Berliner Mauer besichtigen

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. June 2013

Auch wenn es keines unserer erfreulichen Denkmäler ist, so wollen doch zehntausende Menschen jährlich die Überreste der Berliner Mauer besichtigen. Heute wirkt der Gedanke eines geteilten Berlins für den Besucher geradezu surreal, aber auch heute noch lässt sich an manchen Orten das Ausmaß dieses Eingriffs in die Berliner Gesellschaft erahnen. Wer die Berliner Mauer besichtigen möchte sollte sich dafür entweder einen vollständigen Tag Zeit nehmen oder besser noch die einzelnen Ziele mit anderen Aktivitäten kombinieren, denn sie erstrecken sich selbstverständlich einmal quer durch Berlin.

Berliner Mauer besichtigen; Die wichtigsten Denkmäler

Ein fast schon standardisierter und wohl auch der bekannteste Anlaufpunkt für Mauerinteressenten ist der Checkpoint Charlie. Bereits 1963 direkt vor der Grenze eröffnet bietet es einen Überblick über das Grenzsicherungssystem und eine große Fülle an dokumentierten Fluchtversuchen. Allerdings gibt es hier kein wirkliches Stück Berliner Mauer zu besichtigen. Der nächste Abstecher könnte also in die Bernauerstraße führen. Hier wurde ein original erhaltenes Stück der Grenze zum Teil gestalterisch erweitert. An diesem Punkt lassen sich die Ausmaße des Mauerbaus und seine drastischen Auswirkungen zumindest erahnen und auch hier gibt es viele Informationen sowie Bilder und Geschichten im Gedenken an die Betroffenen. Wer im Anschluss ein wenig freundlichere Stimmung benötigt, der sollte sich auf den Weg zur East Side Gallery machen. Auf einem original erhaltenen Stück Mauer stellt diese die weltweit längste Open-Air Ausstellung dar. Nachdem Sie bereits mehrfach restauriert und erneuert werden musste, fällt sie nun erneuert Bauprojekten zum Opfer und einige Abschnitte werden umgesetzt. Trotzdem ist sie weiterhin ein lohnenswertes Ziel.

Der Berliner Mauerweg

Es gibt noch viele weitere Denkstätten deren vollständige Aufzählung den Rahmen sprengen würde. Wer allerdings die Berliner Mauer besichtigen und dabei alle Einzelheiten mitnehmen möchte, für den ist der Berliner Mauerweg zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um einen fast vollständig asphaltierten Weg welcher sich über rund 160km entlang der ehemaligen Grenzanlagen erstreckt. Eine Fahrt entlang des Mauerwegs durch die Innenstadt Berlins beinhaltet allerdings die interessantesten Sehenswürdigkeiten.

Berliner Mauer 1961

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 13. June 2013

Der Bau der Berliner Mauer 1961 trennte Ost- und Westdeutschland vollständig voneinander. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man noch mit einer relativ zeitnahen Wiedervereinigung gerechnet. Die Pläne zum Bau der Berliner Mauer 1961 waren ein DDR-Staatsgeheimnis und drangen erst wenige Tage vor dem Beginn des Baus bis zum Bundesnachrichtendienst durch. Bereits seit Mitte der 1950er Jahre hatte die DDR-Regierung ein solches Vorhaben geplant, das Vorhaben wurde bis dato allerdings immer von der sowjetischen Führung abgelehnt. Nach einer Besprechung zwischen Chruschtschow und Ulbricht am 3. August, fiel schließlich der Entschluss zum Bau der Berliner Mauer 1961. Auf einer internationalen Pressekonferenz am 15. Juni hatte Ulbricht noch beteuert, das niemand vorhabe eine Mauer zu errichten. Die westlichen Alliierten wurden zwar im Vorfeld über die Planung drastischer Maßnahmen zur Abriegelung der DDR informiert, gaben sich öffentlich jedoch schockiert über das Ausmaß des Projekts. Aufgrund der Tatsache, dass ihre Zugangsrechte nach West-Berlin nicht eingeschränkt wurden, griffen sie in den Bau der Berliner Mauer 1961 nicht ein. Allerdings wurden bei einer Konferenz am 7. August in Paris Maßnahmen beschlossen die bei einer Eskalation der Situation angewandt werden.

