Besatzungszonen Deutschland

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 14. May 2013

Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, welche das Ende des 2. Weltkrieges einläutete, wurden Besatzungszonen in Deutschland eingerichtet. Durch die Besatzungszonen wurde Deutschland gevierteilt, wobei jeweils eine Zone an Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion viel. Die Ostgebiete (rund ein Drittel des Staatsgebietes) wurden dabei vor der Teilung bereits direkt an Polen übergeben. Am 5. Juli 1945 wurde der Alliierte Kontrollrat in Berlin zur obersten Regierungsgewalt über alle Zonen erklärt. Obwohl Berlin in der sowjetischen der Besatzungszonen Deutschlands lag, wurde die Stadt gemeinsam von den Alliierten besetzt. Jede der Parteien organisierte ihre Zone in einer eigenen Besatzungspolitik, obwohl die verschiedenen Strategien bereits ab 1943 in der Atlantik-Charta, der Casablanca-Konferenz, der Konferenz von Teheran und der Erklärung von Jalta festgelegt wurden. Nach dem Sieg wurde sich bei der Potsdamer Konferenz am 2. August 1945 über das weitere Vorgehen innerhalb der Besatzungszonen Deutschlands beraten. Die Ziele waren die Demokratisierung, Demilitarisierung und Entnazifizierung des Landes sowie die Einrichtung eines Kontrollrates und eines Militärtribunals (Nürnberger Prozesse). Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Besatzungszonen Deutschlands aber sowohl von den Besatzern als auch den Besetzten als Provisorien gesehen. Erst später, zu Beginn des Kalten Krieges, wurde die Teilung als endgültig erachtet.

Die Wirtschaft in den Besatzungszonen Deutschlands

Die Lebensmittelversorgung war besonders in den Anfängen katastrophal. Viele Tausend Menschen starben in den ersten Wochen nach der Kapitulation an Hunger und Durst. Zwar wurden ausländische Hilfspakete geschickt, deren Einfuhr war allerdings bis zum 5. Juni 1946 verboten. Die jeweiligen Verwalter der Besatzungszonen Deutschlands verteilten Lebensmittelkarten der Kategorien I bis V abhängig von der Schwere der Arbeit, welcher man nachging. Die Rationen waren jedoch viel zu gering. Zu Beginn der Besatzungszeit fielen ebenfalls die Demontagen in den Besatzungszonen Deutschlands. Während die Sowjets die demontierten Fabriken als Reparationszahlung beschlagnahmten – die meisten Maschinen kamen ohne die wichtigsten Teile in der UdSSR an, weswegen man die Demontage frühzeitig beendete – wollen die westlichen Besatzer das Produktionsniveau auf rund 50% der Produktion des Jahres 1938 zurückschrauben. Die Demontage zur wirtschaftlichen Entmachtung des Landes ging in jeder der vier Besatzungszonen Deutschlands gleichermaßen radikal vonstatten, wodurch mit dem Ende der Demontage im Januar 1951 der Gesamtwert der demontierten Anlagen auf ca. 10,4Mrd. DM geschätzt wird. Anstelle eines wirklichen Wiederaufbaus wurde die deutsche Wirtschaft also um Jahre zurückgeworfen und mit der Direktive JCS 1067 ein wirtschaftlicher Aufschwung sogar verboten. Zwar investierten die USA im Zuge des Marshall-Plans einiges an Geld in den Wiederaufbau der westlichen Besatzungszonen Deutschlands, allerdings mussten diese Geldmengen bis zum Dreifachen zurückgezahlt werden. Dennoch wurde im Westen bereits 1950 wieder das Bruttosozialprodukt von 1936 erreicht.

