Zeitzeugen des Mauerbaus

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 26. July 2012

Zeitzeugen des Mauerbaus besaßen sehr unterschiedliche Einstellungen zur Mauer. Die einen befürworteten die Mauer als Schutz vor Faschismus, andere Zeitzeugen des Mauerbaus empfanden tiefe Antipathie gegenüber diesem menschenverachtenden Beton-Wall.

Zeitzeugen des Mauerbaus reagieren entrüstet

Viele Zeitzeugen des Mauerbaus im Westen, wie Karl Burkhof, reagierten mit Entrüstung darauf, dass ihr Berlin in der Nacht des 13.8.1961 unter Schutz der DDR-Volkspolizei eingemauert wurde; West-Berlin hatte dazu sogar spezielle Beleuchtung eingeschaltet. Auch international reagierte man schockiert. Zeitzeugen des Mauerbaus wurden oft von heute auf Morgen von ihren Familienangehörigen separiert; für zahllose Menschen war die Mauer in der Tat ein Gefängnis.

Zeitzeugen des Mauerbaus im Ausland

Zeitzeugen des Mauerbaus finden sich auch in den politischen Lagern. US-Diplomat William Smyser sprach von dem Tod der Hoffnung, der Zeitzeugen des Mauerbausdamalige US-Präsident John F. Kennedy befand eine Mauer für besser als einen Krieg mit der UdSSR. Gewöhnliche Bürger, die Zeitzeugen des Mauerbaus waren, wie der albanische Autor und Historiker Agim Musta, hatten Deutschland gut im Blick. Ob linientreu oder nicht, in dem „Zentrum Europas“ erreichten die Ost-West-Konflikte ihren Höhepunkt. Nur im fremdsprachigen Westradio hörten beispielsweise die Albaner vom Mauerbau. Für Musta zeigte der Mauerbau somit, dass das kommunistische Regime sich gewaltfrei nicht hätte halten können.

Zeitzeugen des Mauerbaus von der Mauer beeinflusst

Mit 28 Jahren existierte die Mauer weit weniger lang als von der SED angedacht. Dennoch hatte ihre lange Existenz massiven Einfluss auf Millionen Bürger, im Extremfall in Form des Todes. Kurt Lichtenstein war laut Regierungsangaben das erste, Chris Gueffroy das letzte Maueropfer. Dennoch gab es Zeitzeugen des Mauerbaus, wie Helga und Wolfgang Aue, deren Liebe auch eine Mauer nicht vernichten konnte.

Zeitzeugen des Mauerbaus als Flüchtlingshelfer

Der Krankenpfleger Günter Malchow, der im Lazaruskrankenhaus an der Grenze arbeitete, sah die Mauer jeden Tag. Auch von seiner Wohnung aus sah er sie. Dieser Zeitzeuge des Mauerbaus kümmerte sich um Verletzungen der Geflohenen, die jeden Tag in das Krankenhaus eingeliefert wurden. Beispielsweise behandelte er Rolf Urban und dessen Ehefrau, welche sich über das Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock über eine Wäscheleine abgeseilt hatten. Rolf Urbans Verletzungen führten, zur Enttäuschung des Zeitzeugen des Mauerbaus Malchow, nach drei Wochen dennoch zum Tod.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-85701-0006 / Stöhr / CC-BY-SA, Wikipedia

Vorgeschichte der Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 26. July 2012

Vorgeschichte der Berliner Mauer: Gründung der BRD und der DDR

Die Vorgeschichte der Berliner Mauer beginnt nach Ende des zweiten Weltkrieges: Nachdem die Diktatur der Nationalsozialisten den USA, der Sowjetunion, England und Frankreich unterlegen war, fand eine Aufteilung Deutschlands statt. Jene Staaten splitteten die Bundesrepublik in vier Besatzungszonen. Berlin selbst wurde in der Vorgeschichte der Mauer ebenfalls in vier Zonen zur gemeinsamen Verwaltung aufgeteilt. Tatsächlich verhinderten aber Konflikte zwischen den westlichen Staaten und der Sowjetunion eine solche. Die Vorgeschichte der Berliner Mauer schließt zudem auch den Beginn des Kalten Krieges mit ein: 1948 entstand durch die Blockade Berlins seitens der Sowjetunion die erste größere Krisensituation als wichtiger Auslöser für den Mauerbau in der Vorgeschichte der Berliner Mauer. 1949 wurde schließlich im Westen die Bundesrepublik Deutschland, in der sowjetisch verwalteten Zone die DDR gegründet.

