Homosexualität in der DDR

Homosexualität in der DDR war damals natürlich genau so wie in der Bundesrepublik ein kritisches Thema. Doch wurde die Homosexualität in der DDR juristisch erstaunlicherweise viel eher emanzipiert als im Westen des Landes.

Im Dezember 1957 bestimmte das Strafrechtsergänzungsgesetz StEG die Nichtverfolgung von geringfügigen Straftaten. Dies betraf auch Homosexualität in der DDR. Ca. 10 Jahre später ersetzte der neue § 151 den 175er, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Durch die gegen Homosexualität in der DDR gerichtete Sondergesetzgebung (§ 151) lag das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Handlungen nun bei 18 Jahren. Im Westen hingegen existierte noch § 175 in seiner extremen Ausprägung. 1988 strich die Volkskammer der DDR § 151 StGB ersatzlos. Nun lag das Schutzalter von Homosexualität in der DDR wie bei Heterosexuellen bei 14 Jahren.

Staatliche Toleranz gegenüber Homosexualität in der DDR?

Die juristischen Lockerungen gegenüber Homosexualität in der DDR sollten darauf schließen lassen, dass die DDR Homosexuellen gegenüber sehr tolerant zu sein schien, aber in der Realität misstraute man offen homosexuellen Frauen und Männern. Toleranz von Homosexualität in der DDR schien eine reine Heuchelei zu sein, denn mit Hilfe einer Studie vom Magdeburger Theologen Eduard Stapel belegte der “Schwulenverband in Deutschland e. V.”, dass die Stasi Tausende auf “Rosa Listen” setzte und insbesondere Schwule schikanierte und kriminalisierte. Die Verfolgung der Personen auf der besagten Liste reichte von Berufsverbot bis zu Zwangseinweisung in psychiatrische Kliniken. Die Dokumentation “DDR unterm Regenbogen” zeigt diese unmenschliche Behandlung von Homosexuellen der DDR auf. Hier kommen vier Zeitzeugen zu Wort und berichten mit den unterschiedlichsten Lebensläufen über ihr Leben mit der Homosexualität in der DDR.

Der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität in der DDR

Homosexuelle der DDR waren genauso wie die der Bundesrepublik alltäglichen Diskriminierungen ausgesetzt. Jedoch gab es in der DDR schon einige Cafés, Restaurants und Diskotheken, die sich inoffiziell als Homosexuellen-Treffpunkte etabliert hatten. Viele Schwule trafen sich auch regelmäßig in Parks, wie zum Beispiel in Friedrichshain. Besonders die Künstlerszene in Ost-Berlin zog viele Schwule und Lesben an. So wuchs allmählich die Akzeptanz von Homosexualität in der DDR.