Die DDR Comics nahmen eine Sonderstellung in Ostdeutschland ein, da diese typisch bebilderten Geschichten vorerst als “Westprodukt” betrachtet wurden. Dann erschuf sich die SED-Regierung ihre eigenen DDR Comics.

Die Betrachtung der DDR Comics leistet ihren Beitrag zum Verständnis des DDR-Regimes. Aus einer alltäglichen Perspektive heraus stellen sie ein wichtiges Zeitzeugnis dar. Die DDR Comics wie z.B. “Mosaik” waren bei den Kindern in Ostdeutschland sehr beliebt, weswegen sie auch lange Schlangen an den Verkaufsständen nicht abschreckten.

Entwicklung der DDR Comics

DDR ComicsDDR Comics durften nicht an die amerikanischen Vorbilder erinnern. Mitte der 50iger Jahre beginnt Hannes Hegen auf Anfrage des DDR-Verlages “Neues Leben”, DDR Comics zu entwerfen. 1955 erschienen die ersten Hefte von “Atze” und “Mosaik”. In 223 Mosaik-Heften von Hannes Hegen konnte man die Figuren Dig, Dag und Digedag begleiten. Bis heute ist die Zeitschrift vor allem in Ost-Deutschland populär und sichert den Verlegern konstante Nachfragen.

In den ersten Jahren nach dem Mauerbau waren hingegen DDR Comics in Zeitungen völlig verschwunden. Selbst in den Heften von Hegen wurde auf handschriftliche Sprechblasen verzichtet.

Kalter Krieg in den DDR Comics

Hegen konnte sich mehrfach gehen die propagandistische Instrumentalisierung der Comics wehren. Teilweise musste er jedoch Kompromisse eingehen. Der Herausgeber FDJ verlangte beispielsweise, dass die Fallschirme römischer Soldaten in einem Heft retuschiert wurden. Begründet wurde es damit, dass sie zu sehr dem Bundesadler ähneln würden. In einer weiteren Folge wurde die Welt zweier Systeme umschrieben, die nur allzu leicht auf den Ost-West-Konflikt zu übertragen sind.

DDR Comics MosaikWeitaus propagandistischer wurde das Magazin “Atze” geführt. Um die Jugend zu unterhalten und um wenigstens eine gewisse Stammleserschaft der DDR Comics zu sichern, wurde diese Zeitschrift durch unpolitische Geschichten ergänzt.

1974 wurde der Vertrag von Hegen nicht verlängert. So entstanden die Abrafaxe ohne ihn. Diese nahmen die Leser ebenfalls in Länder, die von den DDR-Bürgern nicht besucht werden durften: z.B. nach Indien (der vergangenen Jahrhunderte). Seine Plagiatsklagen sollte Hegels jedoch nie gewinnen.

Es ist äußerst spannend, sich die Geschichte der deutschen Teilung aus dieser Perspektive zu betrachten und sich auf die Spur des teilweise propagandistischen Materials zu begeben. Daher bieten sich DDR Comics besonders für den Schulunterricht an.

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