Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Veröffentlicht von dominikus am 27. April 2012

Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel hat das Ziel, Geschichten von Zeitzeugen öffentlich zugänglich zu machen. Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel eignet sich besonders gut für junge Menschen, da viele von ihnen diese Plattform mehrmals täglich aufsuchen. Der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel kommt durch die Zusammenarbeit von ZDF, Stern, Robert-Bosch-Stiftung, Google, Gruner+Jahr, Daimler und Bertelsmann zustande. Alle Zeitzeugeninterviews sind in dem Gedächtnis der Nation – Youtube Channel gesammelt. Um mehr Übersichtlichkeit im Archiv bieten zu können, hat die Mutterseite eine Ergänzende Videothek bereitgestellt.

Der Jahrhundertbus sammelt Geschichten für Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Ein Bus in Sonderanfertigung reist ein mal im Jahr quer durch Deutschland, um möglichst viele Interviews für den Gedächtnis der Nation – Youtube Channel einfangen zu können. Der Bus hat ein integriertes Aufnahmestudio, von wo aus die Videos direkt abgedreht werden und im Anschluss auf den Gedächtnis der Nation – Youtube Channeln hochgeladen werden. Im April diesen Jahres startet der Bus mit dem Thema “Leben in der neuen Heimat” und will möglichst vielen Migranten die Möglichkeit geben, ihre Geschichte an andere weitergeben zu können.

Mitmachen beim Gedächtnis der Nation – Youtube Channel

Jeder, der seine spannenden Erfahrungen aus der deutschen Geschichte mit anderen teilen möchte, hat die Möglichkeit den GdN-Bus zu besuchen und sich dort interviewen zu lassen oder er filmt sich selbst und lädt das Video im Anschluss hoch. Die besonders jungen Leute können gerne auch Oma oder Opa interviewen und deren Zeitzeugenberichte mit anderen teilen, sofern sie dazu einwilligen. Aus Schutz vor Geschichtsfälschungen werden die eingestellten Videos täglich von einer Redaktion überprüft. Durch das Projekt wird eine multiperspektivische Darstellung der Geschichte geschaffen. Um gerade jüngeren Menschen, die immer weniger Bezug zu der deutschen Geschichte haben, an die Vergangenheit heranzuführen, eignet sich der Gedächtnis der Nation – Youtube Channel geradezu perfekt.

Zeitzeugen Erfahrung

Veröffentlicht von dominikus am 7. April 2012

Das Interesse der Zeitzeugen Erfahrung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sich die Geschichtsforschung bis zu den 1990er Jahren eher der Recherche und Aufarbeitung von Fakten widmete, rückten in neuerer Zeit Zeitzeugen Erfahrung in das Interessenblickfeld. Zeitzeugen Erfahrung sind ein wertvoller Beitrag für die Geschichtsschreibung, denn durch sie wird Geschichte erlebbar.

Zeitzeugen Erfahrung: Eigene Erlebnisse berichten

Zeitzeugen Erfahrung erfahren in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Im TV gibt es viele Doku-Reihen, in denen Menschen von ihren persönlichen Erlebnissen berichten. Auch im Internet gibt es Portale, in denen Interessierte sich mit den Zeitzeugen Erfahrung auseinander setzen können. Zeitzeugen Erfahrung spielen auch im Geschichtsunterricht eine immer wichtigere Rolle. Schulen laden zunehmend Zeitzeugen in ihren Unterricht ein, die den Schülern authentisch Geschichte schildern. Oftmals zeigen sich Schüler interessierter an geschichtlichen Themen, wenn sie ihnen anschaulich vermittelt werden. Die Arbeit mit Zeitzeugen Erfahrung kann da sehr hilfreich sein. Durch die persönlichen Erzählungen werden die Schüler emotional berührt und sind dann motivierter sich mit den geschichtlichen Hintergründen zu beschäftigen. Auch im Internet wächst die Zahl der Portale, die sich mit Zeitzeugen Erfahrung beschäftigen.

Zeitzeugen Erfahrung: Wer kann Zeitzeuge werden?