Zeitzeugen der Besatzungszeit:

Karl-Heinz Piehler über den Einzug der Siegermächte in Rheinhessen:

Herrmann Glaser, ehemaliger Schul- und Kulturdezernent aus Nürnburg beschreibt die grauenvolle Nachkriegszeit:

 

 

Bildquelle: glglgl, Wikimedia Commons

Die Deutsche Frage

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 7. May 2013

Die Deutsche Frage resultierte aus immer wieder auftretenden Problemen zwischen 1806 und 1990 bezüglich der deutschen Einheit. Durch verlorene Kriege wurde Deutschland aufgeteilt bzw. schrumpfte, wodurch die Deutsche Frage durchaus berechtigt war, da niemand zu den entsprechenden Zeitpunkten wusste, wie mit Deutschland weiter verfahren werden sollte und ob es überhaupt weiter in dieser Form existieren wird. Die Zweifel an Deutschlands Bestehen waren mit der Deutschen Frage besonders während der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges sehr groß, da durch die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen (französische, sowjetische, britische und amerikanische) Unsicherheiten herrschten. Durch die allmähliche Wiedervereinigung der französischen, britischen und amerikanischen Besatzungszone zur Bundesrepublik und der Bildung der DDR im Osten schien eine vereintes Deutschland unmöglich.

 

Die Deutsche Frage in wirtschaftlicher Hinsicht

Die Deutsche Frage richtete sich ebenfalls stark auf die wirtschaftliche Stellung Deutschlands aus. Das in Besatzungszonen geteilte Deutschland war nämlich aus wirtschaftlicher Sicht stark angeschlagen. Die jeweilige Besatzungsmacht, also Frankreich, Großbritannien, USA oder Sowjetunion, musste ihre Gebiete selbst versorgen ohne mit einer benachbarten Zone kooperieren zu können. Erst am 1. Januar 1947 kam es zu der Gründung der Bizone und somit zu einem wirtschaftlichen Zusammenschluss der amerikanischen und britischen Besatzungszone. Im März 1948 schloss sich zudem die französische Besatzungszone dem Wirtschaftssystem der Bizone an, wodurch sich die Trizone bildete. Die sowjetischen Besatzer weigerten sich hingegen, dem – aus ihrer Sicht – scheinbar grauenvollen und kapitalistischen System der Nachbarzonen beizutreten und führte die Planwirtschaft fort. Dadurch entstanden zwei verschiedene Wirtschafts- und Währungssysteme in Deutschland, wodurch die Deutsche Frage abermals laut hervorschlug.

 

Besteht die Deutsche Frage immer noch?

Nein, durch die vollständige Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 gilt Die Deutsche Frage als geklärt. Deutschland erhielt mit dem Mauerfall und der Gleichstellung mit anderen Staaten in Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Europäischen Union seine Souveränität zurück. Das bedeutet, dass Deutschland ab diesem Zeitpunkt sowohl politisch als auch wirtschaftlich unabhängig von den ehemaligen Besatzungsmächten agieren kann.

Bildquelle: 52 Pickup, Wikipedia Commons

Bankhaus Mendelssohn

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 16. January 2013

Das Bankhaus Mendelssohn zog 10 Jahre nach seiner Gründung im Jahre 1815 in die Jägerstraße im Zentrum von Berlin. Der Gendarmenmarkt mit dem französischen und dem deutschen Dom liegt in unmittelbarer Nähe zum Bankhaus Mendelssohn. Das Schauspielhaus steht im kulturellen Zentrum. Zu dieser Zeit trat auch der in Paris beim Bankhaus Fould & Co ausgebildete Bruder vom Gründer (Joseph Mendelssohn) Abraham Mendelssohn Bartholdy in das Bankhaus mit ein. Hier entstand damals das historische Bankenviertel Berlins mit dem Bankhaus Mendelssohn als dem in seiner Zeit wichtigsten Bankhaus in ganz Deutschland. Das Bankhaus Mendelssohn ging später im Nationalsozialismus zwangsweise komplett in die Deutsche Bank auf.

 Bankhaus Mendelssohn in der DDR

Nach dem Krieg machte die DDR aus dem ehemaligen Bankhaus Mendelssohn die Geld- und Devisenbank der DDR und ließ die Bank damit wieder aufleben. Das historische Bankhaus in der Jägerstraße 49-50 ließ die DDR weitestgehend ungenutzt. Durch die hohe Abhängigkeit der DDR von westlichem Geld – und Devisen kamen sehr gute wirtschaftliche Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland in der DDR-Zeit zustande. Die aus dieser Zeit involvierten westlichen Banken, worüber diese Geschäfte abgewickelt wurden, erwarben zügig nach dem Fall der Mauer die ehemalige Geld- und Devisenbank der DDR und damit auch das historische Gebäude – das Bankhaus Mendelssohn.

