Vom Fernsehzentrum zum deutschen Fernsehfunk

Am 11. Juli 1950 erfolgte der ersten Spatenstich für den Bau des Fernsehzentrums in Berlin-Adlershof. Am 20. Dezember 1951 begannen die ersten Sendeversuche, jedoch nicht für die Öffentlichkeit, da die ersten öffentlichen Fernsehgeräte erst ab Juli 1952 aufgestellt wurden. Am 21. Dezember 1952 startete das „öffentliche Versuchsprogramm“ mit zwei Sendestunden täglich nach 20:00 Uhr und gab damit den Startschuss für den deutschen Fernsehfunk. Ausgestrahlt wurde ein Grußwort und die Nachrichtensendung „Die Aktuelle Kamera“. Empfangen konnten dies in der DDR allerdings lediglich 60 Geräte. Bis 1955 wurde das Sendenetz des deutschen Fernsehfunks großflächig ausgebaut. Es gab drei Sendestudios und einen Übertragungswagen. Am 2. Januar 1956 beendet das Berliner Fernsehzentrum sein Versuchsprogramm und ab dem 3. Januar begann der deutsche Fernsehfunk (DFF) sein Programm.

Vom deutschen Fernsehfunk zum DDR-Fernsehen

Aus politischen Gründen hieß der Sender zu Beginn deutscher Fernsehfunk und nicht DDR-Fernsehen, da er das Fernsehen für ganz Deutschland sein wollte. Dieses Vorhaben schlug jedoch trotz grenznaher Sender fehl. Ende 1958 waren in der DDR über 300.000 Fernsehgeräte angemeldet, welche den deutschen Fernsehfunk empfangen konnten. Am 7. Oktober 1958 wurde das Vormittagsprogramm als Wiederholung für Spätarbeiter eingeführt und einen Tag später hatte der Abendgruß des Sandmännchens sein Debüt. Am 3. Oktober 1969 ging das 2. Programm des deutschen Fernsehfunks (DFF 2) auf Sendung. Dieses war erstmals in Farbe und leitete damit das Farbfernsehzeitalter beim deutschen Fernsehfunk ein. Durch das zweite Programm nahmen auch die Sendestunden sprunghaft zu. Produziert wurde in SECAM in bewusster Abweichung von westdeutschen PAL-System.

Jahr 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1988 1989
Sendestunden/Jahr 786 3007 3774 6.028 6.851 7.704 8.265 9.194 8.900
Durchschn. Sendestunden/Woche 15 58 73 116 132 148 159 177 171

Fernsehen der DDR

Am 11. Februar 1972 wurde der deutsche Fernsehfunk in „Fernsehen der DDR“ umbenannt. Quasi nach der Testphase mit dem deutschen Fernsehfunk entfaltete sich das Fernsehen nun endgültig zum vollwertigen politischen Werkzeug. Während dieser Zeit wurden einige neue Studios hinzugebaut und nach und nach die Abläufe optimiert. So gab es in den 70er noch eine Regie für zwei Studios, da man der Meinung war, dass nur in einem Studio produziert wird, während man im anderen die nächste Produktion vorbereitet. Auch die Technik entwickelte sich rasant weiter und wurde regelmäßig nachgerüstet. Zwar wurde bis 1989 immer noch in SECAM gesendet, allerdings war alles für einen Umstieg auf PAL ausgebaut.

Wendezeit und Abschaltung

Die politische Wende bedeutete für den deutschen Fernsehfunk erst einmal eine Entlastung. Vor allem über Politik konnte zunehmend freier berichtet werden und einige neue Programme gingen auf Sendung. Nach dem Rücktritt der SED-Parteispitze wurde der deutsche Fernsehfunk quasi komplett reformiert. Am 12. März 1990 wurde aus den Programmen DDR-F1 und DDR-F2 wieder DFF 1 und DFF 2. Nachdem bekannt wurde, dass Ost- und Westdeutschland wieder zusammengeführt werden, gestaltete sich das Fernsehprogramm regionaler und neue Korrespondentenbüros entstanden. Durch den Einigungsvertrag vom 3. Oktober 1990 verlor der deutsche Rundfunk seine Eigenständigkeit wieder und musste laut Artikel 36 bis zum 31. Dezember 1991 vollständig aufgelöst werden. Der erste Teil der Abschaltung erfolgte am 15. Dezember 1990, bei dem das Erste Deutsche Fernsehen die Senderkette des DFF 1 übernahm. Die endgültige Abschaltung erfolgte schließlich um Mitternacht des 31. Dezembers 1991.

Bericht über den Berliner Mauerfall am 9. November 1989:

 

 

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-G0301-0001-009 / CC-BY-SA, Wikimedia Commons