 Bau der Berliner Mauer 1961

In der Nacht vom 12. auf den 13. August wurde mit der Abriegelung der Straßen und Gleiswege nach Westberlin begonnen. Die NVA, 5000 Angehörige der Deutschen Grenzpolizei, 5000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4500 Angehörige der Betriebskampfgruppen waren am Beginn des Baus der Berliner Mauer 1961 beteiligt. Sowjetische Truppen waren als Schutz der Arbeiter entlang der Grenze pBerliner Mauer 1961ositioniert. Obwohl am 13. August nur die Sektorengrenze abgeriegelt wurde, gilt der Tag als Beginn des Mauerbaus. Vereinzelt wurden bereits kleine Mauern errichtet, der größte Teil wurde jedoch mit Stacheldraht und Zäunen abgesperrt. Mit zunehmenden Fluchtversuchen wurde die Abriegelung verstärkt und bei Häusern die auf der Grenze standen wurden die Türen zugemauert. Bis zum September desertieren allein 85 der eingesetzen Sicherheitskräfte nach Westberlin. Weiterhin gelang 400 Bürgern erfolgreich die Flucht. Trotz der Ablehnung der Alliierten gegen den Mauerbau verhielten sich selbige relativ ruhig, besonnen und kompromissbereit, denn niemand wollte aufgrund der angespannten Situation einen Weltkrieg provozieren.

Bundesarchiv, Bild 183-88574-0004 / Stöhr / CC-BY-SA

Mauerfall – 23. Jahrestag

Veröffentlicht von dominikus am 9. November 2012

Der Berliner Mauerfall jährt sich in diesem Jahr zum 23. Mal.

Zeitzeugenberlin widmet sich in einem kleinen Beitrag dem großen Ereignis. Es sind zahlreiche Elemente, die an die Berliner Mauer und vor allem an den Bau der Berliner Mauer erinnern und somit auch den Fall im Jahre 1989 als eine Erlangung der Freiheit aufzeigen. Denn die Freiheit stand immer im Vordergrund, was auch der gefürchtete Berliner Mauer Todesstreifen nicht besänftigen konnte. Die Erinnerung an diese Tage ist vor allem der Stiftung Berliner Mauer zu verdanken, die 2008 gegründet wurde. Kurz vor diesem bedeutenden Tag hat die Stiftung eine neue mobile Internetseite freigeschaltet, die den Besuchern nicht nur drei Touren vorschlägt, sondern auch u.a. die Vorgeschichte der Berliner Mauer und die Berliner Mauer Flucht näher bringt. Denn die Berliner Mauer heute sollte nicht nur zu einer weiteren touristischen Attraktion, sondern immer als ein Teil der Erinnerungskultur in Deutschland angesehen werden. Diese wird vor allem durch die Zeitzeugen des Mauerbaus und die damit verbundene Oral History ermöglicht. Denn es sollte nicht vergessen werden, dass es in den Jahren vor dem Berliner Mauerfall zahlreiche Berliner Mauer Opfer gab. Zu diesem Tag würde ich persönlich folgende Berliner Mauer Tour vorschlagen:

Angefangen vom Checkpoint Charlie über das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer bis zum Brandenburger Tor, dem Symbol der Teilung Deutschlands.

Nach solch einer Tour, die ich auch als Berliner Mauerradweg im Winter besonders empfehle, sollte sich jeder persönlich über die Folgen der Berliner Mauer Gedanken machen, um auch den 23. Jahrestag und dessen Bedeutung in seiner Vollkommenheit verstehen zu können.

 

 

 

Es gibt zudem zahlreiche Veranstaltungen, die an den Mauerfall erinnern sollen. Meistens sind es jedoch politische Ereignisse, welche durch ihre Form nochmals die Wichtigkeit dieses Tages unterstreichen. Zum einen gibt es eine Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße, an welcher auch der Regierende Bürgermeister Wowereit teilnimmt. Zum anderen gab es heute morgen in der Kapelle der Versöhnung eine “Gedenkandacht 23. Jahrestag des Mauerfalls”, bei welcher an die Opfer des DDR-Grenzregimes erinnert wurde.