 Bankhaus Mendelssohn nach dem Fall der Mauer

Das Bankhaus wurde von der französischen Bankengruppe Credit Lyonnais mit erworben. In den Jahren 1991 bis 1994 wurde das historische Gebäude denkmalgeschützt aufwendig renoviert. Das jahrhunderte alte, vom Krieg unversehrte Gebäude wurde mit modernster Informationstechnik, die für den Betrieb einer modernen Deutschen Handelsbank notwendig war, ausgestattet. Der historische Tresorraum mit den Schließfächern und die ehemalige Goldkammer wurden zu Besprechungsräumen ausgebaut. Der ehemalige Kassenbereich wurde als Großraum-Arbeitsbereich umgestaltet. Absolut beeindruckend ist schon der Eingangsbereich vom Bankhaus Mendelssohn mit den riesigen Holzflügeltüren, wo früher die Goldkutschen mit ihren Pferden direkt bis zur Goldkammer durchfuhren.

Bildquellen: Beek 100; OTFW Berlin; Wikipedia

Theater am Schiffbauerdamm

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 28. December 2012

Das Theater am Schiffbauerdamm steht auf dem Bertolt-Brecht-Platz in Berlin. Heute ist es die Spielstätte des Berliner Ensembles, das einst von Bertolt Brecht und seiner Frau Helene Weigel gegründet wurde. Das Theater am Schiffbauerdamm zählt zudem zu den prächtigsten Theatern Deutschlands und steht heute unter Denkmalschutz.

 Theater am Schiffbauerdamm zu DDR Zeiten

Schon zu DDR Zeiten gehörte das Theater am Schiffbauerdamm zu jenen kulturellen Schauplätzen, auf die Berlin stolz sein konnte. Am 9. April 1953 betätigte das Zentralkomitee der SED den Beschluss, dass das Theater an das Ensemble der Kasernieten Volkspolizei übergeben werden sollte. Als Bertolt Brecht jedoch davon erfuhr, legte er Einspruch ein, was daraufhin auch Wirkung zeigte. Am 9. März 1953 wurde das Theater am Schiffbauerdamm die offizielle Spielstätte, des im Jahre 1949 von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründeten Berliner Ensembles.

 Theater am Schiffbauerdamm/ Architektur

Der Architekt plante das Gebäude des Theaters am Schiffbauerdamm als ein einheitliches Gebäude passend zu den Wohnhäusern dahinter. Die Ansichtsseite des Gebäudes wurde durch den Turm und die südöstliche Fassade gebildet, auf die ein kleiner Weg darauf zu führte. Leider wurden die dazugehörigen Bauten, die bis zur Friedrichstraße reichten, sowie der Friedrichstadtpalast während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Auch der Turm und der Haupteingang des Theaters wurde beschädigt. In der DDR, in den 1950er Jahren, wurde der Turm, sowie der Haupteingang in vereinfachter Form wieder aufgebaut. Das Theater und auch das anliegende Wohnhaus, stehen heute unter Denkmalschutz.

Vor dem Theater am Schiffbauerdamm befindet sich das Bertolt-Brecht-Denkmal, auf dem Bertolt-Brecht-Platz, dass an den Lyriker, Dichter und den Gründer des Berliner Ensembles erinnern soll.

 In der Nähe des Theaters

Wer sich für die Literatur und die Geschichte Bertolt Brechts interessiert, der kann nach dem Besuch des Theaters das Brecht Haus besichtigen. Dort befindet sich die Gedenkstätte des Gründers des Berliner Ensembles und seiner Frau Helene Weigel. Das Brecht Haus ist in der Chausseestraße 125 zu finden, welches nicht weit vom Theater am Schiffbauerdamm entfernt ist.