Es ist gar nicht schwer seine Erfahrung weiterzugeben. Die zahlreichen Portale sind immer auf der Suche nach neuen Erzählungen. Dabei sind es nicht die großen tragischen Erlebnisse, die gesucht werden, sondern die kleinen Schilderungen des alltäglichen Lebens. Es kann also jeder, der Lust hat seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen, an einem entsprechenden Projekt teilnehmen. Sollten Sie also daran Interesse haben selbst einmal Ihre Zeitzeugen Erfahrung zu berichten, dann suchen Sie unter den vielen Angeboten der Dokumentation einfach ein für Sie passendes aus. Sollten Sie allerdings mit Ihren Berichten ins Fernsehen wollen, dann ist es sehr hilfreich, wenn Sie mit einer bekannten Persönlichkeit entfernt verwandt sind, denn das wertet ihre Zeitzeugen Erfahrung auf.

Jahrhundertbus 2012

Veröffentlicht von dominikus am 1. April 2012

Der Jahrhundertbus 2012 des Projektes “Gedächtnis der Nation” steht in den Startlöchern. Im April beginnt die Tour vom Jahrhundertbus 2012 quer durch Deutschland. Nach der erfolgreichen Tour 2011 zum Thema “Leben im geteilten Deutschland”, hat sich der Jahrhundertbus 2012 einem neuen und noch sehr aktuellem Thema angenommen. Der Jahrhundertbus 2012 steht ganz im Zeichen der Migration mit dem Titel “Leben in der Neuen Heimat”.

Jahrhundertbus 2012 – “Leben in der Neuen Heimat”

Das diesjährige Thema des Projektes betrifft eine Vielzahl an Migranten. Der Jahrhundertbus 2012 macht dabei keinen Unterschied zwischen politische Flüchtlinge aus dem Kosovo oder italienische Gastarbeiter, die bereits seit über 50 Jahren in Deutschland leben. Jeder von ihnen ist gleichermaßen von der Thematik betroffen und hat dem Jahrhundertbus 2012 eine Geschichte zu erzählen. Doch nur selten kommen diese 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort. Der Jahrhundertbus 2012 gibt ihnen nun die Möglichkeit dazu. Ihre Geschichte ist schließlich auch ein Teil unserer Geschichte. Durch den Jahrhundertbus 2012 sollen ihre Erinnerungen und Eindrücke festgehalten werden und dabei helfen zu vermitteln, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land positiv empfangen zu werden und sich nach und nach heimisch zu fühlen. Die Zeitzeugen zeigen aber auch die Schattenseiten des Migrantendaseins auf und wie man mit Vorurteilen und Anfeindungen lernen kann umzugehen.

Jahrhundertbus 2012 – Die Tour

Der Startschuss ist am 16. April 2012 in Mainz bis zum. Dann geht es am 23. April für fünf Tage hoch nach Frankfurt am Main. Schließlich geht es am letzten Tag des Monats weiter nach Offenbach am Main. Voraussichtlich ab dem 07. Mai 2012 bewegt sich das mobile Aufnahmestudio nach Wiesbaden. Im Anschluss geht die Tour am 14. Mai runter nach Darmstadt. Die letzte Station, die der Bus anfahren wird, ist die Stadt Gießen am 21. Mai. Für all diejenigen, die das Projekt “Gedächtnis der Nation” durch ihre Erinnerungen unterstützen möchten um so der jungen Generation ein Stück Geschichte greifbar zu machen, kann sich gerne auf der Webseite von “Gedächtnis der Nation” melden und an der Jahrhundertbus 2012 Tour teilnehmen.

Zeitzeugencafé zum online Nachhören

Veröffentlicht von dominikus am 28. March 2012

Die Gedenkstätte der Berliner Mauer bietet derzeit die Möglichkeit auf der Internetseite ab sofort die Mitschnitte aus dem jeweiligen Treffen des Zeitzeugencafés nachzuhören. Dieses bietet sich vor allem für Menschen an, die selbst nicht an dem Treffen teilnehmen konnten. Aber auch das Hören der Mitschnitte im Unterricht scheint eine interessante Möglichkeit darzustellen. Die Veranstaltung findet regelmäßig in Berlin statt und wird teils von Geschichtsinteressierten, Familienmitgliedern der Zeitzeugen vom Mauerfall und auch Touristen besucht.