Ein weiteres Highlight ist die Online-Ausstellungen über das Ende des Kalten Krieges, die das Google Cultural Institute u.a. mit dem DDR Museum und der Robert-Havemann-Gesellschaft zum 23. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer veröffentlicht hat.

Bildquelle: Dieter Brügmann; Wikimedia Commons

Alliierte in Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 1. November 2012

Im Londoner Abkommen vom 19. bis zum 30. Oktober 1943 wurde die Dreiteilung Berlins festgelegt. Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges (USA, Großbritannien und die Sowjetunion) sollten jeweils einen Teil der Stadt erhalten. Am 1. Mai 1945 wurde das Protokoll jedoch ergänzt, denn auch Frankreich sollte nun einen Teil erhalten. Obwohl Frankreich nicht zu den Siegermächten zählte, weil es im Krieg gegen Deutschland kapitulieren musste, bekam das Land den vierten Teil Berlins. So unterzeichneten die vier Länder am 5. Juni 1954 die Berliner Erklärung. Dass Frankreich am Ende doch noch eine Besatzungszone Berlins erhielt, hatte sozusagen freundschaftliche Motive, denn das Land baute im Ausland die Forces Françaises Libres auf, die auf Seiten der Alliierten, für die Befreiung Frankreichs kämpfte. Welches Land welche Besatzungszone erhielt, ist in folgendem Abschnitt aufgeführt.

Alliierte in Berlin /Besatzungszonen

Zu den Alliierten in Berlin zählten also nicht nur die USA, Großbritannien und die Sowjetunion, sondern auch Frankreich. Die westlichen Staaten erhielten West- Berlin und die Sowjetunion bekam Ost- Berlin und damit die Bezirke: Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Treptow, Pankow, Weißensee, Lichtenberg, Köpenick, Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf. Um das zu verdeutlichen und um die Flucht der Bürger der DDR zu verhindern, baute die Sowjetunion 1961 die Mauer, die Ost- und West- Berlin trennte. Die USA erhielt die südlichen Bezirke West-Berlins (Kreuzberg, Schönberg, Zehlendorf, Tempelhof und Neukölln), Großbritannien die Mitte (Tiergarten, Charlottenburg, Wilmersdorf und Spandau), und Frankreich bekam die nördlichen Bezirke des westlichen Teils der heutigen Hauptstadt, nämlich Wedding und Reinickendorf. Berlin war somit sorgfältig unter den Alliierten aufgeteilt und bildete ein zerstückeltes Ganzes.

Alliierte in Berlin/ Ende der Besatzungszeit

Mehr als 28 Jahre teilte die Mauer Berlin.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 wurde die Mauer wieder zu Fall gebracht. Ein Jahr darauf, am 12. September 1990 wurde das Ende der Besatzungszeit durch die Alliierten in Berlin in dem Zwei-Plus-Vier– Vertrag in Moskau dann endgültig besiegelt. Die Wiedervereinigung Deutschlands war vollzogen.

Bildquelle: Incnis Mrsi; Wikipedia

DDR Grenzsoldaten

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. September 2012

Die DDR Grenzsoldaten, die schon die Außengrenzen der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 die der DDR bewachten, waren für die ersten 12 Jahre ihres Bestehens keine Soldaten, sondern eine Art paramilitärische Einheit. Da Deutschland aufgrund der Vorgaben der Alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkrieges kein stehendes Heer und somit auch keine DDR Grenzsoldaten besitzen durfte, bezeichnete man diese Einheit als Grenzpolizei der DDR. Grenzsoldaten der NVA übernahmen erst mit dem Mauerbau 1961 die Bewachung der Außengrenzen zu Land, Wasser und Luft und der Berliner Mauer. Am Vorbild der sowjetischen Schutzmacht orientiert, wurden die DDR Grenzsoldaten in Grenzregimenter gegliedert und dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt.

