bedeutet, Zeitzeugen von ihren dramatischen, aufregenden und alltäglichen Erlebnissen aus geschichtsträchtigen Momenten erzählen zu lassen. Die Gedächtnis der Nation – Oral History möchte durch Zeitzeugenberichte Geschichte greifbar und erfahrbar machen. Dabei möchte die Gedächtnis der Nation – Oral History insbesondere junge Menschen näher an die Geschichte heranführen, die gewisse Ereignisse gar nicht erfahren haben und demnach kein Bezug zu bedeutenden Themen haben.

Gedächtnis der Nation – Oral History Interviews

Gedächtnis der Nation - Oral HistoryDas Projekt Gedächtnis der Nation – Oral History setzt sich mit bestimmten Geschichtsthemen auseinander, wie die DDR-Zeit, der 3. Weltkrieg, die Währungsreform oder das Leben von Migranten in Deutschland. Die Gedächtnis der Nation – Oral History thematisiert auch andere wichtige Ereignisse, wie den 11. September. Zuletzt gibt es noch sogenannte „Jahrhundertzeugen“. Hier berichten wichtige Politiker und Prominente von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Die Interviews von den Zeitzeugen werden in der Gedächtnis der Nation – Oral History auf einem Videoband festgehalten und in einer großen Datenbank auf der Webseite chronologisch und thematisch archiviert. Die Interviews der Gedächtnis der Nation – Oral History werden unter anderem während der jährlichen Jahrhundertbus Tour durch ein eingebautes Aufnahmestudio im Bus in ganz Deutschland eingefangen. Zudem hat jeder Interessent die Möglichkeit, selbst ein Video zu drehen und es beim Youtube Channel von Gedächtnis der Nation einzustellen. Ein Fachteam der Gedächtnis der Nation – Oral History untersucht das jeweilige Material auf Richtigkeit von Fakten, sodass das Material glaubwürdig bleibt und eine fundierte Quelle zu geschichtlichen Ereignissen darstellen kann.

Rechte bei Gedächtnis der Nation – Oral History

Etwas problematisch ist, dass die Zeitzeugen jedes Recht an den Interviews bzw. dem Filmmaterial abtreten. So überträgt der Nutzer seine Rechte nämlich unentgeltlich, sowie zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt dem Betreiberverein. Es ist davon auszugehen, dass das Filmmaterial nicht nur im Archiv aufbewahrt werden soll, sondern beliebig auch in den ZDF History Dokumentationen eingebunden werden sollen. Im Fuß der Startseite befindet sich die Datenschutzerklärung, in der steht, dass der Zeitzeuge alle Rechte an die Gedächtnis der Nation – Oral History abtritt.

Bild: flickr, Foto´s Frans Peeters

Zeitzeugen Erfahrung

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 7. April 2012

Das Interesse an der Zeitzeugen Erfahrung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sich die Geschichtsforschung bis zu den 1990er Jahren eher der Recherche und Aufarbeitung von Fakten widmete, rückte in neuerer Zeit Zeitzeugen Erfahrung in das Interessenblickfeld. Die Masse an Zeitzeugen Erfahrung ist ein wertvoller Beitrag für die Geschichtsschreibung, denn durch sie wird Geschichte erlebbar.

Zeitzeugen Erfahrung: Eigene Erlebnisse berichten

Zeitzeugen Erfahrung erfährt in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Im TV gibt es viele Doku-Reihen, in denen Menschen von ihren persönlichen Erlebnissen berichten. Auch im Internet gibt es Portale, in denen Interessierte sich mit Zeitzeugen Erfahrung auseinander setzen können. Zeitzeugen Erfahrung spielt auch im Geschichtsunterricht eine immer wichtigere Rolle. Schulen laden zunehmend Zeitzeugen in ihren Unterricht ein, die den Schülern authentisch Geschichte schildern. Oftmals zeigen sich Schüler interessierter an geschichtlichen Themen, wenn sie ihnen anschaulich vermittelt werden. Die Arbeit mit Zeitzeugen Erfahrung kann da sehr hilfreich sein. Durch die persönlichen Erzählungen werden die Schüler emotional berührt und sind dann motivierter, sich mit den geschichtlichen Hintergründen zu beschäftigen. Auch im Internet wächst die Zahl der Portale, die sich mit Zeitzeugen Erfahrung beschäftigen.

Zeitzeugen Erfahrung: Wer kann Zeitzeuge werden?

Es ist gar nicht schwer, seine Erfahrung weiterzugeben. Die zahlreichen Portale sind immer auf der Suche nach neuen Erzählungen. Dabei sind es nicht die großen tragischen Erlebnisse, die gesucht werden, sondern die kleinen Schilderungen des alltäglichen Lebens. Es kann also jeder, der Lust hat, seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen, an einem entsprechenden Projekt teilnehmen. Sollten Sie also daran Interesse haben, selbst einmal Ihre Zeitzeugen Erfahrung zu berichten, dann suchen Sie unter den vielen Angeboten der Dokumentation einfach ein für Sie passendes aus. Sollten Sie allerdings mit Ihren Berichten ins Fernsehen wollen, dann ist es sehr hilfreich, wenn Sie mit einer bekannten Persönlichkeit entfernt verwandt sind, denn das wertet Ihre Zeitzeugen Erfahrung auf.

Joachim Gauck als Zeitzeuge der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 10. March 2012

Joachim Gauck als Zeitzeuge der DDR

Nach dem Rücktritt von Wulff ist Joachim Gauck erneut Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Bereits 2010 war er von der SPD und Bündnis 90/Die Grünen für das Amt des Bundespräsidenten nominiert worden, war jedoch damals im dritten Wahlgang gegen Wulff gescheitert.

Er ist ein Zeitzeuge des DDR-Regimes und wird von den Medien als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler präsentiert.

Joachim Gauck “Pastor in der DDR”

Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Bis zum Mauerbau nutze er die Möglichkeit, sich öfters in West-Berlin oder gar in Paris aufzuhalten. Er entschied sich für ein Theologiestudium, da er zum Einen um den philosophischen Erkenntnisgewinn bemüht war, zum Anderen da er nach Argumenten gegen den Marxismus-Leninismus suchte. 1967 wurde er zum Geistlichen ernannt und seit 1974 wurde er im Amt eines evangelischen Pastors vom Ministerium für Staatssicherheit beobachtet.

Joachim Gauck als Bürgerrechtler

In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Friedensbewegung der DDR-Kirchen geboren. Die Verhinderung einer atomaren Vernichtung von DDR und BRD stand im Zentrum der Aktivitäten. Nur vereinzelt schlossen sich Friedensgruppen, die aus christlichen Anhängern und Nicht-Christen bestanden, zusammen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Die Mehrheit der Gemeinde weigerte sich jedoch, die Forderungen zu unterstützen, da sie Angst vor weiteren gravierenden Eingriffen des Staates hatten. So spaltete sich die Kirche in der DDR in zwei Gruppen. Joachim Gauck sah in der Revolution von 1989 ein prägendes Erlebnis und bezeichnete die Losung “Wir sind das Volk!” als französische Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in dem Protest gegen die SED-Regierung.

Es ist überaus notwendig, die Geschichte immer aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und kritisch gegenüber jeglicher Berichterstattung eingestellt zu sein. Zeitzeugen leisten wichtige Arbeit bei dieser Aufarbeitung.

Bildquelle: J. Patrick Fischer, Wikimedia Commons


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