Christoph Wonneberger wurde am 5. März 1944 in Wiesa im Erzgebirge als Sohn einer Pfarrersfamilie geboren. Nachdem er ein Theologiestudium absolviert hat und 1973 in Leipzig ordiniert wurde, arbeitete er bis 1977 als Pfarrer in Leipzig-Möckern und Taucha. Anschließend wechselte Christoph Wonneberger bis 1984 in die Dresdner Weinbergskirchgemeinde und fing an, sich sozialpolitisch zu engagieren. So gründet er zum Beispiel die Initiative „Sozialer Friedensdienst“, welche sich für einen Zivildienst in der sonst immer mehr vom Militär durchdrungenen Gesellschaft einsetzt. Zusätzlich berät er junge Männer, die den Wehrdienst verweigern. Zu dieser Zeit stand er bereits unter Stasi-Beobachtung und sollte durch offizielle sowie inoffizielle staatliche Einflussnahmen diszipliniert werden. Diese Maßnahmen fielen nicht auf fruchtbaren Boden und so wurde Christoph Wonneberger ab 1981 vom DDR-Geheimdienst als feindlich-negativ erfasst und ein Operativer Vorgang wurde eröffnet.

Christoph Wonnebergers Initiierung der Montagsdemonstrationen

1982 schlug Wonneberger im Rahmen seiner Initiative vor, in Kirchen regelmäßige Friedensgebete abzuhalten. So wollte er für Regierungsgegner eine langfristige Anlaufstelle des friedlichen Widerstandes schaffen. Durch eine effektive Verbreitung dieser Idee über Flugblätter und Kettenbriefe finden die Friedensgebete schon bald DDR-weit statt. 1985 wird Christoph Wonneberger Pfarrer in der evangelischen Lukasgemeinde des Leipziger Stadtteils Volkmarsdorf. Nachdem er 1987 die Arbeitsgruppe Menschenrechte gegründet hat, gerät er wieder in heftige Auseinandersetzungen mit staatlichen sowie inzwischen auch kirchlichen Stellen. Bereits ein Jahr zuvor hatte er die Organisation der wöchentlichen Friedensgebete in der Nikolaikirche in Leipzig übernommen, in welcher er verschiedensten Oppositionsgruppen die Möglichkeit gab, ihre Ansichten zu zu zeigen. Im September 1988 wurde Christoph Wonneberger von der Aufgabe als Koordinator der Friedensgebete enthoben. Daraufhin folgten Protestaktionen der von Wonneberger unterstützen Gruppen, welche nach zwei Monaten Wirkung zeigten und einen Kompromiss erreichten, durch welchen die Wiederaufnahme der Friedensgebete unter der Verantwortung von Christoph Wonneberger und 3 weiteren Pfarrern durchgesetzt werden konnte. Zusätzlich wurde unter seiner Leitung ab 1988 in der Lukaskirchgemeinde ein Zentrum des oppositionellen Wiederstandes aufgebaut. Durch eingehende Kooperation mit der Bundesrepublik erhielt er Zugriff auf illegale Bücher und Geräte zur Vervielfältigung ihrer Texte. Im Gegenzug unterhielt er ein Demotelefon, über welches er jeden Montag im Anschluss an das Montagsgebet die westlichen Journalisten über die Geschehnisse unterrichtete. Im Vorfeld der Montagsdemonstration am 9. Oktober druckte und verteilte Christoph Wonneberger in Zusammenarbeit mit Thomas Rudolph, Frank Richter und Kathrin Walther das Flugblatt „Wir sind ein Volk“ in einer Auflage von 25.000 Stück. Noch an diesem Abend tritt Christoph Wonneberger live im ARD auf und berichtet von der friedlichen Demonstation in Leipzig mit ungefähr 70.000 Teilnehmern. 21 Tage später, am 30. Oktober 1989 und somit nur wenige Tage vor dem Mauerfall, erleidet er einen Schlaganfall und tritt, bis ihm 2009 der Bambi für „Stille Helden“ verliehen wird, nicht mehr öffentlich auf. Außerdem erhielt er 1995 für seinen gesellschaftlichen Einsatz das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik.