Die Deutsche Film AG (DEFA) war ein volkseigenes Unternehmen, welches seinen Sitz in Potsdam-Babelsberg hatte. In relativ enger Zusammenarbeit mit der SED wurden hier vor allem Filme mit meinungsbildender Propaganda gedreht. Nach dem Anliegen Ihrer Gründer sollte die Deutsche Film AG helfen, die Demokratie in Deutschland wiederherzustellen und gleichzeitig faschistisches Gedankengut eliminieren, um die Deutschen zu sozialistischen Bürgern zu erziehen. Mit der Einführung des Fernsehens in der DDR erhielt die Deutsche Film AG ein zusätzliches Aufgabengebiet. Insgesamt entstanden durch die Deutsche Film AG etwa 3900 Filme in den Bereichen Spielfilm, Animationsfilm sowie Dokumentar- und Kurzfilm. Weiterhin wurden etwa 8000 Filme synchronisiert.

Gründung und Anfänge der Deutschen Film AG

Nachdem der zweite Weltkrieg beendet war, versuchten die sowjetischen Besatzer die Filmindustrie im Osten Deutschlands möglichst schnell wieder einsatzfähig zu machen. Bereits drei Wochen nach der Kapitulation der Wehrmacht wurden Lichtspielhäuser und Theater in Berlin wieder geöffnet. Ob die Deutsche Film AG zu diesem Zeitpunkt bereits geplant war, ist nicht bekannt. Unter dem Vorwand, der Bevölkerung eine angenehme Ablenkung und Freizeitbeschäftigung zu bieten, wurden hier nun verschiedenste, aus dem Russischen synchronisierte Filme mit Propagandahintergrund ausgestrahlt.

Der sowjetische Filmverleih Sojusintorgkino übernahm am 4. Juli 1945 alle Kinos der Universum Film AG, welche zuletzt unter der Regierung Hitlers eine ähnliche Aufgabe wie die zukünftige Deutsche Film AG innehatte und sorgte dafür, dass diese wieder nutzbar waren. Anschließend wurde von der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) die gesamte Filmproduktion in der sowjetischen Besatzungszone reorganisiert. Darauf folgend beschlagnahmte die SMAD am 30. Oktober alle Vermögenswerte der Filmproduktion innerhalb ihres Besatzungsgebietes, um die alleinige Kontrolle über die Produktion zu haben. Am 17. Mai 1946 wurde die Deutsche Film AG als Deutsche Film GmbH i. Gr. in Potsdam-Babelsberg gegründet. Oberst Sergei Tjulpanow überreichte die Lizenz für die „Herstellung von Filmen aller Kategorien“ allerdings nicht für deren Vertrieb. Am 13. August 1946 erfolgte die Eintragung ins Handelsregister mit einem Stammkapital von 20.000RM. Am 11. November 1947 wurde sie schließlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und somit zur Deutschen Film AG. Das Stammkapital wurde nun von der VOB Zentrag übernommen und auf 10.000.000RM erhöht. Am selben Tag wurde von der SED die DEFA-Kommission gebildet, welche sowohl Rohschnitt als auch Endfassung der von der Deutschen Film AG gedrehten Filme zur Genehmigung vorgelegt werden mussten.

Die wichtigen Funktionsträger der Deutschen Film AG wurden genau von der SED überwacht und bereits bei geringem Verdacht wurden Inhaber von Führungspositionen kurzerhand ersetzt. Am 1. November 1948 erhielt die Deutsche Film AG die Rechte zum Verleihen eigener Filme zurück und der DEFA-Filmverleih wurde gegründet. Ab dem 1. Oktober des Folgejahres erschien die Betriebszeitung „DEFA-Blende“.