Bildquelle: Mazbln; Wikipedia

Brecht Haus

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 11. December 2012

Das Brecht Haus steht in der Nähe des Berliner Ensembles in der Chausseestraße 125 in Berlin. Dort lebte einst Bertolt Brecht mit seiner zweiten Ehefrau Helene Weigel. Am 14. August 1956 starb Brecht in diesem Haus an den folgen seines Herzfehlers, unter dem er seit seiner Kindheit litt. Heute ist das Brecht Haus eine Erinnerungsstätte des künstlerischen Erbes Bertolt Brechts und seiner Frau.

Neben dem Brecht Haus befindet sich der Dorotheenstädtische Friedhof auf dem Bertolt Brecht auf eigenen Wunsch begraben wurde. Auch seine Frau, die einige Jahre später verstarb liegt neben ihm auf diesem Friedhof direkt neben dem Haus, indem sie die letzten Jahre ihres Lebens verbrachten.

 Was gibt es im Brecht Haus ?

Im Erdgeschoss des Vorderhauses im Brecht Haus befindet sich der Veranstaltungssaal des Literaturforums. Dieser kann bei Bedarf für literarische, kulturelle und sonstige Veranstaltungen angemietet werden. In der ersten Etage des Brecht Hauses befindet sich das Büro des Literaturforums.

Im Keller des Hauses kann man das schöne Kellerrestaurant besuchen, indem man die Lieblingsgerichte Bertolt Brechts und Helene Weigel genießen kann.

In der ersten Etage des Hinterhauses im Brecht Haus, befindet sich im Seitenflügel die Gedenkstätte des Lyrikers und Dramatikers und seiner Frau. Dort haben die beiden zuletzt gewohnt. Heute gehört dieser Teil des Hauses zu der Akademie der Künste. Die großen Räume nutzte Brecht für seine Arbeitstische und für Gespräche mit seinen Schülern. In dem Haus befindet sich heute auch noch die Bibliothek Bertolt Brechts, die ungefähr 4000 Bände umfasst.

Ebenfalls eine Einrichtung der Akademie der Künste ist die zweite Etage des Hinterhauses im Brecht Haus. Hier befindet sich das Bertolt Brecht Archiv, dass am 1. Dezember 1956 von Helene Weigel gegründet wurde. Der Gesamtbestand umfasst mehr als eine Million Dokumente zum Nachlass des Dichters und Regisseurs. Seit 1974, nach dem Tod Helene Weigels, gibt es im Brecht Haus auch das Brecht-Weigel-Archiv.

Bildquellen: Bundesarchiv, Bild 183-T0411-347 / Link, Hubert / CC-BY-SA; Regani, Wikipedia

Alliierte in Berlin

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 1. November 2012

Im Londoner Abkommen vom 19. bis zum 30. Oktober 1943 wurde die Dreiteilung Berlins festgelegt. Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges (USA, Großbritannien und die Sowjetunion) sollten jeweils einen Teil der Stadt erhalten. Am 1. Mai 1945 wurde das Protokoll jedoch ergänzt, denn auch Frankreich sollte nun einen Teil erhalten. Obwohl Frankreich nicht zu den Siegermächten zählte, weil es im Krieg gegen Deutschland kapitulieren musste, bekam das Land den vierten Teil Berlins. So unterzeichneten die vier Länder am 5. Juni 1954 die Berliner Erklärung. Dass Frankreich am Ende doch noch eine Besatzungszone Berlins erhielt, hatte sozusagen freundschaftliche Motive, denn das Land baute im Ausland die Forces Françaises Libres auf, die auf Seiten der Alliierten, für die Befreiung Frankreichs kämpfte. Welches Land welche Besatzungszone erhielt, ist in folgendem Abschnitt aufgeführt.