Abwanderung von DDR-Bürgern als Teil der Vorgeschichte der Berliner Mauer

Es folgte eine Intensivierung des Kalten Krieges; die Westmächte hatten sich technologisch abgeschottet. Die Vorgeschichte der Berliner Mauer beinhaltete auch Auseinandersetzungen auf diplomatischer Ebene sowie militärische Drohungen. Beide Staaten begannen daraufhin, die eigene Grenze zu befestigen. Zur Vorgeschichte der Berliner Mauer gehörte auch, dass sich viele Ostberliner zum Verlassen der DDR entschieden, häufig über Berlin. Die Vorgeschichte der Berliner Mauer weist auf, dass von 1949 bis 1961 rund 2,6 Millionen Menschen aus der DDR, sowie aus Ost-Berlin emigrierten. In den Ostblockländern sah man West-Berlin als Möglichkeit, in den Westen zu gelangen; zumeist junge Leute mit guter Ausbildung wagten diesen Schritt.

Vorgeschichte der Berliner Mauer gipfelt in deren Errichtung

Vorgeschichte der Berliner Mauer Zur Vorgeschichte der Berliner Mauer gehört ebenfalls, dass infolge eines wachsenden Arbeitskräftemangels die DDR begann, ihre Grenze immer mehr zu verdichten. Abwanderung von Fachkräften schwächte schließlich zunehmend die Wirtschaft und bedrohte den Staat. Hinzu kam, dass viele Ost-Berliner in West-Berlin arbeiteten, aber preisgünstig im Osten wohnten. Anfangs schützten lediglich Polizisten und Soldaten die Grenze, später begann die DDR-Regierung vermehrt mit der Errichtung von Zäunen. Offiziell war Berlin vor Errichtung der Berliner Mauer nicht Teil der beiden Staaten, praktisch wurde Westberlin allerdings eine Art Bundesland und Ost-Berlin DDR-Hauptstadt. Die Grenze zwischen DDR und BRD entwickelte sich zu einer Grenze zwischen zwei Mächten mit unterschiedlicher Ideologie, Wirtschaft und Kultur. Anfangs gab es an der Grenze lediglich eine militärische Befestigung aus Wachtürmen und Schusszonen. Am 13. August 1961 wurde dann jedoch mit dem Mauerbau gestartet und die Vorgeschichte der Berliner Mauer somit zum Abschluss gebracht.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-88574-0004 / Stöhr / CC-BY-SA, Wikipedia

Stiftung Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 24. July 2012

Stiftung Berliner MauerDie Stiftung Berliner Mauer wurde 2008 per Gesetz zu einer Stiftung des öffentlichen Rechts ernannt. Die Stiftung Berliner Mauer umfasst die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, sowie die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Die Stiftung wurde gegründet, um die Geschichte der Mauer und der Fluchtversuche aus der DDR im Kontext der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges festzuhalten und weiterzugeben. Die Stiftung Berliner Mauer will zudem die Originalschauplätze und -spuren erhalten, um so angemessen den Opfern des kommunistischen Regimes zu gedenken. Sowohl die Stiftung Berliner Mauer als auch die Gedenkstättenvergrößerung sind wichtiger Teil der Umsetzung des bundesweiten Planes für Gedenkstätten.

