DDR Indianer waren ein beliebtes Spielzeug der DDR. Warum das so war, lässt sich vielleicht mit dem Wunsch nach Freiheit erklären. Die DDR Indianer verkörperten das Fremde, die Freiheit und das Unabhängige. Alle diese Privilegien waren in der DDR nicht vorhanden. Mit den kleinen Figuren, die unterschiedlicher nicht sein konnten, träumte man sich damals in die entferntesten Länder und erlebte die spannendsten Abenteuer. Auch zum Fasching gingen die Jungen gerne als Indianer oder Häuptling. Der DDR Indianer Kult riss aber nicht nur Kinder mit, auch Erwachsene waren durch die wilden, unabhängigen Figuren begeistert. So wurden sogar DDR Indianer – Klubs gegründet, in denen man sich traf um seine Begeisterung teilen zu können.

 DDR Indianer – Klubs

In den DDR Indianer – Klubs traf man sich, schneiderte sich Kostüme mit echten Federn und allem drum und dran, um sich wenigstens in seiner Freizeit weit weg und unabhängig fühlen zu können. Auch Zelte und andere Gegenstände wurden in den Klubs gebastelt. Zusammen studierte man die Kultur der Indianer und befasste sich mit Quellen, über die man so einiges über Indianer lernten konnte. Sogar Geschichten und Bücher über ihre Helden schrieb man selbst von Hand ab und las sie sich gegenseitig vor.

 DDR Indianer und die Stasi

Die Parteiführung sah die DDR Indianer – Klubs nicht als Bedrohung. Im Gegenteil. Sie dachten, dass jemand der für die Indianer war, gleichzeitig gegen die Amerikaner sein musste. Nur der Erschaffer von Winnetou Karl May, war der Regierung nicht ganz geheuer. Sie sahen ihn mit seiner ‘primitiven’ Literatur, als kapitalismus- und imperialismusfreundlichen Ideologen.

Karl Mays Literatur war bis zu den 80er Jahren zwar nicht verboten, aber erlaubt war sie auch nicht. Aus dem Grund hatte die Stasi ein Auge auf die DDR Indianer – Klubs. Am Ende wurden sie sogar von der SED- Führung instrumentalisiert.