Alliierte in Berlin /Besatzungszonen

Zu den Alliierten in Berlin zählten also nicht nur die USA, Großbritannien und die Sowjetunion, sondern auch Frankreich. Die westlichen Staaten erhielten West- Berlin und die Sowjetunion bekam Ost- Berlin und damit die Bezirke: Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Treptow, Pankow, Weißensee, Lichtenberg, Köpenick, Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf. Um das zu verdeutlichen und um die Flucht der Bürger der DDR zu verhindern, baute die Sowjetunion 1961 die Mauer, die Ost- und West- Berlin trennte. Die USA erhielt die südlichen Bezirke West-Berlins (Kreuzberg, Schönberg, Zehlendorf, Tempelhof und Neukölln), Großbritannien die Mitte (Tiergarten, Charlottenburg, Wilmersdorf und Spandau), und Frankreich bekam die nördlichen Bezirke des westlichen Teils der heutigen Hauptstadt, nämlich Wedding und Reinickendorf. Berlin war somit sorgfältig unter den Alliierten aufgeteilt und bildete ein zerstückeltes Ganzes.

Alliierte in Berlin/ Ende der Besatzungszeit

Mehr als 28 Jahre teilte die Mauer Berlin.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 wurde die Mauer wieder zu Fall gebracht. Ein Jahr darauf, am 12. September 1990 wurde das Ende der Besatzungszeit durch die Alliierten in Berlin in dem Zwei-Plus-Vier– Vertrag in Moskau dann endgültig besiegelt. Die Wiedervereinigung Deutschlands war vollzogen.

Bildquelle: Incnis Mrsi; Wikipedia

Sozialstaat

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 29. October 2012

Der Ausdruck Sozialstaat bezeichnet einen Staat, der mit seinem Agieren soziale Sicherheit und Gerechtigkeit bewirken will, damit sichergestellt wird, dass alle an Entwicklungen von Gesellschaft und Politik teilhaben. Zudem meint Sozialstaat sämtliche sozialen Einrichtungen, Steuerungsmaßnahmen und Normen, die der Milderung von Lebensrisiken und sozialen Folgewirkungen dienen. Der Staat verspricht, sicherzustelllen, dass innerhalb der Gesellschaft ein sozialer Ausgleich über Gesetze und öffentliche Verwaltung stattfindet. Der Sozialstaat wird dabei durch die Sozialpolitik entsprechend modelliert.

Der deutsche Sozialstaat

Das Prinzip des Sozialstaates ist in Deutschland zusammen mit dem Prinzip des Rechtsstaates, des Bundesstaates und der Demokratie Basis der deutschen Verfassungsordnung. Das Sozialstaatsprinzip zählt somit zu den Zielen der Bundesrepublik Deutschland und ist durch die Ewigkeitsgarantie langfristig geschützt. Das Prinzip zwingt die Legislative, Judikative und Administration, nach sozialen Aspekten zu agieren und passend Recht zu sprechen. Das Wirtschaftssystem Deutschlands trägt nun den Namen „Soziale Marktwirtschaft“, weil der Staat der Wirtschaft Vorgaben gibt, welche auf einen sozialen Ausgleich abzielen, wobei die Wirtschaft sich wiederum nach dem Markt richtet. Jene Marktanpassung ist dabei das Gegenteil der zentralen Planwirtschaft, wie sie in der Sowjetunion üblich war. Durch die sozialen Vorgaben sollen die Resultate einer reinen Marktwirtschaft, zu sehen im Kapitalismus, abgefedert oder sogar gänzlich blockiert werden.

Der Sozialstaat in der Krise

Das Wachstum der Wirtschaft ließ schließlich allmählich nach. Gewinne aus dem Markt wurden reinvestiert und vermehrt. Kapital wurde somit angehäuft. Die Globalisierung, demografische Entwicklungen sowie die Verschuldung des Staates und die wachsende Arbeitslosigkeit verursachten schließlich Probleme in der Wirtschaft. Daraufhin erklärten zahlreiche Industrieländer den Sozialstaat zur Quelle allen Übels. In der Folge wurden beispielsweise staatliche Leistungen teils reduziert. Im Bezug auf die schwedische Variante gibt es jedoch positive Stimmen: Dort sind Firmen auf dem Markt weniger geschützt als in Deutschland. Dafür besitzen jedoch die Individuen im schwedischen Sozialstaat eine höhere finanzielle Absicherung.