Die Stiftung Berliner Mauer kümmert sich zum einen um die Gedenkstätte Berliner Mauer. Diese Stätte im Zentrum Berlins stellt den Hauptort da, der an die deutsche Teilung erinnert. In der Bernauer Straße nimmt diese in Zukunft 1,4 Kilometer des früheren Grenzstreifens ein. Das von der Stiftung Berliner Mauer unterhaltene Areal schließt zudem das letzte Mauerstück mit ein, welches noch die übliche „Tiefenstaffelung“ aufweist und somit einen Einblick gibt, wie die Grenzvorrichtungen vor Fall der Mauer aufgebaut waren. Die ebenfalls zur Stiftung Berliner Mauer gehörenden Überreste der Grenzeinrichtungen und die Geschehnisse dort vermitteln einen Eindruck über die Auswirkungen der Teilung.

Die Stiftung Berliner Mauer umfasst auch die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Etwa vier Millionen Menschen emigrierten aus der DDR in die BRD von 1949 bis 1990. 1,35 Millionen davon fanden sich im 1953 erbauten Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde wieder. Dort gewährte man ihnen Unterkunft und gab ihnen Essen. Zudem konnte hier der Prozess für eine Aufenthaltsgenehmigung in der Bundesrepublik oder West-Berlin durchlaufen werden. Heutzutage findet sich direkt am Ort des Geschehens eine Ausstellung zu Gründen, Art und Nachwirkungen der Fluchtbewegung. Ebenso gibt es dort auch Sonderausstellungen wie „Freigekauft – Wege aus DDR Haft“. Jene Ausstellung behandelt beispielsweise das Thema des Freikaufens. Bei dieser Praxis wurde politischen Gefangenen der DDR durch Geldzahlung von der BRD zur Freiheit verholfen. Diese, in der Ausstellung der Stiftung Berliner Mauer dokumentierte, Praxis steht bis zum heutigen Tage in der Kritik, da sie sowohl menschlicher Hilfe, als auch dem Menschenhandel zugeordnet werden kann.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F005835-0004 / Müller, Simon / CC-BY-SA, Wikipedia

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 17. July 2012

Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße ist vielfältig. Die Bernauer Straße stellte zwischen den Jahren 1961 und 1989 einen Brennpunkt im Rahmen der Ereignisse der deutschen Teilung dar. Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer setzt darauf, dass Schüler und nicht-schulische Gruppen die Geschichte der Berliner Mauer und der Teilung Deutschlands beispielhaft vor Ort erfahren können. Dies ist im Rahmen des Bildungsangebotes der Gedenkstätte Berliner Mauer zum Beispiel in Seminaren durch Analyse oder auch kreativ möglich.

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer für Kinder

Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer bietet zum Einen eine kostenfreie, einstündige Führung für KindeBildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer r an. Diese „Entdeckungstour“ soll den Kindern Antworten geben, wieso die Berliner Mauer mehr ist als nur eine Mauer und was für Auswirkungen ihre Errichtung auf den Alltag der Menschen hatte. Ein weiteres Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer ist der Projekttag für Kinder: Die Gründe des Mauerbaus und der Flucht vieler Ostberliner sowie Fluchtverläufe sind Thema. Auf eigene Faust können die Kinder sich das Wissen durch Filmausschnitte, Fotos und Objekte aneignen. Der kostenlose Projekttag dauert viereinhalb bis fünf Stunden und ist auf mindestens zehn Teilnehmer ausgelegt. Des Weiteren bietet die Gedenkstätte kostenlos einen Audioguide an, der eineinhalb Stunden auf kindgerechte Weise erklärt, was die Mauer ist und die Gründe für ihre Errichtung erläutert. Für Kinder interessante „Mauergeschichten“ bringen ihnen Fluchtversuche näher.

