Oral History

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 4. Februar 2012

Erst seit den 60er Jahren wird Oral History praktiziert. Aber die mündliche Weitergabe von Informationen zur Geschichte existiert seit jeher. Bei Oral History werden zu meist ältere Menschen systematisch nach ihren Erinnerungen an bestimmte Ereignisse und Personen befragt. Oral History wird von Historikern genutzt, aber auch von Ethnologen, Soziologen und auch Nicht-Wissenschaftlern, beispielsweise im Fernsehen für Dokumentationen oder von Lehrern im Schulunterricht.

Oral History als Methode

Oral History heißt im Englischen „Mündliche Geschichte“ und wird teilweise auch als Erfahrungsgeschichte bezeichnet. Sie ist eine hermeneutische Methode, um mündliche Quellen von Zeitzeugen zu produzieren. Gelegentlich wird jedoch nicht nur die Methode, sondern auch der Quellentyp als Oral History bezeichnet. Das Forschungsobjekt der Oral History sind die persönlichen und subjektiven Erfahrungen von Zeitzeugen und ihr Umgang mit der Historie. Diese werden mithilfe eines Zeitzeugeninterviews abgerufen. Ursprünglich beruht Oral History auf der reinen Erzählung des Zeitzeugen. Um effizienter zu arbeiten, verwenden die Wissenschaftler häufig bestimmte Fragetechniken.

Oral History lässt sich einerseits als eigene Forschungsrichtung deuten. Meistens wird sie jedoch als Methode in einer größeren Forschung angewendet. Als Forschungsmethode dient sie dort überall als Informationsquelle, wo beispielsweise schriftliche Quellen zerstört worden sind oder die Zeitzeugen unentdeckt handeln mussten. Im Fokus der Interviews stehen häufig Personen aus der Unterschicht, die andernfalls ihre Erfahrungen nicht hätten schildern können. Somit wird Geschichte von „unten“ produziert, obwohl natürlich auch wichtige geschichtliche Persönlichkeiten im Interesse der Forscher stehen.

Entwicklung der Oral History

Zum Beginn der Oral History diente sie vor allem als Ersatz für fehlende Schriftstücke. Vor allem die Entwicklung des Kassetten-Rekoders in den 1970er machte die neue Form der Geschichtsschreibung möglich. Zum Beginn interessierte die Forscher in Deutschland vor allem die Geschichten der Verfolgten des Nationalsozialismus. Heute rückt die Zeit des DDR-Regimes in den Fokus der Untersuchungen.

Oral History ist eine wichtige Methode, um Wissen und Erfahrungen der vergangenen Generationen zu konservieren und für die Nachwelt zugänglich zu machen. Die Arbeit der Methode Oral History ist überaus bedeutend.

Berliner Mauerradweg im Winter

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 1. Februar 2012

Der Berliner Mauerradweg im Winter bietet sich für alle an, deren Körper etwas wetterfester sind und denen gemäßigte Kälte nicht so schnell die Lust am Berliner Mauerradweg im Winter verderben kann. Der Berliner Mauerradweg im Winter lohnt sich besonders für Personen, die auch zur kalten Jahreszeit einerseits ihre sportliche Betätigung nicht vernachlässigen und sich andererseits auf die Spuren der Grenzreste am Berliner Mauerradweg im Winter begeben möchten.

Berliner Mauerradweg im Winter Fahrrad 300x225 Berliner Mauerradweg im WinterBerliner Mauerradweg im Winter – Tipps