Kalter Krieg

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 24. October 2012

Kalter Krieg ist der Name der Auseinandersetzung zwischen den westlichen Mächten, geleitet von den USA, und dem Ostblock, angeführt von der UdSSR. Kalter Krieg benennt diesen Kampf, der offiziell von 1947 bis in die 1980er Jahre auf verschiedenen Ebenen geführt wurde. Kalter Krieg bedeutet jedoch, dass es keine unmittelbaren militärischen Kampfhandlungen zwischen den beiden Großmächten gab. Kalter Krieg heißt aber auch, dass beide Lager sich über Jahrzehnte mit politischen, wirtschaftlichen, technischen und militärischen Mitteln bemühten, die Wichtigkeit der anderen Macht zu reduzieren.

Kalter Krieg: Verlauf

Gemeinhin wird das Auftreten der UdSSR im Iran als Auslöser des Kalten Krieges gesehen. Die Sowjetunion unternahm dort 1945 und 1946 den Versuch, die Provinzen abzusplittern, in welchen Kurden und Aseris lebten. Dies taten sie, um Staaten zu gründen, welche der UdSSR freundlich gesinnt waren. Zudem verfolgte Stalin den Plan, Teheran mit einer kommunistischen Regierung auszustatten. Im Frühling 1946 warnte US-Präsident Truman Stalin vor drastischen Folgen, die Verwendung von Atomwaffen nicht ausschließend, sollten die sowjetischen Truppen den Iran nicht verlassen. Truman war der Ansicht, dass die Tatsache, dass die UdSSR das iranische Öl verwalteten, die globalen Machtverhältnisse verändern würde und das Aufsteigen der westlichen Wirtschaft stark einschränken könnte. US-Truppen waren 1950 und 1965 an Kriegen bezüglich der Zukunft des geteilten Koreas und Vietnams aktiv beteiligt. 1979 schickte die UdSSR Truppen nach Afghanistan, um einer Bürgerkriegspartei zu helfen. In der Dritten Welt fanden einige „Stellvertreterkriege“ statt. Wenn ein Staat gefährdet war, die Seiten zu wechseln, begannen die Westmächte verdeckte Geheimdienst-Einsätze mit der Aufgabe, einen Militärputsch wie in Chile oder dem Iran durchzuführen. UdSSR-Truppen beendeten den Volksaufstand in der DDR 1953 und besetzten Ungarn 1956, sowie die Tschechoslowakei 1968, um dort einen Regierungswechsel herbeizuführen. Des Weiteren verkündeten beide Seiten ihre Ideologie und rüsteten auf. Auch die Entwicklung von Wirtschaft und Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie war vom Kalten Krieg geprägt. Der Begriff Kalter Krieg ist jedoch problematisch, da dieser Ost-West-Konflikt sich immer wieder entspannte und auch wieder verschärfte.

Ostblock

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 22. October 2012

Ostblock stellt einen politischen Begriff aus der Ära des Ost-West-Konfliktes dar, welcher die Sowjetunion und deren Satellitenstaaten in Europa und Asien beschreibt, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Vorherrschaft der UdSSR zusammengefasst waren. Teil des Ostblocks waren in Europa die Volksrepublik Polen, die DDR, die Tschechoslowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien. Einige nicht-europäische Länder wurden ebenfalls als Teil vom Ostblock gesehen, solange die Hegemonialstellung der Sowjetunion auf sie einwirkte. In diesem Zusammenhang zählten also auch Kuba, Vietnam, Nordkorea, die Mongolische Volksrepublik und die Volksrepublik China in ihren Anfängen zum Ostblock.