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer für Jugendliche und Erwachsene

Das Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer richtet sich auch an Jugendliche und Erwachsene. Für jenes Publikum werden Führungen, Seminare und Fahrradtouren entlang der Mauer angeboten. Die Teilnehmerzahl beträgt zwischen zehn und dreißig Teilnehmern; Schulgruppen zahlen keinen Eintritt. Schüler können außerdem Hilfe für das Erstellen der schulischen Präsentationsprüfung oder Vorbereitung auf die Abiturprüfung in Anspruch nehmen. Auch gibt es Workshops zu Fotos und Dokumentarfilmen, sowie zur Quellenarbeit und Zeitzeugengesprächen. Für Erwachsene werden diverse Fachvorträge zu unterschiedlichen Themen für einen Beitrag von 5€ offeriert.

Bildungsangebot der Gedenkstätte Berliner Mauer zur Individualbildung

Neben Fortbildungen und Schülerarbeitsblättern gibt es auch ein Informationspaket für Lehrkräfte. Für Schüler und Studenten dagegen gibt es eine ausführliche Literaturliste zur Weiterbildung und Recherche.

Bildquelle: N-Lange.de, Wikipedia

Berliner Mauer Todesstreifen

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 16. July 2012

Der Berliner Mauer Todesstreifen bestand aus einem 155 Kilometer langen Ring, der West-Berlin umgab. Mitten in der Stadt befand sich dieses 70 Meter umfassende Beton-Bauwerk aus Zäunen, Wachtürmen und Hundelaufanlagen. 12.000 Grenzsoldaten fanden am Berliner Mauer Todesstreifen Arbeit und überwachten die Grenze.

Aufbau des Berliner Mauer Todesstreifens

Der Berliner Mauer Todesstreifen maß je nach Ort von dem halben Durchmesser einer Straße bis zu 70 Metern oder mehr. An der Ostseite besaß das Bauwerk eine Mauer von drei Metern Höhe . Im Anschluss daran folgte ein Zaun mit einer Auswahl an Alarmsystemen. Im Anschluss fanden sich geräumige Hundezwinger mit mehr als 1000 angeleinten Wachhunden, abgesehen von Gebieten mit einer hohen Populationsdichte. Der Berliner Mauer Todesstreifen besaß zudem einen geteerten Weg für motorisierte Patrouillen und eine glatte Sandfläche, um Fußspuren einfacher zu verfolgen. Hohe Laternen, 302 Wachtürme mit Scheinwerfern und 20 Bunker ergänzten den Todesstreifen. Im Gegensatz zu den Mauerteilen in ganz Deutschland waren im Todesstreifen weder Minen noch Selbstschussanlagen im Einsatz. Auf den Berliner Mauer Todesstreifen folgte das „Unterbaugebiet“, welches einige wenige Meter umfasste.

Fluchtversuche durch den Berliner Mauer Todesstreifen

Oft genug versuchten Menschen, den Todesstreifen zu durchdringen und zu fliehen; häufig kamen sie jedoch dabei um. Die Schätzung der Opferzahlen variiert zwischen 136 und 245. Jeden Tag arbeiteten rund 2300 Leute im Todesstreifen, um dies zu verhindern.

Überlegungen zum Umbau des Berliner Mauer Todesstreifen

Trotz aller Bemühungen der DDR-Führung gab es Fluchtversuche, teilweise auch von Erfolg gekrönt. Zudem war die Mauer mit Todesstreifen dem Ansehen der DDR nicht zuträglich. Kurz vor dem Mauerfall gab es daher Pläne, die Grenzanlagen zu modifizieren. Man wollte Schutzmechanismen, die hohe Sicherheit boten, aber gleichzeitig auch der negativen Kritik durch die Westmächte keine Nahrung boten. Die SED-Führung plante, elektronische Überwachung statt der bisherigen Techniken einzusetzen. Einen solchen Umbau des Berliner Mauer Todesstreifens hätte die DDR-Wirtschaft allerdings finanziell nicht stemmen können.