Für den Berliner Mauerradweg im Winter sind im Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen einige Vorkehrungen zu treffen. Grundsätzlich sollte das Wetter für den Berliner Mauerradweg im Winter geeignet sein. Das Informieren über den Wetterbericht ist für den Berliner Mauerradweg im Winter unumgänglich. Plötzlich eintretender Schneesturm und gefährliches Glatteis sollten als mögliche Unfallquelle unbedingt vermieden werden. Zusätzlich sollte besonders auf eine wetterfeste und warme Bekleidung (Mantel, Handschuhe, Mütze, Schal etc.) geachtet werden. Auf dem Fahrrad, besonders durch den Fahrtwind, kann es schnell kälter werden als gedacht. Der Berliner Mauerradweg im Winter sollte freilich zur hellen Tageszeit befahren werden. Fahrten nach 17 Uhr stellen im Winter aufgrund der früh eintretenden Dunkelheit eher ein Risiko für die Radelnden dar. Daher bietet sich eine Spazierfahrt besonders Sonntag vormittags an, wenn auch auf den Berufsverkehr verzichtet werden kann. Als Proviant eignen sich besonders warmer Tee oder heißer Kaffee in der Thermokanne, sodass sich bei einer Pause die kalten Hände wärmen lassen.

Berliner Mauerradweg im Winter 300x199 Berliner Mauerradweg im WinterBerliner Mauerradweg im Winter – Spaziergang

Natürlich kann der Berliner Mauerradweg im Winter nicht nur mit dem Fahrrad befahren werden. Auch ein ausgiebiger Sparziergang bietet eine angenehme Möglichkeit, die klare Kälte und Ruhe der winterlichen Jahreszeit zu genießen. Besonders Kinder freuen sich auf einen Spaziergang mit ihren Eltern, wenn eine gemeinsame Schneeballschlacht oder der Bau eines Schneemanns in Aussicht stehen. Durch die Verbindung von Spaß und Ernst kann die jüngere Generation an das Thema der Teilung Deutschlands herangeführt werden.

Die deutsche Geschichte auch bei kälteren Temperaturen entdecken – das bietet der Berliner Mauerradweg im Winter.

Foto 1: isepaga von flickr
Foto 2: dobrych Ilya von flickr

 

Versöhnungskirche der Berliner Mauer

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 1. Februar 2012

Versöhnungskirche der Berliner Mauer

Die Versöhnungskirche der Berliner Mauer wurde 1985 von der DDR-Regierung gesprengt. Vier Jahre vor der Wiedervereinigung wurde die Versöhnungskirche der Berliner Mauer für die Nachwelt zerstört. Heute steht auf dem Fundament der Versöhnungskirche der Berliner Mauer die Kapelle der Versöhnung als Teil der Gedenkstätte Bernauer Straße.

Versöhnungskirche der Berliner Mauer 210x300 Versöhnungskirche der Berliner MauerBau der Versöhnungskirche der Berliner Mauer

Die Versöhnungskirche der Berliner Mauer wurde mithilfe einer Stiftung von Kaiserin Auguste Viktoria am 28. August 1894 eingeweiht. Die Pläne wurden damals von Gotthilf Ludwig Möckel erstellt. Die aus rotem Backstein erbaute Kirche besaß einen 75 Meter hohen quadratischen Turm. Im DDR-Regime wurde der Turm der Versöhnungskirche der Berliner Mauer jedoch als Wachturm umfunktioniert. Bis zu 1000 Menschen hatten in der Versöhnungskirche der Berliner Mauer Platz. Ende der 1920er Jahre wies die Gemeinde an die 20.000 Mitglieder und drei Pfarrer auf.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Ab 1945 befand sie sich genau auf der Grenzlinie zwischen sowjetischen und französischen Sektor. Trotzdem wurde die Versöhnungskirche der Berliner Mauer 1950 wiederhergestellt. Bis 1961 ist sie von knapp 6.000 Gemeindemitgliedern noch 11 Jahre lang für Gottesdienste genutzt worden.

Versöhnungskirche der Berliner Mauer Eingang 300x205 Versöhnungskirche der Berliner MauerSprengung der Versöhnungskirche der Berliner Mauer

Mit den Mauerbau veränderte sich die Situation gänzlich für die Gemeinde. Am 20. August 1961 wurde der Haupteingang vor dem Gebäude vollständig geschlossen. Den Gemeindemitgliedern aus dem westlichen Teil der Stadt war der Zugang damit verwehrt, da sich das Grundstück auf der Ostseite befand. Ab dem 23. Oktober durfte ebenfalls niemand aus dem Ostteil der Stadt die Kirche mehr besuchen. Die Versöhnungskirche der Berliner Mauer befand sich genau auf dem Todesstreifen zwischen innerer und äußere Begrenzung.