Zeitzeugencafé vom 26.02.2012

Regina Cécilie Albrecht und Eckard Albrecht sind zwei Zeitzeugen, deren Liebe Grenzen überschreiten konnte. Auf einem Ost-West-Klassentreffen verliebten sich die beiden ineinander. Von nun an schrieben sie sich regelmäßig Liebesbriefe, die jedoch von der Stasi entdeckt wurden. 1968 versuchen sie sich in Prag zu treffen, Regina Vonsien wird jedoch in Haft genommen. 1971, nach einem dritten Anlauf, gelingt Regina Vonsien die Flucht aus der DDR in dem Tank eines Fluchtautos.

Zeitzeugen vom 18.03.2012

Klaus Abraham und Dietrich Webner berichten von ihrer Zeit als Feuerwehrmänner. Mit dem Beginn des Baus der Berliner Mauer am 13.08.1961 helfen Sie mit Sprungtüchern Flüchtenden bei ihrem Fluchtversuch aus ihrer Wohnung in der Bernauer Straße zu springen. Die Geschichten der beiden könnten so online nachgehört werden.

Wer also nicht die Chance hat das Zeitzeugencafé zu besuchen, hat so eine angenehme Möglichkeit im Internet.

Foto: moonboot von flickr

Zeitzeugenbericht: "Meine Zeit in der DDR"

Veröffentlicht von dominikus am 2. March 2012

1945 wurde Berlin eine Vier-Mächte-Stadt, umgeben von der DDR, einem russisch besetzten Gebiet. Im Gegensatz zu Berlin, wo man sich bis 1961 in allen Bezirken frei bewegen durfte, durften in die DDR nur Bewohner des Ostsektors fahren. Wir in Pankow gehörten zur russisch besetzten Zone.

1948 kam mein Vater aus Gefangenschaft und bekam seine alte Arbeitsstelle bei Ufa-Handel wieder, die sich aber jetzt Progress-Film nannte. Er trat in die SED ein. Ich denke es wurde ihm nahegelegt. 1949 heiratete er wieder und ich wohnte nun bei ihm in Friedrichshain.

1951 erließ die Schulbehörde ein Gesetz, dass vielen Schülern zum Nachteil gelangte. Da in den Firmen Arbeiter in der Werkstatt fehlten, wurden die Jugendlichen dazu gezwungen, sie zu erlernen. Es funktionierte so: 1945 wurden alle Kinder wieder zum Schulunterricht verpflichtet. Viele wurden in die erste Klasse gesteckt, weil ihnen die Grundkenntnisse fehlten. 1951 kam der Bumerang. Alle Kinder mussten nach ihrem Alter die Klasse wechseln und um sie aufzufangen, führte man das 9. Schuljahr ein Berufsfindungsjahr ein. Wer das Glück hatte aus der 8. Klasse in eine 9. Klasse zu wechseln, gehörte zur A-Qualität. Schüler der 7. Klasse, die in die 9. wechselten, waren B-Qualität und Schüler der 6. Klasse waren in der 9. Klasse nur noch C-Qualität. Das wirklich Böse daran war, dass nur Schler der A-Qualität technische und kaufmännische Berufe erlernen durften. Den Anderen blieben nur die Handwerksberufe. Außerdem durfte nur studieren, wer aus einer Arbeiterfamilie kam. Wir fragten uns, was dann Kinder der Studierten werden durften?

Das war die DDR, Deutsche DEMOKRATISCHE Republik, Gleichberechtigung und Arbeiterstaat!