Aufgaben der DDR Grenzsoldaten DDR Grenzsoldaten

Zu den Aufgaben der DDR Grenzsoldaten gehörten natürlich die Sicherung der territorialen Integrität des „Arbeiter- und Bauernstaates“ nach außen und die Verhinderung und Vorbeugung von Grenzdurchbrüchen nach innen. Zur Realisierung der zweiten Hauptaufgabe der DDR Grenzsoldaten diente ein, vom Ministerium für Staatssicherheit erteilter Schießbefehl, der bei allen Grenzdurchbrüchen zum Tragen kommen sollte und somit auch nicht vor dem Feuern auf Frauen und Kinder halt machte. Des Weiteren zählte die Funkaufklärung zum Tätigkeitsbereich der DDR Grenzsoldaten. Bei dieser Aufgabe handelte es sich tatsächlich allerdings hauptsächlich um das Abhören von Funksprüchen des Bundesgrenzschutzes der BRD und von Nato-Truppen. Auch die Instandhaltung der Grenzanlagen, sowie die Kontrolle an Grenzübergängen gehörte zu den Aufgaben der Grenztruppen, wobei diese Aufgabe mit dem Zoll und Zivilkräften gemeinsam bewältigt wurde.

Öffentliche Wahrnehmung von DDR Grenzsoldaten

Die Wahrnehmung der Öffentlichkeit bezüglich der Ausübung der Tätigkeit der DDR Grenzsoldaten unterschied sich in Ost- und West-Deutschland natürlich extrem. So wurden die Grenztruppen in der DDR als tapfere junge Männer angesehen, die ihr Vaterland schützen und nur Befehle ausführen. In West-Berlin herrschte allerdings das Bild der „schießwütigen Verrückten an der Mauer“ vor. Besonders nach dem tragischen Tod von Peter Fechter, den die NVA angeschossen im Todesstreifen verbluten lies, gab es im Westteil Berlins Demonstrationen und vereinzelte Angriffe auf Grenztruppen der DDR an der Mauer. Nach der Wiedervereinigung kam es in der BRD zu mehreren Prozessen gegen die Hauptverantwortlichen für die Todesfälle an der Berliner Mauer. Heute sind ehemalige DDR Grenzsoldaten beispielsweise als Autoren darum bemüht, das Bild der Grenztruppen differenzierter darzustellen.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1982-0327-006 / CC-BY-SA, Wikipedia

DDR Grenzanlagen

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. September 2012

Die DDR Grenzanlagen bildeten zur Zeit ihres Bestehens die aufwendigste und am besten gesicherte Grenze Europas. Da die DDR Grenzanlagen nicht nur Republikflüchtlinge, sondern auch den Klassenfeind aus dem kapitalistischen Westen abschrecken sollten, war dieser Standard nachvollziehbar. Um diesen an sich gestellten Maßstab zu erfüllen, wurden die DDR Grenzanlagen ständig optimiert und im Personal aufgestockt. Es wurden keine Mühen von Seiten des Regimes gescheut, um die Topografie an die Anlagen anzupassen. So wurden ganze Dörfer umgesiedelt, Hügel planiert und sogar Gebiete mit den Westalliierten getauscht. Insgesamt starben bis zum Fall der Mauer 848 Menschen an den DDR Grenzanlagen zu Land und Wasser.

DDR Grenzanlagen in Berlin

Den wohl bekanntesten Teil der DDR Grenzanlagen bildete die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin, welche die Stadt auf einer Länge von 44km teilte. Sie unterschied sich nicht nur aufgrund ihrer überraschenden Errichtung, sondern auch wegen ihrer Beschaffenheit von den übrigen DDR Grenzanlagen. Die Umgebungsbeschaffenheit zwang die Verantwortlichen der DDR Grenzanlagen, nur zwei Mauern aus Betonfertigteilen zu errichten, zwischen denen sich nur Kontrollstreifen, Zäune, Wachtürme und Panzersperren befanden. Des Weiteren war der „antifaschistische Schutzwall“ im Stadtgebiet Berlin weder zu Wasser, noch an den Grenzübergängen mit der innerdeutschen Grenze zu vergleichen.