Am 22. Januar 1985 gab die DDR-Regierung den Befehl zum Abreißen, da sie sich im Todesstreifen befand und der DDR-Führung als christliche Symbol nicht passte. Die DDR wollte neue Symbole schaffen. Erst wurde die Kirche, sechs Tage später der Turm gesprengt. Die Bilder der Sprengung erreichten weltweite Aufmerksamkeit in den Medien.

An die Versöhnungskirche der Berliner Mauer erinnert die Gedenkstätte Bernauer Straße mit der Kapelle der Versöhnung. Beide sind einen Besuch wert, um der Zerstörung der Versöhnungskirche der Berliner Mauer zu gedenken.

Der erste Tote der Berliner Mauer

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 31. Januar 2012

Der erste Tote der Berliner Mauer war Günter Litfin. Er war der erste Mensch, der bei seiner Flucht aus der DDR erschossen worden ist. Ihn ereilte das tragische Schicksal, der erste Tote der Berliner Mauer zu sein – mindestens 135 weitere Opfer folgten ihm. Der erste Tote der Berliner Mauer und das letzte Todesopfer, Winfried Freudenberg, sollen Mahnmale gewidmet werden, die an das DDR-Regime erinnern.

Der erste Tote der Berliner Mauer 279x300 Der erste Tote der Berliner MauerDer erste Tote der Berliner Mauer – Günter Litfin

Günter Litfin war ein Schneider aus Weißensee. Der erste Tote der Berliner Mauer Günter Litfin arbeitete im Westen, wohnte zum Zeitpunkt seines Todes jedoch noch im Osten der Stadt, aber hatte schon eine Wohnung in Charlottenburg gefunden. Mit dem Mauerbau wurden seine Zukunftspläne allerdings zu Nichte gemacht, so dass er am 24. August in den Westteil der Stadt zu flüchten versuchte. Seine Flucht aber würde scheitern. Als erster Tote der Berliner Mauer ist er als tragische Figur in die Geschichte eingegangen.

Der erste Tote der Berliner Mauer wird ermordet

Günter Litfin versuchte über die Bahnanlagen, die zum Lehrter Stadtbahnhof führen, zu flüchten.
Noch bevor er die Westseite erreichen konnte, wurde er bereits von einem Transportpolizisten durch einen Kopfschuss tödlich verletzt. Um 16.15 Uhr traf ihn die Kugel. Vorher waren noch Warnschüsse abgegeben worden. Die Gerichtsmedizin soll später feststellen, dass der erste Tote der Berliner Mauer an einem Hals- und Mundboden-Durchschuss gestorben ist.

Der erste Tote der Berliner Mauer Günter Litfin 300x206 Der erste Tote der Berliner MauerDer erste Tote der Berliner Mauer – Familie unter Verdacht

Seine Familie erfuhr erst durch das west-deutsche Fernsehen von seinem Tod. Am 31. August ist der erste Tote der Berliner Mauer beigesetzt worden, seine Familie durfte ihn vorher noch nicht einmal sehen. Sie standen unter Generalverdacht Mitwisser oder Mittäter der Flucht gewesen zu sein. Doch die Staatssicherheit fand keine Hinweise. Jahre lang wird die Familie weiter von der Staatssicherheit bespitzelt.

Jürgen Litfin durfte zu DDR-Zeiten nicht über den Tod seines Bruders sprechen. Offiziell hieß es, sein Bruder sei bei einem „Unglück“ ums Leben gekommen. Der heute über 70jährige Bruder errichtete eine Gedenkstätte in einem Wachturm in der Kieler Straße in der Mitte der Hauptstadt, die von März bis Oktober besucht werden kann.

