Berliner Mauer Flucht

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 27. May 2012

Die Berliner Mauer Flucht war ein sehr gefährliches Unterfangen. Schließlich sind bei dem Versuch der Berliner Mauer Flucht viele Menschen ums Leben gekommen. Das erste Todesopfer der Berliner Mauer Flucht war die junge Frau Ida Siekmann, die aus einem Fenster in der Bernauer Straße am 22. August 1961 sprang und ihren Verletzungen erlag. Wenige Tage später wurde am 24. August 1961 der erste Flüchtling, Günter Liftin, erschossen. Etliche Weitere, die auf ihrer Berliner Mauer Flucht gescheitert sind, wurden verhaftet.

Berliner Mauer FluchtDas StGB von 1975 und die Berliner Mauer Flucht

Um Fluchtversuche strafrechtlich verfolgen zu können, gab es die passenden Paragrafen, die sich mit der Berliner Mauer Flucht auseinandersetzten:

§ 105 – Staatsfeindlicher Menschenhandel

Fluchthelfer der Berliner Mauer Flucht, die DDR-Bürgern dazu verhalfen, in außerhalb des Staates liegende Gebiete zu gelangen, ihre Rückkehr verhinderten oder sie verschleppten, machten sich ebenfalls strafbar. Das Verhelfen zur Berliner Mauer Flucht wurde mit 2 Jahren Haft bis lebenslänglich, bei schwerwiegenderen Fällen, bestraft.

§ 213 – Ungesetzlicher Grenzübertritt

Wer die Staatsgrenze widerrechtlich passierte oder verspätet zurückkehrte, wurde mit 1 bis 8 Jahren Haft bestraft, da in jenem Fall die Straftat der Berliner Mauer Flucht vorlag.

§ 254 – Fahnenflucht

Angehörige des Militärs begingen dann Fahnenflucht, wenn sie ihre Dienststelle oder Truppe verließen oder ihr fernblieben und sich dem Wehrdienst entzogen. Es drohten 1 bis 6 Jahre Haft.

Gründe und Entwicklung der Berliner Mauer Flucht

Vom Ende des 2. Weltkrieges bis zur endgültigen Absperrung am 13.08.1961 flohen fast 3 Millionen Menschen in den Westen, da im Osten aufgrund der Abhängigkeit von der Sowjetunion eine Mangelwirtschaft herrschte. Es folgte eine Verschärfung der Grenzkontrollen und Bestrafungen von Flüchtlingen, sodass die Republikflucht zunächst wieder etwas abnahm. Da es sich unter den Bürgern herumsprach, dass es zu einer endgültigen Absperrung kommen sollte, stieg die Zahl der Flüchtlinge erneut an. Dass es am 24. August 1961 zur ersten Erschießung eines Flüchtlings kam und 1962 der erste Grenzsoldat, Reinhold Huhn, von einem westdeutschen Fluchthelfer erschossen wurde, nahm die SED als Vorwand für einen größeren Mauerausbau. Der sogenannte „Todesstreifen“ wurde gebaut. Durch Lockerung der Grenzanlagen zu Österreich und Ungarn erreichte die Berliner Mauer Flucht 1989 ihren Höhepunkt.

Bild: Wikipedia, Kontrollstellekundl

DDR Wirtschaft

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 21. May 2012

Die DDR Wirtschaft war ebenso wie die BRD im Stande, einen recht hohen materiellen Standard zu erreichen. Die Knappheit an Devisen und das Wirtschaftssystem der Planwirtschaft, in der der Staat Fünfjahrespläne aufstellte, bedeuteten jedoch große Probleme für die DDR Wirtschaft. So wurden private Betriebe in der DDR Wirtschaft nicht oder nur sehr selten geduldet.

Export und Import der DDR Wirtschaft

DDR Wirtschaft50% der weltweiten Braunkohleförderung waren auf die DDR Wirtschaft zurückzuführen. Sehr frühe wirtschaftliche Erfolge erzielte die DDR Wirtschaft in der Schwerindustrie, chemischen Industrie und der Energiewirtschaft. Die zweitgrößte Produktion von Chemieprodukten wurde von der DDR Wirtschaft erzeugt. Zudem wurden die größten Exporte von Maschinen im Osten von der DDR betrieben. So kam es dazu, dass die DDR in den 70ern zu den 10 größten Industrieländern zählte.

