Zeitzeugen Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. May 2012

Die Zeitzeugen Berlin haben unter Anderem den gesamten Mauerbau und Mauerfall erlebt, können davon erzählen, wie sie von ihrer Familie im Westen getrennt wurden oder vertraute Menschen durch Fluchtversuche verloren haben. Einige Zeitzeugen Berlin können von ihrer erfolgreichen Flucht berichten oder kennen welche, denen dieses gefährliche Unterfangen gelang. Andere Zeitzeugen Berlin haben die Geschichte von der Westseite erlebt. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Zeitzeugen Berlin sind und teilweise ihre Erlebnisse an Andere weitergeben können.

Zeitzeugencafé – Direktes Gespräch mit Zeitzeugen Berlin

Zeitzeugen BerlinDas Zeitzeugencafé im Restaurant Grenzfall in der Ackerstraße von Berlin ist ein Projekt, bei dem an sechs Sonntagen im Frühjahr und Herbst Zeitzeugen Berlin bei Kaffee und Kuchen von Erinnerungen an die damalige Zeit berichten. Klaus Abraham und Dietrich Webner waren beide Mitarbeiter der West-Feuerwehr und waren so unmittelbar Zeugen von diversen Fluchtversuchen aus der DDR. Besucher haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Zeitzeugen Berlin ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung mit den Zeitzeugen Berlin gestaltet sich kostenfrei, sowie barrierefrei und richtet sich an alle Interessierten, unabhängig vom Alter, an Touristen oder an direkte Bewohner Berlins. Das ganze wird in einer Dokumentation festgehalten, die man sich online als Podcast anschauen kann.

Die Zeitzeugenbörse findet Zeitzeugen Berlin

Ganz einfach kann man als Lehrer, Schüler, Journalist oder Ähnliches Zeitzeugen der DDR-Geschichte oder auch andere geschichtsträchtige Ereignisse der Vergangenheit für Projekte gewinnen. Dazu muss man lediglich eine eMail an das Team, mit dem gewünschten Themenschwerpunkt, schicken und die suchen letztlich aus 180 Zeitzeugen die passenden heraus. Das einzige an Kosten, was somit auf einen zukommt, sind lediglich Fahrtkosten für den jeweiligen Zeitzeugen. Am häufigsten wird der Dienst der Zeitzeugenbörse von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt, besonders um jüngeren Menschen den Zugang zur Geschichte Deutschlands durch Zeitzeugen Berlin zu erleichtern.

Bild: flickr, Wolf-Ulf Wulfrolf

Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. April 2012

Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel hat das Ziel, Geschichten von Zeitzeugen öffentlich zugänglich zu machen. Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel eignet sich besonders gut für junge Menschen, da viele von ihnen diese Plattform mehrmals täglich aufsuchen. Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel kommt durch die Zusammenarbeit von ZDF, Stern, Robert-Bosch-Stiftung, Google, Gruner+Jahr, Daimler und Bertelsmann zustande. Alle Zeitzeugeninterviews sind in dem Gedächtnis der Nation – Youtube Channel gesammelt. Um mehr Übersichtlichkeit im Archiv bieten zu können, hat die Mutterseite eine ergänzende Videothek bereitgestellt.

Der Jahrhundertbus sammelt Geschichten für Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Ein Bus in Sonderanfertigung reist einmal im Jahr quer durch Deutschland, um möglichst viele Interviews für den Gedächtnis der Nation – Youtube Channel einfangen zu können. Der Bus hat ein integriertes Aufnahmestudio, wo die Videos direkt abgedreht werden und im Anschluss auf den Gedächtnis der Nation – Youtube Channeln hochgeladen werden. Im April diesen Jahres startet der Bus mit dem Thema “Leben in der neuen Heimat” und will möglichst vielen Migranten die Möglichkeit geben, ihre Geschichte an Andere weitergeben zu können.