Gerade einmal 11 Tage nach Beginn des Mauerbaus, zum damaligen Zeitpunkt noch provisorisch, war der erste Tote der Berliner Mauer zu beklagen. Acht Monate und einen Tag vor dem Fall der Mauer ist Winfried Freudenberg das letzte Todesopfer. Der erste Tote der Berliner Mauer und alle weiteren Opfer dürfen nicht aus dem deutschen Gedächtnis verschwinden.

Foto 2: André Karwath aka Aka von WikiCommons

 

Berliner Mauer auf Latein

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 30. Januar 2012

Die Berliner Mauer auf Latein? Murus Berolinensis heißt Berliner Mauer auf Latein. Obwohl Latein immer noch an einigen deutschen Gymnasien unterrichtet wird und auch wenn bei Wikipedia ein Eintrag zur Berliner Mauer auf Latein verfasst sein sollte, ist es doch keine Sprache, die heute im Alltag gesprochen wird. Allerdings wollen wir Ihnen ein außergewöhnliches Buch vorstellen: Das Vallum Berolinense beschreibt den Beginn der Berliner Mauer auf Latein!

Berliner Mauer auf Latein 205x300 Berliner Mauer auf LateinBerliner Mauer auf Latein – Vallum Berolinensis

Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus hat das Abgeordnetenhaus von Berlin diesen einzigartigen Rückblick herausgegeben. Der promovierte Altphilologe Harry C. Schnur hat diesen Text als Zeitzeugenbericht verfasst. Dr. Fritz Felgentreu hat nun den Text zur Berliner Mauer auf Latein ins Deutsche übersetzt und mit ergänzenden Anmerkungen versehen. Somit ist das Werk auch allen Nicht-Lateinern zugänglich.

Berliner Mauer auf Latein – der Autor

Harry C. Schnur ist in Berlin geboren. Mit jüdischer Herkunft schaffte er es 1932, gerade noch vor den Nationalsozialisten zu fliehen. Am 13. August 1961 befand er sich zufällig in Berlin, um das Grab seiner Großmutter zu besuchen. Jedoch als Zeuge des Baubeginns beschloss er einen Augenzeugenbericht über die Berliner Mauer auf Latein zu verfassen. Den späteren Fall derselben hat er nicht mehr erlebt. Vielleicht hätte er zu diesem Ereignis ebenfalls einen Bericht verfasst. Warum er sich entschloss, in einer „toten“ Sprache zu schreiben, ist bis heute ungewiss.

Das „Vallum Berolinense“ ist 52 Seiten lang und kostenlos erhältlich. Wenden Sie sich dazu einfach an:

AbgeordnetenhaBerliner Mauer auf Latein Caesar 165x300 Berliner Mauer auf Lateinus von Berlin
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Niederkirchnerstr. 5
10111 Berlin

Das Werk zur Berliner Mauer auf Latein ist sicherlich nicht nur für den Fremdsprachenunterricht interessant, sondern eignet sich als spannender Zeitzeugenbericht für die unterschiedlichsten Fächer wie Geschichte, Politik oder Deutsch. Auch außerschulische Geschichtsinteressierte sollten sich von der alten Sprache nicht abschrecken lassen und einen neugierigen Blick in diese besondere Arbeit wagen. Denn wann liest man schon häufig etwas über die Berliner Mauer auf Latein?

Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 25. Januar 2012

Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer 200x300 Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer

Die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer sollten ein Mahnmal der deutschen Geschichte sein. Doch was erinnert heute noch an die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer, wenn man mit U-Bahn und S-Bahn in der Hauptstadt unterwegs ist? Kaum etwas. Nur die Dauerausstellung im S-Nordbahnhof erinnert vielleicht noch an die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer und hält sie im Gedächtnis.

