Geisterbahnhöfe der Berliner MauerDie Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer sollten ein Mahnmal der deutschen Geschichte sein. Doch was erinnert heute noch an die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer, wenn man mit U-Bahn und S-Bahn in der Hauptstadt unterwegs ist? Kaum etwas. Nur die Dauerausstellung im S-Nordbahnhof erinnert vielleicht noch an die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer und hält sie im Gedächtnis.

Auf den Spuren der Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer

Ab dem 13. August 1961 sind die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer bei der S-Bahn und U-Bahn für den Fahrgastwechsel gesperrt worden. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 fuhren die Bahnen aus West-Berlin ohne Halt durch das Gebiet des Ostens. Der Umstand wurde durch den Bezirk Mitte bedingt. Berlin Mitte gehörte zum Osten der Stadt, grenzte jedoch im Norden, Westen und Süden an den West-Sektor. Die U6 und U8, ab 1984 auch die S2, durchquerten die sogenannten Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer.

Die Züge fuhren in den Geisterbahnhöfen der Berliner Mauer nur mit einer Geschwindigkeit von ca. 25 km/h durch die Stationen, immer bewacht von DDR-Posten.

Der Begriff wird vor allem mit der Hauptstadt in Verbindung gesetzt. Eigentlich bezieht sich der Begriff auf die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Bahnsteig, der betriebsfähig ist, jedoch nicht befahren wird. Wegen ihrer unheimlichen Wirkung, durch die schwache Beleuchtung, ihren unterirdischen Bau und der Abwesenheit von Menschen, werden sie mit dem Unheimlichen in Verbindung gebracht. Das vorgestellte Video weiter unten gibt einen guten Eindruck von der unheimlichen Szenerie der Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer.

Liste der Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer

  • Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer StadtmitteU6: Stadion der Weltjugend, Nordbahnhof, Oranienburger Tor, Französische Straße, Stadtmitte
  • U8: Bernauer Straße, Rosenthaler Platz, Weinmeisterstraße, Alexanderplatz, Jannowitzbrücke, Heinrich-Heine-Straße
  • Nordbahn: Bornholmer Straße
  • Nord-Süd-Tunnel: Nordbahnhof, Oranienburger Straße, Unter den Linden, Potsdamer Platz

Mit dem Mauerfall wurden die geschlossenen Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer wieder eröffnet. Teilweise mussten sie saniert werden. Die erste wieder neu eröffnete Station war Jannowitzbrücke – schon 2 Tage nach dem Mauerfall hielten dort wieder die ersten Züge.

Lässt sich das Gefühl, durch einen Geisterbahnhof der Berliner Mauer zu fahren, nachempfinden? Noch heute lassen sich einige dieser Bahnhöfe in Deutschland finden. Sicherlich ist das heutige Gefühl kaum mit dem, was die West-Berliner damals empfunden, zu vergleichen. Mit etwas Fantasie lässt sich aber gewiss spüren, was die Menschen innerlich bewegt haben muss, als sie durch die Geisterbahnhöfe der Berliner Mauer fuhren.

Bild 1 und 2: Frits Wiarda