DDR Grenzanlagen der innerdeutschen Grenze

Verglichen mit den DDR Grenzanlagen vor Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatte die Berliner Mauer den Charakter einer provisorischen Absperrung. Denn an den exponierten Abschnitten der Landesgrenze der DDR wurden besonders schwere Geschütze aufgefahren. Vor der ersten Befestigung befand sich an diesem Teil der Grenze ein 5km breites Sperrgebiet, gefolgt von Zäunen, Türmen, Gräben, Minenfeldern, Selbstschussanlagen, Hundelaufanlagen und Unmengen an Stacheldraht. Zudem patrouillierten Soldaten im Hinterland über den Luftraum. Auch der Einsatz der Bevölkerung zu Bespitzelungszwecken von Nachbarn oder Reisenden gehörte zur dauerhaften Grenzsicherung. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die DDR Grenzanlagen der innerdeutschen Landesgrenze weit mehr Todesopfer forderten, als die an der Berliner Mauer.

DDR Grenze

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 20. September 2012

Hintergründe zur DDR Grenze

Die DDR Grenze umfasste während ihres Bestehens bis zum Jahr 1989 circa 1400 km und erstreckte sich vom Dreiländereck Bayern, Sachsen und Böhmen im Süden bis zur Lübecker Bucht an der Ostsee. Dieser Teil der DDR Grenze wurde im deutschen Sprachgebrauch als innerdeutsche Grenze bezeichnet und trennte die DDR von der BRD. Der Verlauf dieser DDR Grenze beruhte auf der Aufteilung des deutschen Bundesgebietes zwischen den alliierten Siegermächten des Zweiten Weltkrieges in Besatzungszonen.

DDR Grenze während des Kalten Krieges

Zur Zeit des Kalten Krieges gab es an dieser DDR Grenze nicht nur einen streng bewachten Grenzverlauf, der West- und Ostdeutschland voneinander trennte, sondern die Grenzlinie zwischen zwei Systemen. So standen sich an der DDR Grenze das marktwirtschaftlich-kapitalistische System im Westen und das planwirtschaftlich-sozialistische System im Osten gegenüber. Doch viel entscheidender für den strategisch geplanten und technisch versierten Ausbau der DDR Grenze zur BRD war die Tatsache, dass es sich bei ihr um eine Art Frontlinie zwischen den Staaten der Nato und denen des Warschauer Pakts handelte. Somit ist es wenig verwunderlich, dass die DDR Grenze selbst an weniger frequentierten Abschnitten über Wachtürme, Gräben, Stacheldraht, Hundelaufanlagen, Mienen und Zäune mit Selbstschussvorrichtungen verfügte. Während ihres Bestehens forderte die innerdeutsche Grenze insgesamt 371 Todesopfer, was beinahe die Hälfte aller Todesfälle durch Fluchtversuche aus der DDR ausmachte.

DDR Grenze heute

Da die Grenze über 40 Jahre bestand und viele Grenzabschnitte kaum betreten wurden, hatte die Natur genug Zeit, sich in dem bis zu 50m breiten Streifen frei zu entfalten. Um die in diesen Abschnitten entstandene Flora und Fauna zu schützen, wurde 1989 das „grüne Band Deutschland“ gegründet. Dieses erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt engagiert sich seit Aufhebung der deutschen Teilung für die Erhaltung der entstandenen Biotope. Außerdem gibt es über zwei Dutzend Museen in Deutschland, die sich gegen ein Vergessen einsetzen und teilweise in mühevoller Eigenregie die authentischen Außenanlagen erhalten. So wird trotz Wiedervereinigung stets ein Teil der DDR Grenze bestehen bleiben.

Berliner Mauer Opfer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 17. September 2012

Die Berliner Mauer Opfer bilden den traurigen Höhepunkt der unmenschlichen Teilung Berlins in Ost und West zur Zeit des Kalten Krieges. Natürlich forderte die Berliner Mauer Opfer von allen Einwohnern der geteilten Stadt, doch mussten manche von ihnen nicht nur mit dem Schmerz der räumlichen Trennung von ihren Liebsten, sondern mit ihrem Leben bezahlen. Die Zahl der Berliner Mauer Opfer beläuft sich nach Angaben des Zentrums für Zeithistorische Forschung auf 136 Todesfälle. Von diesen 136 Berliner Mauer Opfern waren 98 DDR-Flüchtlinge, 30 Personen aus Ost und West, die ohne Fluchtabsicht getötet wurden oder verunglückten und acht im Dienst getötete Grenzsoldaten.

