Das Volkseigentum in der DDR war Teil der kommunistischen Grundidee und eine inhaltlich umgestaltete Form des Staatseigentums und demnach Teil des Sozialstaats. Das Volkseigentum der DDR beinhaltete in den 80er Jahren etwa 98% des Produktionsvermögens. Zusammen mit dem Eigentum gesellschaftlicher Organisationen und dem genossenschaftlichen Eigentum bildete es das sozialistische Eigentum. Unter das Volkseigentum der DDR fielen so gut wie alle Naturreichtümer wie Bodenschätze und Landflächen sowie jegliches Gewerbe über Banken bis hin zur Industrie. Dem Wortlaut nach war das Volkseigentum in der DDR das Eigentum jedes einzelnen Bürgers. Rechtlich gab es hier jedoch harte Grenzen, die so weit gingen, dass das Volkseigentum der DDR nur nach staatlichen Plänen genutzt werden durfte. So konnte es nicht verliehen oder veräußert werden, jeglicher geschaffene Mehrwert ging automatisch ins Staatseigentum über und es war in besonderem Maße strafrechtlich geschützt. Durch das „Gesetz zum Schutz des Volkseigentums und anderen gesellschaftlichen Eigentums“ (VESchG) wurde jegliches entwenden von Volkseigentum der DDR mit Strafen von bis zu 25 Jahren Zuchthaus geahndet. Als Abschreckung bestrafte man sogar Kleinstdelikte mit einem Jahr Zuchthaus.

Entstehung des Volkseigentums der DDR

  1. Durch Enteignung von Faschisten, Kriegsverbrechern und Großgrundbesitzern während der Zeit der sowjetischen Besatzung.

  2. Öffentlicher Besitz von Gemeinden und Landkreisen wird in das Volkseigentum der DDR überführt.

  3. Naturreichtümer gelten als Volkseigentum (Gewässer, Bodenschätze, Wälder und Landflächen).

  4. Die Besitztümer von Republikflüchtlingen wurden entweder an Dritte veräußert oder ebenfalls in das Volkseigentum integriert.

  5. Enteignung durch staatliche Zwangsbeteiligung und andere unlautere Machenschaften, welche die Eigentümer dazu zwangen, ihren Besitz in das Volkseigentum der DDR zu übergeben.

Kritik am Volkseigentum der DDR

Das Volkseigentum wird oftmals als andere Form des Staatseigentums bezeichnet. Dies ist insoweit richtig, dass der Staat allein, jegliche Kontrolle über dieses Eigentum besaß. Zwar gehörte das Volkseigentum der DDR nach seiner Definition jedem Bürger, wer allerdings was genau damit machen durfte, wurde vom staatlichen Plan festgehalten. Die Idee, das Eigentum einzelner zum Eigentum aller zu machen, um damit dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen, entwickelte sich zu einem weiteren Werkzeug absoluter staatlicher Kontrolle.