Der Außenhandel der DDR Wirtschaft nahm stetig zu, weil der Staat auf diverse Importe von Waren aus anderen Ländern angewiesen war. Dabei handelte es sich oft um Warentausch, da das Land über zu wenig Währung verfügte. Zu den wichtigsten Außenhandelspartnern zählten die Sowjetunion und die Bundesrepublik Deutschland.

Das Leben in der DDR Wirtschaft

DDR Wirtschaft - ApothekeDer Staat legte größtenteils die Löhne und Gehälter fest. Die Einkommensschere war dadurch wesentlich geringer, als in der BRD,was ein Grund dafür sein könnte, dass einige Zeitzeugen der DDR Wirtschaft das Leben im Osten als positiv empfanden. So war es auch möglich, dass ein Handwerker genau so viel wie ein Arzt verdiente. Sogenannte Plattenbausiedlungen wurden ebenfalls vom Staat errichtet und konnten für 30 bis 120 Mark im Monat von den Bürgern angemietet werden. Eher negativ empfanden Zeitzeugen der DDR den Automobilmarkt, der sich zu einem Schwarzmarkt entwickelte, da man sich für ein Auto auf eine Warteliste eintragen musste, bei der man bis zu 15 Jahre Wartezeit hatte. Auch der Verkaufspreis von Gegenständen des täglichen Bedarfs, wie zum Beispiel Brot wurde von dem Staat geregelt. Dem gegenüber herrschte in der DDR Wirtschaft eine Konsumgüterknappheit, sodass zum Beispiel Kaffee eine lange Zeit nur knapp oder sogar gar nicht verfügbar war.

Bild 1:  Wikipedia, unbekannt (Rechte: Bundesarchiv)
Bild 2: Wikipedia, Hajotthu

Berliner Mauer Denkmal

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. May 2012

Berliner Mauer DenkmalDas Berliner Mauer Denkmal, das wohl am meisten an die Zeit des geteilten Deutschlands erinnert, ist die Grenzmauer selbst. Dieses Berliner Mauer Denkmal verlief mehr als 28 Jahre durch das Land und teilte so Ost und West voneinander. Das Berliner Mauer Denkmal ist nur noch in wenigen Einzelteilen vorhanden. Die Berliner Denkmalpflege setzt sich seit 1990 dafür ein, möglichst viele Teile vom Berliner Mauer Denkmal zu erhalten, um an die für sehr viele Menschen schreckliche Zeit und an die friedliche Wiedervereinigung zu erinnern.

Berliner Mauer Denkmal – große Herausforderung für Berliner Denkmalpflege

Berliner Mauer Denkmal - Reste der Berliner Mauer an der NiederkrichenstraßeDie Berliner Denkmalpflege konnte in den letzten Jahren einige hundert Meter Mauerabschnitte und drei Wachtürme als Berliner Mauer Denkmal unter Denkmalschutz stellen. Dennoch stellte der Erhalt der Mauer eine große Herausforderung dar. Stimmen der Öffentlichkeit und des politischen Raums kritisierten die ersten Unterschutzstellungen vom Berliner Mauer Denkmal 1990/91. Schließlich war die innerstädtische Grenze mit leidvollen Erinnerungen belastet und wurde besonders wegen ihres geringen Alterswertes und dem schlechten Zustand abgelehnt. Man war froh über die Wiedervereinigung, sodass man das Berliner Mauer Denkmal so schnell wie möglich aus der Sicht haben wollte. Schließlich führten der spontane Wunsch, die Berliner Mauer verschwinden zu lassen und das steigende Verwertungsinteresse des ehemaligen Mauergrundstücks zu der weitestgehenden Demontage der Mauer. Dennoch bedauern heute viele Menschen, dass die Mauer nicht erhalten wurde, so möchte man das Berliner Mauer Denkmal mit Markierungen des ehemaligen Grenzverlaufs symbolisch stärken. Einige Markierungen sind bereits bei genauerem Hinsehen zu finden. Das sind Bronzeplatten mit der Inschrift „Berliner Mauer 1961-1989“.