Gründe für die Berliner Mauer OpferBerliner Mauer Opfer

Schon kurz nach ihrer Errichtung forderte die Berliner Mauer Opfer. Gründe für den Einsatz von Gewalt durch die Grenzsoldaten der DDR waren unter anderem der unbedingte Wille des kommunistischen Regimes, die stetige Abwanderung der DDR-Bevölkerung zu stoppen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die Grenzsoldaten mit einem Schießbefehl ausgerüstet und es kam zur Errichtung der Berliner Mauer. Opfer aus der eigenen Bevölkerung wurden hierbei billigend in Kauf genommen, da man auf den Abschreckungseffekt hoffte. Der erste Todesfall, der direkt auf die gewaltsame Trennung der Berliner Besatzungszonen zurückzuführen ist, ereignete sich in der Bernauer Straße. Ida Siekmann sprang aus einem Wohnhaus, um den auf West-Berliner-Seite liegenden Gehweg zu erreichen und starb an ihren Verletzungen. Das erste Berliner Mauer Opfer, das durch den Einsatz von Waffengewalt seitens der Staatsmacht der DDR ums Leben kam, war Günther Litfin, der an der Humboldthafenbrücke erschossen wurde.

Gedenken der Berliner Mauer Opfer

Man gedachte den Berliner Mauer Opfern schon während der Zeit der deutschen Teilung öffentlich. Zwar beschränkte sich dies auf den Westteil der geteilten Republik, doch wurden hier teilweise sogar Straßen nach den Mauertoten benannt. Außerdem wurden an Orten des Geschehens Gedenktafeln in Form von weiß lackierten Holzkreuzen angebracht, wie zum Beispiel an der Ostseite des Reichstagsgebäudes. Des Weiteren wurde 1998 die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße errichtet, die als nationales Denkmal gilt und für immer an die Berliner Mauer Opfer erinnern soll.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-P091010 / CC-BY-SA, Wikipedia

Die Berliner Mauer heute

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 14. September 2012

Die Berliner Mauer heute als Relikt

Was von der Berliner Mauer heute übrig geblieben ist, umfasst nur einen Bruchteil des „Antifaschistischen Schutzwalles“, der auf einer Länge von 44 km Berlin in Ost und West teilte. So umfasst der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer heute gerade einmal 1,3 km und befindet sich im Bezirk Friedrichshain an der Spree. Vergessen sind die trostlosen Jahrzehnte, in denen der heute so belebte Potsdamerplatz ein riesiges, als Todesstreifen bekanntes, Brachland war. Nur noch einige kleine Stücke der Berliner Mauer stehen heute vor dem Eingang zur S-Bahnstation. In der Bernauer Straße wurde dagegen nicht nur ein Teilabschnitt der Mauer, sondern auch die dazugehörige Grenzanlage inklusive Wachturm erhalten, um die Erinnerung an die grausame Teilung durch die Berliner Mauer bis heute zu bewahren. Ähnliches wird durch dauerhafte Ausstellungen, wie die „Topografie des Terrors“ angestrebt. Auch wenn am bekanntesten Grenzübergang, dem Checkpoint Charlie, die Berliner Mauer heute nicht mehr steht, ist das dazugehörige Museum eine gute Anlaufstelle ,um sich den Verlauf der Mauer und ihre Auswirkungen bildlich vor Augen zu führen. An bedeutenden Orten, wie dem Brandenburger Tor, ist anstelle der Berliner Mauer heute eine doppelte Reihe von Pflastersteinen im Boden eingelassen, die den Verlauf der Mauer sichtbar macht.