Auf den Spuren der Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer

Ab dem 13. August 1961 sind die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer bei der S-Bahn und U-Bahn für den Fahrgastwechsel gesperrt worden. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 fuhren die Bahnen aus West-Berlin ohne Halt durch das Gebiet des Ostens. Der Umstand wurde durch den Bezirk Mitte bedingt. Berlin Mitte gehörte zum Osten der Stadt, grenzte jedoch im Norden, Westen und Süden an den West-Sektor. Die U6 und U8, ab 1984 auch die S2 durchquerten die sogenannten Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer.

Die Züge fuhren in den Geisterbahnhöfen der Berliner Mauer nur mit einer Geschwindigkeit von ca. 25 km/h durch die Stationen, immer bewacht von DDR-Posten

Der Begriff wird vor allem mit der Hauptstadt in Verbindung gesetzt. Eigentlich bezieht sich der Begriff auf die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Bahnsteig, der betriebsfähig ist, jedoch nicht befahren wird. Wegen ihrer unheimlichen Wirkung, durch die schwache Beleuchtung, ihren unterirdischnr Bau und der Abwesenheit von Menschen werden sie mit dem Unheimlichen in Verbindung gebracht. Das vorgestellte Video weiter unten gibt einen guten Eindruck von der unheimlichen Szenerie der Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer.

Liste der Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer

  • Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer Stadtmitte 300x199 Geisterbahnhöfe der Berliner MauerU6: Stadion der Weltjugend, Nordbahnhof, Oranienburger Tor, Französische Straße, Stadtmitte
  • U8: Bernauer Straße, Rosenthaler Platz, Weinmeisterstraße, Alexanderplatz, Jannowitzbrücke, Heinrich-Heine-Straße
  • Nordbahn: Bornholmer Straße
  • Nord-Süd-Tunnel: Nordbahnhof, Oranienburger Straße, Unter den Linden, Potsdamer Platz

Mit dem Mauerfall wurden die geschlossenen Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer wieder eröffnet. Teilweise mussten sie saniert werden. Die erste wieder neu eröffnete Station war Jannowitzbrücke – schon 2 Tage nach dem Mauerfall hielten dort wieder die ersten Züge.

Lässt sich das Gefühl, durch einen Geisterbahnhof der Berliner Mauer zu fahren, nachempfinden? Noch heute lassen sich einige dieser Bahnhöfe in Deutschland finden. Sicherlich ist das heutige Gefühl kaum mit dem, was die West-Berliner damals empfunden zu vergleichen. Mit etwas Fantasie lässt sich aber gewiss spüren, was die Menschen innerlich bewegt haben muss, als sie durch die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer fuhren.

Bild 1 und 2: Frits Wiarda
 

Lebt wohl, Genossen!

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 24. Januar 2012
lebt wohl genossen Lebt wohl, Genossen!

© Brian Harris/Alamy Foto: ARTE France

„Lebt wohl, Genossen (…) erzählt die Geschichte des Untergangs der Sowjetdiktatur aus der Innensicht, zu Wort kommen einfache Arbeiter genauso wie ehemalige KP-Mitglieder oder Mitarbeiter des KGB“ (arte.tv)

Mit „Lebt wohl, Genossen“ hat arte eine sechsteilige Dokumentarfilmreihe produziert, die russische Zeitzeugen und Zeitzeugen der DDR interviewte und mit Ihrer Hilfe das alte, ostdeutsche Regime nachfolgenden Generationen ein Stück näher bringen kann. Anlaß ist das knapp 20 jährige Ende der Herrschaft der UdSSR und ihr Zusammenbruch.
Die Dokumentarreihe “Lebt wohl, Genossen” beginnt heute und wird am 30.Januar fortgesetzt.

Lebt wohl, Genossen – Der Titel und die Menschen
„Lebt wohl, Genossen“  kann als überlegt gewählter Titel gelten, da er die Tatsache einfängt, dass die damalige Weltmacht sich eher still und friedlich zurückzog als mit einem großen und brutalen Knall oder zähem und bürgerfeindlichen Ringen verschwand. Angesichts der vorherigen Machthaber und ihrer Gewalt, der tyrannischen Strukturen und Mechanismen, der Unterdrückung und der ständigen Bekämpfung von Freiheitsforderungen und den Angriffen auf die Menschenwürde darf keine Nostalgie aufkommen.

