Neue Dauerausstellung im ehemaligen KGB-Gefängnis

Ab dem 18. April ist eine neue Dauerausstellung im ehemaligen KGB-Gefängnis in Potsdam in der Leistikowstraße zu sehen. Zur Eröffnungsfeier sind Zeitzeuge Heinz Schwollius, Kultusminister Bernd Neumann und der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck geladen. Seit 1994 ist das ehemalige Gefängnis vor allem durch die ehrenamtliche Tätigkeit von amnesty international, MEMORIAL Deutschland e. V., dem Verein Gedenk- und Begegnungsstätte Ehemaliges KGB-Gefängnis Potsdam e. V. und dem Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Umfunktionierung des ehemaligen Pfarrhauses

Ab 1945 wurden in dem früheren Pfarrhaus Untersuchungshäftlinge unter menschenverachtenden Bedingungen festgehalten. Bis 1955 war das Gebäude zur Internierung von Deutschen verwendet worden, die unter dem Verdacht der Spionage für die Alliierten in den Westsektoren Berlins standen. Bis 1980 diente das Gebäude zur Inhaftierung sowjetischer Bürger. Den Soldaten wurde teilweise Fahnenflucht oder Bevölkerungskontakt unterstellt. Sehr viele der Insassen wurden zum Tode verurteilt oder in Arbeitslager, wie Workuta, gebracht. Ab Ende der 1980er diente das Gebäude als Lager. Heute ist das Gebäude das einzig erhaltene sowjetische Untersuchungsgefängnis in ganz Deutschland.

Ausstellung im ehemaligen KGB-Gefängnis in Potsdam

Im Zentrum der neuen Ausstellung steht sowohl die Aufklärung der stalinistischen Verbrechen, als auch die Schaffung einer Gedenkstätte für die ehemaligen Gefangenen und deren Familien.

Der Verein bietet regelmäßig Zeitzeugen-Gespräche mit ehemaligen Häftlingen an, wie in diesem Monat am vergangen 11. Februar mit Christina Schmidt-Kensche, die nach 1947 in das KGB-Gefängnis gebracht und zu 15 Jahren GULAG verurteilt  wurde. 1953 wurde sie entlassen und floh anschließend über West-Berlin nach Bonn.

Für alle Geschichtsinteressierten bietet diese einmalige Ausstellung interessante Einblicke in die DDR-Vergangenheit. Das ehemalige KGB-Gefängnis in Potsdam ist für alle Berliner leicht zu erreichen und einen Besuch wert.

Eröffnung der Dauerausstellung:

18.04.2012
14.00 Uhr
Leistikowstraße 1
14469 Potsdam

Bildquelle: Haplochromis, Wikipedia