Letztlich erinnern die erhaltenden Teile der Mauer am besten und authentischsten an die 28 Jahre Teilung Deutschlands und das damit verbundene unmenschliche System der DDR. Genau so erinnert das Berliner Mauer Denkmal mit seinen erhaltenden Wachtürmen und Mauerresten an die Freude über das Ende der Teilung und der neu erhaltenen Freiheit der Ost-Deutschen.

Bild 1:  Wikipedia, Noir

Berliner Mauer Tour

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 28. April 2012

Eine Berliner Mauer Tour sollte jeder mal erlebt haben. Zumal einige nicht wissen, wo genau die Berliner Mauer verlief und ob man sich gerade im West- oder Ostteil Berlins befindet. Viele Spuren der offensichtlichen Mauer sind mittlerweile verwischt, was eine Berliner Mauer Tour zu einer Entdeckungsreise mit großer Spurensuche macht. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, eine Berliner Mauer Tour zu machen. Man kann sich bei einer Berliner Mauer Tour anmelden oder sich auf eigene Faust auf den Weg machen, ob zu Fuß, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad.

Entdeckungsmöglichkeiten auf der Berliner Mauer Tour

Am Nachbau des Checkpoint Charlies gestartet, kann man auf der Berliner Mauer Tour den symbolträchtigsten Denkmälern Berlins begegnen. So entdeckt man während der Berliner Mauer Tour entlang des Mauerverlaufs originale Mauerteile und einen originalen Wachturm und den bekannten Potsdamer Platz. Zu der Berliner Mauer Tour zählt auch das Brandenburger Tor, das Symbol der Teilung Deutschlands. Da es sich genau in der Mitte der Teilung befand, war es sowohl für Ost als auch für West nicht zugänglich. Mit der S-Bahn hat man die Möglichkeit, durch die ehemaligen Geisterbahnhöfe zu fahren, um zu der Gedenkstätte in der Bernauer Straße zu gelangen. Hier lässt sich der Mauerverlauf noch am eindrucksvollsten nachvollziehen.

Öffentliche Angebote zur Berliner Mauer Tour

Es gibt einige Möglichkeiten, an historischen Touren in Berlin teilzunehmen. Außerdem bietet die Stadt Berlin eine digitale Berliner Mauerweg Karte, die genau zeigt, wo die Berliner Mauer verlief. Zudem sind Mauerreste, Gedenkstätten und -orte eingezeichnet, sodass man genau weiß, wo man aufmerksam hinsehen sollte. Auf dem Weg kommt man auch an ehemaligen Grenzübergängen vorbei und begegnet im Boden befestigten Bronzetafeln mit der Aufschrift “Berliner Mauer 1961-1989″ am ehemaligen Verlauf der Berliner Mauer. Man hat auch die Möglichkeit, Dokumentationszentren und Museen zu besichtigen, da einige von ihnen sich auf dem Weg der Berliner Mauer Tour befinden.

Bau der Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 19. April 2012

Bau der Berliner Mauer

Der Bau der Berliner Mauer begann nach einem Gespräch zwischen Chruschtschow und Ulbricht am 3. August 1961 in Moskau. Die DDR-Regierung machte aus dem Bau der Berliner Mauer ein Staatsgeheimnis. So bekam der Bundesnachrichtendienst die ersten Hinweise erst 3 Tage vor dem Bau der Berliner Mauer. Mit Hilfe von Schutz und Überwachung der Bauarbeiter durch die Volkspolizei und Soldaten der Nationalen Volksarmee begann der Bau der Berliner Mauer. Ulbricht beteuerte am 15. Juni 1961 auf einer internationalen Pressekonferenz: “Niemand hat vor eine Mauer zu errichten.” – 2 Tage nachdem der Bau der Berliner Mauer begonnen hatte. Somit war Ulbricht der Erste, der das Wort “Mauer” in diesem Zusammenhang öffentlich aussprach.

