Joachim Gauck als Zeitzeuge der DDR

Nach dem Rücktritt von Wulff ist Joachim Gauck erneut Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Bereits 2010 war er von der SPD und Bündnis 90/Die Grünen für das Amt des Bundespräsidenten nominiert worden, war jedoch damals im dritten Wahlgang gegen Wulff gescheitert.

Er ist ein Zeitzeuge des DDR-Regimes und wird von den Medien als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler präsentiert.

Joachim Gauck “Pastor in der DDR”

Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Bis zum Mauerbau nutze er die Möglichkeit, sich öfters in West-Berlin oder gar in Paris aufzuhalten. Er entschied sich für ein Theologiestudium, da er zum Einen um den philosophischen Erkenntnisgewinn bemüht war, zum Anderen da er nach Argumenten gegen den Marxismus-Leninismus suchte. 1967 wurde er zum Geistlichen ernannt und seit 1974 wurde er im Amt eines evangelischen Pastors vom Ministerium für Staatssicherheit beobachtet.

Joachim Gauck als Bürgerrechtler

In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Friedensbewegung der DDR-Kirchen geboren. Die Verhinderung einer atomaren Vernichtung von DDR und BRD stand im Zentrum der Aktivitäten. Nur vereinzelt schlossen sich Friedensgruppen, die aus christlichen Anhängern und Nicht-Christen bestanden, zusammen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Die Mehrheit der Gemeinde weigerte sich jedoch, die Forderungen zu unterstützen, da sie Angst vor weiteren gravierenden Eingriffen des Staates hatten. So spaltete sich die Kirche in der DDR in zwei Gruppen. Joachim Gauck sah in der Revolution von 1989 ein prägendes Erlebnis und bezeichnete die Losung “Wir sind das Volk!” als französische Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in dem Protest gegen die SED-Regierung.

Es ist überaus notwendig, die Geschichte immer aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und kritisch gegenüber jeglicher Berichterstattung eingestellt zu sein. Zeitzeugen leisten wichtige Arbeit bei dieser Aufarbeitung.

Bildquelle: J. Patrick Fischer, Wikimedia Commons