Ich hatte das Glück durch das energische Verlangen meiner Großmutter bei meiner Einschulung, dass ich zur A-Qualität zählte. Mein Glück war auch, dass ich bei meiner ersten Bewerbung unter sehr, sehr vielen eine von den sechs Lehrstellen beim Berliner Glühlampenwerk (früher Osram)bekam. Es war zum Teil entwürdigend. Wir waren sechs Lehrlinge und ich glaube unser Zusammenhalt gab uns Kraft. In unserem Großraumbüro hingen an den Pfeilern Lautsprecher, aber Musik durften wir nicht hören, nur Durchsagen. Und die kamen regelmäßig. Wir wurden alle sechs namentlich aufgerufen ins Parteibüro zu kommen, alle konnten es hören. Dort bekamen wir regelmäߟig unsere Gehirnwäsche. Keiner von uns ging in die SED! Ich war früher auch nicht in den jungen Pionieren und nicht in der FDJ.

Im zweiten Vierteljahr unserer Lehre war unser Arbeitsplatz die Lehrwerkstatt. Es war ja nicht schlecht ein Praktikum zu machen, aber die große Tafel war eine Demütigung für viele. Eine Tafel die fast eine halbe Wand einnahm und auf der alle Lehrlinge der Firma verzeichnet waren. Oben der oder die Beste, unten der oder die Schlechteste! Irgendwo auf dem 3. oder 4. Platz stand ich und gewann im Sommer zehn Tage Ostsee auf Usedom in Bansin. Wir waren glaube ich zwölf. Da unsere Zelte an einem Hang standen und es ununterbrochen regnete, war alles nass. Um ein bisschen ins Trockene und Warme zu kommen, gingen wir abends in ein Tanzlokal. Eine polnische Kapelle spielte unsere Musik und Tänzer waren auch genug da. Was tanzten wir also? Buggie natürlich! Ein Paar mittleren Alters war auch anwesend, der Mann wahrscheinlich Parteibonze. Er hielt mich und meinen Tanzpartner fest und maßregelte uns: “Hier tanzen wir ordentlich”. Sofort hörte die Kapelle auf zu spielen und der ganze Saal war mucksmäuschen still. Er bemerkte wohl, dass er auf einsamen Posten stand und gab nach.

Zum 1. Mai wurden Listen geführt wer zum Treffpunkt an die Stalinallee kam. Wer kam erhielt 5 Mark. Wer nicht kam, einen Eintrag im Parteibüro?

Anlässlich der bestandenen Zwischenprüfung wollten wir mit denen aus der Lehrwerkstatt feiern. Wir bekamen einen Raum und einen Studenten als Aufpasser. Es verlief alles gut. Am nächsten Tag spukte der Lautsprecher alle Namen aus, die bei der Feier anwesend waren. Wir wurden alle einzeln verhört. Keiner wusste, worum es geht, bis auf eine oder einen, der es gewesen ist. Den haben wir nie erfahren. Fakt war, nachdem wir den Raum verlassen hatten, hatte jemand den Büsten von Marx und Engels einen Nylonstrumpf über den Kopf gezogen. Das war eine Beleidigung höchsten Grades. Aber das Grinsen musste ich mir ganz schwer verkneifen.

In der Berufsschule wurde ich eines Tages zum Direktor gerufen. Mit dem Gedanken, was kommt jetzt wieder, ging ich in sein Büro. Volltreffer! Er fragte mich ob ich Maschinenbau studieren möchte. Ich war außer mir vor Freude. Ich würde Stipendium, Büchergeld etc. alles vom Staat bekommen. Dann kam die Rache meines Vaters, weil ich nicht gelernt habe, was er wollte. Ich war noch nicht volljährig und er verbot mir das Studium. Der Direktor kam zu uns nach Hause, mein Vater hätte ihn bald die Treppe hinunter geworfen. Ich soll gefälligst arbeiten gehen und Geld nach Hause bringen.

Was meine Eltern beredeten, bekam ich nie mit. Aber eines Tages war er so wütend, dass auch ich es härte. Man hatte meinen Vater mit anderen Kollegen über die Warschauer Brücke nach Neukölln geschickt, zur Agitation ür die DDR. Die Leute in den Häusern hätten ihn fast verprügelt. Er zog die Konsequenz und trat aus der Partei aus und bestellte die Zeitung das “Neue Deutschland” ab.