Organisierung des Ostblocks

Die oben genannten Staaten innerhalb Europas formierten sich 1949 im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, dem Comecon. Zudem fanden sich die Staaten des europäischen Ostblocks 1955 im Warschauer Pakt zusammen. Im gleichen Jahr entschied sich der Rat für eine engere Verknüpfung der Wirtschaft. Man wollte die Länder des Paktes in ein uniformes Wirtschaftsgebiet transformieren, welches es ermöglichte, dass die Schritte der Produktion unter den Staaten aufgeteilt wurden. Bis 1953 wirkte der Block wie eine geschlossene Einheit. Jedoch brach er, bedingt durch konträre Interessen in Wirtschafts-, Politik- und Ideologiefragen, Stück für Stück auseinander. Ein paar der Länder mit sozialistischer Regierung fingen an, ihre Politik immer stärker unabhängig von der Sowjetunion zu gestalten. Vor allem China entzog sich zunehmend der sowjetischen Hegemonie, weswegen in den 1960ern ein öffentliches Zerwürfnis stattfand. Ab den 1980ern zählte man gewöhnlich lediglich noch die Mitglieder des Warschauer Paktes zum Ostblock. Jene Bezeichnung stellt übrigens eine Erfindung der westlichen Staaten dar. Der Begriff hebt hervor, wie man die Zusammengehörigkeit der Staaten unter der Herrschaft der UdSSR im Verlauf des Kalten Krieges verstand. Diese Länder erweckten den Eindruck einer stabilen Front, deren Politik in sämtlichen bedeutenden Punkten die gleiche Linie anstrebte. Dies basierte darauf, dass die einzelnen Regierungen der Volksrepubliken sehr stark auf die Regierung der Sowjetunion angewiesen waren. Die Regierungen der einzelnen Länder im Ostblock akzeptierten zwar nicht uniform die Führungsrolle der KPdSU, akzeptierten jedoch alle die Vormachtstellung der Sowjetregierung.

Bildquelle: Fakie; Wikimedia Commons

DDR Stasi

Veröffentlicht von zeitzeugenberlin am 30. May 2012

Die DDR Stasi oder das Ministerium für Staatssicherheit diente insbesondere als Überwachungs- und Unterdrückungsinstrument der SED. Bei der DDR Stasi handelte es sich um den Inlands-, aber auch Auslandsgeheimdienst und ein Instrument zur Verfolgung politischer Straftaten. Die Mittel der DDR Stasi zum Machterhalt waren Überwachung, Einschüchterung, Terror und die sogenannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker. Das MfS als die DDR Stasi wurde am 8. Februar 1950 gegründet.

Mitarbeiter der DDR Stasi

DDR Stasi - WappenDie Mitarbeiterzahl der DDR Stasi wurde kontinuierlich ausgebaut. Zu Beginn waren es insgesamt nur 1.150 feste Mitarbeiter und bis zum Schluss der DDR waren es tatsächlich 91.015. Zuletzt kam ein hauptamtlicher Mitarbeiter auf eine Einwohnerzahl von 180. Somit stellt die DDR Stasi bis heute den größten geheimdienstlichen Apparat der Weltgeschichte dar. Das MfS wurde als „Schild und Schwert der Partei“ bezeichnet. So waren die Mitarbeiter der DDR Stasi fast ausnahmslos Mitglieder der SED. Andere waren zumindest noch in der „Kandidatenphase“ zur SED-Mitgliedschaft. Personen mit NS-Vergangenheit war das Arbeiten bei der Stasi nicht gestattet. Mitarbeitern, die dies verschwiegen, wurde sofortig gekündigt.

Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern der DDR Stasi gab es zudem inoffizielle Mitarbeiter, deren größte Ausdehnung ca. 200.000 Menschen umfasste. Die genaue Anzahl der inoffiziellen Mitarbeiter kann nur den noch vorhandenen Akten entnommen werden. Da viele Akten jedoch bereits vernichtet wurden, kann keine genaue Angabe mehr gemacht werden.

Einsicht in die Akten der DDR Stasi

Viele Zeitzeugen der DDR haben noch großes Interesse an den Akten der Stasi. Schließlich enthalten die Schriftstücke teilweise ziemlich private Details über die beschatteten Personen. Leider ist die Einsicht der Stasi Akten mit persönlichem finanziellem Aufwand verbunden. Dazu muss ein Antragsformular ausgefüllt werden, das unter anderem im Internet erhältlich ist. Einzureichen ist es beim Bundesbeauftragten direkt in Berlin. Es kann sehr hilfreich sein, den Beamten zu erläutern, durch welche besonderen Ereignisse man interessant für die Stasi gewesen sein könnte, sodass diese gezielter nach Informationen in dem riesigen DDR Stasi Archiv nachsehen können.

Bild 1: Wikipedia;  jgaray

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