Der Tod der Zeitzeugen stellt ein großes Problem in der Geschichtsforschung dar. Besonders der Tod der Zeitzeugen, die zur Zeit der Nationalsozialismus gelebt haben, beeinflusst die kollektive Erinnerung in Deutschland. Durch den Tod der Zeitzeugen wird die Kommunikation über die Vergangenheit unterbunden. Die Zeitzeugen sterben und damit auch ihre Erinnerungen. Sie haben die Vergangenheit als Beteiligte erlebt und nur sie können durch ihre Berichte die nachfolgenden Generationen bereichern. Das kommunikative Gedächtnis wird damit gravierend durch den Tod der Zeitzeugen beeinflusst.

Tod der Zeitzeugen beeinflusst das kommunikative Gedächtnis

Tod der ZeitzeugenDas kommunikative Gedächtnis wird auch Generationsgedächtnis genannt. Es umfasst alle Erinnerungen von Zeitzeugen, die kommunizierbar sind. Diese kollektive Erinnerung umfasst in etwa 80 Jahre. Nur noch wenige Großeltern können heute noch ihren Enkeln als direkte Zeitzeugen von ihrer Erlebnissen während des NS-Regimes und des 2. Weltkrieges berichten. Die Nachkriegsgeneration konnte während ihrer Jugend aus den Erzählungen der Eltern lernen. Jedoch nur so lange wie sie lebten. Mit dem Tod der Zeitzeugen versiegt diese Informationsquelle. Das Erzählen des Vergangenen muss der Erinnerung an die Stimme und den früheren Erzählungen des Zeitzeugens weichen, der von der Vergangenheit berichtet hat. Ist der Tod des Zeitzeugen vor seinen mündlichen Erzählungen eingetreten, so ist die einzige Möglichkeit, Informationen zu erhalten, die schriftliche Ausführung seiner Erlebnisse. Mitunter lassen sich Briefe, Tagebücher oder ein Notizheft des Zeitzeugen als Quelle finden. Diese lassen sich jedoch keineswegs mit der Authentizität der Zeitzeugen vergleichen.

Tod der Zeitzeugen erschwert Oral History

Die frühere Geschichte ist für die Nachwelt nur schwer zu verstehen. Der Tod der Zeitzeugen stellt die Wissenschaftler vor ein neues Problem. Mit dem Tod der Zeitzeugen wird die Methode der Oral History unmöglich, da der Zeitzeuge nicht mehr für ein Interview zur Verfügung stehen kann. Zeitzeugen berühren Gefühle – mehr als ein Dokument. Mit dem Sterben der Opfer und Täter des Nationalsozialismus wird die Präsenz der Grausamkeiten in den Köpfen der Menschen immer weiter schwinden.

Zeitzeugen der nächsten Generation

Wie aufgezeigt, stellt der Tod der Zeitzeugen die Wissenschaftler vor neuen Herausforderungen, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es sollte nicht versäumt werden, die noch heute lebenden Zeitzeugen auch zu Themen wie Mauerbau, Kalter Krieg und DDR zu befragen. Andernfalls wird uns auch dieser Tod der Zeitzeugen einholen.