13. August 1961: Bau der Berliner Mauer beginnt

In der Nacht auf den 13. August begann die NVA, die Deutsche Grenzpolizei und die Volkspolizei, die Straßen und Wege nach Berlin abzuriegeln. So wurden U-Bahn und S-bahnlinien, die zwischen beiden Teilen Berlins fuhren, unterbrochen. Der Bau der Berliner Mauer begann. Der 13. August steht seither symbolisch für den “Tag des Mauerbaus”. In den Folgetagen wurden an einigen Stellen Mauern gebaut, an anderen Zäune mit Stacheldraht aufgestellt. Häuser, deren Fenster zur Westseite führten, wurden zubetoniert. Der Bau der Berliner Mauer und ihre bauliche Ausführung ist zwischen 1961 und 1989 in vielen Abschnitten viermal verändert worden. Die vordere Sperrmauer erreichte eine Höhe von 3,60 Metern.

Hintergründe zum Bau der Berliner Mauer

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Berlin wurde analog als ehemalige Reichshauptstadt in vier Sektoren geteilt. Kurz darauf begann der kalte Krieg zwischen Ost und West. Am 23. Mai 1945 wurde in den drei westlichen Besatzungszonen die BRD gegründet. Die sowjetische Besatzungszone gründete die DDR. Im Sommer 1945 wurden schließlich die sogenannten “Zonengrenzen” gezogen. Nur mit ausdrücklicher Genehmigung durften die Grenzen überschritten werden. So stieg allmählich die Zahl der Flüchtlinge aus der DDR in die BRD an. 1952 nahm somit auch die Sicherung der Grenzen seitens der DDR durch Zäune, Bewachung und Alarmvorrichtungen zu. Da insbesondere junge und fachlich kompetente Menschen flohen, sah die DDR ihre Wirtschaftskraft und ihren Bestand bedroht. So wuchs die Idee vom Bau der Berliner Mauer.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 173-1321 / CC-BY-SA, Wikipedia

Oral History Methode

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 12. April 2012

Die Oral History Methode stellt eine Wissenschaft dar, die auf der Befragung von Zeitzeugen beruht. Bei der Methode geht es letztlich darum, Menschen dazu aufzufordern, ihre Geschichte systematisch an bestimmte Personen weiterzugeben. Mit der Oral History Methode Geschichte zu erforschen besteht im Grunde aus einem Dialog der Zeitzeugen und ihrem Interviewer. Die Oral History Methode wird seit 1960 praktiziert und von Historikern, Ethologen, Soziologen und anderen Fachleuten genutzt.

Die Oral History Methode in der Praxis

Die Voraussetzungen der Oral History Methode:

  • möglichst genaue Festlegung des Oberthemas
  • Umfangreiches Vorwissen
  • Klarheit über den Zweck des Interviews

 

Die Oral History Methode und die Kontaktgestaltung: Aufrufe in lokaler Presse

  • Anfragen bei Vereinen, politischen Organisationen u. anderen Institutionen
  • Anfragen bei Zeitzeugenbörsen
  • Kontakt durch Mittler oder direkt per Brief/Telefon
  • eventuelle Vorgespräche, um Vertrauen und erste Informationen zu gewinnen

 

Hilfsmittel und Medien der Oral History Methode:

  • Professionelles Aufnahmegerät
  • Fotoapparat oder Videokamera
  • vorab notierte Leitfragen
  • evtl. Werkstatt-Tagebuch, um unmittelbar nach Gespräch Eindrücke festzuhalten

 

Durchführung des Interviews in der Oral History Methode:

  • Rücksicht auf Alltagsgewohnheiten nehmen
  • Auf Aufnahmegerät hinweisen und über Zweck informieren
  • mit Eisbrecherfragen bzw. möglichst unkomplizierteren Fragen anfangen
  • Leitfaden als Erinnerungsstütze, aber Fragen spontan einfließen lassen
  • bei emotionalen Themen Anteilnahme selbstverständlich
  • Fotos und andere Materialien als Erinnerungshilfen
  • eigene Meinung zurücknehmen

