Zeitzeugen Roman T. SchmidtIm Auftrag des großen Bruders

Gründe des Niedergangs der DDR, ihre militärische Stellung im Warschauer Pakt (Warschauer Vertrag), die Hegemonie der ehemaligen Sowjetunion und damit verbundene Probleme in der Wirtschaft

Die Auswirkungen sind heute noch erkennbar. Die DDR war mit militärischen Standorten übersät und das MfS arbeitete auf Hochtouren. Wie kam es zur flächendeckenden Überwachung?
Verantwortlich für Vorbereitung und den Bau von Militärobjekten mit geringerer Geheimhaltung waren Dienststellen in 13 DDR-Bezirken (Kasernenobjekte, Unteroffiziersschulen, Lager etc.).
In diesem Roman ist auch die ehemalige Unterkunftsabteilung oder UKA Leipzig, Richterstraße 3, als mein ehemaliger Arbeitgeber genannt (Bauvorhaben nur im Bezirk Leipzig).
Atomare Schutzbauwerke wuchsen während des sogenannten Wettrüstens wie Trüffel. Sie waren Führungsobjekte im Kalten Krieg und wären es nach Beginn eines Kernwaffenschlages gewesen. Handlungsorte oder Gebiete mit diesen Bauvorhaben, genannt werden hier nur einige, sind: Tessin, Straußberg/Harnekop, Calau, Fürstenwalde oder Bunker Kossa. Investionen wurden noch 1990 getätigt. Dies war wohl der empfindlichste Schlag ins Kontor der DDR-Wirtschaft.
Zeitzeugen RomanKaum einer wusste von den verbauten Milliarden, zumal militärische Baumaßnahmen zum Teil unter die geheime Verschlusssache fielen und somit nur ein sehr kleiner Personenkreis informiert war. Aus Gründen der Geheimhaltung wurde die Anzahl der verantwortlichen Bearbeiter solcher Vorhaben so gering wie möglich gehalten. Auch Mauer und innerdeutsche Grenze dienten der Geheimhaltung. Die NVA-Dienststelle UKA-2 in Leipzig, mein letzter Arbeitgeber Militärbauwesen, war für die Vorbereitung von Schutzbauwerken bzw. deren Projektierung und Bau als Auftraggeber verantwortlich. Die Gruppe für die Vorbereitung bestand aus sechs Ingenieuren.
Auch volkseigene Betriebe waren in großem Umfang an NVA-Vorhaben bis 1990 eingesetzt. Industrieobjekte oder Sanierungen wurde zu deren Gunsten zurückgestellt.

Klappentext des Buches:
“Thomas Schmidt wird neben der Industrie auch in militärischen Vorhaben der DDR eingesetzt. Bedingung ist, dass keine Kontakte in die Bundesrepublik Deutschland bestehen. Von Abenteuerlust getrieben plant Schmidt, in die BRD auszuwandern. Er gerät in das Blickfeld der Staatssicherheit, doch sein häufiger Arbeitsstellenwechsel als hausgemachte Freiheit macht das Observieren fast unmöglich. Schmidt leistet seinen Grundwehrdienst und studiert Bauwesen. Die Marschrichtung für seine Tätigkeit als Bauleiter legt der Staat fest. Das erste Objekt ist eines der Landesverteidigung. NVA NeidenIrgendwann erfolgt der Einsatz auf Vorhaben mit besonderer Geheimhaltung. Es handelt sich um die Führungs- und Atombunker der Nationalen Volksarmee. Was die Finanzierung dieser so bedeutsamen Spezialobjekte betrifft, ist sie für das Ende der DDR-Wirtschaft mitbestimmend – die vorhandenen Baukapazitäten werden zum großen Teil für militärische Vorhaben “verheizt”. Schmidt, Geheimnisträger, hängt seinen Job erneut an den Nagel. Somit greift die Staatssicherheit aktiv in sein Leben ein und der Wettlauf mit der Macht beginnt.

Ziel des Romans war es, die Grenze zur erzählerischen Fiktion nicht zu überschreiten. Um das Leben der Menschen in der DDR zu veranschaulichen, werden Fakten in Handlungen und Dialogen aufgezeigt.

Im Auftrag des großen Bruders, ISBN 9783862545513, Autobiografie, AAVAA-Verlag, Berlin

Der Text stammt vom Autor und wurde nur geringfügig geändert.
Die Fotos stammen von Zeitzeuge Thomas Schmidt. Die Rechte am Buch-Cover liegen beim AAVAA-Verlag Berlin – es zeigt den Autor im Alter von etwas über 20 Jahren.