Stiftung Berliner MauerDie Stiftung Berliner Mauer wurde 2008 per Gesetz zu einer Stiftung des öffentlichen Rechts ernannt. Die Stiftung Berliner Mauer umfasst die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, sowie die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Die Stiftung wurde gegründet, um die Geschichte der Mauer und der Fluchtversuche aus der DDR im Kontext der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges festzuhalten und weiterzugeben. Die Stiftung Berliner Mauer will zudem die Originalschauplätze und -spuren erhalten, um so angemessen den Opfern des kommunistischen Regimes zu gedenken. Sowohl die Stiftung Berliner Mauer als auch die Gedenkstättenvergrößerung sind wichtiger Teil der Umsetzung des bundesweiten Planes für Gedenkstätten.

Die Stiftung Berliner Mauer kümmert sich zum einen um die Gedenkstätte Berliner Mauer. Diese Stätte im Zentrum Berlins stellt den Hauptort da, der an die deutsche Teilung erinnert. In der Bernauer Straße nimmt diese in Zukunft 1,4 Kilometer des früheren Grenzstreifens ein. Das von der Stiftung Berliner Mauer unterhaltene Areal schließt zudem das letzte Mauerstück mit ein, welches noch die übliche „Tiefenstaffelung“ aufweist und somit einen Einblick gibt, wie die Grenzvorrichtungen vor Fall der Mauer aufgebaut waren. Die ebenfalls zur Stiftung Berliner Mauer gehörenden Überreste der Grenzeinrichtungen und die Geschehnisse dort vermitteln einen Eindruck über die Auswirkungen der Teilung.

Die Stiftung Berliner Mauer umfasst auch die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Etwa vier Millionen Menschen emigrierten aus der DDR in die BRD von 1949 bis 1990. 1,35 Millionen davon fanden sich im 1953 erbauten Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde wieder. Dort gewährte man ihnen Unterkunft und gab ihnen Essen. Zudem konnte hier der Prozess für eine Aufenthaltsgenehmigung in der Bundesrepublik oder West-Berlin durchlaufen werden. Heutzutage findet sich direkt am Ort des Geschehens eine Ausstellung zu Gründen, Art und Nachwirkungen der Fluchtbewegung. Ebenso gibt es dort auch Sonderausstellungen wie „Freigekauft – Wege aus DDR Haft“. Jene Ausstellung behandelt beispielsweise das Thema des Freikaufens. Bei dieser Praxis wurde politischen Gefangenen der DDR durch Geldzahlung von der BRD zur Freiheit verholfen. Diese, in der Ausstellung der Stiftung Berliner Mauer dokumentierte, Praxis steht bis zum heutigen Tage in der Kritik, da sie sowohl menschlicher Hilfe, als auch dem Menschenhandel zugeordnet werden kann.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F005835-0004 / Müller, Simon / CC-BY-SA, Wikipedia