 

Auswertung bei der Oral History Methode:

  • Text sichern und transkribieren
  • Abgleichen der strittigen Fakten aus dem Gespräch mit anderen Quellen
  • evtl. Mehrfachinterview, da Fragen beim Transkribieren aufkommen können
  • erhobenes Material für Forschung nutzen und gegebenenfalls publizieren
  • Rückmeldung an Zeitzeugen über Stand des Projektes

 

Kritik an der Oral History Methode

Der Methode wird nachgesagt, dass sie eine linke Forschungsmethode sei, die dafür stände, Partei für die “kleinen Leute” zu ergreifen und aus keinen echten Quellen bestände. Es seien viel mehr Rekonstruktionen aus heutiger Sicht und weniger Erinnerungen aus der damaligen Zeit. So werden die Kommunikationsprodukte durch beide Kommunikationspartner geformt. Daher ist es besonders wichtig, dass der Interviewer bei der Oral History Methode sehr aufmerksam vorgeht und das gesprochene Wort kritisch überprüft.

Homosexualität in der DDR

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 9. April 2012

Homosexualität in der DDR

Homosexualität in der DDR war damals natürlich genau so wie in der Bundesrepublik ein kritisches Thema. Doch wurde die Homosexualität in der DDR juristisch erstaunlicherweise viel eher emanzipiert als im Westen des Landes.

Im Dezember 1957 bestimmte das Strafrechtsergänzungsgesetz StEG die Nichtverfolgung von geringfügigen Straftaten. Dies betraf auch Homosexualität in der DDR. Ca. 10 Jahre später ersetzte der neue § 151 den 175er, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Durch die gegen Homosexualität in der DDR gerichtete Sondergesetzgebung (§ 151) lag das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Handlungen nun bei 18 Jahren. Im Westen hingegen existierte noch § 175 in seiner extremen Ausprägung. 1988 strich die Volkskammer der DDR § 151 StGB ersatzlos. Nun lag das Schutzalter von Homosexualität in der DDR wie bei Heterosexuellen bei 14 Jahren.

Staatliche Toleranz gegenüber Homosexualität in der DDR?

Die juristischen Lockerungen gegenüber Homosexualität in der DDR sollten darauf schließen lassen, dass die DDR Homosexuellen gegenüber sehr tolerant zu sein schien, aber in der Realität misstraute man offen homosexuellen Frauen und Männern. Toleranz von Homosexualität in der DDR schien eine reine Heuchelei zu sein, denn mit Hilfe einer Studie vom Magdeburger Theologen Eduard Stapel belegte der “Schwulenverband in Deutschland e. V.”, dass die Stasi Tausende auf “Rosa Listen” setzte und insbesondere Schwule schikanierte und kriminalisierte. Die Verfolgung der Personen auf der besagten Liste reichte von Berufsverbot bis zu Zwangseinweisung in psychiatrische Kliniken. Die Dokumentation “DDR unterm Regenbogen” zeigt diese unmenschliche Behandlung von Homosexuellen der DDR auf. Hier kommen vier Zeitzeugen zu Wort und berichten mit den unterschiedlichsten Lebensläufen über ihr Leben mit der Homosexualität in der DDR.

Der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität in der DDR

Homosexuelle der DDR waren genauso wie die der Bundesrepublik alltäglichen Diskriminierungen ausgesetzt. Jedoch gab es in der DDR schon einige Cafés, Restaurants und Diskotheken, die sich inoffiziell als Homosexuellen-Treffpunkte etabliert hatten. Viele Schwule trafen sich auch regelmäßig in Parks, wie zum Beispiel in Friedrichshain. Besonders die Künstlerszene in Ost-Berlin zog viele Schwule und Lesben an. So wuchs allmählich die Akzeptanz von Homosexualität in der DDR.