Lebt wohl, Genossen – Zeitzeugen berichten

lebt wohl genossen bedrohung Lebt wohl, Genossen!

© Fonds France/URSS Foto: ARTE France

Zeitzeugen berichten davon, wie sie Widerstand leisteten, Untergrundaktionen organisierten oder Zwangstrennungen erlitten. Wie Menschen sich im politischen System der Sowjetunion zu recht finden müssen wird von Zeitzeugen berichtet. Das Ende des Ostblocks verlief dann jedoch unerwartet unblutig und erstaunlich rasch. Die persönliche Erklärung der Zeitzeugen für die Gründe des Zusammenbruchs  die im Verlauf von “Lebt wohl, Genossen” dargestellt werden wirft ein größeres Licht auf die Personen selbst, als die historischen Ereignisse wissenschaftlich zu beleuchten.
Die arte-Serie zeichnet nun die letzten 15 Jahre des Ost-Gebildes

Lebt wohl, Genossen – Folgen 1 – 6
1.    Machtrausch    (1975 – 1979)
2.    Kriege        (1980 – 1985)
3.    Hoffnung    (1985 – 1987)
4.    Aufbruch    (1988)
5.    Rebellion    (1989)
6.    Kollaps         (1990 – 1991)

Die Vorpremiere von Teil 1 (“Lebt wohl, Genossen – Machtrausch”)

lebt wohl genossen Machtrausch1 Lebt wohl, Genossen!Bild: Sendeanstalt/Copyright – arte France

Lange Nacht der Museen Berlin 2012

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 19. Januar 2012

Lange Nacht der Museen Berlin 2012

Lange Nacht der Museen Berlin 2012 1024x723 Lange Nacht der Museen Berlin 2012Die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 feiert dieses Jahr den 30. Geburtstag. Am Sonnabend, den 28. Januar 2012, findet in der Zeit von 18.00 bis 2.00 Uhr die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 statt. Die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 steht ganz im Zeichen des 300. Geburtstag des preußischen Königs Friedrich des Großen.

Programm für die Lange Nacht der Museen Berlin 2012

Um die siebzig Häuser nehmen an der 30. Lange Nacht der Museen Berlin 2012 teil. Die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 wird an vielen Standorten mit musikalisch-literarischen Programmen oder speziellen Führungen den Geburtstag von Friedrich den Großen feiern und an diese historische Persönlichkeit erinnern. Die Lange Nacht der Museen findet nicht nur innerhalb der Standtorte statt. Unter den Linden werden am Reiterstandbild von Friedrich dem Großen Großprojektionen von seinen Aussprüchen gezeigt.

Tickets für die Lange Nacht der Museen Berlin 2012

Auch dieses Jahr berechtigt das Tickets für die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 zum Eintritt in alle teilnehmenden Häuser. Zur besseren Anbindung zwischen den teilnehmenden Standorten werden Shuttle-Busse eingesetzt. Von 15 Uhr bis 5 Uhr morgens des Folgetages kann der gesamte Nahverkehr genutzt werden.

Der Preis für die Tickets liegt auch dieses Jahr bei 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder unter 12 Jahren ist grundsätzlich der Eintritt für die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 frei.

Eine Ermäßigung gegen Vorlage des entsprechenden Ausweises erhalten:

  • SchülerLange Nacht der Museen Berlin 2012 Kulturforum 1024x681 Lange Nacht der Museen Berlin 2012
  • Studenten
  • Auszubildende
  • Arbeitslose
  • Hartz IV-Empfänger
  • Zivil- und Wehrdienstleistende
  • Rentner
  • Schwerbeschädigte.

Die Ermäßigungen sind leider nicht an den S-Bahn- und BVG- Automaten oder im Internet erhältlich.