Mitmachen beim Gedächtnis der Nation – Youtube Channel                                         Gedächtnis der Nation - Youtube Channel                                            

Jeder, der seine spannenden Erfahrungen aus der deutschen Geschichte mit Anderen teilen möchte, hat die Möglichkeit, den GdN-Bus zu besuchen und sich dort interviewen zu lassen oder er filmt sich selbst und lädt das Video im Anschluss hoch. Die besonders jungen Leute können gerne auch Oma oder Opa interviewen und deren Zeitzeugenberichte mit Anderen teilen, sofern beide dazu einwilligen. Aus Schutz vor Geschichtsfälschungen werden die eingestellten Videos täglich von einer Redaktion überprüft. Durch das Projekt wird eine multiperspektivische Darstellung der Geschichte geschaffen. Um gerade jüngeren Menschen, die immer weniger Bezug zu der deutschen Geschichte haben, an die Vergangenheit heranzuführen, eignet sich der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel geradezu perfekt.

 

 

Bild: flickr, Foto´s Frans Peeters

Homosexualität in der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. April 2012

Homosexualität in der DDR

Homosexualität in der DDR war damals natürlich genau so wie in der Bundesrepublik ein kritisches Thema. Doch wurde die Homosexualität in der DDR juristisch erstaunlicherweise viel eher emanzipiert als im Westen des Landes.

Im Dezember 1957 bestimmte das Strafrechtsergänzungsgesetz StEG die Nichtverfolgung von geringfügigen Straftaten. Dies betraf auch Homosexualität in der DDR. Ca. 10 Jahre später ersetzte der neue § 151 den 175er, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Durch die gegen Homosexualität in der DDR gerichtete Sondergesetzgebung (§ 151) lag das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Handlungen nun bei 18 Jahren. Im Westen hingegen existierte noch § 175 in seiner extremen Ausprägung. 1988 strich die Volkskammer der DDR § 151 StGB ersatzlos. Nun lag das Schutzalter von Homosexualität in der DDR wie bei Heterosexuellen bei 14 Jahren.

Staatliche Toleranz gegenüber Homosexualität in der DDR?

Die juristischen Lockerungen gegenüber Homosexualität in der DDR sollten darauf schließen lassen, dass die DDR Homosexuellen gegenüber sehr tolerant zu sein schien, aber in der Realität misstraute man offen homosexuellen Frauen und Männern. Toleranz von Homosexualität in der DDR schien eine reine Heuchelei zu sein, denn mit Hilfe einer Studie vom Magdeburger Theologen Eduard Stapel belegte der “Schwulenverband in Deutschland e. V.”, dass die Stasi Tausende auf “Rosa Listen” setzte und insbesondere Schwule schikanierte und kriminalisierte. Die Verfolgung der Personen auf der besagten Liste reichte von Berufsverbot bis zu Zwangseinweisung in psychiatrische Kliniken. Die Dokumentation “DDR unterm Regenbogen” zeigt diese unmenschliche Behandlung von Homosexuellen der DDR auf. Hier kommen vier Zeitzeugen zu Wort und berichten mit den unterschiedlichsten Lebensläufen über ihr Leben mit der Homosexualität in der DDR.

Der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität in der DDR

Homosexuelle der DDR waren genauso wie die der Bundesrepublik alltäglichen Diskriminierungen ausgesetzt. Jedoch gab es in der DDR schon einige Cafés, Restaurants und Diskotheken, die sich inoffiziell als Homosexuellen-Treffpunkte etabliert hatten. Viele Schwule trafen sich auch regelmäßig in Parks, wie zum Beispiel in Friedrichshain. Besonders die Künstlerszene in Ost-Berlin zog viele Schwule und Lesben an. So wuchs allmählich die Akzeptanz von Homosexualität in der DDR.

Zeitzeugen Erfahrung

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 7. April 2012

Das Interesse an der Zeitzeugen Erfahrung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sich die Geschichtsforschung bis zu den 1990er Jahren eher der Recherche und Aufarbeitung von Fakten widmete, rückte in neuerer Zeit Zeitzeugen Erfahrung in das Interessenblickfeld. Die Masse an Zeitzeugen Erfahrung ist ein wertvoller Beitrag für die Geschichtsschreibung, denn durch sie wird Geschichte erlebbar.