Berliner Mauer App

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 29. March 2012

Berliner Mauer AppDie Berliner Mauer App ist eine praktische Anwendung für alle Besucher der Hauptstadt und für Menschen, die an der Geschichte ihrer Stadt interessiert sind. Anlässlich des 50. Jahrestages am 13. August 2011 entwickelte die Bundeszentrale für politische Bildung die Berliner Mauer App. Die Berliner Mauer App soll ihren Nutzern den Verlauf und die Geschichte des Bauwerks multimedial näher bringen.

Wo ist die Berliner Mauer App erhältlich?

Die Berliner Mauer App ist unter dem Titel “Die Berliner Mauer” im Apples iTunes-Store erhältlich. Dort kann sie ganz einfach auf das eigene iPhone, den iPod touch oder das iPad heruntergeladen werden. Auch für andere Betriebssysteme, wie Android OS, ist die Berliner Mauer App erhältlich.

Was kann die Berliner Mauer App?

Die Berliner Mauer App verfügt über eine Vielzahl an Funktionen. Sie kann als interaktiver Reiseführer unterwegs und ebenso als umfangreiches Informationsangebot genutzt werden. Anhand einer interaktiven Karte kann der ehemalige Grenzverlauf von Pankow bis Neukölln nachverfolgt Berliner Mauer App Reiseführerwerden. An 40 Orten, die auf der Karte mit einem Tab markiert sind, hält die Berliner Mauer App jede Menge zusätzliches Material bereit. 200 Fotos, 20 Filme, 40 Audioclips und viele Texte lassen die Geschichte erlebbar werden.

Der Nutzer kann sich von der Berliner Mauer App über zwei vorgeschlagene Routen unterschiedlicher Länge entlang der ehemaligen Grenze führen lassen. Oder er lässt sich bei einer eigenen Erkundungstour von dem integrierten Entdeckermodus auf bedeutsame historische Orte in der Nähe aufmerksam machen und direkt dorthin navigieren. Daneben bietet die Berliner Mauer App auch die Möglichkeit, eigene Touren je nach Interessenschwerpunkten und verfügbarer Zeit zusammenzustellen. Ebenso nützlich sind die abrufbaren Abfahrtspläne der öffentlichen Verkehrsmittel, die gerade für Neulinge in der Stadt eine große Hilfe sind. Die Anwendung ist in Deutsch und Englisch erhältlich. Man sollte sie auf jeden Fall einmal ausprobieren, da die Berliner Mauer App kostenlos ist.

Foto 1: Jacob Poul Skoubo von flickr
Foto 2: T100Timlen von flickr

Berliner Mauerradweg

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 25. March 2012

Berliner Mauerradweg

Der Berliner Mauerradweg bietet sich für alle an, die sich nicht nur sportlich betätigen, sondern sich gleichzeitig auf die Spuren der Deutschen Teilung begeben wollen. Der Berliner Mauerradweg verläuft entlang der Route der ehemaligen Grenze. Er ist insgesamt 160 km lang. Der Berliner Mauerradweg startet beim Potsdamer Platz in Berlin und führt in südöstlicher Richtung bis nach Potsdam. Von dort geht es über Pankow und Wedding wieder zurück in das Zentrum der Hauptstadt. Jedoch kann der Berliner Mauerradweg auch an jeder anderen Position an der Strecke begonnen werden.

Tipps zum Berliner Mauerradweg

Der Berliner Mauerradweg ist bis auf wenige unbefestigte Wege durchgehend asphaltiert und dadurch angenehm zu befahren. Auch sind keine größeren Steigungen zu überwinden, sodass das Radeln sehr leicht fällt und auch für ältere Fahrradfahrer sehr gut geeignet ist. Für kleine Kinder ist der Berliner Mauerradweg eher weniger geeignet, da vor allem in der Innenstadt mir sehr dichten Verkehr zu rechnen ist. Der Berliner Mauerradweg ist jedoch nicht nur zum Fahrradfahren geeignet, sondern auch zum Inline Skaten oder Joggen. Niemand muss alleine fahren, denn die breiten Wege bieten sich für ein gemeinsames Erlebnis in der Gruppe besonders gut an.