Ich bekam den Auftrag einen Krankenbesuch bei einer Lehrkollegin zu machen. Als ich dort ankam, war sie nicht da. Gerade als ich wieder gehen wollte, kam sie mit ihrer Mutter vom Einkaufen. Wir redeten kurz und ich fuhr wieder in die Firma. Als ich dort ankam klang laute Musik aus dem Lautsprecher am Pfeiler, an dem mein Schreibtisch stand. Ich fand das schön, setzte mich und arbeitete weiter. Plötzlich stand der stellvertretende Abteilungsleiter Herr D. neben mir und fuhr mich an, was mir einfällt den Lautsprecher aufzudrehen!

Ich verteidigte mich. Schließlich hatte ich ihn nicht angemacht. Das hätte auch die Kollegen neben mir bezeugen können. Er befahl mir sofort meine Sachen zu nehmen und mich in einem Zimmer im zweiten Stock zu melden. Strafversetzt! Ich hätte mich von allen anderen fernzuhalten und das Büro bekam Kontaktverbot mit mir.

Warum? Brauchten sie einen Sündenbock? Ist es die Summe der Verfehlungen, wie im Tanzlokal, Verbot des Studiums, ich nie in der SED und mein Vater ausgetreten, hatte mich sogar jemand beschattet und gemerkt, dass ich meine Kollegin nicht verraten hatte? Fortan verbrachte ich meine Tage mit einem Ingenieur, der Portraits statt Maschinen, malte. Einer Frau, die versuchte mir beizubringen, was mir noch fehlte. Arbeit bekamen wir keine mehr. Absolute Isolation. Aber Arbeitslose gab es in der DDR ja nicht. Sie wurden auf diese Weise durchgeschleppt.

Im Februar 1955 schaffte ich trotz aller Widerstände meine Gesellenprüfung. Im Mai wurde ich 18 Jahre alt und damit im Osten volljährig. Ich kündigte meine Arbeitsstelle fristgemäß zum August. Ich war das erste Mal wahlberechtigt. Mit meinen Eltern im Wahlbüro angekommen, wurden wir gleich mit “Guten Tag Genossen” begrüßt, und mit den Worten “Ihr wisst ja was man wählen muss, dann könnt ihr den Wahlzettel gleich hier ausfüllen” schob er uns den Wahlschein hin. Wer traute sich dagegen aufzumucken? Mich störte ganz besonders das “DU”, wir hatten diese Leute nie gesehen.

Auf Grund der Aussage, ich solle gefäligst Geld verdienen, zog ich zu meinem Verlobten nach Westberlin. Als Ostlerin wurde meine Volljährigkeit in Westberlin anerkannt. Später war froh, dass ich nicht studieren durfte, dann hätte ich auch 28 Jahre DDR ertragen müssen.

 

Christel Bott

Nürnberg, am 29.02.2012

Zeitzeugen vom Mauerfall

Veröffentlicht von dominikus am 24. February 2012

Die Zeitzeugen vom Mauerfall sind überaus relevant, wenn die Vermittlung der jüngeren Geschichte im Zentrum der Aufarbeitung steht. Am 13.08.1961 begann der Bau der Grenzziehung. 30 Jahre später konnten die Zeitzeugen vom Mauerfall das Ende des DDR-Regimes ansehen. Die Jugendlichen von heute konnten keine Zeitzeugen vom Mauerfall werden. Daher ist es besonders wichtig, dass Zeitzeugen vom Mauerfall Kindern und Jugendlichen dieses weittragende Ereignis erklären und von ihnen beschreiben.

Zeitzeugen vom MauerfallDie Zeitzeugen vom Mauerfall in Berlin

Besonders die Zeitzeugen vom Mauerfall in Berlin können von den eindrucksvollen Bildern berichten. Um 21:20 wurde der Grenzübergang Bornholmer Straße auf Druck der Menschenmassen ohne vorherigen Befehl geöffnet. Um 21:30 meldete der Radiosender RIAS den Zeitzeugen vom Mauerfall erste offene Grenzübergänge. Immer mehr Zeitzeugen vom Mauerfall drängten zu den Stellen, sodass um 23:30 die Passkontrollen ganz aufgehoben wurden. Über 20.000 Menschen gelangten bis um 0:15 nach West-Berlin ein. Bis Mitternacht waren alle Grenzübergänge in Berlin und die West-Berliner Außengrenze geöffnet. Viele DDR-Bürger hatten jedoch die Öffnung verschlafen und drängten erst am Vormittag in den Westen.

