Mit der Gründung der DDR 1949 wurden die Polzeien der Länder der sowjetischen Besatzungszone zur „Deutschen Volkspolizei“ (DVP) vereinheitlicht. Es wurden hauptsächlich Antifaschisten, vorzugsweise Kommunisten, in leitenden Positionen der Volkspolizei eingesetzt. Die Volkspolizei unterstand dem Minister des Inneren der DDR. Die Volkspolizei verfügte über diverse Ausbildungsstellen für die jeweiligen Dienstzweige. Diese Ausbildungsstellen waren über die ganze DDR verteilt. Ab 1962 hatte die Volkspolizei ihre eigene Hochschule in Berlin-Biesdorf. Der Fuhrpark der DVP umfasste hauptsächlich Autos von Marken aus der DDR oder aus der Sowjetunion, aber auch einige importierte Modelle. Beispielsweise importierte die DDR Ende der siebziger Jahre 10.000 VW Golf 1 für den Einsatz als Streifenwagen. Neben der DVP gab es den kasernierten Verband der Volkspolizei: Die Volkspolizei-Bereitschaft (VPB). Dieser Verband gehört nicht zu den Dienstzweigen der Volkspolizei, unterstand jedoch genau wie die DVP dem Ministerium des Inneren.

 Die Volkspolizei untergliederte sich in fünf Zweige. Die Kriminalpolizei, die Wasserschutzpolizei, die Verkehrspolizei, die Schutzpolizei und die Transportpolizei. Die Tätigkeitsbereiche der ersten vier Zweige der Volkspolizei gleichen den gleichnamigen Bereichen der heutigen Polizei. Die Transportpolizei war für die Bewachung des Vehrkehrswesens und dem Schienennetz der Deutschen Reichsbahn zuständig. Die Transportpolizei war an allen großen Bahnhöfen der DDR stationiert. Dieser Zweig der DVP überwachte bis zum Mauerbau auch die Berliner Ringbahn, die der Deutschen Reichsbahn gehörte.

Die Volkspolizei führte 1952 den sogenannten Abschnittsbevollmächtigten (ABV) ein. Dieser war nach sowjetischem Vorbild der erste Ansprechpartner für Bürger, die in Not waren oder eine Aussage machen wollten. Der ABV hatte eine Schlüsselrolle, da er der SED dabei half die DVP als „Polizei des Volkes“ zu präsentieren. Der Abschnittsbevollmächtigte hatte, wie das Ministerium für Staatssicherheit, über die Personenkennzahl (PKZ) Einsicht in diverse gesammelte Daten der Bürger, unter anderem die Hausbücher der Familien.

 Die Grenztruppen der DDR und ihr Vorläufer, die Deutsche Grenzpolizei, gehörten nicht zur Volkspolizei und unterstanden dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Zuletzt arbeiteten bei der DVP mehr als 80.000 hauptamtliche Polizisten. Mit der deutschen Wiedervereinigung am 03.10.1990 wurden ungefähr 40 Prozent der DVP entlassen, da die Polizeihoheit an die neuen Bundesländer ging.