Die DDR Reisefreiheit, die es schlichtweg einfach nicht gab, war nicht zuletzt einer der großen Gründe, warum so viele Flüchtlinge aus der DDR kamen. Doch wie genau sah die eingeschränkte DDR Reisefreiheit aus? Welche Restriktionen der DDR Reisefreiheit gab es? Und welche Rolle spielte die DDR Reisefreiheit für die Öffnung der Grenzen?

Fakten zur DDR Reisefreiheit

DDR ReisefreiheitGenerell gilt die Reisefreiheit als eines der international verbrieften Rechte der Menschen. Dies berechtigt, beliebig oft und lang sein eigenes Land zu verlassen und zu einem beliebigen Zeitpunkt zurückzukehren. Das galt jedoch nicht für die DDR Reisefreiheit. Bis zum 09. November 1989 war die DDR Reisefreiheit stark eingeschränkt. Zwar hatte die DDR den internationalen Brief unterzeichnet, er wurde jedoch nicht ins nationale Recht einbezogen. So stellte der § 213 des StGB den nicht-genehmigten Versuch, das Land zu verlassen, unter Strafe.

Die DDR Reisefreiheit sah vor, dass Personen unter 65 Jahren das Land nur auf Antrag und zu bestimmten Anlässen verlassen konnten. Die Rückreise musste auch sehr wahrscheinlich sein, zum Beispiel durch Kinder oder Ehepartner im Osten und keine Familie im Westen. Ab 1964 durften Rentner laut DDR Reisefreiheit einmal im Jahr Besuchsreisen zu Verwandten im Westen machen.

Es gab sogenannte erlaubte Reisekader, wie Sportler, die zu internationalen Wettkämpfen fuhren, ausgewählte Facharbeiter, die im Westen arbeiteten oder Wissenschaftler, die zu Fachkongressen ausreisten.

Aber auch für die Einreise in die DDR galt eine eingeschränkte DDR Reisefreiheit. So war das Reisen in sozialistische Länder auch problematisch. So durfte von 1972 bis 1980 nicht ohne spezielle Genehmigung nach Polen eingereist werden. Ausschließlich in die Tschechoslowakei konnte man spontan reisen. Alle anderen sozialistischen Länder konnten nur mit einer Reiseanlage für den visumfreien Reiseverkehr bereist werden, sofern dies bei der Volkspolizei beantragt wurde.

Der 09. November 1989 und die DDR Reisefreiheit

DDR Reisefreiheit - MontagsdemonstrationDas neue Ausreisegesetz, dass den DDR Bürgern uneingeschränkte Reisefreiheit gewähren sollte, wurde am 9. November erarbeitet. Auf deren Inkrafttreten wurde jedoch eine Sperrfrist bis 4 Uhr morgens gelegt. Herr Günther Schabowski war darüber jedoch nicht informiert. So ging dieser ahnungslos zu einer internationalen Pressekonferenz, die bundesweit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ein Bild-Journalist stellte ihm um 18:53 Uhr die entscheidende Frage: So fragte er, wann das neue Gesetz in Kraft treten würde. Schabowskis Worte: “sofort, unverzüglich”. So strömten tausende Ostberliner zu den Grenzübergängen, um die uneingeschränkte Reisefreiheit sofort in Anspruch zu nehmen. Um 00:00 Uhr waren alle Grenzanlagen geöffnet. So ergab sich aus der eingeschränkten DDR Reisefreiheit die uneingeschränkte “Reisefreiheit” als Wort des Jahres 1989.

Bild 1: wikipedia, Appaloosa
Bild 2: wikipedia, Friedrich Gahlbeck