Wannseekonferenz

15 führende Vertreter des Nazi Regimes trafen sich am 20. Januar 1942 zur Wannseekonferenz. Es sollte unter dem Vorsitz des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich der begonnene Holocaust an den Juden im Detail organisiert werden. Es wurde nicht, wie allgemein vermutet, der Holocaust beschlossen, denn die schon seit Monaten ausgeführten Massenmorde an Juden waren schon lange eine beschlossene Sache. Vielmehr ging es darum, die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas in den Osten zu organisieren. Es wurden auf der Wannseekonferenz die Zeitpunkte weiterer Massenmorde geplant. Dafür wurden die vorgesehenen Opfergruppen genauer eingegrenzt.

Das Gebäude der Wannseekonferenz als Gedenkstätte

Schon im Jahr 1966 wurde die Idee, das Haus der Wannseekonferenz als Dokumentationszentrum zu nutzen, besprochen. Der Historiker Joseph Wulf gründete damals einen Verein zur Erforschung des Nationalsozialismus. Lange blieb der Plan für eine Gedenkstätte umstritten. Erst im Jahr 1988 begann die Rekonstruktion der Villa der Wannseekonferenz nach denkmalschützerischen Gesichtspunkten. Im Jahr 1992 wurde dann die Gedenkstätte “Haus der Wannseekonferenz” eröffnet.

Die Vorgeschichte der Wannseekonferenz

Adolf Hitler hatte schon in seinem Buch “Mein Kampf” Ideen, die auf die Ausrottung der Juden hinzielten. Zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie war Antisemitismus. In einer Rede im Reichstag drei Jahre vor der Wannseekonferenz kündigte Hitler zum ersten Mal die Vernichtung der jüdischen Rasse für den Kriegsfall an. Als die Deutschen 1941 Russland überfielen, wurden von mehreren NS-Funktionären Äußerungen laut, die auf einen geplanten Völkermord hinwiesen. Man geht davon aus, dass die Entscheidung zum Holocaust ca. drei Monate vor der Wannseekonferenz gefällt wurde.

Das Protokoll der Wannseekonferenz

Eichmann erstellte nach einer Stenografie ein Protokoll der Wannseekonferenz, das von Müller und Heydrich überarbeitet wurde und in 30 Kopien als “Geheime Reichssache” an die Teilnehmer der Wannseekonferenz bzw. ihre Dienststellen geschickt wurde. Es wurde bisher nur das 16. Exemplar vom Konferenzteilnehmer Martin Luther gefunden. Es wurde in Geheimakten des Auswärtigen Amtes während der Vorbereitungen für die Nürnberger Prozesse entdeckt. Das Protokoll der Wannseekonferenz gilt, obwohl hier noch kein Gesamtplan für die Endlösung vorlag, als das Schlüsseldokument für die Organisation des Völkermords.

Bildquelle: Clemensfranz, Wikipedia