Fragen an die Zeitzeugen vom Mauerfall

Folgende Fragen richten sich insbesondere an Zeitzeugen vom Mauerfall aus der DDR. Es ist notwendig, der jungen Generation von den Ereignissen zu berichten, um das Geschichtsbewusstsein zu stärken. Wenn Sie möchten, können Sie hier als Ihre Erfahrungen als Kommentar  veröffentlichen:

  • Zeitzeugen vom Mauerfall FamilieWo haben Sie sich zum damaligen Zeitpunkt befunden?
  • Wie alt waren Sie zum damaligen Zeitpunkt?
  • Haben Sie sich an den Demonstrationen beteiligt?
  • Haben Sie von den Ereignissen in Ungarn erfahren?
  • Was assoziieren Sie mit dem Begriff Fall der Berliner Mauer?
  • Welche besonderen Ereignisse sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
  • Wie haben Sie von der Grenzöffnung erfahren und welche Reaktionen haben diese bei ihnen hervorgerufen?
  • Wann haben Sie den Westen Deutschlands das erste Mal besucht und warum?

Berliner Geschichte aus den Augen der Zeitzeugen vom Mauerfall zur betrachten ist besonders wichtig. Helfen Sie mit!

Foto 1 und 2: von VivaoPictures von flickr

Zeitzeugencafé in Berlin

Veröffentlicht von dominikus am 15. February 2012

Zeitzeugencafé in BerlinWer gerne ein Zeitzeugencafé besuchen möchte, der hat sechs Mal im Jahr in Berlin die Chance dazu. Die Gedenkstätte Berliner Mauer hat das Zeitzeugencafé in sein Veranstaltungsprogramm aufgenommen. Im Zeitzeugencafé erzählen Menschen aus Ost und West von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Mauer.

Die nächsten Veranstaltungstermine sind:
Sonntag, den 26.02.2012 von 16.00 Uhr – 17.30 Uhr
Sonntag, den 18.03.2012 von 16.00 Uhr – 17.30 Uhr

Die Veranstaltungsreihe mit findet mit den Zeitzeugen im Restaurant Hotel Grenzfall statt.

Die Adresse lautet Ackerstraße 135, 13355 Berlin. Das Restaurant liegt direkt hinter dem Dokumentationszentrum.

Foto: moonboot von flickr

 

 

Der Tod der Zeitzeugen

Veröffentlicht von dominikus am 10. January 2012

Der Tod der Zeitzeugen stellt ein großes Problem in der Geschichtsforschung dar. Besonders der Tod der Zeitzeugen, die zur Zeit der Nationalsozialismus gelebt haben, beeinflusst die kollektive Erinnerung in Deutschland. Durch den Tod der Zeitzeugen wird die Kommunikation über die Vergangenheit unterbunden. Die Zeitzeugen sterben und damit auch ihre Erinnerungen. Sie haben die Vergangenheit als Beteiligte erlebt und nur sie können durch ihre Berichte die nachfolgenden Generationen bereichern. Das kommunikative Gedächtnis wird damit gravierend durch den Tod der Zeitzeugen beeinflusst.