Republikflucht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 11. July 2012

Republikflucht bezieht sich auf die massenhafte Auswanderung als Folge der Untragbarkeit der politischen Verhältnisse für viele Bürger in der DDR. Vor Errichtung der Berliner Mauer am 13.8.1961 war es für die DDR-Bürger aufgrund der offenen Grenze möglich, ihrem Heimatland den Rücken zu kehren. Hunderttausende nahmen diese Möglichkeit der Republikflucht von 1949 bis 1961 auch in Anspruch und flohen in die BRD mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Diese „Abstimmung mit den Füßen“ ist als Grundsatzkritik an der politischen Struktur der DDR zu werten. Die SED bezeichnete eine solche Ausreise als Republikflucht; die Ausgereisten wären „Verräter“ und „Saboteure“. Bedeutsam ist, dass in verschiedenen Monaten und Jahren die Anzahl der Flüchtlinge variierte. Mit der Intensivierung der Umstellung auf den Sozialismus bis zum Sommer 1961 durch die SED trat die Republikflucht häufiger auf. Innenpolitische Entspannung dagegen ließ die Ausreisezahlen massiv sinken.

Republikflucht in die BRD

RepublikfluchtRepublikflucht folgte langen Überlegungen. Den bekannten Wohnort, geliebte Menschen, Besitz und den festen Job  aufzugeben war nicht einfach. Etwa 2,7 Millionen DDR-Bürger wurden im Rahmen des Notaufnahmeverfahrens der  BRD in der Kategorie „Flüchtling“ von 1949 bis zum 10.8.1961 gelistet. Wer nach der Republikflucht von der BRD  keine Unterstützung bei der Integration benötigte, da ihm Freunde und Verwandte halfen, tauchte allerdings nicht in  den Verzeichnissen auf; die Flüchtlingszahl liegt also höher. Die Hälfte aller „Republikflüchtlinge“ war unter 25,  reiste, trotz sozialistischer Erziehung von Anfang an, aus. Da die BRD bei der Aufnahme der vielen DDR-Bürger, die  Republikflucht begingen, an ihre Grenzen stieß, folgte am 10.8.1961 ein offizieller Appell, nicht mehr in die BRD zu  emigrieren.

Republikflucht nach dem Mauerbau

Der Mauerbau drei Tage später, sowie der Grenzausbau, sollten das SED-Regime und damit die DDR sichern. Nun flohen deutlich weniger DDR-Bürger, der Großteil fand sich mit dem oktroyierten System und dessen Eigenheiten vorerst ab. Nur Rentner konnten die DDR danach noch legal verlassen, da sie nichts mehr für die Gemeinschaft taten. Künstler, Wissenschaftler oder Geschäftsleute blieben nach geduldeten Dienstreisen schlicht im Westen und begingen auf diese Weise Republikflucht. Ab 1975 folgte aufgrund einer Gesetzesänderung eine Flut an Ausreiseanträgen; viele hofften, nach der eventuell darauf folgenden Haft von der BRD frei gekauft zu werden. Da für manche der Ausreiseantrag von Erfolg gekrönt war, dämmte die SED die Antragstellung ein. Zudem versuchten viele Menschen auf eigene Faust zu fliehen, was massive Bestrafung durch das DDR-Regime nach sich zog. 136 Menschen starben dabei, deutlich mehr erlitten Verletzungen. Insgesamt fanden mehr als 1000 Menschen im Zusammenhang mit dem Versuch der Republikflucht den Tod.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1121-412 / CC-BY-SA, Wikipedia

Berliner Mauer Grenze

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. June 2012

Die Berliner Mauer Grenze umfasst einen Umkreis von mehr als 160 km rund um Ostberlin. Anfangs trennte es die sowjetische Besatzungszone von den anderen Besatzungszonen. Mit der Entstehung der BRD und DDR wurde aus der Berliner Mauer Grenze 1949 die deutsch-deutsche Grenze. 1952 wurde die Berliner Mauer Grenze seitens der DDR verschärfter abgeriegelt. 1961 begann letztlich der Bau der Berliner Mauer Grenze, nicht zuletzt, um den bis dahin stark angestiegenen Flüchtlingsstrom aus der DDR in die BRD zu stoppen.