Der Vorverkauf hat bereits am 23. Dezember 2011 begonnen. Die Tickets für die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 sind weiterhin in allen teilnehmenden Museen, in den Fahrschein-Verkaufsstellen, Kundenzentren und den Fahrscheinautomaten der S-Bahn und allen BVG-Verkaufsstellen, Reisemärkten und stationären Automaten erhältlich. Zusätzlich bieten das Kundencenter der Berliner Zeitung, alle „BERLIN infostores“, die Theaterkassen und museumsportal-berlin.de Tickets an. Eine Abendkasse befindet sich am 28. Januar ab 17.00 Uhr am logistischen Zentrum und in den teilnehmenden Häusern.

Der 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen ist sicher ein guter Anlass die Lange Nacht der Museen Berlin 2012 zu besuchen.Wir freuen uns schon auf die Lange Nacht der Museen Berlin 2012.

Foto 1, 3: Pressefoto von kulturprojekte-berlin.de
Foto 2: Sergej Horovitz von kulturprojekte-berlin.de
 

Lange Nacht der Museen Berlin 2012 1024x723 Lange Nacht der Museen Berlin 2012

Der Tod der Zeitzeugen

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 10. Januar 2012

Der Tod der Zeitzeugen stellt ein großes Problem in der Geschichtsforschung dar. Besonders der Tod der Zeitzeugen, die zur Zeit der Nationalsozialismus gelebt haben, beeinflusst die kollektive Erinnerung in Deutschland. Durch den Tod der Zeitzeugen wird die Kommunikation über die Vergangenheit unterbunden. Die Zeitzeugen sterben und damit auch ihre Erinnerungen. Sie haben die Vergangenheit als Beteiligte erlebt und nur sie können durch ihre Berichte die nachfolgenden Generationen bereichern. Das kommunikative Gedächtnis wird damit gravierend durch den Tod der Zeitzeugen beeinflusst.

Tod der Zeitzeugen beeinflusst das kommunikative Gedächtnis

Tod der Zeitzeugen Der Tod der ZeitzeugenDas kommunikative Gedächtnis wird auch Generationsgedächtnis genannt. Es umfasst alle Erinnerungen von Zeitzeugen, die kommunizierbar sind. Diese kollektive Erinnerung umfasst in etwa 80 Jahre. Nur noch wenige Großeltern können heute noch ihren Enkeln als direkte Zeitzeugen von ihrer Erlebnissen während des NS-Regimes und des 2. Weltkrieges berichten. Die Nachkriegsgeneration konnte während ihrer Jugend aus den Erzählungen der Eltern lernen. Jedoch nur so lange wie sie lebten. Mit dem Tod der Zeitzeugen versiegt diese Informationsquelle. Das Erzählen des Vergangenem muss der Erinnerung an die Stimme und den früheren Erzählungen des Zeitzeugens weichen, der von der Vergangenheit berichtet hat. Ist der Tod des Zeitzeugen vor seinen mündlichen Erzählungen eingetreten, so ist die einzige Möglichkeit, Informationen zu erhalten, die schriftliche Ausführung seiner Erlebnisse. Mitunter lassen sich Briefe, Tagebücher oder ein Notizheft des Zeitzeugen als Quelle finden. Diese lassen sich jedoch keineswegs mit der Authenzität der Zeitzeugen vergleichen.

Tod der Zeitzeugen erschwert Oral History

Die frühere Geschichte ist für die Nachwelt nur schwer zu verstehen. Der Tod der Zeitzeugen stellt die Wissenschaftler vor ein neues Problem. Mit dem Tod der Zeitzeugen wird die Methode der Oral History unmöglich, da der Zeitzeuge nicht mehr für ein Interview zur Verfügung stehen kann. Zeitzeugen berühen Gefühle – mehr als ein Stück Dokument. Mit dem Sterben der Opfer und Täter des Nationalsozialismus wird die Präsenz der Grausamkeiten in den Köpfen der Menschen immer weiter schwinden.