Tod der Zeitzeugen beeinflusst das kommunikative Gedächtnis

Tod der ZeitzeugenDas kommunikative Gedächtnis wird auch Generationsgedächtnis genannt. Es umfasst alle Erinnerungen von Zeitzeugen, die kommunizierbar sind. Diese kollektive Erinnerung umfasst in etwa 80 Jahre. Nur noch wenige Großeltern können heute noch ihren Enkeln als direkte Zeitzeugen von ihrer Erlebnissen während des NS-Regimes und des 2. Weltkrieges berichten. Die Nachkriegsgeneration konnte während ihrer Jugend aus den Erzählungen der Eltern lernen. Jedoch nur so lange wie sie lebten. Mit dem Tod der Zeitzeugen versiegt diese Informationsquelle. Das Erzählen des Vergangenem muss der Erinnerung an die Stimme und den früheren Erzählungen des Zeitzeugens weichen, der von der Vergangenheit berichtet hat. Ist der Tod des Zeitzeugen vor seinen mündlichen Erzählungen eingetreten, so ist die einzige Möglichkeit, Informationen zu erhalten, die schriftliche Ausführung seiner Erlebnisse. Mitunter lassen sich Briefe, Tagebücher oder ein Notizheft des Zeitzeugen als Quelle finden. Diese lassen sich jedoch keineswegs mit der Authenzität der Zeitzeugen vergleichen.

Tod der Zeitzeugen erschwert Oral History

Die frühere Geschichte ist für die Nachwelt nur schwer zu verstehen. Der Tod der Zeitzeugen stellt die Wissenschaftler vor ein neues Problem. Mit dem Tod der Zeitzeugen wird die Methode der Oral History unmöglich, da der Zeitzeuge nicht mehr für ein Interview zur Verfügung stehen kann. Zeitzeugen berühren Gefühle – mehr als ein Stück Dokument. Mit dem Sterben der Opfer und Täter des Nationalsozialismus wird die Präsenz der Grausamkeiten in den Köpfen der Menschen immer weiter schwinden.

Zeitzeugen der nächsten Generation

Wie aufgezeigt, stellt der Tod der Zeitzeugen die Wissenschaftler vor neuen Herausforderungen die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es sollte nicht versäumt werden, die noch heute lebenden Zeitzeugen auch zu Themen wie Mauerbau, kalten Krieg und DDR zu befragen. Andernfalls wird uns auch dieser Tod der Zeitzeugen einholen.

Zeitzeugen zu Weihnachten

Veröffentlicht von dominikus am 23. December 2011

WeihnachtsbaumDie Zeitzeugen-Redaktion wünscht Ihnen zuerst einmal ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und dankt allen Beteiligten für Ihr Engagement!

Heiligabend und die Weihnachtstage sind auch ein Zeitzeugenthema, da Weihnachten ein kulturelles und gesellschaftliches Ereignis ist.

Wie hat sich Weihnachten im Laufe der Zeit verändert? Zeitzeugen können hierzu über das Aufschreiben der eigenen Erlebnisse Stellung nehmen. So gibt es spannende Zeitzeugenberichte über den Heiligabend in den Kriegsjahren oder in der Nachkriegszeit. Das Thema “Zeitzeugen zu Weihnachten” ist vermutlich ein sehr breites Feld, da hier regionale Besonderheiten eine große Rolle spielen. Die darüberliegenden Strukturen freizulegen, ist dann die Aufgabe von Geschichtswissenschaftlern, welche die Zeitzeugenberichte auszuwerten haben. Dazu ist jedoch eine breite und dichte Quellenlage notwendig, die von aktiven Zeitzeugen geschaffen wird.

Gerade die unbeeinflusste Berichterstattung von Zeitzeugen ist wichtig. Zwar ist Weihnachten ein Familienfest †“ interne Familienangelegenheiten sind jedoch von der Geschichtswissenschaft abgegrenzt, wobei es schwierig ist, hier eine genaue Trennung vorzunehmen.

Hier also ein Zeitzeugen Weihnachtsaufruf:

  • Wie haben Sie Weihnachten in der Vergangenheit erlebt?
  • An welches Weihnachtsfest zu Heiligabend erinnern Sie sich besonders gut?
  • Welche historischen Ereignisse haben sich in besonderer Weise auf diese Zeit ausgewirkt und wie haben sie diese Auswirkungen erlebt?
  • Was waren die Gewohnheiten und Bräuche in Ihrem Dorf, Ihrer Stadt, in Ihrer Gemeinde?
  • Wie hat sich die Kirche und der religiöse Bezug in Ihrer Umgebung dargestellt?
  • Nehmen Sie gerne auch Bezug auf die Adventszeit.
  • Welche Abläufe hat es zu Weihnachten in Ihrer Familie gegeben, haben Sie dass Fest eher bescheiden, sehr festlich oder beiläufig geschehen lassen? Wie hat sich das genau ausgestaltet?