Zeitzeugen Erfahrung: Eigene Erlebnisse berichten

Zeitzeugen Erfahrung erfährt in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Im TV gibt es viele Doku-Reihen, in denen Menschen von ihren persönlichen Erlebnissen berichten. Auch im Internet gibt es Portale, in denen Interessierte sich mit Zeitzeugen Erfahrung auseinander setzen können. Zeitzeugen Erfahrung spielt auch im Geschichtsunterricht eine immer wichtigere Rolle. Schulen laden zunehmend Zeitzeugen in ihren Unterricht ein, die den Schülern authentisch Geschichte schildern. Oftmals zeigen sich Schüler interessierter an geschichtlichen Themen, wenn sie ihnen anschaulich vermittelt werden. Die Arbeit mit Zeitzeugen Erfahrung kann da sehr hilfreich sein. Durch die persönlichen Erzählungen werden die Schüler emotional berührt und sind dann motivierter, sich mit den geschichtlichen Hintergründen zu beschäftigen. Auch im Internet wächst die Zahl der Portale, die sich mit Zeitzeugen Erfahrung beschäftigen.

Zeitzeugen Erfahrung: Wer kann Zeitzeuge werden?

Es ist gar nicht schwer, seine Erfahrung weiterzugeben. Die zahlreichen Portale sind immer auf der Suche nach neuen Erzählungen. Dabei sind es nicht die großen tragischen Erlebnisse, die gesucht werden, sondern die kleinen Schilderungen des alltäglichen Lebens. Es kann also jeder, der Lust hat, seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen, an einem entsprechenden Projekt teilnehmen. Sollten Sie also daran Interesse haben, selbst einmal Ihre Zeitzeugen Erfahrung zu berichten, dann suchen Sie unter den vielen Angeboten der Dokumentation einfach ein für Sie passendes aus. Sollten Sie allerdings mit Ihren Berichten ins Fernsehen wollen, dann ist es sehr hilfreich, wenn Sie mit einer bekannten Persönlichkeit entfernt verwandt sind, denn das wertet Ihre Zeitzeugen Erfahrung auf.

Jahrhundertbus 2012

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 1. April 2012

Der Jahrhundertbus 2012 des Projektes “Gedächtnis der Nation” steht in den Startlöchern. Im April beginnt die Tour vom Jahrhundertbus 2012 quer durch Deutschland. Nach der erfolgreichen Tour 2011 zum Thema “Leben im geteilten Deutschland”, hat sich der Jahrhundertbus 2012 einem neuen und noch sehr aktuellen Thema angenommen. Der Jahrhundertbus 2012 steht ganz im Zeichen der Migration mit dem Titel “Leben in der Neuen Heimat”.

Jahrhundertbus 2012 – “Leben in der Neuen Heimat”

Das diesjährige Thema des Projektes betrifft eine Vielzahl an Migranten. Der Jahrhundertbus 2012 macht dabei keinen Unterschied zwischen politischen Flüchtlingen aus dem Kosovo oder italienischen Gastarbeitern, die bereits seit über 50 Jahren in Deutschland leben. Jeder von ihnen ist gleichermaßen von der Thematik betroffen und hat dem Jahrhundertbus 2012 eine Geschichte zu erzählen. Doch nur selten kommen diese 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort. Der Jahrhundertbus 2012 gibt ihnen nun die Möglichkeit dazu. Ihre Geschichte ist schließlich auch ein Teil unserer Geschichte. Durch den Jahrhundertbus 2012 sollen ihre Erinnerungen und Eindrücke festgehalten werden und dabei helfen zu vermitteln, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land positiv empfangen zu werden und sich nach und nach heimisch zu fühlen. Die Zeitzeugen zeigen aber auch die Schattenseiten des Migrantendaseins auf und wie man mit Vorurteilen und Anfeindungen lernen kann umzugehen.

