Demokratie Jetzt war eine Bürgerbewegung, die in der Wendezeit der DDR entstanden ist und durch die Ansichten der Mitbegründer geprägt wurde. Offiziell wurde Demokratie Jetzt am 12. September 1989 gegründet. Ursprünglich war Demokratie Jetzt ein Arbeitskreis „Initiative für Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“ der Berliner Evangelischen Bartholomäusgemeinde, der sich ab dem Jahr 1987 für unterschiedliche politische Forderungen, wie z.B. die Reisefreiheit einsetzte. Das Motto von Demokratie Jetzt war vor allem „Aufruf zur Einmischung in eigener Sache“ und die „Thesen für eine demokratische Umgestaltung der DDR“. Zu den Mitgliedern gehören mitunter der Dozent für Kirchengeschichte Wolfgang Ullmann, der Regisseur Konrad Weiß, sowie Ulrike Poppe, die Mitbegründerin der Initiative “Frauen für den Frieden”.

Bedeutung und Geschichte von Demokratie Jetzt

Demokratie Jetzt durfte nicht als Partei verstanden werden. Es war vielmehr eine informelle Gruppierung, deren Position es war, die Macht nur dann auszuüben, wenn sie dazu legitimiert war. Aus dieser Gruppe kam auch die Idee des vierseitigen Tisches, wobei es hier wichtig war ein Gremium zu schaffen, das die mangelnde Legitimierung der Volkskammer ausgleichen würde. Hier trafen zwei Gruppen aufeinander, die alten Blockgruppen und die Neuengruppen. Im November versuchte Demokratie Jetzt den Vorschlag eines „Vierseitigen Tisches“ umzusetzen, der letzten Endes im Dezember in Form des Runden Tisches stattgefunden hatte. Am Runden Tisch saßen dann nur zwei Vertreter der Demokratie Jetzt.

Weitere Entwicklung:

Nach der Volkskammerwahl 1990, bei der Demokratie Jetzt 2,9 % der Stimmen erreichte, verband sie sich mit den acht Abgeordneten der Grünen Partei und bildete zusammen die Fraktion Bündnis 90/Grüne. Die Partei versuchte sich vor allem für eine soziale und ökologische Marktwirtschaft durchzusetzen als auch für Rechtsstaatlichkeit und die Einheit Deutschland. Die wichtigsten Mitglieder von Demokratie Jetzt waren: Almuth Berger; Stephan Bickhardt; Hans-Jürgen Fischbeck, Katrin Göring-Eckardt, Regine Hildebrandt, Ludwig Mehlhorn, Ulrike Poppe, Wolfgang Tiefensee, Wolfgang Ullmann und Konrad Weiß.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0209-022 / CC-BY-SA, Wikipedia