Charles de Gaulle

Charles de Gaulle war ein französischer Staatsmann, der im Zweiten Weltkrieg den Widerstand des ‘Freien Frankreich’ gegen die deutsche Besatzung führte. Die französische Politik wurde durch die, auf Charles de Gaulle zurückgehende, Ideologie des Gaullismus beeinflusst.

Die Herkunft Charles de Gaulles

Charles de Gaulle wuchs in Lille auf. Er wurde am 22. November 1890 dort geboren. Sein Elternhaus war katholisch-konservativ, jedoch gleichzeitig sozial fortschrittlich und intellektuell. Sein Vater war Lehrer an verschiedenen Privatschulen. Die Familie unterstützte den, aus antisemitischen Gründen verurteilten, Alfred Dreyfus und distanzierte sich von reaktionär-nationalistischen Kreisen. Ab 1908 besuche Charles de Gaulle die Militärschule Saint-Cyr, die er 1912 mit Diplom und Ernennung zum Leutnant verließ. Er trat der französischen Armee bei.

Charles de Gaulle im Ersten Weltkrieg

Charles de Gaulle wurde im Ersten Weltkrieg zweimal verwundet und in der Schlacht um Verdun in deutsche Kriegsgefangenschaft genommen. Charles de Gaulles fünf Fluchtversuche scheiterten aufgrund seiner, für damalige Verhältnisse außergewöhnlichen, Körpergröße von 1,95 Metern und er wurde nach Waffenstillstand im November 1918 entlassen.

Charles de Gaulle im Zweiten Weltkrieg

Als Oberst im Zweiten Weltkrieg war Charles de Gaulle der erste und einzige befehlshabende Offizier, dem es gelang, bei der deutschen Invasion die Deutschen zu einem Rückzug zu zwingen. Von den meisten Franzosen wurde die Vichy-Regierung akzeptiert. Charles de Gaulles ‘Freies Frankreich’ eroberte jedoch das Vichy-Regime erfolgreich und bildete einen Freiwilligenverband von 20.000 Mann. Dies machte damals einen erheblichen Teil des Truppenkontingents aus. De Gaulle fasste 1943 in Algier Fuß und schuf das französische Komitee für die nationale Befreiung (CFLN). 1944 nahm das CFLN den Namen Gouvernement provisoire de la République Francaise (GPRF) an. Am 25. August 1944 zog das GPRF in das befreite Paris ein.

Charles de Gaulle als Präsident der Republik

Am 21. Dezember 1958 wurde Charles de Gaulle mit 78 % der Stimmen in indirekter Wahl zum Präsidenten der Republik gewählt. Er übernahm das Amt am 8. Januar 1959 und ergriff einschneidende Maßnahmen, das Land zu revitalisieren, nicht zu Letzt mit der Einführung des neuen Franc, der 100 alten Francs entsprach. Charles de Gaulle trat am 28. April 1969 von seinem Amt zurück und starb am 9. November 1970 in Colombey-les-Deux-Eglises.

Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F015892-0010 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA, Wikipedia