Die DDR Grenzsoldaten, die schon die Außengrenzen der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 die der DDR bewachten, waren für die ersten 12 Jahre ihres Bestehens keine Soldaten, sondern eine Art paramilitärische Einheit. Da Deutschland aufgrund der Vorgaben der Alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkrieges kein stehendes Heer und somit auch keine DDR Grenzsoldaten besitzen durfte, bezeichnete man diese Einheit als Grenzpolizei der DDR. Grenzsoldaten der NVA übernahmen erst mit dem Mauerbau 1961 die Bewachung der Außengrenzen zu Land, Wasser und Luft und der Berliner Mauer. Am Vorbild der sowjetischen Schutzmacht orientiert, wurden die DDR Grenzsoldaten in Grenzregimenter gegliedert und dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt.

Aufgaben der DDR Grenzsoldaten DDR Grenzsoldaten

Zu den Aufgaben der DDR Grenzsoldaten gehörten natürlich die Sicherung der territorialen Integrität des „Arbeiter- und Bauernstaates“ nach außen und die Verhinderung und Vorbeugung von Grenzdurchbrüchen nach innen. Zur Realisierung der zweiten Hauptaufgabe der DDR Grenzsoldaten diente ein, vom Ministerium für Staatssicherheit erteilter Schießbefehl, der bei allen Grenzdurchbrüchen zum Tragen kommen sollte und somit auch nicht vor dem Feuern auf Frauen und Kinder halt machte. Des Weiteren zählte die Funkaufklärung zum Tätigkeitsbereich der DDR Grenzsoldaten. Bei dieser Aufgabe handelte es sich tatsächlich allerdings hauptsächlich um das Abhören von Funksprüchen des Bundesgrenzschutzes der BRD und von Nato-Truppen. Auch die Instandhaltung der Grenzanlagen, sowie die Kontrolle an Grenzübergängen gehörte zu den Aufgaben der Grenztruppen, wobei diese Aufgabe mit dem Zoll und Zivilkräften gemeinsam bewältigt wurde.

Öffentliche Wahrnehmung von DDR Grenzsoldaten

Die Wahrnehmung der Öffentlichkeit bezüglich der Ausübung der Tätigkeit der DDR Grenzsoldaten unterschied sich in Ost- und West-Deutschland natürlich extrem. So wurden die Grenztruppen in der DDR als tapfere junge Männer angesehen, die ihr Vaterland schützen und nur Befehle ausführen. In West-Berlin herrschte allerdings das Bild der „schießwütigen Verrückten an der Mauer“ vor. Besonders nach dem tragischen Tod von Peter Fechter, den die NVA angeschossen im Todesstreifen verbluten lies, gab es im Westteil Berlins Demonstrationen und vereinzelte Angriffe auf Grenztruppen der DDR an der Mauer. Nach der Wiedervereinigung kam es in der BRD zu mehreren Prozessen gegen die Hauptverantwortlichen für die Todesfälle an der Berliner Mauer. Heute sind ehemalige DDR Grenzsoldaten beispielsweise als Autoren darum bemüht, das Bild der Grenztruppen differenzierter darzustellen.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1982-0327-006 / CC-BY-SA, Wikipedia