 JahrhuJahrhundertbus 2012ndertbus 2012 – Die Tour

Der Startschuss ist am 16. April 2012 in Mainz. Dann geht es am 23. April für fünf Tage hoch nach Frankfurt am Main. Schließlich geht es am letzten Tag des Monats weiter nach Offenbach am Main. Voraussichtlich ab dem 07. Mai 2012 bewegt sich das mobile Aufnahmestudio nach Wiesbaden. Im Anschluss geht die Tour am 14. Mai runter nach Darmstadt. Die letzte Station, die der Bus anfahren wird, ist die Stadt Gießen am 21. Mai. All diejenigen, die das Projekt “Gedächtnis der Nation” durch ihre Erinnerungen unterstützen möchten, um so der jungen Generation ein Stück Geschichte greifbar zu machen, können sich gerne auf der Webseite von “Gedächtnis der Nation” melden und an der Jahrhundertbus 2012 Tour teilnehmen.

Bildquelle: pragenturhamburg.de

Zeitzeugencafé zum online Nachhören

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 28. March 2012

Zeitzeugencafé zum online Nachhören

Die Gedenkstätte der Berliner Mauer bietet derzeit die Möglichkeit, auf der Internetseite ab sofort die Mitschnitte aus dem jeweiligen Treffen des Zeitzeugencafés nachzuhören. Dieses bietet sich vor allem für Menschen an, die selbst nicht an dem Treffen teilnehmen konnten. Aber auch das Hören der Mitschnitte im Unterricht scheint eine interessante Möglichkeit darzustellen. Die Veranstaltung findet regelmäßig in Berlin statt und wird teils von Geschichtsinteressierten, Familienmitgliedern der Zeitzeugen vom Mauerfall und auch von Touristen besucht.

Zeitzeugencafé vom 26.02.2012

Regina Cécilie Albrecht und Eckard Albrecht sind zwei Zeitzeugen, deren Liebe Grenzen überschreiten konnte. Auf einem Ost-West-Klassentreffen verliebten sich die beiden ineinander. Von nun an schrieben sie sich regelmäßig Liebesbriefe, die jedoch von der Stasi entdeckt wurden. 1968 versuchen sie, sich in Prag zu treffen; Regina Vonsien wird jedoch in Haft genommen. 1971, nach einem dritten Anlauf, gelingt Regina Vonsien die Flucht aus der DDR in dem Tank eines Fluchtautos.

Zeitzeugen vom 18.03.2012

Klaus Abraham und Dietrich Webner berichten von ihrer Zeit als Feuerwehrmänner. Mit dem Beginn des Baus der Berliner Mauer am 13.08.1961 helfen Sie mit Sprungtüchern Flüchtenden bei ihrem Fluchtversuch aus ihrer Wohnung in der Bernauer Straße zu springen. Die Geschichten der beiden könnten so online nachgehört werden.

Wer also nicht die Chance hat, das Zeitzeugencafé zu besuchen, hat so eine angenehme Möglichkeit dazu im Internet.

Bildquelle: Lorenz Teschner, Wikipedia

Opferverbände wollen mehr Mitsprache beim KGB-Gefängnis

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 22. March 2012

Opferverbände wollen mehr Mitsprache beim KGB-Gefängnis

Am 18. April eröffnet die Ausstellung im KGB-Gefängnis in Potsdam. Bis in die 1980er Jahre diente das Gebäude in der DDR als Internierungsstätte, anfänglich für Deutsche, denen Spionage unterstellt wurde und ab 1955 zur Inhaftierung sowjetischer Soldaten. Viele Insassen wurden in dem KGB-Gefängnis verhört und zu Aussagen gewaltsam gezwungen.

Zeitzeugen fühlen sich ausgeschlossen

Momentan stehen die letzten Vorbereitungen zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung an. Jedoch herrscht derzeit eine Auseinandersetzung zwischen den Opferverbänden und der Leitung der Gedenkstätte. Besonders der Zeitzeuge und wichtige DDR-Oppositionelle Bob Bahra, mittlerweile 70 Jahre alt, setzt sich für das Gedenken an die Opfer in dem KGB-Gefängnis ein. Nach der Wende hatten Bahra und seine Mitstreiter des Gedenkstätten-Vereins für die Erhaltung des Gebäudes gekämpft und Führungen und Ausstellungen organisiert. Seit 2009 fühlen sie sich von der neuen Gedenkstättenleitung ausgegrenzt.