Zeitzeugen der nächsten Generation

Wie aufgezeigt, stellt der Tod der Zeitzeugen die Wissenschaftler vor neuen Herausforderungen die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es sollte nicht versäumt werden, die noch heute lebenden Zeitzeugen auch zu Themen wie Mauerbau, kalten Krieg und DDR zu befragen. Anderfalls wird uns auch dieser Tod der Zeugzeugen einholen.

Gedächtnis der Nation – Verein

Veröffentlicht von Zeitzeugen-Redaktion am 10. Januar 2012

Gedächtnis der Nation Verein Gedächtnis der Nation – VereinDie Idee vom Verein Gedächtnis der Nation lässt sich bis ins Jahr 1998 zurückverfolgen. Schon zu diesem Zeitpunkt begab sich ein ZDF-Jahrhundertbus, wie heute der Jahrhundertbus für den Verein Gedächtnis der Nation, auf die Reise nach Zeitzeugen als Informationsquelle für ZDF-Dokumentationen. 6000 Interviews sind das Ergebnis dieser ersten Fahrt durch ganz Deutschland gewesen. Ein äußerst zufriedenstellendes Ergebnis, das die Idee zum Gründen eines Vereins Gedächtnis der Nation ins Leben rief.

Gedächtnis der Nation – Initiatoren des Vereins

Bereits vor über vier Jahren, 2006, haben Guido Knopp und Hans-Ulrich Jörges sich die Realisierung des Projektes vorgenommen und die Gründung des Vereins “Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation” vorangetrieben. Im Dezember 2010 ist der gemeinnützige Verein schließlich gegründet worden. Der Vereinssitz liegt in Mainz.

Gedächtnis der Nation – Vereinsstruktur

Gedächtnis der Nation Joerges Bilavsky Knopp Gedächtnis der Nation – VereinGuido Knopp ist der Vorsitzende des Vereins Gedächtnis der Nation. Seit 1984 leitet er die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte. Er produzierte Fernsehsereien wie „Hitlers Helfer“ und die Reihe „100 Jahre“, eine Darstellung über das 20. Jahrhundert. Neben verschiedenen Auszeichnungen schaffte er es mit seinen Buchdokumentationen auf die Bestsellerliste.
Neben Guido Knopp ist Hans-Ulrich Jörgens der Vorsitzende im Verein. Seit 2007 ist Hans-Ulrich Jörgens Chefredakteur des Stern und Chefredakteur für Sonderaufgaben des Verlags Gruner + Jahr,
Der Vorstand wird durch die zwei Stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Brauburger und Thomas Lindner ergänzt. Seit 1998 ist Stefan Brauburger Stellvertretender Leiter der ZDF-Redaktion Zeigeschichte. Thomas Lindner ist seit 2009 Verlagsgeschäftsführer des Stern.

Die Vereinsredaktion

Der Historiker und Journalist Jörg von Bilavsky ist der Geschäftsführer vom Verein Gedächtnis der Nation. Zur Zeit leitet er zudem die Redaktion, die sich beim ZDF in Mainz befindet.

Interview im Jahrhundertbus1 Gedächtnis der Nation – VereinAls Redakteure sind Simone Gebel, Arnold Gralinski, Sonja Lüning und Dr. Jochen Voit tätig. Sie ordnen die Zeitzeugenberichte historisch ein und nutzen das Archivmaterial vom ZDF und anderen Produktionsfirmen. Sie treten in Kontakt mit möglichen Zeitzeugen und überprüfen deren Glaubhaftigkeit. In Zeitzeugeninterviews werden diese Zeitzeugen dann  im Jahrhundertbus befragt.

Gedächtnis der Nation als Verein kann einen großen Beitrag zur Bewahrung der Geschichte und persönlicher Erinnerungen leisten. Durch die Einbindung von YouTube und die Internetpräsenz können sich auch junge Menschen angesprochen fühlen sowie die Erhaltung dieser Arbeiten gelesitet werden.


NewGrunge |
bottom