Laut der Verfassung hatte jeder Bürger das Recht auf Arbeit in der DDR. Doch es bestand nicht nur das Recht auf Arbeit in der DDR, sondern auch die Pflicht zur Arbeit. So stand auf „asoziales Verhalten“ in Form von Arbeitsscheue oder der Ausübung unsittlicher Berufe zur Erzielung eines Einkommen eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Dies galt für jeden Einwohner des „Arbeiter- und Bauernstaates“, der fähig zur Arbeit in der DDR war, wobei Schüler und Studenten von dieser Regelung ausgenommen waren. Auch Frauen wurden zur Arbeit in der DDR aufgefordert. Das gut ausgebaute Netz von Kindertagesstätten und Horten, sowie ein arbeitsfreier Haushaltstag im Monat für jede Frau sollten für die volle Ausschöpfung des weiblichen Arbeitspotenzials sorgen.

Soziale Sicherheit durch Arbeit in der DDRArbeit in der DDR

Da jeder Bürger das Recht auf Arbeit in der DDR hatte und die Vollbeschäftigung oberste Priorität bei den Staatsfunktionären genoss, herrschte ein Gefühl der sozialen Sicherheit unter der Bevölkerung vor. Doch handelte es sich hierbei um ein Trugbild. Zwar hatte jeder Bürger im erwerbsfähigen Alter zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Arbeit in der DDR, doch dies war dem staatlichen Ziel der Vollbeschäftigung geschuldet. Denn durch Materialmangel und veraltete Maschinen war die geleistete Arbeit in der DDR höchstgradig ineffektiv und die geschaffenen Produkte meist von minderer Qualität. Es kam häufig zu Leerlaufzeiten und als Folge zwangsläufig zu Überstunden und überteuerten Produkten. Hätte man die DDR mit den Maßstäben einer Marktwirtschaft gemessen, hätte die Arbeitslosenquote bei 15% gelegen.

Ergebnis der Arbeit in der DDR

Aufgrund der Diskrepanzen bei der Arbeitsorganisation und Materialwirtschaft gab es mehr Arbeit in der DDR als Arbeitskräfte. Dies führte zu ständigen Sonderschichten und Überstunden, wodurch auch die Qualität der Produkte und Dienstleistungen abnahm. Gleichzeitig stiegen allerdings die Gehälter, da der Staat erkannte, dass staatliche Auszeichnungen zum „Bestarbeiter“ als Motivation nicht mehr ausreichten. Dieses erhöhte Einkommen wurde allerdings nur selten in den Wirtschaftskreislauf reinvestiert, wodurch sich die wirtschaftliche Misere der DDR teilweise erklären lässt. Das daraus resultierende mangelnde Vertrauen in die eigenen unternehmerischen Fähigkeiten und der Wegfall der früheren Handelspartner sorgten, im Anschluss an die Wiedervereinigung, für die Wandlung von planwirtschaftlicher Arbeit in der DDR für jeden zu Massenentlassungen in den ehemaligen staatlichen Betrieben.