Der Aufbau der Berliner Mauer GrenzeBerliner Mauer Grenze

Die Berliner Mauer bestand letztlich nicht nur aus einer einzigen Berliner Mauer Grenze. Sie war in mehrere Etappen bzw. Schichten aufgeteilt. So setzte sich das Sperrgebiet zum Westen aus einer „5km-Sperrzone“, einem 500Meter breiten „Schutzstreifen“ und dem „10m-Kontrollstreifen“ unmittelbar am Grenzzaun zusammen. Dahinter lag bis zur eigentlichen Berliner Mauer Grenze ein „Niemandsland“, das von Republikflüchtlingen oft als westdeutsches Gebiet falsch gedeutet wurde.

Der zehn Meter breite Kontrollstreifen wurde auch „Todesstreifen“ genannt. Dieser Abschnitt wurde teilweise vermint und mit Selbstschussanlagen ausgerüstet. Alle möglichen Sichthindernisse des mit Stacheldraht gesicherten Schutzstreifens wurden aus dem Weg geschafft. Flusspassagen und -übergänge wurden durch tiefreichende Sperrgitter gesichert. Das Betreten des sogenannten „Todesstreifen“ der Berliner Mauer Grenze war nur mit besonderer Genehmigung zulässig. So konnten zum Beispiel Techniker und Monteure, die etwas reparieren mussten oder Stromleitungen zu legen hatten, nur mit einem Wachkommando in die jeweiligen Grenzabschnitte gelangen. Grenzsoldaten der Berliner Mauer Grenze, die in den Wachtürmen und Bunkern etwas Auffälliges bzw. Verdächtiges gesichtet hatten, waren verpflichtet, dies sofort zu melden.

Der eigentliche Grenzzaun war zunächst ein herkömmlicher, hüfthoher Stacheldrahtzaun, nach 1961 ein schwer überwindbarer, doppelter Stacheldrahtzaun bzw. ein Streckmetallgitterzaun mit Selbstschussanlagen.

Berliner Mauerweg – Karte zeigt die Berliner Mauer Grenze

Die Stadt Berlin stellt auf ihrer Webseite eine Karte zum Berliner Mauerweg zur Verfügung. Diese Karte in digitaler Form zeigt den Grenzverlauf mit Außen- und Innengrenze der damaligen DDR in Berlin auf. So kann man den Mauerweg auf eigene Verantwortung gut besichtigen und sich auf die Spurensuche nach Resten der Berliner Mauer Grenze machen.

Grenztruppen der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 22. June 2012

Die Grenztruppen der DDR waren dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt. Dabei dienten die Grenztruppen der DDR zur Sicherung und Überwachung der Staatsgrenze. Das Hauptaugenmerk der Grenztruppen der DDR galt dabei insbesondere dem Unterbinden von Fluchtversuchen von Ostbürgern in den Westen unter Einbezug militärischer Mittel.

Daten und Fakten zu den Grenztruppen der DDR

Zunächst waren die Grenztruppen der DDR im Jahre 1946 als sogenannte Grenzpolizei zur Überwachung der sowjetischen Besatzungszone gebildet worden. Bereits 2 Jahre später erreichte jene eine Personalstärke von 10.000 Männern. Die Grenztruppen der DDR wurden 1956 zwar als Teilstreitkraft der NVA eingeordnet, galten jedoch als selbstständig, damit sie nicht zur regulären Heeresstärke gezählt werden konnten. Dennoch wären sie im Falle eines Krieges auch als Schützen eingesetzt worden. Als 1962 die Wehrpflicht in der DDR eingeführt wurde, konnten und wurden Wehrpflichtige teilweise zu den Grenztruppen der DDR eingezogen.

