Hintergründe zur DDR Presse

Zu Veröffentlichungen in der DDR Presse waren seit Beginn der 50er Jahre Lizenzen notwendig, die von staatlicher Seite vergeben wurden. Dies führte zur Schließung privater Verlage, die unliebsame Inhalte veröffentlichten und zu einer besseren Kontrolle der Lizenzinhaber. Diese Kontrolle wurde zusätzlich durch den Vertrieb der DDR Presse über den Postweg gewährleistet. Eine Mitgliedschaft in der SED war darüber hinaus quasi Voraussetzung für die Teilnahme am Geschehen der DDR Presse. Denn die Anzahl der vergebenen Lizenzen stagnierte im Verlauf der vierzigjährigen Geschichte der DDR Presse, wodurch die Zahl der Tageszeitungen auf einem konstanten Level blieb. Somit war man als zu Publikationen berechtigte Person stets bemüht, sich den staatlichen Vorgaben zu fügen, da dies der einzige Weg war, Repressalien, wie Rohstoffmangel durch staatliche Restriktionen, zu vermeiden. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung umfasste die DDR Presse 39 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 9,7 Millionen Exemplaren, wobei es sich bei 30 Stück um Regionalzeitungen handelte. Die Presse der DDR umfasste zudem 15 Bezirkszeitungen, herausgegeben von der SED und 30 wöchentliche Illustrierte, sowie Fernseh- , Familien- , Frauen- und Modezeitschriften.

Mangelnde Informationsfreiheit der DDR Presse DDR Presse

Die DDR Presse war, wie das gesamte Alltagsleben im Arbeiter-und-Bauernstaat, von staatlichen Instanzen kontrolliert. Zwar war in der Verfassung der DDR Pressefreiheit verankert, doch diese besaß nur formale Geltung, denn Inhalte, Sprachwahl und teilweise sogar der Wortlaut wurden durch Anweisungen von Seiten des Presseamtes der Regierung bestimmt. Diese Vorgaben trafen allerdings nicht nur Journalisten innerhalb des Staatsgebietes der DDR, sondern auch Auslandskorrespondenten der DDR Presse, die ihre Berichterstattung an die kommunistischen Ideale der Parteiführung anzupassen hatten. Verstöße wurden als staatsfeindliche Hetze betrachtet und somit natürlich streng geahndet. Auch Zensur konnte in der DDR Presse häufig beobachtet werden, wodurch die Printmedien immer mehr zur Verbreitung von Propaganda missbraucht wurden. Hierbei lässt sich die Hauptschuld allerdings nicht auf die Journalisten abwälzen, da diese durch ein Pflichtstudium an der Karl-Marx-Universität in Leipzig in ihrer Sichtweise zwangsläufig beeinflusst wurden. Des Weiteren war man auf die von staatlicher Seite geleitete Nachrichtenagentur ADN angewiesen, die eine Monopolstellung innehatte. Somit war nicht nur die Informationsfreiheit der Bürger, sondern auch die der DDR Presse durch die SED stark eingeschränkt.

Bildquelle: Daniel R. Blume from Orange County, California, USA; Wikipedia