Das Bankhaus Mendelssohn zog 10 Jahre nach seiner Gründung im Jahre 1815 in die Jägerstraße im Zentrum von Berlin. Der Gendarmenmarkt mit dem französischen und dem deutschen Dom liegt in unmittelbarer Nähe zum Bankhaus Mendelssohn. Das Schauspielhaus steht im kulturellen Zentrum. Zu dieser Zeit trat auch der in Paris beim Bankhaus Fould & Co ausgebildete Bruder vom Gründer (Joseph Mendelssohn) Abraham Mendelssohn Bartholdy in das Bankhaus mit ein. Hier entstand damals das historische Bankenviertel Berlins mit dem Bankhaus Mendelssohn als dem in seiner Zeit wichtigsten Bankhaus in ganz Deutschland. Das Bankhaus Mendelssohn ging später im Nationalsozialismus zwangsweise komplett in die Deutsche Bank auf.

 Bankhaus Mendelssohn in der DDR

Nach dem Krieg machte die DDR aus dem ehemaligen Bankhaus Mendelssohn die Geld- und Devisenbank der DDR und ließ die Bank damit wieder aufleben. Das historische Bankhaus in der Jägerstraße 49-50 ließ die DDR weitestgehend ungenutzt. Durch die hohe Abhängigkeit der DDR von westlichem Geld – und Devisen kamen sehr gute wirtschaftliche Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland in der DDR-Zeit zustande. Die aus dieser Zeit involvierten westlichen Banken, worüber diese Geschäfte abgewickelt wurden, erwarben zügig nach dem Fall der Mauer die ehemalige Geld- und Devisenbank der DDR und damit auch das historische Gebäude – das Bankhaus Mendelssohn.

 Bankhaus Mendelssohn nach dem Fall der Mauer

Das Bankhaus wurde von der französischen Bankengruppe Credit Lyonnais mit erworben. In den Jahren 1991 bis 1994 wurde das historische Gebäude denkmalgeschützt aufwendig renoviert. Das jahrhunderte alte, vom Krieg unversehrte Gebäude wurde mit modernster Informationstechnik, die für den Betrieb einer modernen Deutschen Handelsbank notwendig war, ausgestattet. Der historische Tresorraum mit den Schließfächern und die ehemalige Goldkammer wurden zu Besprechungsräumen ausgebaut. Der ehemalige Kassenbereich wurde als Großraum-Arbeitsbereich umgestaltet. Absolut beeindruckend ist schon der Eingangsbereich vom Bankhaus Mendelssohn mit den riesigen Holzflügeltüren, wo früher die Goldkutschen mit ihren Pferden direkt bis zur Goldkammer durchfuhren.

Bildquellen: Beek 100; OTFW Berlin; Wikipedia