Im Internet finden sich einige Übersichtskarten zum Streckenverlauf. Am besten ist es wohl, eine einfache amtliche Landkarte oder ein gutes GPS-System für den Berliner Mauerradweg zu verwenden. Besonders im Frühling bei angenehmen milden Temperaturen bietet sich eine Rundfahrt an. Insbesondere Eltern mit älteren Kindern können sich auf die Spuren der Vergangenheit begeben und so ihren Kindern Geschichtsbewusstsein vermitteln. Je nach Belieben lässt sich die Rundfahrt auch verkürzen oder sich die Strecke an mehreren Tagen abfahren.

Die Highlights vom Berliner Mauerradweg

Die Highlights der Strecke sind u.a.:

  • Potsdamer Platz
  • Filmpark Babelsberg
  • Berliner Sehenswürdigkeiten (Brandenburger Tor, Gedenkstätte Topographie des Terrors, der Checkpoint Charlie, Regierungsviertel mit Reichstag und Kanzleramt, Straße Unter den Linden, Mauerpark)
  • Verlauf der ehemaligen Teilungslinie

Der Berliner Mauerradweg stellt eine ungewöhnliche Stadtrundfahrt dar, die sich auf Spuren der jüngeren deutschen Geschichte begibt. Warum also nicht einmal auf dem Berliner Mauerradweg Fahrrad fahren?

Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 22. March 2012

Das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer befindet sich in der Bernauer Straße in der Mitte der Hauptstadt. Das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer ist, anders als das Dokumentationszentrum, außerhalb begehbar. Bei gutem Wetter bietet sich das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer besonders für einen längeren Sparziergang und als Erinnerung an die SED-Diktatur an.

Das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer ist 1,3 Kilometer lang und 4,4 Hektar groß. Es ist nach einem Entwurf der Architektenbüros sinai und ON architektur errichtet worden. Diese haben 2007 einen internationalen Wettbewerb gewonnen. Bis 2013 soll auch das letzte Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer, “Es geschah an der Mauer”, fertig gestellt werden.

Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer – Die Mauer und der Todesstreifen

Areal der Gedenkstätte Berliner MauerAn dieser Stelle des Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer wird die Mauer als Symbol der Herrschaftssicherung der SED-Diktatur dargestellt. Die Ausstellung umfasst insbesondere:

  • Videos, Fotografien, Dokumente und Ausschnitte von Zeitzeugeninterviews dokumentieren Fluchtversuche
  • Archäologische Fenster zeigen Details der Grenzsperrung
  • Informationen zur Sperrung des Sophien-Friedhofs
  • Am “Fenster des Gedenkens” wird den Opfern gedacht

Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer – Die Zerstörung der StadtAreal der Gedenkstätte Berliner Mauer Todesstreifen

An diesem Ort vom Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer wird von den Geschichten der Flüchtenden berichtet:

  • Am Boden befinden sich die Grundrisse und Hausnummern der Grenzhäuser, die in den 60er Jahren abgerissen worden sind
  • Informationen zur Sperrung der Ackerstraße als Startpunkt des Auf- und Rückbaus der trennenden Mauer
  • Der Grundriss der gesprengten Versöhnungskirche ist ebenfalls nachgezeichnet
  • Abbildung der Wege der Flüchtigen

Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer: Der Bau der Mauer

An der momentan letzten Station wird der kontinuierliche Bauprozess deutlich:

  • Archäologisches Fenster zeigt Fahrzeugsperren
  • Informationen zur Überwachung des Grenzvorfeldes

Das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer zeigt die letzten Spuren der deutschen Teilung sehr anschaulich und wirkungsnah. Anders als in einem Museum kann der Besucher die ehemalige Grenzlinie ablaufen und sich zu den unterschiedlichen Stationen umfassend informieren. Dies bietet einen durchaus stärkeren Realitätsbezug, da sich die deutsche Geschichte direkt im Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer erleben lässt.

Foto 1: N-Lange.de von WikiCommons
Foto 2: Inhiber von WikiCommons

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