Die DDR Grenzanlagen bildeten zur Zeit ihres Bestehens die aufwendigste und am besten gesicherte Grenze Europas. Da die DDR Grenzanlagen nicht nur Republikflüchtlinge, sondern auch den Klassenfeind aus dem kapitalistischen Westen abschrecken sollten, war dieser Standard nachvollziehbar. Um diesen an sich gestellten Maßstab zu erfüllen, wurden die DDR Grenzanlagen ständig optimiert und im Personal aufgestockt. Es wurden keine Mühen von Seiten des Regimes gescheut, um die Topografie an die Anlagen anzupassen. So wurden ganze Dörfer umgesiedelt, Hügel planiert und sogar Gebiete mit den Westalliierten getauscht. Insgesamt starben bis zum Fall der Mauer 848 Menschen an den DDR Grenzanlagen zu Land und Wasser.

DDR Grenzanlagen in Berlin

Den wohl bekanntesten Teil der DDR Grenzanlagen bildete die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin, welche die Stadt auf einer Länge von 44km teilte. Sie unterschied sich nicht nur aufgrund ihrer überraschenden Errichtung, sondern auch wegen ihrer Beschaffenheit von den übrigen DDR Grenzanlagen. Die Umgebungsbeschaffenheit zwang die Verantwortlichen der DDR Grenzanlagen, nur zwei Mauern aus Betonfertigteilen zu errichten, zwischen denen sich nur Kontrollstreifen, Zäune, Wachtürme und Panzersperren befanden. Des Weiteren war der „antifaschistische Schutzwall“ im Stadtgebiet Berlin weder zu Wasser, noch an den Grenzübergängen mit der innerdeutschen Grenze zu vergleichen.

DDR Grenzanlagen der innerdeutschen Grenze

Verglichen mit den DDR Grenzanlagen vor Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatte die Berliner Mauer den Charakter einer provisorischen Absperrung. Denn an den exponierten Abschnitten der Landesgrenze der DDR wurden besonders schwere Geschütze aufgefahren. Vor der ersten Befestigung befand sich an diesem Teil der Grenze ein 5km breites Sperrgebiet, gefolgt von Zäunen, Türmen, Gräben, Minenfeldern, Selbstschussanlagen, Hundelaufanlagen und Unmengen an Stacheldraht. Zudem patrouillierten Soldaten im Hinterland über den Luftraum. Auch der Einsatz der Bevölkerung zu Bespitzelungszwecken von Nachbarn oder Reisenden gehörte zur dauerhaften Grenzsicherung. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die DDR Grenzanlagen der innerdeutschen Landesgrenze weit mehr Todesopfer forderten, als die an der Berliner Mauer.