Erst seit den 60er Jahren wird Oral History praktiziert. Aber die mündliche Weitergabe von Informationen zur Geschichte existiert seit jeher. Bei Oral History werden zu meist ältere Menschen systematisch nach ihren Erinnerungen an bestimmte Ereignisse und Personen befragt. Oral History wird von Historikern genutzt, aber auch von Ethnologen, Soziologen und auch Nicht-Wissenschaftlern, beispielsweise im Fernsehen für Dokumentationen oder von Lehrern im Schulunterricht.

Oral HistoryOral History als Methode

Oral History heißt im Englischen “Mündliche Geschichte” und wird teilweise auch als Erfahrungsgeschichte bezeichnet. Sie ist eine hermeneutische Methode, um mündliche Quellen von Zeitzeugen zu produzieren. Gelegentlich wird jedoch nicht nur die Methode, sondern auch der Quellentyp als Oral History bezeichnet. Das Forschungsobjekt der Oral History sind die persönlichen und subjektiven Erfahrungen von Zeitzeugen und ihr Umgang mit der Historie. Diese werden mithilfe eines Zeitzeugeninterviews abgerufen. Ursprünglich beruht Oral History auf der reinen Erzählung des Zeitzeugen. Um effizienter zu arbeiten, verwenden die Wissenschaftler häufig bestimmte Fragetechniken.

Oral History lässt sich einerseits als eigene Forschungsrichtung deuten. Meistens wird sie jedoch als Methode in einer größeren Forschung angewendet. Als Forschungsmethode dient sie dort überall als Informationsquelle, wo beispielsweise schriftliche Quellen zerstört worden sind oder die Zeitzeugen unentdeckt handeln mussten. Im Fokus der Interviews stehen häufig Personen aus der Unterschicht, die andernfalls ihre Erfahrungen nicht hätten schildern können. Somit wird Geschichte von “unten” produziert, obwohl natürlich auch wichtige geschichtliche Persönlichkeiten im Interesse der Forscher stehen.

Oral History MannEntwicklung der Oral History

Zum Beginn der Oral History diente sie vor allem als Ersatz für fehlende Schriftstücke. Vor allem die Entwicklung des Kassetten-Rekorders in den 1970er Jahren machte die neue Form der Geschichtsschreibung möglich. Zu Beginn interessierte die Forscher in Deutschland vor allem die Geschichten der Verfolgten des Nationalsozialismus. Heute rückt die Zeit des DDR-Regimes in den Fokus der Untersuchungen.

Oral History ist eine wichtige Methode, um Wissen und Erfahrungen der vergangenen Generationen zu konservieren und für die Nachwelt zugänglich zu machen. Die Arbeit der Methode Oral History ist überaus bedeutend.

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