Jugendweihe ist die Bezeichnung für ein Einweihungsfest, welches markiert, dass die Jugendlichen nun Erwachsene sind. In der DDR hatte die SED-Leitung sich im Februar 1950 dagegen entschieden, dass die Partei, Gewerkschaften und FDJ sich an Jugendfeiern beteiligten. Nichtsdestotrotz gab es zahlreiche Jugendweihen nach Art der Freidenker, welche zahlreiche Parteimitglieder und Staatsvertreter besuchten. Die spätere Erhebung der Jugendweihe zur Feier des sozialistischen Staates kam aus Moskau. Im Mai 1953 beschloss das Politbüro der KPdSU Aktionen, welche die politische Lage in der DDR verbessern sollten. Die Jugendweihe sah man in dieser Beziehung als sozialistische Feier anstatt der Konfirmation. Unter Zwang führte man die Jugendweihe später als Alternative zu Konfirmation und Firmung ein. Die Jugendweihe sollte zumindest zusätzlich stattfinden. Mit ihr wurde die Jugend nach SED-Prinzipien erzogen. Nach 1958 mussten die Jugendlichen, wegen neuer Regelungen unter Walter Ulbricht, quasi an ihr teilnehmen, wenn sie nicht massiv benachteiligt werden wollten. Nachteile in Studium und Beruf, sowie andere Formen der Unterdrückung, waren die Folge einer Nichtteilnahme. Auch die Eltern wurden unter Druck gesetzt.

Verlauf der Jugendweihe

Vor der Feier nahm die Mehrzahl der Jugendlichen, oft als Klasse, für ein Jahr einmal im Monat an „Jugendstunden“ teil, welche Betriebserkundungen, Vorträge über Sexualität und Politik oder Tanzunterricht beinhalteten. Die Feier, welche in einem größeren Raum oder Theater durchgeführt wurde, fand mit sämtlichen Verwandten statt. Es gab verschiedene offizielle Reden und ein Bekenntnis der Jugendlichen zum sozialistischen Staat. Häufig brachten ihnen dann Jungpioniere Blumen. Zudem bekamen sie eine Urkunde und ein Buch. Zunächst war dies ein Buch, das Allgemeinwissen und Ideologie enthielt. Ab 1974 erhielten sie dann ein ausschließlich propagandistisches Werk. Nach dem Festakt beschäftigten sich die Jugendlichen den Tag über mit ihren Verwandten oder zusammen mit den Verwandten von Schulkameraden. Nach der Jugendweihe, diesem feierlichen Übergang in das Erwachsenenalter mit 14 Jahren, wurden die Jugendlichen gesiezt und nicht mehr geduzt.

Bildquelle: Köhne, Bundesarchiv, Bild 183-58541-0001; Wikimedia Commons