Kritik an dem Konzept der Ausstellung

Schon mehrfach ist die Eröffnung der Ausstellung verschoben worden, da auch Fachleute das bisherige Konzept kritisiert haben. Die Kritik richtete sich vor allem dahingehend, dass die Opfer zu wenig in der Ausstellung behandelt werden und vorrangig die Arbeit des KGB-Gefängnis in den Vordergrund gerückt wird. Der Verein hingegen stellt klar, dass sie stets mit den Zeitzeugen zusammenarbeiten wollten.

Ein Besuch der Ausstellung in Potsdam scheint im Hinblick auf die Forderungen der Zeitzeugen recht interessant zu sein, um zu sehen, inwieweit diese doch noch umgesetzt wurden.

Bildquelle: Haplochromis, Wikipedia

DDR Museum Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 16. March 2012

Das DDR Museum Berlin ist ein interaktive Stätte in Berlins Mitte. Es liegt in der Karl-Liebknecht-Str. 1, direkt an der Spree, gegenüber des Berliner Doms. Montags bis sonntags ist das DDR Museum Berlin von 10 – 20 Uhr, samstags sogar bis 22 Uhr geöffnet. Im Juli 2006 ist das DDR Museum Berlin in privater Trägerschaft erstmals eröffnet worden. Mit über 400.000 Besuchern zählt es mit zu den meist besuchtesten Ausstellungsstätten in Berlin. Die Ausstellungsfläche betrügt mittlerweile 1000 m.

Ausstellung im DDR Museum Berlin

DDR Museum BerlinDas Thema der Ausstellung dreht sich um das alltägliche Leben in der ehemaligen DDR. Im Unterschied zu anderen Ausstellungen kann im DDR Museum Berlin ein Großteil der Exponate angefasst werden: Man kann sich in einen Trabant setzen, Schubladen öffnen, in den Zimmern in den Schränken suchen oder Kleidungsstücke nehmen und ansehen.

Das Archiv umfasst nach den offiziellen Angaben über 150.000 Objekte, deren konservatorische Archivierung noch Jahre andauern wird. Nach rund 1000 Objekten kann derzeit auf der Webseite des DDR Museum Berlin in einem digitalen Katalog gesucht werden. Die Ausstellungsstücke des DDR Museum Berlin stammen überwiegend aus Privathaushalten und wurden von mehreren tausend Spendern gestiftet.

2012 wurde die zweite Dauerausstellung für den European Museum of the Year Award nominiert.

Highlights im DDR Museum Berlin

DDR Museum Berlin WohnzimmerDie Highlights des DDR Museum Berlin sind:

  • Trabi mit Fahrsimulation
  • Plattenbau (Bad, Wohnzimmer, Küche)
  • Mangeltagebuch
  • Begehbare Leinwand (Fogscreen)
  • Multitouch-Parteikonferenz
  • Wandbild “Lob des Kommunismus” von Ronald Paris
  • Stasi-Methoden: Gefängniszelle und Verhörraum

Das DDR Museum Berlin bietet in seinem Besucherzentrum, gerade für Schulklassen, Seminare und Diskussionen an; auch Zeitzeugengespräche sind im Angebot. Darüber hinaus werden Führungen innerhalb, aber auch Besuche wichtiger DDR-geschichtlicher Orte außerhalb durchgeführt.

Der Eintritt liegt bei 6 Euro, ermäßigt bei 4 Euro. Gruppen- und Schülerrabatte sind ebenfalls möglich.

Das DDR Museum Berlin sucht auch weiterhin nach Zeitzeugen. Wenn Sie nicht nur die Ausstellung besuchen möchten, sondern auch noch einen Teil zur Bewahrung ihrer persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen beitragen möchten, dann bietet das DDR Museum Berlin eine gute Möglichkeit.

