Opferverbände wollen mehr Mitsprache beim KGB-Gefängnis

Am 18. April eröffnet die Ausstellung im KGB-Gefängnis in Potsdam. Bis in die 1980er Jahre diente das Gebäude in der DDR als Internierungsstätte, anfänglich für Deutsche, denen Spionage unterstellt wurde und ab 1955 zur Inhaftierung sowjetischer Soldaten. Viele Insassen wurden in dem KGB-Gefängnis verhört und zu Aussagen gewaltsam gezwungen.

Zeitzeugen fühlen sich ausgeschlossen

Momentan stehen die letzten Vorbereitungen zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung an. Jedoch herrscht derzeit eine Auseinandersetzung zwischen den Opferverbänden und der Leitung der Gedenkstätte. Besonders der Zeitzeuge und wichtige DDR-Oppositionelle Bob Bahra, mittlerweile 70 Jahre alt, setzt sich für das Gedenken an die Opfer in dem KGB-Gefängnis ein. Nach der Wende hatten Bahra und seine Mitstreiter des Gedenkstätten-Vereins für die Erhaltung des Gebäudes gekämpft und Führungen und Ausstellungen organisiert. Seit 2009 fühlen sie sich von der neuen Gedenkstättenleitung ausgegrenzt.

Kritik an dem Konzept der Ausstellung

Schon mehrfach ist die Eröffnung der Ausstellung verschoben worden, da auch Fachleute das bisherige Konzept kritisiert haben. Die Kritik richtete sich vor allem dahingehend, dass die Opfer zu wenig in der Ausstellung behandelt werden und vorrangig die Arbeit des KGB-Gefängnis in den Vordergrund gerückt wird. Der Verein hingegen stellt klar, dass sie stets mit den Zeitzeugen zusammenarbeiten wollten.

Ein Besuch der Ausstellung in Potsdam scheint im Hinblick auf die Forderungen der Zeitzeugen recht interessant zu sein, um zu sehen, inwieweit diese doch noch umgesetzt wurden.

Bildquelle: Haplochromis, Wikipedia