DDR PunkBeginn der 80er Jahre begann auch in der DDR Punk populär zu werden. In Städten wie Berlin, Leipzig, Erfurt und Halle fand die DDR-Punk-Szene am meisten Anklang. Viele Mitglieder der Bewegung des DDR-Punks wurden bis zur Wende staatlich verfolgt. Im Gegensatz dazu steht, dass gegen Mitte der achtziger Jahre Bands bereits offiziell DDR-Punk Platten veröffentlichten konnten.

Dadurch, dass bereits Ende der Siebziger die Punk-Musik über Großbritannien in die Bundesrepublik Deutschland kam, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bürger der DDR Punk-Musik über Sender wie den RIAS oder die BBC zu hören bekamen. Infolgedessen wuchs die Szene des DDR-Punks Anfang der achtziger Jahre sehr stark an, was eine erste Verfolgungswelle zur Folge hatte. Allein in Berlin wurden in dieser Zeit Maßnahmen gegen rund 250 DDR-Punks eingeleitet. Das schloss Maßnahmen wie Aufenthaltsverbote, Verhaftungen und Hausdurchsuchungen mit ein. Das sollte die DDR-Punks verunsichern. Während die evangelische Kirche vielen Bands zu Auftrittsgelegenheiten verhalf, stieg die Anzahl der Mitglieder dieser Bewegung Mitte der Achtziger weiter an. Gerade junge und neue Mitglieder der DDR-Punk-Bewegung konnten vom Ministerium für Staatssicherheit dazu gewonnen werden, für sie als inoffizieller Mitarbeiter (IM) zu arbeiten, wodurch die Szene in der DDR immer weiter unterwandert wurde. 1986 begann man von staatlicher Seite aus die Musik in der DDR zu dulden. Die FDJ organisierte eigene DDR-Punk-Konzerte. „Die anderen Bands“, worunter einige alternative Bands zusammengefasst worden sind, veröffentlichten Platten auf dem Staatslabel Amiga. Diese neue Bewegung wurde von vielen abgelehnt und abwertend als „FDJ-Punk“ bezeichnet. Während schon zu Mauerzeiten die Größe dieser Bewegung sank, lösten sich nach der Wende viele Bands auf, denn es gab keinen Bedarf mehr an DDR-Punk-Bands, da die Szene einerseits Mitglieder verlor, andererseits man nun auch internationale Bands hören konnte. Während sich die DDR-Punk-Szene in den Bundesländern der ehemaligen DDR auflöste, erhielt die rechtsextreme Neonaziszene immer mehr Zulauf.

Diese Tendenz ist heutzutage noch zu erkennen, wenn man sich die Wahlergebnisse der neuen Bundesländer ansieht. Rechte Parteien erzielen deutlich höhere Wahlergebnisse in den neuen Bundesländern, als im Rest der Bundesrepublik.

Einige DDR-Punk-Bands wie „Schleim-Keim“ und „Slime“ haben jedoch den Mauerfall überstanden und existierten noch bis zur Mitte der Neunziger Jahre.

Quellen:

Bild: commons.wikimedia.org  Urheber: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0313-318 / Oberst, Klaus / CC-BY-SA