Foto 1 und 2:  Pressefotos, © DDR Museum, Berlin 2012

DDR-Drama “Barbara” im Kino

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 15. March 2012

Seit dem 8. März ist der Kinofilm von Christian Petzold im Kino. In dem preisgekrönten DDR-Drama “Barbara” spielt u.a. Nina Hoss als Ärztin in der Hauptrolle. Bei der Berlinale erhielt das Drama für die Regie einen silbernen Bären. Der Film war “der” Lieblingsfilm des Festivals.

Inhalt des DDR-Drama “Barbara”

Der Film spielt im Jahr 1980. Eine junge Ärztin wird erst inhaftiert und dann von der Berliner Charité in die Provinz strafversetzt. Der Grund: Sie hatte einen Ausreiseantrag gestellt. Doch sie möchte nicht aufgeben und bereitet unter den Augen der Stasi ihre Republikflucht aus der DDR vor. Heimlich trifft sie einen Bekannten aus dem Westen, wenn dieser auf Geschäftsreise ist. Doch dann begegnet sie dem neuen Chef-Arzt André, der ihre gesamten Pläne durcheinander bringt.

DDR-Drama "Barbara" im Kino

Sie reagiert stolz und verschließt sich gegenüber anderen Menschen. Nur ein Mädchen, das seine Kindheit in mehreren Kinderheimen verbringen musste, ist die einzige Rettung und holt Barbara aus der Starre zurück. Doch Barbara kann niemanden vertrauen. Wer könnte der nächste Spitzel sein? Wer arbeitet mit der Stasi zusammen und versucht, sie zu bespitzeln?

Der Film “Barbara” ist authentisch und spiegelt persönliche Erfahrungen wieder. Er ermöglicht einen offenen Blick auf die Geschichte und vermeidet eine zu enge Ausrichtung.

Regie und Buch: Christian Petzold.
Kamera: Hans Fromm
Schnitt: Bettina Böhler
Szenenbild: K. D. Gruber.
U.a. mit: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock
Länge: 105 Minuten.

Foto: VivaoPictures von flickr

Joachim Gauck als Zeitzeuge der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 10. March 2012

Joachim Gauck als Zeitzeuge der DDR

Nach dem Rücktritt von Wulff ist Joachim Gauck erneut Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Bereits 2010 war er von der SPD und Bündnis 90/Die Grünen für das Amt des Bundespräsidenten nominiert worden, war jedoch damals im dritten Wahlgang gegen Wulff gescheitert.

Er ist ein Zeitzeuge des DDR-Regimes und wird von den Medien als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler präsentiert.

Joachim Gauck “Pastor in der DDR”

Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Bis zum Mauerbau nutze er die Möglichkeit, sich öfters in West-Berlin oder gar in Paris aufzuhalten. Er entschied sich für ein Theologiestudium, da er zum Einen um den philosophischen Erkenntnisgewinn bemüht war, zum Anderen da er nach Argumenten gegen den Marxismus-Leninismus suchte. 1967 wurde er zum Geistlichen ernannt und seit 1974 wurde er im Amt eines evangelischen Pastors vom Ministerium für Staatssicherheit beobachtet.

Joachim Gauck als Bürgerrechtler

In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Friedensbewegung der DDR-Kirchen geboren. Die Verhinderung einer atomaren Vernichtung von DDR und BRD stand im Zentrum der Aktivitäten. Nur vereinzelt schlossen sich Friedensgruppen, die aus christlichen Anhängern und Nicht-Christen bestanden, zusammen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Die Mehrheit der Gemeinde weigerte sich jedoch, die Forderungen zu unterstützen, da sie Angst vor weiteren gravierenden Eingriffen des Staates hatten. So spaltete sich die Kirche in der DDR in zwei Gruppen. Joachim Gauck sah in der Revolution von 1989 ein prägendes Erlebnis und bezeichnete die Losung “Wir sind das Volk!” als französische Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in dem Protest gegen die SED-Regierung.

Es ist überaus notwendig, die Geschichte immer aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und kritisch gegenüber jeglicher Berichterstattung eingestellt zu sein. Zeitzeugen leisten wichtige Arbeit bei dieser Aufarbeitung.

Bildquelle: J. Patrick Fischer, Wikimedia Commons


NewGrunge |
bottom