Das Grenzkommando Küste nahm bezüglich der Sicherung der Ostseegrenze eine Sonderstellung ein, die rein organisatorisch der Volksmarine angehörte. Der stärksten Überwachung unterlag die Westgrenze zur Bundesrepublik. Sie wurde von den Grenztruppen der DDR wesentlich stärker kontrolliert, als zum Beispiel die Oder-Neiße-Grenze nach Polen. Bis heute ist stark umstritten, wie viele DDR-Bürger bei dem Fluchtversuch in den Westen tatsächlich ums Leben gekommen sind. Letztlich konnte die Berliner Staatsanwaltschaft bisher 125 Todesopfer nachweisen. 85 weitere Fälle werden untersucht.

Am 1. Juli 1990 wurden die Kontrollen der innerdeutschen Grenze von den Grenztruppen der DDR offiziell eingestellt. Die Grenztruppen wurden daraufhin den Grenzen zu Polen, Tschechien und den Seegrenzen unterstellt. Am 30. September 1990 wurden die Grenztruppen unter dem Befehl des Ministers für Abrüstung und Verteidigung aufgelöst und die bis dahin 15.000 verbliebenen Soldaten entlassen. Zuvor wurden einige der Angehörigen der Grenztruppen der DDR in den Bundesgrenzschutz übernommen, der heute die Bundespolizei darstellt. Ca. 4.500 Angehörige wurden von der Bundeswehr zum Abbau der innerdeutschen Grenzsperranlagen als Zivilpersonal eingestellt.

 

 

DDR Reisefreiheit

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 21. June 2012

Die DDR Reisefreiheit, die es schlichtweg einfach nicht gab, war nicht zuletzt einer der großen Gründe, warum so viele Flüchtlinge aus der DDR kamen. Doch wie genau sah die eingeschränkte DDR Reisefreiheit aus? Welche Restriktionen der DDR Reisefreiheit gab es? Und welche Rolle spielte die DDR Reisefreiheit für die Öffnung der Grenzen?

Fakten zur DDR Reisefreiheit

DDR ReisefreiheitGenerell gilt die Reisefreiheit als eines der international verbrieften Rechte der Menschen. Dies berechtigt, beliebig oft und lang sein eigenes Land zu verlassen und zu einem beliebigen Zeitpunkt zurückzukehren. Das galt jedoch nicht für die DDR Reisefreiheit. Bis zum 09. November 1989 war die DDR Reisefreiheit stark eingeschränkt. Zwar hatte die DDR den internationalen Brief unterzeichnet, er wurde jedoch nicht ins nationale Recht einbezogen. So stellte der § 213 des StGB den nicht-genehmigten Versuch, das Land zu verlassen, unter Strafe.

Die DDR Reisefreiheit sah vor, dass Personen unter 65 Jahren das Land nur auf Antrag und zu bestimmten Anlässen verlassen konnten. Die Rückreise musste auch sehr wahrscheinlich sein, zum Beispiel durch Kinder oder Ehepartner im Osten und keine Familie im Westen. Ab 1964 durften Rentner laut DDR Reisefreiheit einmal im Jahr Besuchsreisen zu Verwandten im Westen machen.

Es gab sogenannte erlaubte Reisekader, wie Sportler, die zu internationalen Wettkämpfen fuhren, ausgewählte Facharbeiter, die im Westen arbeiteten oder Wissenschaftler, die zu Fachkongressen ausreisten.

Aber auch für die Einreise in die DDR galt eine eingeschränkte DDR Reisefreiheit. So war das Reisen in sozialistische Länder auch problematisch. So durfte von 1972 bis 1980 nicht ohne spezielle Genehmigung nach Polen eingereist werden. Ausschließlich in die Tschechoslowakei konnte man spontan reisen. Alle anderen sozialistischen Länder konnten nur mit einer Reiseanlage für den visumfreien Reiseverkehr bereist werden, sofern dies bei der Volkspolizei beantragt wurde.