Die Berliner Mauer heute als Touristenattraktion

Die Berliner Mauer ist heute ein wichtiger Teilaspekt für die Tourismusindustrie der Stadt. So haben nicht nur die Museen Hochkonjunktur bei Touristen aus dem In- und Ausland, sondern vor allem die Überbleibsel der Mauer sind Touristenmagnete. An ihnen werden Führungen zu Fuß oder Fahrrad angeboten. Außerdem dienen die Reste der Berliner Mauer heute auch als beliebte Fotomotive und Standorte für Händler die Relikte und Souvenirs der DDR veräußern. Vor allem das Spreeufer in Friedrichshain bietet mit seinen Strandbars hinter der Mauer tolle Möglichkeiten und erfreut sich größter Beliebtheit, da die Berliner Mauer heute an diesem Platz als East Side Gallery aufgrund ihrer farbenfrohen Bemalung unter Denkmalschutz steht. Bei Touristen weniger bekannt, aber dennoch sehr informativ, ist eine Funktion des Internetportals Berlin.de, das Luftaufnahmen des Verlaufs der Grenze anbietet, womit ein Vergleich bestimmter Orte zu Zeiten der Berliner Mauer und heute möglich ist.

Berliner Mauer Geschichten

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 11. September 2012

Dass ein so einschneidendes Erlebnis, wie der Bau und das Leben mit der Berliner Mauer Geschichten unterschiedlicher Art, erlebt von den unterschiedlichsten Menschen, hervorbringt, dürfte wenig verwundern. Die Schwierigkeit, diese zu erfahren dagegen schon. Natürlich werden in den Museen mit Ausstellungen zur Berliner Mauer Geschichten über Auf- und Ausbau des „Antifaschistischen Schutzwalles“ und über spektakuläre Fluchten, beziehungsweise Versuche, rekapituliert, doch Berliner Mauer Geschichten aus dem Alltag der Einwohner sucht man hier vergebens. Vor allem für Bewohner der ehemaligen Hauptstadt der DDR gehören die Berliner Mauer und Geschichten zu diesem Zeitabschnitt meist nicht zu den favorisierten Konversationsthemen. Daher hat es sich die Berliner Mauer Gedenkstätte an der Bernauer Straße zur Aufgabe gemacht, Zeitzeugen zu befragen und deren Berliner Mauer Geschichten zu sammeln, um sie der breiten Masse zugänglich zu machen.

Berliner Mauer Geschichten aus erster HandBerliner Mauer Geschichten

Eine gut sortierte Auswahl an Berliner Mauer Geschichten aus erster Hand findet sich auf der Internetseite der Mauer Gedenkstätte an der Bernauer Straße. Hier finden sich Berichte von Berlinern über den Alltag im geteilten Berlin vor dem Mauerbau, sowie Erzählungen von der Verwirrung während des plötzlichen Aufbaus und der kontinuierlichen Verstärkung der Berliner Mauer. Geschichten von Fluchten, der oppositionellen Bewegung der DDR und dem Standardverfahren einer legalen Ausreise werden hier genauso angeboten, wie Bildmaterial zu beschriebenen Situationen. Der größte Vorteil beim Stöbern durch die Berliner Mauer Geschichten findet sich allerdings in der Möglichkeit des direkten Vergleichs der Sichtweisen auf das Erlebte und die hierbei auftretenden Unterschiede zwischen Ost- und West-Berlin.

Berliner Mauer Geschichten am Ort des Geschehens

Dank der Initiative der Berliner Gedenkstätte an der Bernauer Straße, ist es nicht nur möglich, Berliner Mauer Geschichten zu verschiedenen Zeitabschnitten der Teilung Berlins nachzulesen, sondern auch Zeitzeugen als Gesprächspartner für Schulklassen während einer Führung über die Gedenkstätte einzuladen. Auch die Vereinbarung von Gesprächen mit Zeitzeugen zu Recherchezwecken wird angeboten. Der Großteil der hier tätigen Zeugen der Teilung der Hauptstadt erzählt die selbst erlebten Berliner Mauer Geschichten mit dem Ziel, das Geschehene der nächsten Generation möglichst lebhaft zu vermitteln.

Bildquelle: Neptuul, Wikipedia


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