Zeitzeugen-zu-WeihnachtenZeitzeugen zu Weihnachten ist ein spannendes Thema und Sie werden sich in den kommenden Tagen sicherlich zurückerinnern. Vielleicht erzählen Sie Ihren Kindern oder Enkeln von früheren Festen, von Unterschieden oder davon, was sich im Laufe all der Jahre nicht verändert hat. Vermutlich haben Sie in diesem Moment nicht vor Augen, dass Sie damit in die Rolle des Bericht erstattenden Zeitzeugen schlüpfen – Lassen Sie eine breitere Öffentlichkeit an Ihren Erinnerungen teilhaben und senden Sie uns Ihr Zeitzeugnis ein.

Foto: 1. Weihnachtsbaum: Malene 2. Zeitzeugen zu Weihnachten: Bundesarchiv, Bild 183-T1117-0015 / CC-BY-SA

Zeitzeugen-Anthologie

Veröffentlicht von dominikus am 9. December 2011

Zeitzeugen-Anthologien sind eine gute Möglichkeit, Zeitzeugnisse einer breiten öffentlich zu präsentieren.

Zeitzeugen AnthologieEine Zeitzeugen-Anthologie ist ein Sammelwerk, das die Beiträge mehrerer verschiedener Zeitzeugen in einem Buch oder in einem anderen Medium zusammenfasst.

Das Sammelwerk “Kapitulation und Neubeginn in Deutschland” Persönliche Erinnerungen an die Jahre 1945 bis 1949" ist eine solche Zeitzeugen-Anthologie, welche die Themen Kriegsende, Beginn des Kalten Kriegs und die Teilung Deutschlands fokussiert. Es werden Beiträge von 15 Zeitzeugen vorgestellt,
die ihre eigenen Eindrücke aus dieser Zeit und ihr persönliches Erleben der allgemeinen Umstände dieser Zeit mitteilen und durch die Veröffentlichung in einer Zeitzeugen-Anthologie konservieren.

Aufgrund der historischen Umwälzungen – Ende der Nazi-Diktatur, der “verlorene” Krieg, Demokratisierung des einen und Sowjetisierung des anderen Teils Deutschlands und der Wiederaufbau – können diese Zeitzeugen die stattfindenden Entwicklungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und sie erlebbar machen. Es wird nicht immer Zeitzeugen aus dieser Epoche geben, weshalb es wichtig ist, ihre Erinnerungen und Erlebnisse, ihre Empfindungen und Erfahrungen aus jener Zeit festzuhalten und sie der Nachwelt zugänglich zu machen, um sich ein eindringlicheres Bild bestimmter Epochen zu bilden. Da häufig “große Männer” oder “Nationen” und “Institutionen” ein eingeschränktes Bild historischer Wirklichkeit vermitteln, kann eine Zeitzeugen-Anthologie, gerade auch wegen der Vielfalt der Zeugnisse und ihrer Subjektivität, das Bild ergänzen und Sachverhalte und Strukturen veranschaulichen und teilweise erfahrbar machen.

Mit ihren Beiträgen, seien es Erinnerungen, Erlebnisberichte, Betrachtungen, Reflexionen oder der Auszug aus einer Erzählung, haben die Autorinnen und Autoren dieses Bandes dazu beigetragen, ein lebendiges, vielfältiges und zugleich individuelles Mosaik dieser Zeit zu schaffen.

Johann-Friedrich Huffmann (Hrsg.):
Kapitulation und Neubeginn in Deutschland
Persönliche Erinnerungen an die Jahre 1945 bis 1949
Reihe: Anthologien
144 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
EUR 10,00 ISBN 978-3-8280-2989-7

Diese Zeitzeugen-Anthologie ist im Frieling-Verlag erschienen.


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