Der 09. November 1989 und die DDR Reisefreiheit

DDR Reisefreiheit - MontagsdemonstrationDas neue Ausreisegesetz, dass den DDR Bürgern uneingeschränkte Reisefreiheit gewähren sollte, wurde am 9. November erarbeitet. Auf deren Inkrafttreten wurde jedoch eine Sperrfrist bis 4 Uhr morgens gelegt. Herr Günther Schabowski war darüber jedoch nicht informiert. So ging dieser ahnungslos zu einer internationalen Pressekonferenz, die bundesweit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ein Bild-Journalist stellte ihm um 18:53 Uhr die entscheidende Frage: So fragte er, wann das neue Gesetz in Kraft treten würde. Schabowskis Worte: “sofort, unverzüglich”. So strömten tausende Ostberliner zu den Grenzübergängen, um die uneingeschränkte Reisefreiheit sofort in Anspruch zu nehmen. Um 00:00 Uhr waren alle Grenzanlagen geöffnet. So ergab sich aus der eingeschränkten DDR Reisefreiheit die uneingeschränkte “Reisefreiheit” als Wort des Jahres 1989.

Bild 1: wikipedia, Appaloosa
Bild 2: wikipedia, Friedrich Gahlbeck

Berliner Mauerradweg im Sommer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 8. June 2012

Den Berliner Mauerradweg im Sommer zu nutzen ist eine wunderbare Sache, um sich das historische Denkmal der Berliner Mauer mal genauer anzusehen. Der Berliner Mauerradweg im Sommer ist besonders schön, weil sich Berlin von seiner grünsten Seite zeigt. Die Strecken vom Berliner Mauerradweg im Sommer sind wesentlich angenehmer zu befahren, als im Winter. Heute ist der Berliner Mauerradweg im Sommer ein noch schönerer Genuss, weil sich seit 2001, nach dem Beschluss von Senat und Abgeordnetenhaus, eine Menge getan hat. Besonders auffallend ist der ökonomische Effekt des Fahrradtourismus durch den Berliner Mauerradweg im Sommer.

Die Tour auf dem Berliner Mauerradweg im Sommer

Der Mauerweg ist insgesamt 160 km lang, genau so lang, wie die ehemalige Grenze innerhalb Berlins. Die Tour vom Berliner Mauerradweg im Sommer startet man am besten in der Mitte Berlins – vom Potsdamer Platz aus. Dann geht es weiter durch die Innenstadt in südöstlicher Richtung nach Schönefeld. Anschließend führt der Weg auf der ehemaligen Grenze in westliche Richtung bis nach Potsdam. Von hier aus geht der Berliner Mauerradweg im Sommer weiter über Spandau bis in den hohen Nordens Berlins nach Frohnau. Wenn man sich Richtung Pankow und Wedding begibt, kommt man wieder zurück nach Berlin-Mitte. Die 18 Kilometer mitten durch die City stellen den wohl interessantesten Teil der Strecke des Mauerradweges dar.

Spektakuläre Verbesserungen für den Berliner Mauerradweg im Sommer

Berliner Mauerradweg im Sommer - KarteSeit 2001 wurden unter anderem die Heinrich-Heine-Straße, die Treptower Straße in Neukölln, der Radweg an der Oranienburger Chaussee und der Bernauer Sraße saniert. Auf der früheren „Schiebestrecke im Neuen Garten”, am Ufer vom Jungfernsee am Schloß Cecilienhof, ist das Radfahren nun erlaubt. Des Weiteren wurden Ausschilderungen für den gesamten Mauerweg realisiert, sowie Übersichtstafeln mit Luftbildern und Erinnerungsstellen integriert. Viele weitere Strecken wurden saniert und in den Mauerradweg integriert, sodass der Mauerradweg im Sommer angenehm, erlebnisreich und, je nach Belieben, weit genug zu befahren ist. Diese und andere wesentliche Verbesserungen der letzten Jahre haben den Berliner Mauerradweg im Sommer in vielen Facetten noch attraktiver gemacht.

Bild 1: flickr, Naalsogehtdoch
Bild 2: Wikipedia, Incnis Mrsi

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