Vorgeschichte der Perestroika

Perestroika bedeutet auf Deutsch Umbau, Umgestaltung, Umstrukturierung. Perestroika ist der Name eines Modernisierungsprozesses in der Sowjetunion. Als 1985 das Amt des KPdSU-Generalsekretärs an Michail Gorbatschow überging, befand sich die sowjetische Wirtschaft in einem desolaten Zustand. Während Breschnew an der Macht gewesen war, hatte die Sowjetunion sich kaum weiterentwickelt. In vielen Wirtschaftssektoren nahm die Zahl der produzierten Waren vor Beginn der Perestroika ab. Zudem besaßen die Waren meist nicht die global geforderte Qualität. Infolgedessen gedieh eine Schattenwirtschaft voller Ineffizienz, die schlecht zu überblicken war. Hinzu kam, dass die Landwirtschaft nicht genügend Nahrungsmittel erzeugen konnte. Die bereits mager ausfallenden Erträge wurden zudem durch ein mangelhaft ausgereiftes Transport- und Lagersystem noch mehr gemindert. Die Tatsache, dass Kolchosebauern noch Privatparzellen zusätzlich nutzen konnten, verbesserte die Situation nicht merklich.

Sanierung der UdSSR durch Perestroika Perestroika

Des Weiteren waren auch Wissenschaft und Technologie vor der Perestroika nicht auf dem neusten Stand. Stattdessen gab die Sowjetunion viel für Militär und Rüstung aus, was die bereits problematische Lage von Wirtschaft und Forschung verschlimmerte. Der Krieg zwischen der Sowjetunion und Afghanistan tat sein Übriges dazu. Da es seit langem keiner Führung mehr gelungen war, die Korruption und die Schattenwirtschaft zu beenden, besaßen Bürokratie und Führung nicht die notwendigen Kompetenzen, um das Land zu regieren und die Wirtschaft zu sanieren. Verlässliche Zahlen zum Zustand der Sowjetunion waren kaum vorhanden. Gorbatschow und seinen Leuten war dieser schlechte Zustand bewusst und ihnen war klar, dass sie umgehend etwas unternehmen mussten. Mit den reformwilligen Parteigenossen machte er sich daran, Partei, Staat und Wirtschaft unter dem Begriff der Perestroika zu reformieren.

Inhalte des Reformprogramms

Der Begriff benennt die Maßnahmen zur Veränderung und Modernisierung der Sowjetunion, welche Michael Gorbatschow ab Beginn des Jahres 1986 in die Wege geleitet hatte. Die Maßnahmen beinhalteten Veränderungen im Aufbau von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft der UdSSR. Diese Maßnahmen waren eng daran gekoppelt, dass die Restriktion der Meinungsfreiheit und der Pressefreiheit in der UdSSR unter dem Begriff Glasnost abgeschafft wurden. Die Perestroika äußerte sich zunächst in weniger strikten Vorgaben der Partei zur Zentralverwaltungswirtschaft. Nach 1987 durften Betriebe nach eigenem Ermessen Entscheidungen fällen. Dieser Schritt war sehr bedeutsam, da somit im Rahmen der Perestroika eine marktwirtschaftliche Komponente Einzug in den Sozialismus fand.

Bildquelle: sowjetische Briefmarke 1988; Wikipedia