Die Grenztruppen der DDR waren dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt. Dabei dienten die Grenztruppen der DDR zur Sicherung und Überwachung der Staatsgrenze. Das Hauptaugenmerk der Grenztruppen der DDR galt dabei insbesondere dem Unterbinden von Fluchtversuchen von Ostbürgern in den Westen unter Einbezug militärischer Mittel.

Daten und Fakten zu den Grenztruppen der DDR

Zunächst waren die Grenztruppen der DDR im Jahre 1946 als sogenannte Grenzpolizei zur Überwachung der sowjetischen Besatzungszone gebildet worden. Bereits 2 Jahre später erreichte jene eine Personalstärke von 10.000 Männern. Die Grenztruppen der DDR wurden 1956 zwar als Teilstreitkraft der NVA eingeordnet, galten jedoch als selbstständig, damit sie nicht zur regulären Heeresstärke gezählt werden konnten. Dennoch wären sie im Falle eines Krieges auch als Schützen eingesetzt worden. Als 1962 die Wehrpflicht in der DDR eingeführt wurde, konnten und wurden Wehrpflichtige teilweise zu den Grenztruppen der DDR eingezogen.

Das Grenzkommando Küste nahm bezüglich der Sicherung der Ostseegrenze eine Sonderstellung ein, die rein organisatorisch der Volksmarine angehörte. Der stärksten Überwachung unterlag die Westgrenze zur Bundesrepublik. Sie wurde von den Grenztruppen der DDR wesentlich stärker kontrolliert, als zum Beispiel die Oder-Neiße-Grenze nach Polen. Bis heute ist stark umstritten, wie viele DDR-Bürger bei dem Fluchtversuch in den Westen tatsächlich ums Leben gekommen sind. Letztlich konnte die Berliner Staatsanwaltschaft bisher 125 Todesopfer nachweisen. 85 weitere Fälle werden untersucht.

Am 1. Juli 1990 wurden die Kontrollen der innerdeutschen Grenze von den Grenztruppen der DDR offiziell eingestellt. Die Grenztruppen wurden daraufhin den Grenzen zu Polen, Tschechien und den Seegrenzen unterstellt. Am 30. September 1990 wurden die Grenztruppen unter dem Befehl des Ministers für Abrüstung und Verteidigung aufgelöst und die bis dahin 15.000 verbliebenen Soldaten entlassen. Zuvor wurden einige der Angehörigen der Grenztruppen der DDR in den Bundesgrenzschutz übernommen, der heute die Bundespolizei darstellt. Ca. 4.500 Angehörige wurden von der Bundeswehr zum Abbau der innerdeutschen Grenzsperranlagen als Zivilpersonal eingestellt.